Produktionsnotizen zu Der Knochenjäger

Szenenfoto Akribische Vorbereitung im Dienst der Wirklichkeit Um Lincoln Rhyme so glaubwürdig wie möglich darstellen zu können - einen vom Nacken abwärts gelähmten Mann, der nur noch einen Finger bewegen kann - betrieb man umfangreiche Recherchen. In den Vereinigten Staten trafen sich Regisseur Noyce und sein Hauptdarsteller mit führenden Rückenmarkspezialisten vom New Yorker Mount Sinai Hospital und anderen Krankenhäusern aus dem Großraum Los Angeles.

Darüber hinaus setzte sich Washington mit über zwölf Querschnittsgelähmten, darunter auch mit dem Schauspieler Christopher Reeve, zusammen. Auch Queen Latifah, die im Film Washingtons Pflegerin Thelma spielt, lernte Reeve, diese außerordentliche Persönlichkeit, kennen. Latifah traf sich auch mit einigen Krankenschwestern und Pflegerinnen. "Ich mußste Rhymes Leiden genau verstehen", erklärt die Musikerin und Schauspielerin, "und natürlich auch, wie es zu behandeln war."

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Authentizität über alles Realismus war auch auf vielen anderen Ebenen ein vordringliches Anliegen der Filmemacher. "An unserem Film arbeiteten Experten aus fast jedem Bereich mit", erzählt Martin Bregman, der für gut 30 Filme, darunter einige New Yorker Polizeifilme, verantwortlich zeichnet. "Unser Film ist so realistisch, wie man es selten, wenn überhaupt, zu sehen bekommt. Er ist bis ins letzte Detail recherchiert und bietet ein akkurates Abbild unserer Welt."

In der Vorbereitung für ihre Rolle einer jungen, von Rhyme gegen ihren Willen rekrutierten Streifenpolizistin, die alptraumartige Beweise untersuchen mußs, studierte Angelina Jolie zahllose Fotografien und Berichte über die Tatorte von Mordfällen. "Ich mußste das tun", erzählt die junge Darstellerin, "um meine Reaktionen einschätzen zu können. Man reagiert nicht emotional sondern körperlich, kann nicht schlucken, den Mund schließen und fühlt Leere im Magen."

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Ein Stil für den Alptraum Weil ein großer Teil von Der Knochenjäger in Lincoln Rhymes Apartment spielt, standen Regisseur Noyce und sein Kameramann Dean Semler vor der Herausforderung, eine relativ statische Situation auf eine visuell möglichst dynamische Art und Weise einzufangen. Washingtons großartige Darstellung und den fesselnden Inszenierungsstil anerkennend, ergänzt Produzent Stroller: "Die Hälfte des Films liegt ein Mann in seinem Bett, und jeden Abend sahen wir uns die Aufnahmen vom Tage an und waren wie magnetisiert."

Realismus war auch ein entscheidender Gesichtspunkt für das visuelle Konzept des Films, auch wenn viele der Morde in eindrucksvollen, vergessenen, unterhalb des modernen New York liegenden Industrieruinen aus der Jahrhundertwende geschehen. "Uns ging es darum, einmal diese unheimlichen Überreste der Vergangenheit zu beleuchten, eine visuell aufregende Unterströmung zu erzeugen. Wenn also die Cops diesen Schacht an der Wall Street hinuntersteigen, sollte jeder glauben, dass es diese unterirdische Welt tatsächlich gäbe."

Dirk Jasper FilmLexikon
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