Produktionsnotizen zu Das Ende einer Affäre

Szenenfoto Nach einer literarischen Vorlage des großen Graham Greene (1904 - 1991), die im Jahre 1951 erschien, inszenierte der irische Regiemeister Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir", "Crying Game", "High Spirits - Die Geister sind willig!", "Wir sind keine Engel") ein wundervolles, bewegendes Liebesmelodram mit Ralph Fiennes ("Der Englische Patient", "Schindler's Liste", "Onegin", "Mit Schirm, Charme und Melone") und Julianne Moore ("Hannibal", "Magnolia", "Cookie's Fortune", "The Lost World - Jurassic Park") in den Hauptrollen.

Die autobiografische Geschichte einer "amour fou" wurde bereits 1955 von Edward Dmytryk (1908 - 1999) mit Deborah Kerr, Van Johnson und Peter Cushing verfilmt.

Jordans Remake, ein Film, der auch im Jahr der großen Bestseller-Adaptionen wie Schnee der auf Zedern fällt, Die Asche meiner Mutter aber auch The Beach und The Green Mile Maßstäbe setzen kann, ist ein bewegendes, mitreissendes Opus um Liebe und Eifersucht, Moral und Schuld, das Verstand und Herz gleichermaßen fesselt und begeistert! Neil Jordan erhielt für seinen Film nicht nur einen BAFTA-Film-Award (Bestes adaptiertes Drehbuch), er wurde überdies auch für seine Regieleistung mit dem "David-Lean-Award-for-Direction" ausgezeichnet.

Das Wesen der Liebe in all ihren Facetten von tiefer Emotionalität bis hin zu explosiver Leidenschaft steht im Mittelpunkt der tragischen Dreiecksgeschichte, die alle Aspekte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Graham Greenes Alter ego Maurice Bendrix, dessen Sicht der Dinge der Zuschauer zuerst erfahren kann, macht dabei keineswegs eine gute Figur. Neil Jordans Bearbeitung des Stoffes ist sicherlich die beste filmische Umsetzung eines Greene-Buches seit der legendären Verfilmung von "Der dritte Mann" (mit Orson Welles).

Wie bereits der Roman lotet auch der Film Das Ende einer Affäre die Frage aus, was Liebe ist? Wird sie nur im Herzen einer Person gehegt, doch nie wirklich ausgedrück, ist sie dann real, oder nur eine Phantasie? Graham Greene und Neil Jordan wußten darauf eine Antwort, die verblüfft.

Die Rolle des Henry Miles, eines eher langweiligen, den Konventionen verhafteten Beamten, besetzte Jordan mit seinem Lieblingsschauspieler Stephen Rea ("Still Crazy", "The Last of the High Kings"). Der wandlungsfähige Ire Rea hat insgesamt in sieben Jordan-Filmen mitgespielt - u.a. in "Interview mit einem Vampir", "The Crying Game", "Die Zeit der Wölfe" oder "Angel". Rea, im Laufe seiner Karriere nominiert für einen "Oscar", "Golden Globe" und "BAFTA-Award", ist mit der ehemaligen IRA-Aktivistin Dolores Price liiert.

In weiteren Rollen sind Ian Hart (Der Staatsfeind Nr. 1, B. Monkey, "Robinson Crusoe", Der Englänger, der einen Hügel hinaufstieg und einen Berg hinunterkam) und Jason Isaacs (gerade erfolgreich als der britische Widerling in Roland Emmerichs Der Patriot, außerdem u.a. in Soldier, Armageddon, Event Horizon - Am Rande des Universums und Dragonheart). Außerdem spielen Sam Bould ("Hollow Reed - Lautlose Schreie"), Deborah Findlay (Miniserie "Anna Karenina", "Jack und Sarah - Daddy im Alleingang", "Wie verrückt und aus ganzem Herzen"), Kino-, TV- und Theater-Veteran James Bolam ("It Was An Accident", "Stella Does Tricks", "The Race - Fernes Ziel". "Die Einsamkeit des Langstreckenläufers") und Simon Turner ("Party", "Caravaggio", "The Big Sleep").

Neil Jordan, der bei seinem neuesten Film wieder gemeinsam mit Stephen Woolley ("Interview mit einem Vampir", "Crying Game", "B. Monkey", "History Is Made At Night" u.v.a.), auch als Produzent verantwortlich zeichnete, verpflichtete für "Das Ende einer Affäre" natürlich auch exzellente Mitarbeiter für seinen Stab hinter der Kamera.

Michael Nyman (Gattaca, Das Piano, Der Unhold), mit internationalen Filmpreisen und Auszeichnungen gerade überhäufter Komponist (u.a. von nahezu allen Peter-Greenaway-Filmen), lieferte den Soundtrack. Der "Oscar"- und "BAFTA-Film-Award"- nominierte Roger Pratt ("102 Dalmatiner", Grey Owl, Mit Schirm, Charme und Melone, 12 Monkeys, "Mary Shelley's Frankenstein") wurde als Chefkameramann gewonnen. Der von Nicholas Roegg hochgeschätzte Tony Lawson ("Jenseits der Träume", "Michael Collins", "Othello", "Kalter Himmel", "Hexen hexen", "Track 29") besorgte den Schnitt.

Oscar-Preisträgerin Sandy Powell ("Shakespeare in Love", "Gangs in New York", "Interview mit einem Vampir", "Rob Roy") erwies sich einmal mehr als Kostümbildnerin der Extraklasse.

So entstand eine Romanze der Leidenschaft und Tragik, ein Filmerlebnis, dass jeden berührt, der ein Herz hat - und das mit unvergleichlicher darstellerischer Leistung seiner Star begeistert!

Dirk Jasper FilmLexikon
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