Moloch

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Aleksandr Sokurov über 'Moloch'ProduktionsnotizenDrehbuch-Auszüge

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Moloch
Titel Russland: Moloch
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, Russland, 1999

Kino Deutschland: 2000-05-11
Laufzeit Kino: 103 Minuten
Kinoverleih D: Pegasos Film



Szenenfoto Ein Haus wie eine Festung hoch über den Wolken der bayerischen Alpen. Eva Braun posiert nackt auf der majestätischen Terrasse des Hauses. Sie weiß, dass sie unter Beobachtung steht und tanzt kokett für die unsichtbaren Ferngläser der allgegenwärtigen Posten.

Die monotone Ruhe des Obersalzbergs, die Eva Tag für Tag ertragen mußs, wird gestört durch die Ankunft des "Führers" und seiner Gefolgschaft: Martin Bormann, Propaganda-Minister Joseph Goebbels und dessen Frau Magda. Es ist das Frühjahr 1942.


SzenenfotoDarsteller: Elena Rufanova (Eva Braun), Leonid Mosgovoi (Adolf Hitler), Leonid Sokol (Josef Goebbels), Elena Spiridonova (Magda Goebbels), Vladimir Bogdanov (Martin Borman), Anatoli Schwederski (Priester)

Regie: Aleksandr Sokurov

Stab: • Produzenten: Victor Sergeev (Lenfilm), Thomas Kufus (zero film) • Drehbuch: Yuri ArabovVorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Aleksei Fyodorov, Anatoli Rodionov • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Sergei Kokovkin • Schnitt: Leda Semyonova • Kostüme: Lidiya Kryukova • Make Up: - • Ton: Vladimir Persov, Sergei Moshkov • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Ästhetisch verfremdet beleuchtet "Moloch" 24 Stunden im Leben von Eva Braun und Adolf Hitler. Basierend auf den protokollierten "Tischgesprächen" der anwesenden Gäste entlarvt der Film die Macht in ihrer Privatheit als hohles Pathos, leeres Geschwätz und groteske Sprachlosigkeit.

TV Today 2000-03: Regisseur Alexander Sokurow schafft mit eindrucksvollen Bildern eine Atmosphäre irrealer Bedrohung. Ansonsten aber bleibt diese Annäherung an eine Bestie Kunstkino der unzugänglichen Art. Bekannter als die Hitler- und Eva-Darsteller (Leonid Mosgowoi und Elena Rufanowa) sind deren Synchronsprecher: Peter Fitz und Eva Mattes. Hitler begreifbar zu machen gelingt dieser zähen Mischung aus postmoderner Groteske und Pantomime nicht mal annähernd.

Szenenfotofilm-dienst 2000-03: Formbewußter, in seiner bildgewaltigen Umsetzung beeindruckender, inhaltlich aber zwiespältiger Versuch, Hitler und den Nationalsozialismus mit primär ästhetischen Mitteln zu rekonstruieren. Der Widerspruch zwischen mythischer Monumentalität und ihren trivalen Protagonisten löst sich nicht auf.

Cinema 2000-02: Adolf und Eva allein zu Haus - sie liebt ihn, er ist ein kaltes Ekel. Der Versuch, das Phänomen Hitler über sein Privatleben zu erklären, kann nur so interessant wie widersprüchlich ausfallen.

Cinema 2000-05: Ist das Phänomen Hitler erklärbar? Diese Annäherung an einen der monströsesten Verbrecher der Geschichte fasziniert mit starken Bildern, doch Hitler wirkt häufig wie eine harmlose Witzfigur.

Kölner Stadt-Anzeiger: Sie (die Kameraoptik) entwickelt eine eigene Sogkraft, den Reiz des visuell neuartigen Portraits des Abartigen, aber Sokurov verfällt nie dem Klischeebild der perversen Nazibestie.

SzenenfotoNeue Züricher Zeitung: Unbestreitbar ist "Moloch" eines der künstlerisch kompromißlosesten, geschlossensten Werke dieses Festivals (Filmfestpiele Cannes).

Tagesspiegel Berlin: Eine schlüssige Metapher für die ungeheure Leere, die der sogenannten Machtfülle innewohnt ...

tip: Eine soap-opera aus Walhalla, ein obsessiver Blick auf Hitlers Privatleben, ein Film jenseits aller sicheren Bahnen.

Süddeutsche Zeitung: Die Bilder sind ... das Faszinierendste, was man bisher sehen konnte.

Abendblatt Hamburg: Moloch ... beeindruckt durch seine formale Schönheit ...

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