New York, Mitte der 70er Jahre: Marlene Dietrich steht für ihr letztes Konzert auf der Bühne und erinnert sich zurück an das Berlin der späten 20er Jahre, an den Beginn ihrer einzigartigen Karriere, an den Film "Der Blaue Engel" und an ihren Entdecker und Liebhaber, den legendären Regisseur Josef von Sternberg. Er hatte sie 1929 gegen den Willen des UFA-Produzenten Erich Pommer für seinen Film als Lola engagiert und damit den Grundstein für Marlenes Aufstieg gelegt.
Josef von Sternberg, der an Marlenes großes Talent glaubt, fordert sie auf, ihm nach Hollywood zu folgen, um in seinem nächsten Film zu spielen. Der Zufall führt Marlene und den preußischen Offizier Carl zusammen. Beide empfinden sofort eine tiefe Zuneigung füreinander. Für Marlene steht fest: Carl ist die Liebe ihres Lebens, ein Mann voller Zärtlichkeit und Härte. Doch schon bald mußs Marlene sich entscheiden, und sie entscheidet sich für die Karriere.
Noch in der Nacht der Premiere von "Der Blaue Engel", bei der das Publikum Marlene mit Standing Ovations feiert, nimmt sie Abschied und fährt mit dem Luxusliner "Bremen" in eine neue Welt. Zurück bleiben ihr Ehemann Rudi Sieber, ihre kleine Tochter Maria und die Freundin der Familie, Tami, die sich nicht nur intensiv um Maria kümmert. In Hollywood angekommen, formt von Sternberg allmählich das "deutsche Tingeltangelgirl" zu einem Weltstar.
Die Berliner Großstadtgöre wird DIE DIETRICH: schlank, blond und verführerisch. Aus den geplanten Wochen in Hollywood werden Monate und Jahre. Viele berühmte Männer und Frauen liegen Marlene zu Füßen.
Aber sie kann Carl nicht vergessen. So oft es geht, kehrt sie nach Europa zurück, um sich heimlich mit ihm zu treffen. Doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, stehen sich die beiden plötzlich an zwei Fronten gegenüber: Er, ein deutscher Soldat, sie, inzwischen Amerikanerin, die die Nazis hasst und ab 1944 mit in den Krieg zieht, um vor den GIs als Entertainerin und Truppenbetreuerin aufzutreten.
Als Marlene Dietrich nach der Befreiung 1945 in das zerstörte Berlin zurückkehrt, um ihre Mutter in die Arme zu schließen, macht sie sich auf die Suche nach Carl. Von seiner Schwester Lotte erfährt sie die schreckliche Nachricht, dass er nicht mehr lebt und ein großes Geheimnis mit sich trug ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Marlene Dietrich zwischen 1930 und 1945, zwischen Berlin und Hollywood, zwischen den Rollen als Ehefrau, Liebhaberin und Weltstar. Atemberaubend, glanzvoll und bewegend wird – frei nach wahren Begebenheiten – ihr Weg nachgezeichnet, ein Weg voller Höhepunkte und Niederlagen, der Weg einer starken und faszinierenden Frau.
TV Movie 2000-06: Verhangener Blick, leicht geschürzte Lippen und dieses betörende Charisma aus unstillbarer Sehnsucht und kalter Arroganz - Katja Flint ist die perfekte Dietrich! Allein deswegen lohnt sich der Kinobesuch. Darüber hinaus fesselt die aufregende Karriere des Weltstars, die Vilsmaier gewohnt opulent und bis in die kleinste Nebenrolle prominent besetzt in Szene setzte.
film-dienst 2000-05: Auf der Grundlage des Buchs von Marlene Dietrichs Tochter Maria Riva entstand ein Film, dem es in keinem Moment gelingt, der Figur der Marlene Dietrich Leben einzuhauchen und die Faszination ihrer Erscheinung plausibel zu machen. Vor allem plakative Dialoge und eine hilflose, holzschnittartige Regie stehen dem im Wege.
Cinema 2000-03: Schier unmöglich, dem Mythos Marlene Dietrich in einem Spielfilm gerecht zu werden? Diese Erfahrung machte jedenfalls Joseph Vilsmaier, der mit seiner Kino-Bio des Blauen Engels an der Oberfläche bleibt.
Kultur Spiegel 2000-03: Wieder Gefühlskino, wieder inszenierte Vergangenheit, als wär's ein Kostümball. (...) Hauptsache, Vilsmaiers Frauenbild ist am Ende wieder heil.
TV Today 2000-06: Hübscher Bilderbogen, der aber - trotz toller Schauspieler - hölzern und oberflächlich bleibt. Sag mir, wo die Emotionen sind ...
TV Spielfilm 2000-06: Detailverliebtes Liebesdrama, das einem die Hauptfigur kaum näher bringt.