Magnolia - das ist der Name eines großen Boulevards, der mitten durch das San Fernando Valley führt. An einem ereignisreichen Tag kreuzen sich hier die Wege von neun empfindlich verletzten Seelen. So liegt Familienpatriarch und Fernsehmagnat Big Earl Partridge im Sterben.
Und während seine Frau Linda an dem bevorstehenden Verlust zu zerbrechen droht, möchte Partridges Pfleger Phil den letzten Wunsch des alten Mannes erfüllen: Er will dessen verlorenen Sohn Frank ausfindig machen. Aber Frank T. J. Mackey, ein berühmter und egozentrischer Sex-Guru, hat ein für alle mal mit dem Vater gebrochen.
Auch Jimmy Gator, Moderator von Partridges erfolgreichster Game-Show, weiß, das er nicht mehr lange zu leben hat - und seine entfremdete Tochter Claudia will ebenfalls nichts von einer Aussöhnung wissen. Dafür merkt die junge, kokain-abhängige Frau, dass sie ihr Herz an den unsicheren L. A.-Cop Jim Kurring verliert.
Während dessen hadert auch das Gameshow-Wunderkund Stanley Spector mit seinem ungeliebten Vater. Und Donnie Smith, einst wie Stanley als Kinder-Genie gefeiert, findet sich vor den Trümmern eines verkorksten Lebens wieder. Und dann beginnt es zu regnen ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Regie-Genie Paul Thomas Anderson meldet sich nach "Boogie Nights" mit einer bizarren, bildgewaltigen Chronik des Lebens im San Fernando Valley zurück: Neun verletzte Seelen auf der Suche nach Liebe, Respekt und Würde, deren Schicksal sich in einer Nacht kreuzt. Ein Film voller Emotionen, der ebenso ambitioniert wie unterhaltsam ist.
film-dienst 2000-07: Ein episodisch strukturierter Film, der eine Fülle von Geschichten entfaltet, in deren Mittelpunkt die Frage nach der Schuld der Väter und die Kraft des Verzeihens ihrer Kinder steht. Dabei beinhaltet das virtuos inszenierte und eindrucksvoll gespielte Drama die Hoffnung, dass zwanghafte psychische Prägungen überwunden werden können. Ein vielschichtiger, immer wieder überraschender Film von großer Intensität, der modernen Wirklichkeitskonstruktionen nachhaltig in Frage gestellt.
TV Movie 2000-08: Andersons bildgewaltige Chronik der US-Gesellschaft, prämiert mit dem Goldenen Berlinale-Bären, dauert zwar gute drei Stunden - langweilt aber keine Minute. Elegant verknüpfte Episoden, leise Ironie, schwarzer Humor - und ein Gang zum Filmende, wie man ihn garantiert noch nicht auf der Leinwand gesehen hat. Grandios!
TV Today 2000-08: Zu Recht mit dem Goldenen Berlinale-Bären prämiert, verwebt das intime Epos Episoden von Zorn, Liebe und Trauer zu einem bewegenden Bilderbogen - mit einer verblüffenden Schlusspointe.
TV Spielfilm 2000-08: Episches Ensembledrama, eines Cineasten wahr gewordener Traum!