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1941 in einem
jüdischen Shtetl, irgendwo in Osteuropa. Völlig
außer sich kommt Schlomo, der Dorfnarr zum Rabbi gerannt. Er
überbringt schreckliche Nachrichten: Die Deutschen töten
die Juden in den Nachbardörfern oder deportieren sie mit
unbekanntem Ziel.
Noch in der selben Nacht versammelt sich der Rat der Weisen um den Rabbi. Sie müssen eine Möglichkeit finden, ihre Gemeinde zu retten. Ausgerechnet Schlomo hat eine Idee: Man müsste einen falschen Deportationszug zusammenstellen, die gesamten Dorfbewohner in "Deportierte" und "Deutsche" unterteilen und so über die Sowjetunion bis nach Palästina, ins Gelobte Land, nach Eretz Israel fliehen. Der Rat der Weisen lässt sich überzeugen. Doch das Unternehmen verlangt nach einer ausgeklügelten Logistik, auch müssen die Rollen für diese Inszenierung verteilt werden. Alle Männer des Dorfes werden zusammengerufen, doch keiner will die Sünde auf sich nehmen, "Nazi" zu sein. Also bestimmt der Rat der Weisen, wer eine deutsche Uniform tragen und akzentfreies Deutsch lernen mußs. Der Holzhändler Mordechai wird zum "Kommandanten" des Zuges ernannt. Das Dorf beginnt mit den Vorbereitungen. Mit Spenden werden Lebensmittel, gefälschte Ausweise und Uniformen besorgt. Schwierig gestaltet sich die Beschaffung eines ganzen Zuges, ohne dass Yankele, der die Finanzen verwaltet, allzusehr unter seinem Magengeschwür leidet. Doch der Kraftakt gelingt. Eines Nachts steigt die ganze Gemeinde in den Zug. Die Viehwagons sind für die "Deportierten", die bequemen Sitzabteile für die "Bewacher" bestimmt. Doch gerade die Uniformträger nehmen ihre Rolle plötzlich sehr ernst. Es kommt zu Zwietracht und kleineren Revolten. Unter den "Deportierten" formiert sich eine kommunistische Zelle, die zum Widerstand gegen die "Imperialisten und Faschisten" aufruft. Für den auf keinem Fahrplan aufgeführten "Geisterzug" ergeben sich zunehmend Schwierigkeiten: ständig unter der Bedrohung, von den Deutschen entdeckt zu werden, wird der Zug zudem von kommunistischen Partisanen verfolgt, die ihn in die Luft sprengen wollen. Diese werden Zeuge, wie die vermeintlichen Nazis ihre Opfer auf freiem Feld aus dem Zug holen. Zu ihrer Überraschung werden die Deportierten jedoch nicht von ihren deutschen Bewachern erschossen, sondern feiern schabbes und beten gemeinsam mit den Uniformierten. Verwirrt brechen die Partisanen ihre Mission ab. Die Probleme nehmen jedoch kein Ende. Ein Teil der "Deportierten" flieht und mußs wieder eingefangen werden. Die Nahrungsmittel gehen zur Neige. Lilienfeld, der Schneider, fällt den echten Deutschen in die Hände. Zweimal gelingt es Mordechai, die SS zu täuschen und auch Lilienfeld zu befreien. Kurz vor der rettenden Grenze wird der Zug wieder von Uniformierten gestoppt. Doch Schlomo, der mit seinen Ideen schon manche gefährliche Situation gerettet hat, erkennt, dass in diesen Uniformen seine Freunde, die Zigeuner stecken. Bei einem großen Fest verbrüdern sich Zigeuner und Juden, gemeinsam soll die Reise weitergehen. Schließlich erreicht der Zug die Frontlinie. Kann die Idee eines "Narren" ein ganzes Shtetl vor seinem Schicksal bewahren? Sitzen sie wirklich im Zug des Lebens? |
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