In
einem gemütlichen Backsteinhäuschen zwischen den grauen
Monolithen an jener Stelle der Fifth Avenue, die den New Yorker
Central Park begrenzt, bringen Mr. und Mrs. Little eines Tages
überraschend Nachwuchs für ihre kleine Familie mit nach
Hause: Stuart. Trotz des gutgemeinten Rates von Mrs. Keeper aus dem
Waisenhaus, "ein Kind ihrer eigenen Spezies zu adoptieren",
strahlen die Littles den Stolz junger Eltern aus. Produzent Douglas
Wick erklärt die ungewöhnliche Wahl des Ehepaares: "Die
Littles sehen keine Maus, wenn sie Stuart vor sich haben. Sie sehen
ein Lebewesen, das smart, liebevoll und sehr einsam ist. Sie wissen
in ihren Herzen, dass Stuart wunderbar in ihre Familie passt
? auch wenn ihnen jeder vernünftige Mensch davon abraten
würde."
Im Laufe seiner nun folgenden Abenteuer wird Stuart mit Herausforderungen und Entscheidungen konfrontiert, die immer wieder sein verdientes Glück bedrohen. Diese Hindernisse würden jede typische Maus vor unlösbare Probleme stellen? nicht aber Stuart. "STUART LITTLE ist ein Kerlchen, der die Welt nicht aus der Perspektive einer Maus betrachtet", erklärt Regisseur Rob Minkoff seinen kleinen Helden. "Er weiß wohl, dass er anders aussieht als die anderen ? aber das ist für ihn nicht wichtig." Und Wick ergänzt: "Jedes Kind fühlt sich, als ob es einer anderen Spezies angehöre als seine Eltern. Wenn man Kind ist, schaut man aus dem Knie-Level in die Welt, und alles macht einen beängstigenden und überwältigenden Eindruck. Wenn man die Heldentaten unseres Dreikäsehochs so ansieht, kann das sehr inspirierend sein." Ganz abgesehen vom offensichtlichen Appeal auf Kinder, schafft es STUART LITTLE auf leichthändige Weise, eine Balance zwischen kindlichen Fantasien und "erwachsener" Sensibilität zu finden. Die Macher bezogen ihre Inspiration direkt vom Erfinder Stuarts ? von E. B. White, der schon in seinem Buch alle Generationen ansprach.
STUART LITTLE repräsentiert im Bereich der digitalen Figuren-Kreation einen gewaltigen Schritt nach vorn. "Wir haben partout keine abgerichtete Maus gefunden, die Kleidung tragen, auf zwei Beinen laufen und dabei noch Witze machen konnte", scherzt der Ausführende Produzent Jason Clark. "Also mußsten wir auf unsere Technologie zurückgreifen, um diese Geschichte erzählen zu können. Und was wir in STUART LITTLE getan haben, wäre noch vor fünf Jahren nicht möglich gewesen." Die Herausforderung bestand darin, die futuristische, technische Zauberei mit dem Geist jener Figur zu verbinden, die E.B. White vor 50 Jahren geschaffen hatte. Es waren verschiedene Stadien hochentwickelter, sorgfältiger und detaillierter technischer Arbeit seitens des Künstlerischen Teams von Imageworks notwendig, um die Figur Stuart für die große Leinwand zum Leben zu erwecken. Unter der Regie von Minkoff strebten die Academy-Award®-ausgezeichnete Special-Effects-Legende John Dykstra , der Leiter der Animation, Henry Anderson, und der Leiter der Visuellen Effekte, Jerome Chen, ihrem Ziel entgegen, einen lebenden, atmenden, dreidimensionalen Charakter zu erschaffen, der in unserer Welt existieren sollte. Keine einfache Aufgabe ? selbst für diese überaus talentierte Gruppe von Effekt-Spezialisten. "Stuart mußste total glaubwürdig sein ? und zwar, was seine Erscheinung und sein Auftreten betraf", erklärt Chen. "Wir mußsten auf Technologien zugreifen können, die seinen Fotorealismus auf ein Niveau heben, auf dem ihn das Publikum vorbehaltlos akzeptiert und sich nicht von der Tatsache ablenken lässt, dass er mittels visueller Effekte zum Leben erweckt worden ist. Stuart ist weit von einer gewöhnlichen Maus entfernt. Er kann mit Tieren ebenso reden wie mit Menschen. Er beeinflusst die Welt um ihn herum. Und er verändert die Familie Little zum Besseren."
"Am Anfang studierst du das Aussehen der Mäuse. Dann arbeitest du daraus eine Art Karikatur, die deiner Kreation Persönlichkeit geben wird", erläutert Minkoff. "Wir mußsten verschiedene Arten entwickeln, wie wir das natürliche Aussehen einer Maus übertreiben, ohne in die Falle zu tappen, Stuart als zu niedlich darzustellen. Genug Gewebe, Ecken und Kanten mußsten übrigbleiben." John Dykstra, seines Zeichen Senior Supervisor der Visuellen Effekte, ergänzt: "Wir wussten, dass wir Stuart als nichtmenschliche Lebensform darstellen wollten, die der Zuschauer als menschliche Lebensform wahrnimmt." Mit Hilfe der aktuellsten, state-of-the-art-Techniken des Fotorealismus, erwuchs Stuarts Persönlichkeit aus der Vorstellungskraft der Animatoren. Der springende Punkt dabei war es, dass die Figur die Fähigkeit besitzen mußste, mit authentischen Emotionen auf die Live-Action-Welt um sie herum zu reagieren. "Wenn man sich nicht in Stuart hineinversetzen kann", führt Dykstra fort, "haben wir unseren Job nicht gemacht." Der Leitende Animator Henry Anderson ? ein Pionier der digitalen Animation, der für die Kreation der Coca-Cola-Eisbären weltweit bewundert und für "The Last Halloween" mit einem Emmy Award ausgezeichnet wurde ? schuf mit seinem Team eine Bibliothek von Stuarts Bewegungen und Emotionen. Minkoff und Anderson arbeiteten die Performance von Stuart heraus, indem sie auf die Darstellungen des mimischen Künstlers Bill Irwin zurückgriffen. Seine Bewegungen wurden dann von den Animatoren umgesetzt, um die Rahmendaten der Animation von Stuarts Performance festzulegen. Die Entwicklung und Verfeinerung von Stuarts Form war jedoch nur der Anfang. "Die Kreation von seinem Pelz und seiner Kleidung wurde ebenfalls zu einer enormen Herausforderung", erinnert sich Chen. "Als wir vor ein paar Jahren mit dem Projekt begonnen hatten, steckte die Technologie für diese Art Bilder noch in den Kinderschuhen. Wir mußsten selbst die digitalen Techniken und Werkzeuge für unsere Künstler herstellen, um Stuart überzeugend gestalten zu können." Mehr als eine halbe Million computergenerierter Haare wurden auf Stuarts Kopf appliziert; die kleinsten seiner Details, von seinen Grübchen bis hin zu seinen Schnurrhaaren, mußsten ebenfalls im Computer designt und ergänzt werden. Der Stoff von Stuarts einzigartiger Garderobe wurde im Rechner geschneidert und passt seinem Körper nicht nur wie angegossen ? er knittert und spannt sich auch auf natürliche Weise seiner Animation gemäß. Um dies zu erreichen, belegten die Animatoren des digitalen Stoffes Näh- und Schneiderkurse, sie lernten, wie man Gewebe konstruiert, um später den größtmöglichen Realismus zu erzeugen.
Um die Dimensionen zu erklären, in denen sich die Effekt-Spezialisten bewegten, um einen komplett glaubhaften Stuart Little zu kreieren, gibt John Dykstra zu Protokoll: "Wir haben einen silberfarbenen Ball fotografiert, der den Set reflektierte. Diese Reflektionen haben wir genutzt, um die Beleuchtung für die Maus zu positionieren ... bis hin zu den Reflektionen in ihren Augen." Mit ebenso viel Liebe zum Detail perfektionierten die Künster auch Stuarts Hände. Als Regisseur Minkoff diverse Prototypen von Stuarts Händen vorgelegt wurden, entschied er, sie eher menschlich anzulegen und nicht wie die Krallen einer Maus. Und im Verlauf etlicher Screen-Tests entwickelten sie sich immer mehr zu den Händen eines kleinen Jungen. Die Kreation von Stuart war freilich nur eine Komponente der gesamten, komplexen Bemühungen, den Film auf die Leinwand zu bringen. Nachdem der Computer einen lebenden, atmenden Charakter hervorgebracht hatte, wurde Stuart sorgfältig in Szenen eingebaut, von denen etliche sehr knifflig waren ? schließlich setzten sie das Zusammenspiel mit Menschen oder präzise trainierten echten Katzen voraus. Boone Narrs Firma Animals For Hollywood trainierte 23 Katzen verschiedener Rassen, um die insgesamt acht Katzenrollen des Films darzustellen, darunter Red, Monty und Smokey. Die Hauskatze der Littles, Snowbell, wurde von fünf identischen weißen Chinchilla Perserkatzen dargestellt, die alle für verschiedene Aufgaben ausgebildet worden waren. "Wir haben ein großes Casting veranstaltet, das mehrere Monate dauerte und wir haben etliche Katzen getestet, ob sie den entsprechenden Anforderungen gerecht werden würden", erinnert sich Narr. "Es war sehr viel Glück im Spiel, bis die Performances der Katzen in Ordnung waren ? und bis sie ihre Trainer, die hinter der Kamera standen, nicht mehr anstarrten, sondern wirklich mit den anderen Charakteren des Films interagierten." In der Tat benötigten die Tiertrainer jede Menge Geduld und Flexibilität, als die Dreharbeiten anstanden ? besonders, weil Katzen dafür bekannt sind, schwer trainierbar zu sein und besonders zu unvorhersehbaren Handlungen neigen, wenn sie mit anderen Katzen arbeiten müssen. Narr versteckte insgesamt acht Trainer in verschiedenen Ecken des Sets, um die Katzen vor der Kamera dirigieren zu können. Im Falle von Snowbell legten die Trainer besonderes Augenmerk auf das Zusammenspiel der Katze mit Stuart ? schließlich ist die Beziehung dieser beiden natürlichen Feinde essentiell für den Film. "Snowbell mag keine Mäuse", erklärt Minkoff. "Es spielt keine Rolle, wer die Maus ist. Er mag sie einfach nicht. Die Tatsache, dass Stuart nun das adoptierte Kind der Familie Little ist, macht die Sache nur schwieriger. Snowbell denkt, er werde aus der Familie ausgestoßen, er sei jetzt weniger wichtig. Er wird von einem Nagetier verdrängt ? das tut ganz schön weh, wenn man eine Katze ist!" Aber die computergenerierte Hauptfigur und die hitzigen Fellträger waren keineswegs die einzigen Herausforderungen, denen sich die Filmemacher im Laufe dieser komplizierten Produktion stellen mußsten. Als nächstes galt es, ein Trio menschlicher Darsteller zu finden, das die Familie Little spielen sollte. "Das Casting war sehr reizvoll", erinnert sich Wick. "Die Littles sollten eine sehr exzentrische Familie sein, aber die Art exzentrisch, bei der man sich insgeheim wünscht, man würde zu ihnen gehören. Sie gehören auf die attraktive Seite der Exzentrik, und das war sehr schwierig." Dann kamen Geena Davis und Hugh Laurie ins Spiel. "Es ist sehr bemerkenswert, dass Geena und Hugh augenscheinlich von den verschiedensten Seiten des schauspielerischen Spektrums stammen, aber die Chemie zwischen den beiden umwerfend ist", sagt Clark. "Sie sind beide einzigartige Besetzungen für ihre Rollen." "Geena besitzt soviel Menschlichkeit", lobt auch Wick seine Darstellerin. "Sie hat einen großartigen Sinn für Humor, sie ist einfach sie selbst und sie ist wie niemand anders." Ihr Kollege, der englische Schauspieler Hugh Laurie, wurde bei einem Sony Casting vorgeschlagen. "Wir haben den Casting-Film von Hugh gesehen und wussten: Das ist unser Mr. Little. Dann haben wir hektisch in London angerufen und ihn glücklicherweise auch bekommen." Die Besetzung von George war besonders kompliziert, weil das Publikum mit dem kleinen Jungen sympathisieren sollte, obwohl er sich die meiste Zeit des Films abweisend gegenüber Stuart verhält. "Stuart muß hart arbeiten, bis er George für sich gewinnt", erklärt Minkoff, der Jonathan Lipnicki als erster vorschlug, obwohl der junge Schauspieler ein paar Jahre jünger ist als die Rolle, für die er vorgesehen war. "Wir haben ihn uns angesehen, und es war wie Magie. Er ist absolut charismatisch. Er hat eine umwerfende Leinwandpräsenz", lobt Wick. "Und er erschien uns wie ein echter Little. Wir haben Hugh eine Brille gegeben, wie sie Jonathan auch trägt, und schon hatten wir unsere Familie Little beisammen." Die Dreharbeiten von STUART LITTLE begannen im Sommer 1998 in den Studios von Sony Pictures. Drei Monate vorher hatte eine Crew von 100 Architekten und Konstrukteuren die Sets errichtet, die in insgesamt vier Hallen des Sony Geländes aufgebaut worden waren. Am 3. August begannen die Dreharbeiten im Interieur des ersten Stocks des Little-Hauses. Für das Design des Heimes der Familie Little hatte der Produktionsdesigner Bill Brzeski und sein Team ein 105seitiges Handbuch mit detaillierten Skizzen und Paletten erstellt, um das Innere des Hauses konstruieren und bestimmen zu können, wie die Dinge in Stuarts Welt aussehen sollten. Alles in dem Haus ? Werkzeuge, Schränke, sogar die Fenster ? wurden völlig neu gestaltet. Die "idealisierte Gegenwart" ? so beschreibt Produzent Douglas Wick die schelmische Ästhetik des Designs. Stuarts Schlafzimmer, das für ein menschliches Kleinkind, nicht für eine kleine Maus gestaltet wurde, und das Zimmer seiner Eltern reflektieren eine Art zeitloses Dekor, in dem eine farbenprächtige Auswahl charmanter Antiquitäten anstelle zeitgemäßer Möbel benutzt wurden. Aber Brzeski gestaltete nicht nur lebensgroße Sets. Weil sein Hauptdarsteller so klein ist, mußste er besonderes Augenmerk auf den Fußboden und die Vorder- und Hintergründe legen. Sorgfältig wählte er Bodenbeläge und Muster aus, die immer noch visuell ansprechend wirkten, wenn man sie später auf der Leinwand vergrößern würde. Die Halle 12 beherbergte das Erdgeschoss des Little-Hauses inklusive der wunderschönen Marmor-Diele, dem Wohnzimmer, dem Musikzimmer und der Bibliothek und der Küche, die von Brzeski alle mit unglaublicher Perfektion thematisch den Primärfarben angelehnt worden waren. "Die familiäre Einheit ? das treibt die Story von STUART LITTLE an", erläutert Brzeski. Darum sollten Antiquitäten, moderne Kunst und Set-Gestaltung sich zu einer gemütlichen, praktischen und heimischen Umgebung verbinden, die unsere Zuschauer auch in ihrem eigenen Wohnzimmer schätzen. Wick ergänzt: "Wir wollten, dass Stuart sich um die Familie dreht. Es sollte sich wie deine eigene Familie, wie dein eigenes Leben anfühlen." "Wenn man das Haus der Familie Little betritt, soll man das Gefühl bekommen, unter netten Menschen zu sein", sagt Brzeski. "Das Dekor des Hauses ist nicht so konservativ und traditionell wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Es ist einfach nicht so aufregend, dass es die Szenen dominiert. Es gibt einen Computer auf einem Schreibtisch, einen Fernseher in der Küche ? Dinge, die zwar modern sind, aber nicht so herausstechen." Ein kleiner Garten mit einer gemütlichen Veranda und einer Schaukel komplettiert das Bild. Brzeskis Designs wurden von zeitgenössischen Filmemachern wie den Coen-Brüdern, aber auch Vincente Minelli beeinflusst, die ebenfalls Farben benutzten, um Emotionen zu erzeugen. Auch Filme wie The Wizard of Oz (Der Zauberer von Oz, 1939) und West Side Story (1961) nahm sich Brzeski zum Vorbild. Außerdem studierte er das Werk des amerikanischen Künstlers Edward Hopper, der für seine reichhaltigen Bilder ebenfalls scharf hervortretende Farben benutzte. Das Team zog später um in die Halle 30, wo in den 40er Jahren die spektakulären Wasserballette von Esther Williams gefilmt worden waren. Die fußballfeldgroße Halle wurde in ein Stück des Central Parks verwandelt, in dem 150 Statisten mit Ballonwagen und Snack-Ständen herumwuselten und sich die Kinder und ihre Familien aufgeregt auf das große Rennen vorbereiteten. Der 750.000 Gallonen fassende Wassertank der Halle doubelte den See und die Startlinie des Bootsrennens. Der Modellshop Thunderstone baute kunstvolle Schiffsmodelle für das Rennen auf dem See. Zu ihnen gehörte auch "The Wasp", das Schiff von Stuarts Bruder George, ein einfacher Schoner mit einem Teakholzdeck und traditionellen Leinensegeln und das seines Erzfeindes ? "The Lilian B. Womrath", doppelt so lang und einschüchternd wie die anderen Boote, mit schwarzen Segeln, schwarzem Rumpf und hellroten Masten. "Wir haben ferngesteuerte Schiffe mit Segeln gebaut, die aussehen, als würden sie vom Wind getrieben. Dann haben wir ein Führungssystem im See installiert, so dass wir die Boote nach unseren Vorstellungen segeln lassen konnten", erklärt der Leiter der mechanischen Effekte, Eric Allard. "Wenn der Regisseur 'Cut' gerufen hat, haben wir einfach den Schalter umgelegt, die Boote sind zurück zur Startlinie gekommen, und wir konnten von vorn anfangen." Während der Dreharbeiten am Central Park Set waren ständig Rettungskräfte anwesend, und Taucher waren dafür zuständig, die Dinge zurückzubringen, die während des Filmens aus Versehen in den See gefallen waren. Ein gigantischer Kamerakran wurde über dem See errichtet, um die Schiffe aus der Vogelperspektive fotografieren zu können. Im historischen Ambiente der Halle 15, in der seinerzeit schon Filme wie The Wizard of Oz (Der Zauberer von Oz, 1939) gedreht worden waren, wurde die Nachbildung der Fifth Avenue errichtet. Eine echte Teerstraße wurde gelegt, komplett mit Steigungen und Gefällen, Kanaldeckeln und rissigen Gehsteigen. In der Mitte dieses Ersatz-Metropolis wurde das Äußere des Backsteinhauses errichtet, in dem die Familie Little bereits seit sieben Generationen lebt. Dieses mit Weinranken und Blumen bedeckte Haus, das hier und da sogar ein bißchen verfallen wirkt, spielt eine Schlüsselrolle in der Geschichte, denn Stuart mußs lernen, sein neues Heim zu akzeptieren ? und seinen Weg nach Hause zu finden, nachdem er vom Wege abgekommen ist ... Es können tatsächlich ungewöhnliche Dinge an einem Filmset passieren, wenn der Star eine kleine Maus ist. Zwischen den Aufnahmen wurde der englische Schauspieler Hugh Laurie dabei beobachtet, wie er mit seiner Handfläche redete ? er übte seinen Text zusammen mit Stuart, den er als feinen und großherzigen Kollegen beschreibt. "Er hat etwas Brando-mäßiges", kommentiert Laurie. "Das erste, was er mir sagte, als wir uns zum ersten Mal trafen war: Geh mir aus dem Licht! Er weiß um seine Erscheinung ? so wie alle großen Stars." Auf die Frage, ob Stuart ob seiner Größe empfindlich sei, antwortet Laurie: "Winzling-Witze waren während der ersten Woche nicht gerade angesagt. Und er hat ziemlich schnell klargemacht, dass er alles, was mit Käse zu tun hat, auch nicht lustig findet. Wir hatten ein paar tolle Käsewitze vorgesehen, aber sie haben?s nicht in den Film geschafft." Geena Davis, die Darstellerin der Mrs. Little, gibt zu Protokoll, dass Stuarts Enthusiasmus während der Dreharbeiten geradezu ansteckend war und dass die Crew seine Cleverness bewunderte. Und die Mimin hatte auch schon mal mit ihm gearbeitet: "Seine Szenen fielen zwar alle der Schere zum Opfer, aber er trat schon in A League of their own (Eine Klasse für sich, 1992) auf", erinnert sie sich. "Er hatte einen sehr kleinen Part." Stuarts Leinwand-Bruder, Jonathan Lipnicki, genoss es, während ihrer drehfreien Zeit mit seinem kleinen Co-Star herumzualbern. "Er ist cool", bringt es Lipnicki mit einem bewundernden Glänzen in den Augen auf den Punkt. Der junge Schauspieler war besonders von Stuarts Fähigkeit beeindruckt, seine eigenen Stunts zu machen. "Er vollführte auf dem Boot wüste Drehungen und all die anderen Tricks, um das Rennen zu gewinnen", grinst der neunjährige Mime. Wenn Stuart während der 12wöchigen Drehzeit etwas bewiesen hat, dann, dass es nicht auf die Größe ankommt. Denn trotz seiner Winzigkeit verdiente sich Stuart Little mit Leichtigkeit den Respekt seiner viel größeren Co-Stars. Nach einer reibungslosen und angenehmen Arbeit endete die Drehzeit von STUART LITTLE Mitte November 1998 auf dem Sony Gelände. "Es war das Ergebnis einer großartigen Zusammenarbeit", lobt Dykstra. "Hunderte von Menschen machten diesen Film, und alle teilten die gleiche Vision." Und bei dieser Vision handelte es sich um weit mehr als die Magie der Spezialeffekte ? es ging um die Erschaffung einer süßen, komischen, gewinnenden, ausgesprochen charmanten Story. "Man kann die tollsten Tricks der ganzen Welt haben, aber das macht noch lange keinen guten Film aus", reflektiert Allard. "Alles dreht sich um die Geschichte und die Charaktere. Wenn man eine gute Story hat, die auf originelle Weise durch Charaktere erzählt wird, mit denen man sich identifizieren kann und die man mag, kommt es nicht mehr auf die Technik und die Effekte an." Und Regisseur Rob Minkoff
schließt mit den Worten: "Warum ich mir diesen Film ansehen
würde? Die Gelegenheit zu sehen, wie STUART LITTLE zum Leben
erwacht."
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In
einem gemütlichen Backsteinhäuschen zwischen den grauen
Monolithen an jener Stelle der Fifth Avenue, die den New Yorker
Central Park begrenzt, bringen Mr. und Mrs. Little eines Tages
überraschend Nachwuchs für ihre kleine Familie mit nach
Hause: Stuart. Trotz des gutgemeinten Rates von Mrs. Keeper aus dem
Waisenhaus, "ein Kind ihrer eigenen Spezies zu adoptieren",
strahlen die Littles den Stolz junger Eltern aus. Produzent Douglas
Wick erklärt die ungewöhnliche Wahl des Ehepaares: "Die
Littles sehen keine Maus, wenn sie Stuart vor sich haben. Sie sehen
ein Lebewesen, das smart, liebevoll und sehr einsam ist. Sie wissen
in ihren Herzen, dass Stuart wunderbar in ihre Familie passt
? auch wenn ihnen jeder vernünftige Mensch davon abraten
würde."
"Stuart kam während einer Zugfahrt auf die Welt", erinnert
sich Wick. "E.B. White war im Schlafwagen auf dem Weg heim nach
Manhattan. Er schlief ein, und als er aufwachte, huschte eine Maus
in seinem Kopf herum. Er sagte mal, dies war einer der wenigen
Träume, aus denen er eine Geschichte machen konnte. Und White
war zu klug, seinen Traum nur zu einer Kindergeschichte zu
verarbeiten. Sie hatte viele Schichten und Nuancen."
Mit bahnbrechenden, digitalen Techniken begann Imageworks bereits
im Juli 1997, Stuarts Erscheinung zu konzipieren. Die Mitarbeiter
schufen hunderte von Skizzen und dreidimensionalen Bildern, um
einen liebens- und bewundernswerten Stuart zu
schaffen.
Die
Beleuchtung von Stuart im Computer war ebenfalls eine gewaltige
Aufgabe. Software mußste entwickelt werden, damit Stuarts Fell
wie echtes Haar illuminiert werden konnte und die Künstler
sogar den Glanz seines Fells regulieren konnten. Aber wichtiger als
die Frage, wie Stuart leuchten sollte, war die, in welchem Stil man
ihn beleuchten sollte. "Wir haben ihn wie einen echten Filmstar
behandelt", erklärt Chen. "Wir haben Guillermos Art studiert,
die menschlichen Akteure auszuleuchten, und diesen Stil haben wir
auch für Stuart verwendet, um ihn dem Look des Films noch
besser anzupassen."