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1995 wurde Delia
Ephrons Roman "Hanging Up" veröffentlicht und hatte
begeisterte Kritiken in The New York Times, Newsweek, The Los
Angeles Times und Newsday und in weiteren Publikationen. Es war ihr
erster Roman, nachdem sie sich bereits als Journalistin und Autorin
von Sachliteratur einen Namen gemacht hatte.
"Weil es mein erster Roman war," sagt sie, "wollte ich mich auf sicherem Grund bewegen und nahm die Beziehung zu meinem Vater als Kern für das Buch. Ich wollte unbedingt darüber schreiben, wie es ist, das mittlere Kind unter anderen Geschwistern zu sein, und über den Albtraum, sich immer verpflichtet zu fühlen und es jedem recht zu machen. Geschichte und Charaktere sind frei erfunden. In Wirklichkeit bin ich eine von vier anstatt drei Schwestern, und meine Eltern sind nicht geschieden. Mein Anliegen war es, die emotionale Wahrheit über die Beziehung zu meinem Vater herauszufinden." Wie bei den meisten von uns ist diese "emotionale Wahrheit" gleichzeitig beides: bitter und süß. "Filme, die komisch und traurig zugleich sind, sind meistens die besten," bemerkt Produzent Laurence Mark. "Und Aufgelegt! geht, finde ich, in diese Richtung, weil es so nah am Leben ist: Tränen und Lachen, Kummer und Freude vermischen sich. Und auch Freundschaft ist in Aufgelegt! das große Thema, das für mich schon immer eine besondere Faszination hatte. Das spielt hier mit rein, denn in mancher Hinsicht sind diese Schwestern füreinander die besten Freunde." Hintergrund Delia Ephron erinnert sich, als ihr Vater krank wurde: "Da war ich in Los Angeles die einzige aus der Familie und hing wegen ihm dauernd mit meinen Schwestern am Telefon. Ich telefonierte auch dauernd mit meinem Vater, der hing selber eigentlich nur am Apparat. Er sagte einmal zu mir: 'Die Hälfte meines Lebens lebe ich in der realen Welt und die Hälfte am Telefon.' Das beeindruckte mich sehr und ich gestaltete das Buch nach diesem Bekenntnis. Mein Vater liebte es, wenn wir Schwestern am Telefon alle über ihn redeten und beratschlagten, was wir für ihn tun könnten. Es ging darum, den Dreh herauszufinden, wie man die Aufmerksamkeit, die man braucht, bekommt. Dafür würde er zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Es könnte nie ein Buch über meinen Vater geben, das nicht auch ein Buch übers Telefon wäre."Delia Ephron vermutet, ihr Vater als Träger des "Telefon-Gens", hat dieses an sie und ihre Schwestern weitergegeben. "Wenn ich mich mit meiner Schwester unterhalten habe und regte mich über etwas, was sie sagte, auf, dann legte ich den Hörer auf und rief die andere Schwester an, um ihr das zu erzählen. Das Telefon ist eine verrückte Sache, besonders in unserer Familie." Delias Schwester Nora Ephron kam hinzu, um am Script mitzuarbeiten, und so wurde die Drehbuchadaption des Romans zu einer Familien-Angelegenheit. Beide haben unlängst bereits drei Drehbücher gemeinsam geschrieben. Delia Ephron erzählt: "Wir haben eine gute Zeit, wenn wir zusammenarbeiten. Das liegt vielleicht auch daran, dass unser Verstand zu 40 Prozent über einen gemeinsamen Speicher verfügt, durch die gemeinsamen Bezüge und die gemeinsame Geschichte, die wir haben. Ich habe viel von ihr bei der Arbeit gelernt. Bei diesem Projekt war es besonders interessant, da es teilweise um unsere eigene Familie ging, und unsere Ansichten darüber waren ein bisschen unterschiedlich." Nora Ephron: "Vor allem eine Sache hat Delia sowohl im Buch als auch im Film so wunderbar getroffen: dieses ständige 'Wart ab, was du zu hören kriegst'. Die eigenen Geschwister sind faszinierend und reagieren oft genauso, wie man es von ihnen erwartet. Was Delia aus dem Telefon macht, liebe ich sehr, es wird zum Instrument für alles - zum informieren, zum quälen. Man kann nicht mehr ohne es leben. Ist kein Telefon in der Nähe, hören die Leute auf zu existieren." Die Geschichte hat viel Humor und Nora Ephron erklärt dazu: "Keine Frage, bei uns zu Hause wurde von uns erwartet, dass wir die kleinen Tragödien des Lebens auf uns nehmen und uns darüber erheben. In unserer Familie bedeutete sich darüber zu erheben, sie in eine Geschichte zu verwandeln - und die besten Geschichten, das fanden wir heraus, waren die, mit denen wir unsere Eltern zum Lachen brachten. Wenn wir beide, Delia und ich, eine Schwierigkeit entdecken, gehen wir schnell dazu über, auch gleich die Elemente darin zu erkennen, die eines Tages komisch sein werden - wenn wir es schaffen, an diesen Punkt zu gelangen." Eine Geschichte voller Humor Eine Lesung mit den Schauspielern fand statt, mit dem Script in der Hand. Diane Keaton las die Rolle der älteren Schwester, Georgia, während Lisa Kudrow den Part der jüngsten Schwester, Maddy, gab. Laurence Mark berichtet: "Nora, Delia und ich waren nach dieser Lesung total begeistert von Diane und Lisa und wussten: wir hatten unsere Georgia und unsere Maddy."Das war kurz bevor Diane Keaton auch für die Regie des Films in Frage kam und Nora Ephron erinnert sich: "Interessant bei diesem Lesen war, dass Diane so sehr ihr eigenes Ding daraus machte, dass es in jeder Hinsicht eben nicht die Geschichte der Ephron-Schwestern und ihrer Familie war. Es hatte keine typischen Merkmale von irgend jemand, es gab nur Diane, die diese Rolle übernommen und hervorgebracht hatte. Und das brachte mich auf den Gedanken, ob der Film, wenn Diane Regie führte, mehr Allgemeingültigkeit bekommen würde und etwas anderes wäre, als die erzählte Version von dem, das wir selbst erlebt haben." Laurence Mark meint dazu: "Wir wussten durch diese Lesungen, dass Diane den Film wirklich angenommen hatte und außerdem fanden wir alle ihren Film Unstrung Heroes wunderbar. Wir hatten das Gefühl, dass sie die richtige Sensibilität besaß, um die Regie für den Film zu übernehmen und ebenso die Rolle der Georgia." Diane Keaton erinnert sich, als Laurence Mark und Nora Ephron sie zum erstenmal wegen der Regie befragten. Sie war sich zunächst nicht sicher, ob sie die zusätzliche Aufgabe übernehmen wollte, obwohl sie das Drehbuch sehr mochte. "Weil ich die älteste der drei Schwestern bin, war mir das zu nahe und unbequem," sagt sie. "Aber ich liebte dieses Drehbuch, denn es ist wirklich witzig und berührend und gibt Einsichten in die Familie. Es gibt niemand ausser den eigenen Familienmitgliedern, mit dem man so sprechen kann, dass es für ihn das Gleiche bedeutet wie für dich selbst und der den gleichen Humor hat. In diesem Sinne gehen Nora und Delia beim Schreiben vor. Niemand kann so wie sie über gescheite Frauen schreiben. Sie sind so glänzende und humorvolle Autorinnen, mit einer erstaunlichen Tiefe. Als Schauspielerin interessierte mich das zuallererst. Der Text war nicht nur komisch, sondern handelte auch von einigen tief zugrundeliegenden Wahrheiten über die Familie. Es war nie langweilig. Es ist sehr erfreulich, wenn einem ein Buch wie dieses angeboten wird." Delia Ephron meint dazu: "Den ersten Entwurf für das Drehbuch haben Nora und ich zusammen gemacht. Und als dann Diane mit ins Boot kam, hatte Nora bereits die Regie von E-Mail für dich übernommen. Es war sehr aufregend, als Diane sich einverstanden erklärte, Regie zu führen, weil sie so eine Frische mitbrachte. Sie hat selbst Geschwister und ist mit der Materie komplett vertraut. Diane machte mich immerzu auf irgend etwas aufmerksam und brachte mich soweit, einzusehen, dass einiges aus dem Text raus mußste und anderes wiederum hinzuzufügen war. Immer kam sie mit Vorschlägen. Es war eine herrliche Zusammenarbeit. Mit ihr gewannen wir eine dritte Stimme hinzu. Es war, als gäbe es zwei ältere Schwestern in dem Film." "Diane kann großartig Geschichten erzählen," sagt Bill Robinson. Seit über sieben Jahren arbeitet er mit Diane Keaton zusammen. Für Aufgelegt! fungierte er als Ausführender Produzent. Nachdem sie Entfesselte Helden abgedreht hatte, erinnert er sich, wünschte sich Diane Keaton als nächstes Projekt ein Familien-Thema mit Tiefgang." Aber sie wollte etwas komödienhaftes, das energievoll ist und wirklich bewegt. Nachdem sie beide das Drehbuch gelesen hatten, waren Diane Keaton und Lisa Kudrow bereit, sich für den Film besetzen zu lassen. Als letzte im Bunde des Trios verpflichtete sich Meg Ryan für die Rolle der mittleren Schwester, Eve. Meg Ryan über die Attraktivität ihrer Rolle: "Was mir an dem Film wirklich gefiel, ist, dass es bei der Geschichte hauptsächlich um Verständigung geht und über deren Wert und Wichtigkeit in einer Familie. In unserem Drehbuch wechseln die heiteren Szenen mit den schmerzvollen, und ich finde, das schafft den besten Zugang zu diesen Problemen." "Ist das nicht eine traumhafte Gruppe von Schwestern?" Delia Ephron lacht. "Ich habe immer gedacht, diese Schwestern sind mitsamt ihrem Vater ein wenig übergeschnappt. Alle Charaktere im Buch sollten leicht verrückt sein, fand ich, aber auf eine nette Art. Und Diane, Meg, Lisa und Walter sind alle ein bisschen schräg drauf. Sie sind alle echte Komiker. Der Dreh Die Aufnahmen von Aufgelegt! begannen am 8. Februar 1999 in Altadena in Kalifornien. Für die Dauer der Produktion durchquerte das Team das gesamte Becken von Los Angeles. Schlüsselszenen wurden gedreht in Long Beach, Valabasas und Beverly Hills, am LAX, Greystone Mansion, Saddle Peak Lodge und Paradise Ranch. Diane Keaton als Regisseurin wurde sehr für ihre gute Vorbereitung gelobt.Laurence Mark sagt: "Sie weiß, was die Schauspieler brauchen, um das beste Ergebnis von ihnen zu erhalten, denn weil sie selbst Schauspielerin ist, hat sie die richtige Einschätzung dafür, wieviel Raum ihnen für optimale Arbeit gegeben werden mußs." Die Arbeit mit vielen erstklassigen Regisseuren hat ihr den Prozess verdeutlicht und sie konnte ihn für sich einsetzen. Zu ihren Vorbereitungen zählte ein Trick, den sie für Entfesselte Helden entwickelt hatte. Sie sagt darüber: "In der Produktionsvorbereitung ging ich ohne irgendeinen der Schauspieler an alle Drehorte und machte eine Videoaufzeichnung von allen Drehorten zur Orientierung für den wirklichen Dreh. Denn wenn erst einmal das Filmen angefangen wird, ist auch der Druck größer. So konnte ich genau überlegen, wohin ich die Kamera stellen würde und wo genau die Handlung jeder Szene stattfinden würde." Bill Robinson erklärt: "Diane glaubt nicht an einen formalen Probenprozess. Sie meint, wenn man den Schauspieler auf Einstudierungen festlegt, könnte das alle Spontaneität und Frische, die er für die Rolle mitbringt, töten. Für sie sahen die Proben so aus: einmal Durchlesen oder zum Essen gehen und über den Charakter reden. Das gibt ihr die Gelegenheit, frei aus der Rolle herauszutreten und Szenen abzuschließen, und wenn es dann wirklich soweit ist, den anderen vom Cast mitzuteilen, was sie sich dazu gedacht hat. Ich denke, es hat das Spielen wach gehalten. Mich interessierte es sehr, bei jeder der Darstellerinnen einen unterschiedlichen Stil zu sehen: Meg, die so präzise mit Dialog umgeht und bereits erprobt ist für Stoffe von Nora Ephron und Delia Ephron; Lisa Kudrow, die am Ende jeder Szene etwas von ihrem Improvisationstraining zum besten gibt; und Diane, die sich sprechenderweise den Weg bahnt und den Dialog wirklich auflockert. Es hat großen Spass gemacht, zu sehen, wie das alles auf der Leinwand zusammenfließt." "Spielen und Regie führen zur gleichen Zeit ist wirklich hart," kommentiert Diane Keaton ihre Doppelverpflichtung. Sie würde sich lieber zurücklehnen und den anderen zuschauen, statt hinzugehen und mitzuspielen. Tatsächlich trimmt sie sich für ihre Rolle, wo immer es geht. Keatons Schauspielpartner sind voll des Lobs für sie als Regisseurin. Meg Ryan: "Ich glaube, die Tatsache, dass Diane Keaton Regie führte, hat uns allen viel Freiheit gebracht. Diane hat mich auf so vielfältige Weise beeinflusst, vielleicht sogar mehr, als ich mir bewusst bin. Sie konnte die richtige Gestalt der Rolle herausformen. Sie ist als Schauspielerin technisch sehr erfahren und sehr präzise. Sie kommt auf sehr chaotische Weise daher, aber es ist echte Präzision dahinter. Das gilt auch für Lisa. Ihre Gesellschaft hat immer Spaß gebracht und ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Lisa ist wie großartiger Jazz. Man weiß nie, wie sie ihre Ideen herausbringen wird, dann verwandelt etwas in der Chemie ihres Gehirns eine Zeile in ein kleines Juwel. Es war wunderbar mit jemandem zusammenzusein, der dieses Talent und dieses Können hat. Wir freuten uns alle darauf, an die Arbeit zu gehen, besonders an den Tagen, wo wir zusammen am Set waren." Lisa Kudrow bekennt: "Ich hatte gewaltigen Respekt vor Diane Keaton, bevor ich ihr tatsächlich begegnet bin, und das hat bis jetzt nicht nachgelassen. Nachdem ich sie ein paarmal getroffen hatte, bemerkte ich, dass eine Menge Dinge, die ich tat, weil ich sie lustig fand, von Diane kamen. Dann traf ich Meg Ryan, und ich konnte in den ersten Tagen nicht aufhören, sie anzustarren. Es ist nicht nur ihre körperliche Schönheit, es ist noch etwas anderes an ihr, eine besondere Ausstrahlung." Meg Ryan kommentiert: "Die Art der Verständigung mit Diane als Regisseurin ist nicht die gewöhnliche, aber man versteht die ganze Zeit genau was sie meint. Sie vermittelt ihre Absicht, die immer weitaus interessanter ist. Sie mag es nicht linear, sie will es nie vorhersehbar haben. Sie ist ein großartiger Auslöser dafür, dass wirklich etwas geschieht. Sie lockert jeden auf. Ihre Arbeitsmethode hat Spontaneität, da mußs man sich wirklich bereit halten. Diane würde etwa eine Szene einrichten und sagen: 'Wir sind in der Totalen und alles was ich euch dazu sagen kann ist, dass das und das passieren wird und der Hund durchs Bild rennt.' Wir alle kannten unsere Charaktere und wie sie in der Situation reagieren würden, aber wir mußsten sehr, sehr präsent sein, weil keiner genau wusste, was los war." Ryan lacht: "Es geht über das rationale Denken hinaus, hat mehr mit Intuition und visueller Kraft zu tun. Sie weiß, wie man eine visuelle Metapher findet. Das ist wirklich eine große Gabe." Als es soweit war, den Rest der Crew hinter der Kamera zusammenzustellen, wusste Keaton genau, was und wen sie wollte. Über ihren Kameramann sagt sie: "Ich liebte die Arbeit von Howard Atherton, besonders in Lolita und "Eine verhängnisvolle Affäre". Seine Fotografie ist absolut schön, und das Wichtigste ist, finde ich, dass er die Leute wunderbar aussehen lässt." "Als ich nach New York kam, um Diane zu treffen," sagt Atherton, "sprach sie mich darauf an, wie ich das Licht setzte für Lolita und "Eine verhängnisvolle Affäre". In Kalifornien sahen wir uns dann beide Filme an, und sie zeigte mir, was ihr daran gefallen hatte. Die Idee war, für AUFGELEGT das gleiche Gefühl zu erzeugen." Während des Drehs mußste sich Atherton einigen Herausforderungen stellen. Wenn zum Beispiel die drei Hauptdarstellerinnen in einer Aufnahme zusammen waren und er sie in weichem Licht halten mußste, ohne die Stimmung am Set zu verlieren. Was Walter betrifft, hat er in einer Menge weichem Licht gebadet. Von Zeit zu Zeit mußste ich ihm ein wenig Licht auf die Seite setzen, um ein paar mehr von seinen Falten herauszubringen und ihn ein wenig aufzurauhen. Er sah einfach zu gut aus!" Keaton wollte, dass Eve im Mittelpunkt des Films steht. Um das zu erreichen, waren die Sets visuell zentral um ihren Charakter angelegt, "um die Welt zu sehen wie sie, und wie sie damit umgeht," sagt Keaton. Der erfahrene Produktionsdesigner Waldemar Kalinowski wurde angeheuert, um die Sets für den Film zu entwerfen. "Seine Arbeit in Mike Figgis Film Leaving Las Vegas hatte einen Ausdruck, den ich besonders mochte, sagt Keaton über ihre Entscheidung, Waldemar Kalinowski mit dem Design für ihren Film zu beauftragen. "Ich bin an den Geschichten der Leute persönlich interessiert," gesteht der Designer. "Das sind die Filme, für die ich gerne arbeite. Was auch immer die visuelle Anforderung ist, entweder sie richtet sich nach der Geschichte selbst oder nach den Anweisungen der Menschen, mit denen ich arbeite; auch das wird der Geschichte und den Charakteren Gestalt geben." Das Haus, das als Heim von Eve und Joe ausgesucht wurde, gehört einem Freund der Keatons. "Eve und Joes Haus wurde 1920 gebaut, und die Küche war sehr klein," erzählt Kalinowski. "Weil Eve Hausfrau ist und nebenbei ihre kleine Eventagentur führt und Empfänge ausrichtet, braucht sie eine gut ausgestattete, moderne Küche. Deshalb nahmen wir den größten Raum des Hauses und verwandelten das Schlafzimmer des wirklichen Hauseigentümers in den Typ Küche, den Eve in ihrem Heim haben würde." Für die Set-Dekoration liehen Kalinowski und Florence Fellman - Kalinowskis Ehefrau und Ausstatterin des Films - viele Gegenstände aus Diane Keatons privater Sammlung: Möbel, Bücher, Lampen, Fotografien. "Ich durchstöbere alle Flohmärkte und habe heimlich tonnenweise Sachen gehortet," sagt Keaton. "Um für manche Sets die Stimmung festzulegen, wollte ich Gegenstände einbringen, die ich über Jahre hinweg gefunden habe." Eine Schlüsselszene zwischen den drei Schwestern findet in der Nixon Bibliothek statt. "Es wäre zu kompliziert gewesen, direkt an Ort und Stelle in Whittier zu drehen," sagt Kalinowski, "deshalb wählte Diane das Greystone Mansion in Beverly Hills und wir machten daraus unsere eigene Nixon Bibliothek. Wir nutzten einen Teil des Gebäudes und einen Teil unserer eigenen Möbel und Wohnungen. Für die Ausstellungen besorgten wir Gegenstände aus verschiedenen Quellen. Wir reproduzierten Fotografien und bei einigen Gegenständen nahmen wir an, dass Präsident Nixon und seine Familie sie als Geschenke von ihren Auslandsreisen mitgebracht haben." Die britische Kostümbildnerin Bobbie Read sagt über ihre Zusammenarbeit mit Diane Keaton: "In meinem Job mußs ich in der Lage sein, der Regisseurin ihre Vision zu geben. Diane hat bündelweise Recherchen gemacht. Ich habe noch mit keinem Regisseur gearbeitet, der so visuell war, was die Kostüme betrifft. Normalerweise zeige ich dem Regisseur, wenn ich einen Film beginne, einen Entwurf für jeden Charakter und dann arbeiten wir zusammen. Aber Diane hatte bereits ein dickes Buch mit Entwürfen für jeden zusammengestellt." Read fügt hinzu: "Diane war sehr einflussreich in Bezug auf die Farben. Die Palette ist ist in beige gehalten, deshalb benutzten wir viele Brauntöne und Cremefarben. Meg Ryan ist immer in hellem Cremeton und Naturweiß, was ihr wunderbar steht. Wenn die Schwestern alle zusammen sind, sind sie in Schwarz gekleidet. Natürlich wollte ich für Meg ein bestimmtes Aussehen - lange, schmale Hemden und enge kurze T-Shirts und Tops, die ihren Körper richtig zeigen. Wir fanden einen Look für sie, der zum Geschäftsfrauendasein in ihrem Leben genauso so gut passte, wie zu ihr als Mutter und Hausfrau." Die Kostüme von Georgia mußsten dagegen ganz anders ausfallen. "Georgia ist eine tüchtige, stilbewusste Geschäftsfrau, immer sehr gefasst und geordnet. Deswegen fasste ich ihre Linien streng und schwarz," erzählt Read. "Diane wusste exakt, wie Georgia aussehen sollte und wie sie sich selbst sehen wollte. Ihre Kostüme waren alle edle Stücke, denn ihr Charakter würde immer Chanel, Yves St. Laurent, Claude Montana oder Thierry Mugler tragen. Außerdem trägt sie stets die höchsten Hacken." Read weiter: "Maddy ist die Ausgeflippte. Sie hat sich noch nicht entschieden, was ihre Berufung im Leben ist. Es machte Spaß, sie einzukleiden, weil sie verschiedene Phasen in ihrem Leben durchmacht - in einem Moment als Rock'n'Roll Sängerin in cut-offs mit einer Lederjacke und vielen Ketten, im nächsten als Cowgirl in Montana." Eine festliche Szene galt es einzukleiden für die Halloween Kinder Party, die 1980 stattfand. Read: "Wir machten ungefähr 30 verschiedene Kostüme. Weil Eve handwerklich geschickt ist, nehmen wir an, dass ihr Beispiel auf alle anderen Mütter abfärbt. Die Party sollte so aussehen, als ob alle Kinder die Kostüme selbst gemacht hätten, und nicht als ob sie gekauft wären. Diane hatte viele Ideen und ein Geschichtenbuch mit Illustrationen, Karikaturen und Scherenschnitt-Zeichnungen von Kreaturen mit spitzen Hüten und Leuten mit spitzen Nasen, Fellini-hafte Formen und Masken, und das hat meine Vorstellung angeregt." "Ein beliebtes Kostüm war ein Wäschetrockner," erinnert sich Read. "Ich bastelte einen Schachtelkarton, der einem kleinen Jungen übergestülpt wurde, dessen Kopf und Füße an den Enden herausschauten. Wir hatten eine runde Öffnung in der Mitte ausgeschnitten und setzten ein Salatsieb mit Wäsche ein. Den Griff konnte man herumdrehen und der Effekt war fast wie bei einem richtigen Trockner." Die Schauspieler und ihre Rollen Die Schauspieler wie auch die Filmemacher empfanden intensive Gefühle für die Rolle jeder einzelnen der Schwestern in der Familie. "Für Eve interessiere ich mich sehr," sagt Meg Ryan, "denn ihre Situation ist so sehr das Dilemma der modernen Frau. Wir sind eine Generation von Frauen, die zuviel machen, weil uns erzählt wurde, wir könnten es und es wäre erstrebenswert. Und ich weiss nicht, ob das wirklich stimmt. Eve hat einen Sohn, einen Job, einen Mann, und sie hat die unglaubliche zusätzliche Verantwortung für ihren Vater. Ihre Schwestern sind von ihr abhängig, und sie hat weder Zeit noch Raum für sich selbst. Ich finde es eigenartig, dass Eves Großzügigkeit zugleich ihre größte Belastung ist, ein Hindernis sogar. Sie übernimmt sich und wird nicht genügend geschätzt."Nora Ephron erklärt: "Eve ist die beständige und die bodenständigste der Schwestern. Sie ist sich selbst gegenüber nicht ganz so ambitioniert wie die anderen beiden und ist diejenige, der traditionellerweise die Fürsorge obliegt. Ich glaube, es gibt immer einen unter den Geschwistern, der den Löwenanteil für die Fürsorge abkriegt, und Eve ist diejenige." Delia Ephron beschreibt es so: "Die mittlere Schwester, die Schwester, von der alle abhängig sind, empfindet sich eigentlich moralisch rechtschaffen, weil sie diese Rolle hat. Da benimmt man sich dann gerne nach dem Motto 'Wie konnte mir das nur passieren', glaubt aber insgeheim, man sei die empfindsamste Person in der Familie." "Mir gefiel die Idee, eine Frau zu spielen, die nicht mehr weiterkommt," berichtet Meg Ryan. "Was passiert, wenn der Druck zu groß wird? Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren Platz in ihrer Familie findet, und einsieht, dass sie, um zu wachsen und im Leben weiterzukommen, sich mit einigem aus ihrer Vergangenheit beschäftigen mußs." "Die Beziehung dieser drei Schwestern brachte mich auf den Gedanken, dass man mit einer Schwester eigentlich nur auf einer historischen Basis verkehrt," erinnert sich Diane Keaton. "Wir bleiben alle in der Rolle, die wir spielen, stecken. Der Durchbruch mit meinem Charakter ist besonders hart, mit Georgia, die die erfolgreichste, strebsamste und selbsüchtigste der Schwestern ist. Sie weiß, dass sie clever ist und glänzen kann und bahnt sich ihren Weg durchs Leben. Ich glaube nicht, dass sie über sich nachdenkt. Ich glaube nicht, dass sie eine schuldige Person ist. Sie hat keine Zeit dazu. Es kommt ihr kaum in den Sinn, dass sie Eve und Maddy den Wind aus den Segeln nimmt." Delia Ephron erklärt: "Georgia ist die älteste der Schwestern. Sie könnte eine Armee befehlen. Sie weiss seit dem Tag, an dem sie geboren ist, was sie zu tun hat und nichts kann sie aufhalten. Jedesmal wenn Maddy und Eve denken, dass ihr etwas vielleicht misslingen wird, erhebt sie sich so schnell wieder aus der Asche, dass es für die beiden komplett deprimierend ist." Keaton weiter: "Das Leben dieser Familie ist: reden, reden, reden. Sie reden die ganze Zeit, sie reden sich durch alles durch. Sie sind sehr gescheit und ihre verbalen Fähigkeiten sind erstaunlich. Sie sind witzig, und das besonders Sympathische an ihnen ist, dass sie sich gegenseitig wirklich sehr lieben. Und auf ihre eigene schrullige Art sind sie sehr voneinander abhängig. Es ist etwas dran an einer gemeinsamen Vergangenheit, an der Tatsache, dass du dein Leben mit diesen Leuten verbracht hast und mit ihnen aufgewachsen bist. Mit wem sonst kann man sich über seinen Vater unterhalten? Mit wem sonst hat man diese gemeinsame Sprache? Mit keinem. Mit niemanden auf der Welt kann man so sprechen wie mit seinen Familienmitgliedern, niemand sonst, der diesen spezifischen und einzigartigen Humor teilt. Seine Familie nimmt man für selbstverständlich, glaubt, man kommt mit allem durch und dass sie zu dir halten müssen, weil ihr eine Familie seid. dass eine Familie sich verändern kann, wird nicht gesehen. Als ob es nichts ausmacht, was man im Leben sonst tut: wenn man in die Familie zurückkehrt, ist es so wie es war, als man zehn war. Es ist schwer, das zu durchbrechen. Ich denke, in diesem Film ist Eve diejenige, die das am ehesten schafft." Die dritte und jüngste Schwester in der Geschichte ist Maddy, dargestellt von Lisa Kudrow. "Maddy hat alles ausprobiert," sagt Delia Ephron. "Erst wollte sie Rockstar werden, dann wechselte sie und machte Schmuck und jetzt ist sie Schauspielerin. Georgias Berühmtheit läßt sie verzweifeln." Maddy möchte von sich selbst glauben, dass sie erfolgreich und unabhängig und selbstständig ist. Tatsächlich trifft sie voll daneben," kommentiert Kudrow. "Sie ist das Baby der Familie und alles was sie möchte, ist, wie Georgia, der Star der Familie zu sein. Sie hat unangemessen viel Respekt und Bewunderung für Georgia und hasst sie gleichzeitig dafür, dass sie ihre eigene Erfolglosigkeit unterstreicht." Über Maddys Beziehung zu Eve sagt Kudrow: "Die ist mehr so wie zwischen Eltern und Kind. Sie nimmt Eve für selbstverständlich und weiß, dass Eve immer da sein wird, um alles in Ordnung zu bringen. Die Familie fördert gewissermaßen das Baby in ihr." Lou, wie Diane Keaton ihn beschreibt: "Er ist verrückt und wahnsinnig, aber er hat auch einen brillanten Verstand. Seine Beobachtungen sind völlig schräg, aber so präzise, dass man hören möchte, was er sagt und hören möchte, was er denkt. Auch wenn er alles um sich herum kaputt macht, er gehört zu den Leuten, die man seltsamerweise einfach lieben und achten mußs." Laut Nora Ephron: "Wer je meinen Vater kennengelernt hätte und überlegt, wer ihn im Film darstellen könnte, dem würde Walter Matthau einfallen." Ryan berichtet: "dass Walter Matthau meinen Vater spielt, war erstaunlich. Wenn dieser Mann ans Set kommt, sind alle wild auf seine Gesellschaft, denn er ist heiter und trocken und witzig und süß. Und er weiß, was Spaß bringt. Und wenn er lächelt und lacht, ist es, als ob die Sonne herauskommt. Es ist unglaublich, in dieses faltige Gesicht zu sehen, wenn es sich aufmacht. Es ist unmöglich, ihn nicht zu lieben." Das Telefon-Gen Ein wichtiger weiterer Star dieses Films ist nicht ein Schauspieler oder eine Schauspielerin, sondern ein Gerät. Bill Robinson dazu: "In diesem Film ist das Telefon wie eine Nabelschnur: es erhält die Verbindung aufrecht. So sind wir heute mit unseren Familien verbunden. Aber es kann genausogut manchmal auch ein Folterinstrument sein.""Alles hat mein Vater vergessen, nur nicht die Telefonnummer," sagt Delia Ephron. "Ich hab das nie verstanden. Er konnte sich an nichts sonst erinnern, aber wählen konnte dieser Mann bis zu seinem letzten Tag auf dieser Erde." Und sie gibt dem Telefon sogar noch höheren symbolischen Stellenwert: "In der Familie ist das Telefon unsere Verbindung zur Welt, und sobald wir erwachsen sind, zu unseren Eltern. Und wenn die Eltern verrückt sind, mußs man an einem gewissen Punkt lernen, sich von ihrer Verrücktheit zu trennen, das ist was Eve lernen mußs. Das Telefon wird zu einer Metapher für beides, verbunden und getrennt zu sein, für: Aufgelegt!." |
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