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Symphonie No. 5 Ludwig van Beethoven Regie und Design: Pixote Hunt Vier berühmte Akkorde und ein Abenteuer in Abstraktion Da Da Da-Daaa! Die vielleicht berühmtesten vier Akkorde der Musikgeschichte eröffnen Ludwig van Beethovens Fünfte Symphonie. Während des II. Weltkriegs dienten sie auf Grund ihres ähnlichen Klangs zum Morse-Code des Buchstabens V als Erkennungszeichen "V", das für Victory (Sieg) stand. Oft wurden sie auch als Fanfare eines bösen Schicksals verstanden. Roy Disney entschied sich für Beethovens Fünfte als Eröffnungsstück in Fantasia 2000, um dem Publikum einen Anker zu geben, etwas das ein Gefühl unmittelbarer Vertrautheit weckt. "Die ersten Noten sind das vermutlich bekannteste Stück Musik überhaupt. Ich denke, jeder Mensch in der westlichen Welt hat sie schon mal gehört. Außerdem gefiel uns, dass ein bedeutungsschweres Stück Musik so wunderbar mit dem abstrakten, beinah handgezeichnet scheinenden Kurzfilm korrespondiert, mit dem wir in Fantasia 2000 einsteigen wollten. Wir hatten nach Rhythmus für Farben und Bewegung gesucht, um unsere Geschichte vom Kampf des Guten gegen das Böse zu erzählen. Pixote Hunt hat eine sagenhafte Arbeit abgeliefert, die das Publikum in eine Welt der pastellfarbenen Wolken und Wasserfälle führt." Pixote Hunt arbeitete als Regisseur und Designer zwei Jahre lang, um zur ausgewählten Musik Geschichte und Bilder für eine dreiminütige Sequenz zu entwickeln. "Roy und Don Ernst fragten mich, was ich davon hielte, mit ein paar neuen Ideen für die bildliche Umsetzung von Beethovens Fünfter aufzuwarten. Von so einem Auftrag träumt wohl jeder Künstler: Lass die Gedanken fliegen und fang dann was davon ein. Normalerweise läuft es nämlich so, dass man freie Hand hat", aber Hunt fährt fort: "Als ich der Musik lauschte, klang das wie eine gewaltige Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse.
Es war eine richtige Schlacht im Gange; eine winzige Melodie und eine überwältigende Kraft. Und da kam mir die Idee mit den Dreiecken, um beide Seiten darzustellen. Die Guten würden wie Schmetterlinge umherfliegen, die Bösen eher wie Fledermäuse. Es sollte aber nicht zu literarisch werden, sondern sich eher beiläufig entfalten. Die Musik legt ein derartiges Tempo vor, dass einfach keine Zeit bleibt, um Dinge eingehender zu betrachten. Man wird geradezu erschlagen von all der Leidenschaft, und wenn es vorbei ist, mußs man erst mal durchatmen. Die guten Dreiecke erstrahlen in leuchtenden Farben und streben dem Licht entgegen. Die bösen, die in sehr düsteren Farben gehalten sind, wollen das verhindern und greifen ständig an."
Zur Farbgestaltung erzählt Hunt: "Roy Disney stellte sich ein bewegtes Pastell vor. Das aber ist im Zeichentrick ein recht seltenes Ausdrucksmittel. Pastell, das sind im Wesentlichen getrocknete Pigmente, die auf der Oberfläche des Papiers sitzen. Wenn man es berührt, in seine Richtung niesen mußs oder etwas darauf stellt, dann ist es fort. Wir waren uns also der Tatsache bewusst, dass jeder Hintergrund nach einer Fotoaufnahme nicht mehr zu gebrauchen sein würde; er würde einfach vermatscht an der Glasplatte kleben, die nun mal nötig ist, um das Bild zu fixieren. Für eine neue Aufnahme mußs man folglich noch einmal ganz von vorn beginnen. Aber dann stießen wir auf einen Farbengrund, auf den wir das Pastell auftragen konnten. Das ermöglichte es uns, die Farbsättigung zu erhöhen. Das Resultat war nun sehr hell und volltönend. Ann Tucker aus unserer CAPS-Abteilung war entscheidend daran beteiligt, dass die Arbeit so schön gelungen ist."
Für die Sequenz zu Beethovens Fünfter Symphonie bedienten sich Pixote Hunt und seine Mitarbeiter immer dann konventioneller Techniken, wenn den Szenen ein persönliches Moment anhaftete. Die Massenszenen dagegen entstanden unter Einsatz modernster Computer-Grafik.
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