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Eine magische Reise So zauberhaft wie der Film ist die Geschichte seiner Entstehung: Der erst 25jährige Exil-Iraner Farhad Yawari nahm den Ausschluss aus der Münchner Filmhochschule in Kauf, um sein Traumprojekt DOLPHINS zu verwirklichen. Ohne Fördermittel, allein durch Sponsoring finanziert, drehte er in München und auf den Bahamas und realisierte eine Produktion im Wert von 4,5 Millionen Mark - eine Summe, die nicht nur in der deutschen Filmindustrie für ungläubiges Staunen sorgte.
Es folgten Einladungen auf unzählige renommierte Filmfestivals in aller Welt - und viele internationale Preise. Der Höhepunkt für Yawaris bisherige Karriere war jedoch die Einladung zum Slamdance Festival, dem vielbeachteten Treffpunkt der jungen und innovativen Filmemacher Amerikas, im Januar 2000. Dort riß DOLPHINS die amerikanischen Kritiker und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin und gewann die wichtigste Auszeichnung: den bei allen Filmemachern begehrten Audience Feature Award.
Nun geht die magische Reise weiter - ab 31. August 2000 im Kino. "Wir hatten einen Traum" Es ist eine der ersten Aufgaben, die den Regie-Studenten an den Filmhochschulen gestellt wird: die sogenannte "Kameraübung". Ein Kurzfilm ohne Dialoge, bei dem vor allem der Umgang mit der Filmtechnik erlernt werden soll. Als Farhad Yawari das zehnseitige Drehbuch für seine Kameraübung vollendet hatte, sprengte das Ergebnis jeden Rahmen: Aufwendige Unterwasser-Aufnahmen, eine komplette psychiatrische Anstalt, komplexe Effekte und Kamerafahrten. "Meine Lehrer haben mich für verrückt erklärt", sagt er. "So etwas hatte es noch nie gegeben."
Entscheidend jedoch war, dass nun auch große Firmen bereit waren, als Sponsoren einzusteigen: Talkline, Lauda Air, BMW, Saab, Hertz, Interconti Hotels, Pro Sieben, Arri, Das Werk und Gürtler halfen mit Geld, aber vor allem mit Sachleistungen. "DOLPHINS ist eine Produktion, bei der nicht viel Bargeld geflossen ist", sagt Yawari. "Aber wenn wir die zurückgestellten Gagen und Sachleistungen zusammenrechnen, ergibt sich ein Budget von 4,5 Millionen." Diese unglaubliche Summe, mit Sicherheit eines der höchsten Budgets, die je ein deutscher Regiedebutant zur Verfügung hatte, erregte großes Aufsehen. Während der Dreharbeiten berichteten nahezu alle namhaften Zeitungen und Zeitschriften von dem Projekt. "Ich kann nicht ein Märchen über Freiheit drehen und dann Delphine einsetzen, die unter unwürdigen Bedingungen gefangengehalten werden." Farhad Yawari Durch die phantastische Resonanz der Sponsoren konnte sich Yawari einen weiteren Traum erfüllen: Einen mehrwöchigen Dreh auf den Bahamas - mit zahmen, aber frei im Meer lebenden Delphinen. Yawari war klar, dass mit dieser behutsamen und tiergerechten Herangehensweise weitere Schwierigkeiten auf ihn zu kamen. Chris Allison, der bekannte Delphin-Experte in Freeport, Bahamas, machte ihn mit den Launen seiner Stars bekannt: "Unsere freilebenden Delphine sind an Menschen gewöhnt und sehr spielfreudig. Aber sie kommen nur, wenn sie Lust haben."Am ersten Tag gelangen dem Unterwasser-Aufnahmeteam gerade mal eine Minute verwertbare Aufnahmen - aber Yawari blieb bei seiner Überzeugung: "Ich kann nicht ein Märchen über Freiheit drehen und dann Delphine einsetzen, die unter unwürdigen Bedingungen gefangengehalten werden." In den nächsten Tagen zeigten sich die launischen Stars kooperativer. Sie schwammen in Formation mit Julia Brendler, die zuvor einen speziellen Tauchkurs belegt hatte, um mehrere Minuten ohne Sauerstoff-Gerät tauchen zu können. "Julia hat in diesen Szenen Unglaubliches geleistet", berichtet Yawari. "Sie baute eine spezielle Beziehung zu den Delphinen auf und verausgabte sich bis zur totalen Erschöpfung. Ohne sie wären wir verloren gewesen." Die Szenen in der psychiatrischen Anstalt, in der die Heldin Lara lebt, wurden in Haar bei München gedreht. Hier stellt Yawari neben seinen Schauspielern, die sich perfekt in das Spiel ohne Dialoge einarbeiteten, besonders seinen Kameramann Torsten Breuer ("Pünktchen und Anton") heraus. "Torsten war der Partner, den ich mir hinter der Kamera gewünscht habe. Er hatte ein unglaubliches Gespür für die Geschichte." "Die Delphin-Sequenzen sind nur teilweise real. Wir sind stolz darauf, dass selbst professionelle Betrachter nicht mehr sehen, wo wir eingegriffen haben." Thomas Tannenberger, DAS WERK AG Nach dem Ende der Dreharbeiten folgte eine aufwendige Postproduktion. Schnell wurde klar, dass der Film und speziell die Delphin-Aufnahmen einer digitalen Nachbearbeitung bedurften, um den traumhaften Effekt zu erzielen, der Farhad Yawari vorschwebte.Hier kamen die Experten der Münchner Special-Effects-Firma DAS WERK AG ins Spiel. "Die Delphin-Sequenzen, die man jetzt sieht" erklärt Werk-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Thomas Tannenberger, "sind nur teilweise real. Wir sind sehr stolz darauf, dass selbst professionelle Betrachter inzwischen nicht mehr sehen, wo wir eingegriffen haben." Zwei weitere zentrale Herausforderungen waren für Yawari die Musik und das Sound-Design. "In gewisser Weise", erklärt er, "mußte die Musik einen Teil der Aufgabe übernehmen, die normalerweise den Dialogen zufällt. Sie treibt die Geschichte voran. Und das Sound-Design war entscheidend, um eine magische Realität für Lara zu schaffen." Von Anfang an war klar, dass der Soundtrack von einem klassischen Orchester eingespielt werden sollte. Mit Marcel Barsotti ("Sirga - Die Löwin") fand Farhad Yawari einen jungen Komponisten, der die ganze Bandbreite symphonischer Gefühle ausdrücken konnte, die ihm zu DOLPHINS vorschwebten. Sein Glück war vollkommen, als sich das NDR-Radiophilharmonie-Orchester bereit erklärte, den Soundtrack in voller Symphoniestärke einzuspielen - für einen Bruchteil der üblichen Gage. Sein Verbündeter beim Sounddesign wurde - ebenfalls auf Sponsoringbasis - die junge, hochmotivierte Mannschaft der Münchner Tonschmiede Giesing Team. "Es ist unglaublich, was die Sounddesigner Stefan Zaradic und Wolfgang Lechenmayr, geleistet haben", sagt Yawari. Ein weiteres Wunder erlebte Farhad Yawari auf der Suche nach einem Musiker, der seine Vision teilen und einen Titelsong für DOLPHINS schreiben würde. Ein Screening für den Mannheimer Künstler Xavier Naidoo führte sofort zu einer Zusammenarbeit, die von gegenseitiger Bewunderung geprägt ist. Mit seinem Produzenten Michael Herberger realisierte der Number-One-Star eine musikalische Umsetzung von DOLPHINS. Eingespielt von Naidoos Formation "söhne mannheims", macht die feenhafte Stimme von Sängerin Yvonne Betz den Song "Dolphins" zu einem traumhaften Lied, das die Bilder des Films kongenial in Naidoos Musiksprache überträgt. "DOLPHINS hat etwas tief in mir berührt", sagt Xavier Naidoo. "Ich hoffe, dass ich mithelfen kann, diesem Film die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die ihm gebührt." "Wenn ich zurückblicke", sagt Farhad Yawari abschließend, "kann ich es immer noch kaum fassen, wieviel Enthusiamus und Unterstützung wir im Laufe des Projekts erfahren haben. Ich möchte noch einmal allen danken, die mir geholfen und an DOLPHINS geglaubt haben." "'Dolphins' hat etwas tief in mir berührt. Ich hoffe, dass ich helfen kann, diesem Film die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die ihm gebührt." Xavier Naidoo
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Die
Delphinaufnahmen wurden ganz bewusst mit zahmen, aber frei im Meer
schwimmenden Delphinen realisiert - trotz der enormen
Schwierigkeiten, die diese behutsame und tiergerechte
Produktionsweise mit sich brachte. Mit der digitalen
Nachbearbeitung dieser Szenen beauftragte Yawari die Münchner
Special-Effects-Firma DAS WERK AG. Das Können dieser Experten
trägt zum atemberaubenden Eindruck der Traumsequenzen
wesentlich bei, auch wenn die digitale Überarbeitung selbst
für professionelle Betrachter unsichtbar
bleibt.
Ein weiteres Wunder erlebte Farhad Yawari auf der Suche nach einem
Musiker, der seine Vision teilen und einen Titelsong für
DOLPHINS schreiben würde. Ein Screening für den
Mannheimer Künstler Xavier Naidoo führte sofort zu einer
Zusammenarbeit, die von gegenseitiger Bewunderung geprägt ist.
Mit seinem Produzenten Michael Herberger realisierte der
Number-One-Star eine musikalische Umsetzung von DOLPHINS.
Eingespielt von Naidoos Formation "söhne mannheims", macht die
feenhafte Stimme von Sängerin Yvonne Betz den Song "Dolphins"
zu einem traumhaften Lied, das die Bilder des Films kongenial in
Naidoos Musiksprache überträgt.
Nach nur dreimonatiger Studienzeit stand Yawari nun vor der Wahl,
seine Pläne aufzugeben und seine Ausbildung normal
fortzusetzen - oder sein Projekt auf eigene Faust zu realisieren.
Bei dieser Entscheidung halfen ihm die begeisterten Reaktionen der
Schauspieler und Filmprofis, denen er das Drehbuch zu lesen gab.
Eine wichtige Fürsprecherin fand er beispielsweise in der
Regisseurin Doris Dörrie, die sich von dem romantischen Wagnis
begeistert zeigte: "Nach Franz Kafka mußs ein Buch die Axt
sein für das gefrorene Meer in uns", schrieb sie. "Ein Film,
finde ich, sollte das ebenfalls sein. Und wenn ein junger
Filmemacher diese Axt schwingt, statt sich hinter Coolness zu
verstecken, bin ich hocherfreut. Farhad Yawari will mit DOLPHINS
das gefrorene Meer aufbrechen und traut sich, mit den Mitteln des
magischen Realismus sehr gefühlvoll und radikal zu
erzählen."
Die Wende kam, als das "Jetzt"-Magazin der Süddeutschen
Zeitung auf den Kampf des jungen Filmemachers aufmerksam wurde. Ein
Portrait, das von Yawari und seinem Traum berichtete, fand
überwältigenden Wiederhall. "Wir bekamen Briefe, in denen
Omas zehn Mark für unseren Traum gespendet haben",
erzählt er. "Wir durften nicht mehr
aufhören."