Produktionsnotizen zu Space Cowboys

Für Space Cowboys hat Oscar-Gewinner, Regisseur und Produzent Clint Eastwood ähnlich illustre Kollegen um sich versammelt - sie gehören zu den angesehensten der Branche, angeführt vom Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones ("The Fugitive" / Auf der Flucht), dem für den Oscar nominierten James Garner ("Murphy's Romance" / Die zweite Chance - Ein Romanze) und dem legendären Emmy-Preisträger Donald Sutherland ("Citizen X" / Citizen X). "Eine tolle Mannschaft", sagt Clint Eastwood. "Ich bewundere ihre Leistungen seit langem. Mit Jimmy Garner habe ich schon am Anfang unserer Karrieren vor der Kamera gestanden, als ich in seiner, "Maverick"-Serie auftrat - ich kenne ihn seit 40 Jahren.

Jeden Tag hören wir uns Donalds Witze und Jims Klagen über seine Wehwehchen an. Und amüsieren uns prächtig dabei. Clint Eastwood hat riesigen Spaß am Filmemachen, und er legt großen Wert darauf, dass das so bleibt", fügt Tommy Lee Jones hinzu. "Jeder Beteiligte erlebt die Dreharbeiten als äußerst angenehm. Und natürlich ist es ein großes Vergnügen, mit Kollegen wie diesen zusammenzuarbeiten. Die einzigartige Zusammensetzung des Teams schließt natürlich auch die Crew hinter der Kamera, den Bautrupp, die Garderobieren und alle anderen mit ein."

Clint Eastwood spielt Frank Corvin, Leiter eines Teams hartgesottener Piloten und Wissenschaftler, deren Vorbereitung auf die allererste Weltraummission abgebrochen wurde, als die NASA die Verantwortung für die Raumfahrt übernahm. "Die Jungs vom Team Daedalus waren in den 50er Jahren ihrer Zeit weit voraus", sagt Clint Eastwood. "Das waren echte Pioniere. Sie stießen in Neuland vor, halfen die Raumfahrt vorzubereiten: Sie durchbrachen die Schallmauer und flogen hinauf bis in die Sub-Stratosphäre. Chuck Yeager und die anderen Piloten der 50er haben es selbst nie geschafft, ins All zu fliegen. Aber sie hätten alles dafür gegeben, sie waren bereit dazu. Und als auch die ganze Welt darauf wartete, dass sie starteten, wurden sie durch einen Affen ersetzt." Tommy Lee Jones spielt Hawk Hawkins, einen Kampf- und Testpilot, der jedes nötige Risiko eingeht, um aus Flugzeug-Prototypen alles herauszuholen. Im Team Daedalus soll er die Schlüsselfunktion des Spaceshuttle-Piloten übernehmen. Hawkins ist außerdem mit Corvin eng befreundet. "Ein sehr aggressiver Pilot", beschreibt ihn Jones. "Und so tritt er auch im Privatleben auf."

Mit weit über 100 Film- und TV-Rollen gehört Donald Sutherland zu den fleißigsten und wandlungsfähigsten Darstellern seiner Generation. Er spielt Jerry O'Neill - Pilot, Astrophysiker und Frauenheld, der das Team Daedalus mit seinem Scharfsinn und Humor auf Kurs und technisch auf dem neuesten Stand hält. "Jerry bereitet die übrigen Astronauten auf die Reparaturen am Leitsystem des Ikon-Satelliten vor", sagt Sutherland. "Allerdings weiß noch niemand, dass ihre technischen Pläne und Unterlagen längst überholt sind. Es läuft also darauf hinaus, dass sie ins All fliegen, um herauszufinden, warum das blöde Ding so viel wiegt und warum es aus der Umlaufbahn abzustürzen droht.

Und auch das funktioniert durchaus nicht problemlos." James Garner spielt Tank Sullivan: Landpfarrer, Pilot und Roboter-Experte des Teams Daedalus. Er erweist sich als Dreh- und Angelpunkt der Gruppe, wenn es darum geht, Streit zu schlichten, aber auch die höchst komplizierten Apparaturen zur Reparatur des Satelliten im Orbit zu bedienen. "Tank hat als Pilot viele Jahre in der Air Force und dann im Raumfahrtprogramm gedient", sagt Garner. "Und als die Raumfahrtpläne des Teams sich schließlich in Luft auflösten, verließ er die Air Force und wurde Priester. Inzwischen ist er Prediger, Großvater und so weiter." Was den "Schimpansen als" Ersatzmann" angeht, witzelt Garner: "Irgendwann schießt es jedem mal durch den Kopf: War der Schimpanse schlauer als wir?"

Ethan Grace fliegt als junger Astronaut mit den alten Haudegen ins All - er wird gespielt von Loren Dean, der kürzlich in der Hauptrolle des Aufsehen erregenden "Mumford" zu sehen war. Auf der Weltraummission begleitet Grace das Team Daedalus im Auftrag der NASA, er ist höchst ehrgeizig und passt seinem Wesen nach so gar nicht in die Gruppe - mehr als einmal gerät er mit Corvin hart aneinander. Der andere Astronaut der nächsten Generation heißt Roger Hines, dargestellt von Courtney B. Vance, der kürzlich Hauptrollen in Cookie's Fortune und "Rendezvous mit einem Engel" spielte. Marcia Gay Harden übernimmt die Rolle der NASA-Einsatzleiterin Sara Holland, die die Mission zur Rettung des Ikon-Satelliten koordiniert. Im Zuge ihres offiziellen Auftrags freundet sie sich privat mit Team-Daedalus-Pilot Hawk Hawkins (Tommy Lee Jones) an.

James Cromwell spielt Bob Gerson, der den gesamten Einsatz zur Reparatur des Satelliten verantwortet. Der General a. D. war einst der Kommandeur des Team Daedalus, er wechselte dann zur NASA. Gerson war es auch, der die Raumfahrt-Vorbereitung des Teams abbrach und die Piloten durch den Affen ersetzte. William Devane spielt den NASA-Flugleiter Eugene Davis, als solcher zuständig für die gesamte Astronautenausbildung, die Startvorbereitung und die Kommunikation zwischen Shuttle und dem Kontrollzentrum in Houston.

Abheben in die Schwerelosigkeit Die Dreharbeiten zu Space Cowboys begannen Mitte Juli 1999 und dauerten bis Mitte Oktober. Schauplätze für den 50er-Jahre-Teil der Story fanden sich im Großraum Los Angeles (Saugus, Agua Dulce, Canyon Country, March Air Force Base und Victorville). Anschließend drehte man im Johnson Space Center der NASA in Houston/Texas und im Kennedy Space Center auf Cape Canaveral/Florida. Die restlichen Szenen entstanden in den Warner-Bros.-Studios in Burbank/California. Dort baute man das Innere des Spaceshuttle nach, aber auch den russischen Ikon-Satelliten, Flugsimulatoren und etliche Flugzeuge (vom B-1-Bomber bis zu einem frühen Düsenjäger-Prototyp).

Produktionsdesigner und Oscar-Preisträger Henry Bumstead ("The Sting"/ Der Clou; "To Kill a Mockingbird" / Wer die Nachtigall stört) überwachte den Bau der Sets. Dazu gehörte die erste akkurate Nachbildung des neuen Mission Control Center in Houston inklusive der riesigen hochauflösenden Bildschirme für den Funkkontakt, die exakt der tatsächlichen bei Weltraumflügen eingesetzten Technik entsprechen.

Im Johnson Space Center in Houston/Texas filmte man zum Beispiel die Trainingssequenzen: Das gesamte Team Daedalus mußs vor dem Raumflug praktisch dieselben Trainingsphasen absolvieren wie tatsächliche Astronauten. Als Schauplätze dienten der Shuttle-Simulator, der Kontrollraum des Shuttle-Simulators, der Cyberspace-Raum und das Schwerelosigkeit-Labor.

Um so nah wie möglich an der Realität zu bleiben, drehte das Space Cowboys-Team auch im Kennedy Space Center auf Cape Canaveral/Florida: im Vehicle Assembly Building (in dem die Raketen montiert werden), auf der Startrampe und Landebahn für alle NASA-Flüge. Die Darsteller Clint Eastwood, Jones, Sutherland und Garner verabschiedeten sich von ihren Film-Freunden und -Familien in dem echten Blockhaus der Astronauten, in dem Ankleideraum für echte Astronauten stiegen sie in ihre Raumanzüge, und sie warteten im authentischen Astronauten-Vorbereitungszimmer auf den Transfer zur Startrampe.

"Ich wollte das Ambiente des Films so echt wie nur irgend möglich gestalten", erklärt Clint Eastwood. "Dazu baten wir die NASA, die Gegebenheiten bei einem Start ganz real nachzustellen. Dieser höchst komplizierte Vorgang erfordert minutiöse Planung und die Zusammenarbeit aller Abteilungen. Wahrscheinlich bereitet die Simulation mit einem Filmteam auf dem Gelände der NASA mehr Kopfzerbrechen als der Ernstfall, aber die Behörde legte sich für uns voll ins Zeug. Mit dem Ergebnis könnte ich gar nicht zufriedener sein."

Etliche Szenen spielen im schwerelosen Weltraum - die Darsteller mußsten sich deswegen einer komplizierten Simulationsprozedur unterwerfen, um diese Illusion zu erzeugen. "Wahrscheinlich haben wir alle bekannten Techniken angewendet", überlegt Tommy Lee Jones. "Ein paar Leute schwebten an dünnen Drähten durch die Luft, andere hielten sich an der Wand fest, als ob sie sonst gleich wegfliegen würden. Zwischen durch trudelten Kugelschreiber und Schreibtafeln vorbei, die an unsichtbaren Fäden hingen. Manchmal standen wir auf kleinen Hockern mit Rollen darunter. Für Schauspieler ist das echt keine Herausforderung - man steht halt da herum und lässt sich durch die Gegend kutschieren - erst durch das Zusammenwirken des gesamten Stabes klappt es dann. Außerdem bewegte sich die Kamera selbst sehr viel. Und manchmal werden alle Techniken gleichzeitig eingesetzt - dann entsteht die Illusion der Schwerelosigkeit, zumindest in 70 Prozent der Fälle."

Clint Eastwood fügt hinzu: "Ich glaube, wir haben das ganz gut hinbekommen. Wir wenden jeden nur denkbaren Trick an - die Darsteller schweben selbst und erscheinen völlig losgelöst, oder sie bewegen sich sitzend auf einer Art Spezialbank beziehungsweise auf einem Tisch, oder sie rutschen über den Boden."

Clint Eastwood erinnert daran, dass bei früheren Weltraum-Filmen ein gewaltiges Transportflugzeug eingesetzt wurde, das beim Sturzflug sekundenweise echte Schwerelosigkeit herstellen kann. "Man nennt es den ,Kotz-Kometen' - es handelt sich dabei um eine alte G-3, und während des Flugs versucht man dann in der Schwerelosigkeit eine Szene zu spielen", berichtet er. "Wenn der Filmschauplatz eine kleine Kapsel ist, kann man das Set in dem Flugzeug einbauen. Aber das Flugzeug trägt seinen Spitznamen natürlich nicht ohne Grund. So wie wir das jetzt am Boden machen, ist alles etwas schwieriger, aber immer noch die bessere Alternative." Industrial Light & Magic übernahm die Gestaltung der visuellen Effekte in Space Cowboys, wobei ganz traditionelle Tricks ebenso wie die neuesten technischen Entwicklungen zum Einsatz kommen. Viele der Weltraum Sequenzen bestehen aus kleinen Raumschiff-Modellen, aufgenommen von Motion-Control-Kameras, in Kombination mit digital gezeichneten Hintergründen, "Astronauten" aus dem Computer-Grafikprogramm und echten Schauspielern.

Das Zusammenspiel der ganzen Bandbreite von alten und neuen Tricktechniken spiegelt sozusagen die Story des Films selbst wider. Michael Owens, der bei ILM die visuellen Effekte verantwortet, erklärt: "Wir übernehmen hier die Außenansichten im All und die Szene mit dem Flug der X2. In den Trick-Einstellungen kombinieren wir die Darsteller mit Miniaturmodellen, Studiosets und digital erstellten Stunt-Doubles. Das ergibt einen absolut realistischen Look, weil wir die Elemente nahtlos zusammenfügen können."

Dirk Jasper FilmLexikon
© Warner Home Video © 1994 - 2010 Dirk Jasper