Deutschland in den 70er Jahren. Über die
heitere Anarchie kommt Rita Vogt zum Terrorismus, verführt
durch ihren Gerechtigkeitssinn und durch die Liebe zu Andi. Als sie
das Scheitern der Bewegung erkennt, taucht sie in der DDR unter.
Mit Hilfe der Staatsicherheit, personifiziert in Erwin Hull,
beginnt für sie dort unter anderem Namen eine neue
Existenz.
Rita führt sozusagen das normale Leben der Arbeiterklasse. Sie will ankommen, während ihre junge Kollegin Tatjana weg will, in den Westen. Zwischen beiden beginnt eine Freundschaft, der eine Fahndungsmeldung im Westfernsehen ein abruptes Ende setzt. Wieder mußs Rita untertauchen. Mit einem neuen Namen in einer neuen Stadt scheint sie mehr Glück zu haben. Rita lernt im Urlaub den
Studenten Jochen kennen. Er will sie mit nach Moskau nehmen. Doch
dann wird Rita von ihrer Vergangenheit eingeholt, es ist das Jahr
1989 - die Mauer fällt, die DDR hört auf zu bestehen
... Darsteller: Bibiana Beglau (Rita Vogt),
Martin Wuttke (Erwin Hull), Nadja Uhl (Tatjana), Harald Schrott
(Andi), Alexander Beyer (Jochen), Jenny Schily (Friederike), Mario
Irrek (Klatte), Thomas Arnold (Gerngross), Franca Kastein (Anna),
Dietrich Körner (General), Alexander Hosfeld (Dr. Gruber),
Rudolf Donath (Vater von Tatjana), Monika Pietsch (Mutter von
Tatjana)
Regie: Volker Schlöndorff Stab: • Produzenten: Dr. Arthur Hofer für
Babelsberg Film / Emmo Lempert für Mitteldeutsches Filmkontor
• Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Andreas
Höfer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Susanne
Hopf • Schnitt: Peter Przygodda • Kostüme:
Anne-Gret Oehme • Make Up: Jeanette-Nicole Latzelsberger,
Karin Stephan • Ton: Detlev Fichtner •
Toneffektschnitt: - • Stunts: - • Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Regisseur Volker Schlöndorff knüpft mit seiner direkten, knappen, klaren Erzählweise an die großen Erfolge seiner politisch engagierten Filme der 70er Jahre an ("Die verlorene Ehre der Katherina Blum"). Sein Film nach dem Skript des renommierten Drehbuchautors Wolfgang Kohlhaase ist eine Überraschung für jeden, der genau zu wissen glaubt, wie man heute über West-Terroristen und Ost-Alltagsleben urteilen müsste. film-dienst 2000-19: Ein überzeugender Versuch deutsch-deutscher Geschichtsaufarbeitung. Durch die Zusammenarbeit des DDR-kundigen Autors mit dem auch filmisch der 68er-Generation verbundenen Regisseur entstand ein Film von einer im deutschen Nachkriegsfilm selten erlebter Authentizität. Pointiert in den Dialogen und atmosphärisch stimmig inszeniert, besticht vor allem auch das berührende Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen, das die Grenzen von Fiktion und Realität aufhebt.
H. G. Pflaum (Süddeutsche Zeitung): Es geht nicht um Aufklärung oder Abrechnung mit dem Terrorismus. Es geht um ein deutsches Leben, das in dieser Form nirgendwo sonst und zu keiner anderen Zeit möglich gewesen wäre.
Rolf von der Reith (TV Today) 2000-19: Ein kluger, spannender Film. Deutsche Geschichte als Kinostoff? Geht doch! TV Spielfilm 2000-19: Der Film verliert sich zwischen
privatem und politischem Drama.
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Deutschland in den 70er Jahren. Über die
heitere Anarchie kommt Rita Vogt zum Terrorismus, verführt
durch ihren Gerechtigkeitssinn und durch die Liebe zu Andi. Als sie
das Scheitern der Bewegung erkennt, taucht sie in der DDR unter.
Mit Hilfe der Staatsicherheit, personifiziert in Erwin Hull,
beginnt für sie dort unter anderem Namen eine neue
Existenz.
Darsteller: Bibiana Beglau (Rita Vogt),
Martin Wuttke (Erwin Hull), Nadja Uhl (Tatjana), Harald Schrott
(Andi), Alexander Beyer (Jochen), Jenny Schily (Friederike), Mario
Irrek (Klatte), Thomas Arnold (Gerngross), Franca Kastein (Anna),
Dietrich Körner (General), Alexander Hosfeld (Dr. Gruber),
Rudolf Donath (Vater von Tatjana), Monika Pietsch (Mutter von
Tatjana)
Filmkritiken
Rhein-Zeitung 2000-09-13:
Gleich zwei Preise konnte Regisseur Volker Schlöndorff mit
seinem neuesten Film einheimsen, einer davon war der "Blaue Engel"
für den besten europäischen Film bei den Berliner
Filmfestspielen. (...) Volker Schlöndorff knüpft mit
diesem Film an politische Filme wie seinen eigenen "Die verlorene
Ehre der Katharina Blum" (1975) und "Deutschland im Herbst" (1978)
an.
Cinema 2000-09: Volker
Schlöndorffs deutsch-deutsche Gesellschaftsstudie basiert lose
auf der Biografie der westdeutschen Ex-Terroristin Inge Viett.