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Scheinbar unvereinbare Gegensätze bestimmen seit jeher die menschlichen Beziehungen: Aversion und Erotik, Freundschaft und Liebe, Mann und Frau. Nirgendwo sonst prallen diese Welten so ungeschützt aufeinander wie auf dem Campus der Universitäten: College-Flirts sind das große Thema in der Romantik-Komödie Boys, Girls & A Kiss. Alles beginnt in dem Alter, in dem Mädchen und Jungen sich noch so weit als möglich aus dem Weg gehen, doch dann nimmt die Geschichte eine entscheidende Wendung: Jennifer und Ryan entdecken, dass sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle füreinander hegen. Und da gerade an der Uni das Studium der Gefühle mit zum Ausbildungsprogramm gehört, finden sich die beiden schon bald inmitten eines Meinungswettstreits ihrer besten Freunde über den richtigen Umgang mit der komplizierten Materie wieder. Ryans Zimmernachbar Hunter (Jason Biggs) beispielsweise hat schon so ziemlich jeden Trick ausprobiert, um ein Mädchen rumzukriegen. Amy (Amanda Detmer) wiederum, Jennifers flatterhafte Freundin, weiß nicht einmal genau, was sie eigentlich will: ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen oder die anderer oder vielleicht beides? Sie alle finden schließlich heraus, was Männer wirklich wollen, was Frauen brauchen und was mit Freundschaften passieren kann, wenn man auf der Suche danach zu weit geht ... Die Idee zu Boys, Girls & A Kiss stammt von zwei jungen Autoren, die in Hollywood nur unter dem Spitznamen "The Drews" bekannt sind: Andrew Lowery und Andrew Miller haben aber mehr gemeinsam als nur den Vornamen. Sie besitzen nicht nur das Talent, realitätsnahe Komödien zu schreiben, sondern vor allem einen Sinn für das komplizierte Seelenleben junger Menschen. Sie vereinten ihre kreativen Kräfte, um eine Geschichte über einen Mann und eine Frau zu schreiben, die entdecken, dass ausgerechnet jener Mensch, den sie "am liebsten hassen", der einzig richtige für sie ist. Ein klassisches Hollywood-Thema, das durch den scharfsinnigen Witz und die akkurate Beobachtungsgabe von Lowery und Miller neue Aktualität gewinnt: Situationen wie in Boys, Girls & A Kiss hat jeder Jugendliche von heute selbst schon einmal erlebt. Das außergewöhnliche Drehbuch erweckte sofort die Aufmerksamkeit von Jay Cohen, einem der profiliertesten Produzenten bei Dustin Hoffmans Punch Productions. Er zeigte Robert Iscove das Skript - und der Deal war perfekt. Der Erfolgsregisseur von "Eine wie keine" freute sich ganz besonders darauf, eine Romantikkomödie zu inszenieren, die von solch spritzigen, lebensnahen Dialogen getragen wird und dabei ein höchst diffiziles Problem behandelt: "Wir haben uns daran gewöhnt, eine scharfe Trennlinie zwischen Freundschaft und Liebe zu ziehen, aber vielleicht sollte der Mensch, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will, tatsächlich auch der beste Freund sein," sagt Iscove. Eigentlich wollte der Filmemacher nach Boys, Girls & A Kiss nicht erneut eine Liebeskomödie inszenieren, aber das komplexe Drehbuch überzeugte ihn vom Gegenteil: "Ich hatte die Chance, viel weiter zu gehen als in "Eine wie keine". In Boys, Girls & A Kiss porträtiere ich zwei Menschen von dem Beginn ihrer Pubertät an bis zum College-Alter. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Figuren während all dieser turbulenten Jahre zu begleiten." Freddie Prinze jr. und Claire Forlani, zwei der begehrtesten Jung-Stars Hollywoods, spielen die scheinbar so gegensätzlichen Freunde Ryan und Jennifer. Freddie Prinze jr. ist in Wahrheit zwar das genaue Gegenteil des Pedanten, den er spielt - aber genau dies forderte ihn heraus. "Ich konnte jemanden darstellen, der so ganz anders ist als ich selbst, das wollte ich schon immer," erzählt der Schauspieler. "Ryan überlegt jeden Schritt, den er tut, sehr genau, während ich mich eher zurücklehne und die Dinge erst mal in Ruhe aus der Ferne betrachte. Probleme bekommt Ryan immer dann, wenn die Gefühle anderer Menschen mit im Spiel sind - die kalkuliert er nämlich nie ein und das bringt seine vermeintlich so exakt ausgetüftelten Pläne oft durcheinander." Freddie Prinze jr. schätzte die Gelegenheit sehr, erneut bei einem Film von Robert Iscove mitwirken zu dürfen. Eigentlich wollte der Regisseur zuerst nicht den gleichen Hauptdarsteller wie in Eine wie keine verpflichten. "Aber nachdem ich 25 Schauspieler getestet hatte, sagte ich zu mir: ?Du weißt ganz genau, dass Freddie der einzige ist, der sich perfekt für diese Rolle eignet.' Er ist warmherzig und kontaktfreudig, also bedeutet es für ihn eine sehr große Herausforderung, jemanden zu spielen, der so zugeknöpft und beherrscht ist wie Ryan," erzählt Iscove. " Freddie erinnert mich ein wenig an Cary Grant. Auch er hat oft romantische Rollen gespielt, die sich als überraschend komplex erwiesen haben." Claire Forlani spielt Jennifer, eine leidenschaftlich freigeistige Latein-Studentin. Die Britin war schon immer neugierig auf das Leben an einem US-College gewesen - Boys, Girls & A Kiss gab ihr die Chance, diese Erfahrung nachzuholen. "Ich habe eine britische Kunstschule besucht, die genau das Gegenteil einer amerikanischen Universität ist," erzählt sie. "In Berkeley zu drehen, bedeutete mir daher sehr viel." Als die beiden Hauptdarsteller erstmals gemeinsam vor die Kamera traten, löste dies genau jene Kettenreaktion aus, mit der Robert Iscove gerechnet hatte. "Man hofft immer, dass die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt. Ohne diese funktioniert eine romantische Komödie einfach nicht. Claire und Freddie harmonierten von Anfang an. Sie ist so schön und charmant, dass sie Freddies unkommunikative Figur schon allein mit ihrem Auftreten aus der Reserve lockte." In den Nebenrollen sind unter anderem zu sehen: Jason Biggs (American Pie) als Freddies schon beinahe krankhaft unsicherer Zimmernachbar Hunter, Newcomer Amanda Detmer als Jennifers emotional konfuse Freundin Amy, Heather Donahue (Blair Witch Project) als Ryans ungewöhnlich direkte College-Freundin und Alyson Hannigan ("Buffy - Im Bann der Dämonen") als Ryans erste College-Freundin. Die bekannte R&B-Sängerin Monica hat ebenfalls einen Kurz-Auftritt. Bei der Besetzung achtete Iscove vor allem darauf, dass die Schauspieler den ungewöhnlichen Figuren auch eine komische Note verleihen konnten. Das galt vor allem für Hunter, der alles dafür tut, um endlich ein Date zu bekommen - er färbt sich die Haare anders, wechselt die Kurse, ja sogar seinen Namen. "Jason Biggs war perfekt für die Rolle," sagt Iscove. "Für mich ist er wie der junge Tom Hanks - ein Komödiant auf dem Weg zum Superstar." "Hunter ist völlig verzweifelt," erzählt Biggs. "Die meisten Jugendlichen werden ihn wahrscheinlich gut verstehen: Alles, was er macht, hat nur das Ziel, endlich ein Mädchen zu finden und von allen akzeptiert zu werden. Die Freundschaft zu Ryan steckt voller witziger Missverständnisse." Für die Rolle der Amy, Jennifers Busenfreundin und Zimmernachbarin, fiel die Wahl des Regisseurs auf die Nachwuchsschauspielerin Amanda Detmer. "Jennifers warmherzige Art wird durch Amys Verrücktheiten perfekt ergänzt. Jeder bewundert etwas an dem anderen, das macht die beiden zu so guten Freundinnen," sagt Detmer. "Jennifer erreicht immer, was sie will und wird dafür von Amy bewundert, während Jennifer gerade Amys Unberechenbarkeit liebt." Heather Donahue spielt die intellektuelle, überkorrekte Megan, Ryans einzige ernste College-Beziehung. Auch diese Rolle besetzten die Filmemacher gegen den Typ. "Ich habe es genossen, hübsch und witzig sein zu dürfen, also ganz anders als meine Figur in Blair Witch Project," sagt Donahue. "Dennoch ist auch Megan ganz und gar nicht wie ich. Ich habe Theaterwissenschaften studiert, sie macht einen Ingenieurs-Abschluss: Wie hätte ich da ihre Hausaufgaben erledigen können?" Auch Megans Funktion in dem komplizierten Zusammenspiel zwischen Ryan und Jennifer faszinierte Donahue. "In gewisser Weise ist sie die typische Lückenbüßerin. Doch nur, weil Ryan versucht, die Dinge mit Megan wieder in Ordnung zu bringen, merkt er, wie sehr er sich eigentlich zu Jennifer hingezogen fühlt." Boys, Girls & A Kiss spielt an einer großen Universität, wo der Alltag durch das enge Zusammenleben von Mädchen und Jungen oft etwas außer Kontrolle gerät. Dies gab den Filmemachern die Möglichkeit, nicht nur das Thema Romantik auszuloten, sondern auch das der speziell jugendlichen Unsicherheit. Gedreht wurde in San Francisco und an der University of California in Berkeley, die eine der renommiertesten Ausbildungsstätten der USA ist. Seit dem Klassiker Die Reifeprüfung ist Berkeley das Symbol für den jugendlichen Unabhängigkeitsdrang. Die Universität bot aber auch einen anderen Vorteil, nämlich Hunderte von einsatzbereiten Statisten. "Viele der vorbeispazierenden Studenten wollten Teil des Films werden," sagt Jay Cohen, der Produzent. "Ein Mädchen wollte sich sogar nie mehr das Gesicht waschen, nachdem sie von Jason Biggs geküsst wurde. Eine andere Szene mußsten wir unterbrechen, weil 50 Mädchen auf einen Turm geklettert waren und unablässig Freddies Namen riefen." Außerhalb des Campus entstanden Szenen an einer der berühmten steilen Straßen von San Francisco (der Inlinerskate-Ausflug von Ryan und Jennifer), mit einer der Hyde-Street-Cable-Cars, in den Marin Headlands über der Golden-Gate-Brücke, in Chinatown, im Victorian Park und in der wegen ihrer Serpentinen berühmt-berüchtigten Lombard Street. Für zwei der anspruchsvollsten Szenen des Films reiste das Team nach Los Angeles: die Football- und die große Tanz-Sequenz in der Disco. Marcia Hinds, die Produktionsdesignerin, besuchte viele College-Footballspiele, um sich die neuesten Trends anzusehen. "Das Beste haben wir im Film integriert und es an den humorvollen Ton angepasst," sagt sie. Über 500 Statisten wurden als Zuschauer des Football-Spiels engagiert und zwei komplette Mannschaften wurden von Kopf bis Fuß neu eingekleidet sowie von zwei echten Trainern angelernt. Robert Iscove, ein renommierter Choreograph, hatte die Idee, die Disco-Szene in einer Autowaschanlage zu drehen: "Ryan sollte beim Tanzen endlich ein wenig auftauen und da dachten wir, was, wenn die beiden zu den Klängen des Klassikers ?Car Wash' mit Seifenblasen und Wasser besprüht würden? Wie kann man da keinen Spaß haben, wenn alles um einen herum rutscht und fällt und man selbst schließlich auch?" Marcia Hinds fährt fort:
"Wir drehten die Szene in einer Autowaschanlage im Zentrum von Los
Angeles. Es sollte so aussehen, als würden die Tänzer wie
Autos durch den Schaum gleiten. Es war eine Riesensauerei, aber wir
hatten viel Spaß." Und Freddie Prinze jr.
ergänzt: "Wahrscheinlich ist dies eine der witzigsten Szenen,
die ich je gedreht habe."
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