Ausführlicher Inhalt zu Lucky's große Abenteuer

Szenenfoto Schon seine Geburt verläuft dramatisch: bei der Überfahrt von Deutschland nach Afrika kommt LUCKY 1914 mitten auf dem Ozean zur Welt. Seine Mutter, eine graue Stute, wird mit vielen anderen Pferden zum Arbeitseinsatz in eine Bergwerksstadt in Afrika verschifft. Die letzten Meter zum Strand müssen die Pferde schwimmen, und das Neugeborene gewinnt nur mit Mühe den Überlebenskampf gegen Salzwasser und hohe Wellen. Dabei wird Lucky von seiner Mutter getrennt.

Auch als die Pferde in einen Zug verladen und zu ihrem Bestimmungsort gebracht werden, kann er sie nicht wieder finden. Zwar hört er die verzweifelten Rufe der Mutter, doch ist er, die Kehle voller Salzwasser, zu geschwächt, um zu antworten. In der kleinen Siedlung angekommen, werden die Pferde zum Arbeiten eingeteilt. Nur Lucky bleibt in dem Waggon zurück. Ohne Nahrung und ohne jede Hoffnung wartet er auf den Tod.

So findet ihn RICHARD (Chase Moore), ein Stallbursche, der die Wagen ausmisten soll. Als er das hilflose Fohlen im Stroh liegen sieht, fühlt er sich sofort zu ihm hingezogen. Er versorgt ihn mit Wasser, hilft ihm auf die Beine und beschließt, für ihn zu sorgen. Richard nimmt Lucky mit auf die Farm von BOSS (Jan Decleir), dem Chef der Miene. Auf wackligen Beinen folgt Lucky seinem neuen Freund in eine ihm völlig fremde Welt, die ihm äußerst unwirtlich erscheint: nichts als Wüste, kein Fleckchen grünes Gras.

Szenenfoto Richard bringt den kleinen Hengst in einer Ecke des Stalls, bei den edlen Zuchtpferden seines Chefs unter. Caesar, das Leittier, ist ein Bild von einem Hengst, mit allen Allüren eines Stars. Ihm passt es nicht, dass er sein Dach mit einem ordinären kleinen Fohlen von unbestimmter Herkunft teilen soll.

Und Hans, Boss' Sohn, der die Ankunft des Neuen mit einem Fernrohr beobachtet hat, wittert seine Chance, Richard bei seinem Vater anzuschwärzen. Der Boss stellt Richard zur Rede. Doch er hat Mitleid mit dem Jungen, der selbst ein Waisenkind ist, und erlaubt ihm, Lucky im Stall zu versorgen - wenn er die anderen Pferde nicht stört.

So beginnt Luckys Leben unter der Obhut eines Menschen, der ihn mit der Flasche füttert und versucht, ihn über den schmerzhaften Verlust der Mutter hinweg zu trösten. Langsam gewinnt Lucky an Kraft und Zutrauen zu seinem Menschenfreund, und er macht die Bekanntschaft des hinreißenden Fohlens Beauty, Caesars Tochter. Caesar passt das gar nicht und er macht unmissverständlich klar, wer der Herr im Stall ist. Lucky wiederum hört nicht auf, davon zu träumen, eines Tages seine Mutter wieder zu finden.

Szenenfoto Auch sie gibt nicht auf, nach ihrem Sohn zu suchen. Als sie glaubt, seine Stimme zu hören, reißt sie sich los, entkommt ihren Bewachern und rennt zur Ranch. Sie dringt in die Koppel ein, und Mutter und Sohn begrüßen sich überglücklich. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit: Caesar, erbost darüber, dass ein einfaches Arbeitspferd sein in Revier eindringt, geht zum Angriff über. Er verletzt die Stute schwer. Lucky zu jung und schwach, um einzugreifen, mußs zuschauen.

Noch in der gleichen Nacht stirbt die Stute. Lucky, der nicht begreifen kann, wie ein Pferd so grausam sein kann, läuft weg. Auf seinem Weg durch die Stadt sieht er Pferde, die an eine Wassermühle gekettet sind und tagelang im Kreis laufen müssen. Er beschließt, nie solche Sklavenarbeit zu verrichten. Er fühlt, dass er geboren ist, um frei und wild zu leben.

Doch die Freiheit hat ihren Preis: allein und hilflos irrt er durch die Wüste und wird von einer Schlange gebissen. Humpelnd und reumütig kehrt er zur Ranch zurück. Richard versorgt ihn mit Caesars Medizin und wird wiederum von Hans verpfiffen. Diesmal hat der Boss schlechte Laune und es setzt eine Tracht Prügel für den Stallburschen. Lucky ist fassungslos und will an dem Ort, wo hilfsbereite Menschen geschlagen werden, nicht länger bleiben. Gemeinsam mit Richard nimmt er Reißaus.

Szenenfoto Auf ihrer Wanderung begegnen sie dem Buschmädchen NYKA (Maria Geelbooi). Sie lehrt sie, die Früchte der Wüste zu essen und im Sand nach Wasser zu graben. Die drei verbringen eine kurze, unbeschwerte Zeit in der unendlichen Weite der Sanddünen. Bis sie eines Tages von Flugzeugen aufgeschreckt werden: es ist Krieg! Bomben fallen auf die Stadt und setzen auch die Ranch in Flammen. Richard rennt zurück, um die Pferde aus dem brennenden Stall zu befreien. Die Menschen sind auf der Flucht und zerren den sich sträubenden Richard auf den letzten Zug, der die Stadt verlässt. Als Lucky begreift, dass er ganz allein zurückbleibt, ist er verzweifelt.

Er versucht, sich den anderen Pferden anzuschließen, die alle mit dieser ungewohnten Situation fertig werden müssen. Wer wird sie füttern, woher bekommen sie Wasser? Die Tiere haben, in der Gefangenschaft gehalten, ihre Instinkte verloren. Caesar, der nichts vergessen kann, duldet Lucky nicht in seiner Nähe und jagt ihn fort.

Nyka kommt zur Siedlung, und Lucky schließt sich ihr an. Gemeinsam machen sie sich auf in die Wüste, zum Stamm der Buschmänner. Von Nyka lernt Lucky so überlebenswichtige Dinge wie das Öffnen von Früchten und das Graben nach Wasser. Doch er merkt, dass er nicht zur Gemeinschaft der Buschmänner gehört. Eines Nachts verlässt er Nyka und macht sich auf seinen Weg in die unbarmherzige Natur.

Szenenfoto Es folgen Jahre der Einsamkeit. Allein durchwandert Lucky die Wüste und kämpft ums Überleben. Er spielt mit jungen Löwen, bis die Mutter auftaucht und ihn jagt. Er macht die Bekanntschaft von Giraffen und Pavianen und schließt sich einer Antilope an. Doch immer währt die Freundschaft nur kurz, im Grunde bleibt er allein. Eines Tages findet er sein Paradies: eine Wasserstelle mitten in der Wüste. Er weiß, dass er seinen Platz gefunden hat und beschließt, zur Stadt zurück zu kehren und die anderen Pferde zu holen - wenn die Zeit reif und er stark genug ist.

So wird aus Lucky ein stattlicher, bildschöner Hengst, der nur sich und die Einsamkeit der Natur kennt.

Eines Tages macht er sich auf den Weg zurück in die Zivilisation. Als er die inzwischen verfallene Stadt erreicht, kann er zunächst kein Lebenszeichen der anderen Pferden erkennen. Doch sie sind noch da. Er sieht Beauty, die sich zu einer echten Schönheit entwickelt hat, und auch sie erkennt ihn wieder. Aber auch Caesar ist zur Stelle und verteidigt sein Revier. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Rivalen, aus dem Lucky, jung und stark, als Sieger hervorgeht. Jetzt jagt er Caesar davon und führt seine Artgenossen, allen voran Beauty, in die Wüste.

Szenenfoto Zehn Jahre später werden die Pferde an ihrer Wasserstelle von einem Geräusch gestört, der in vielen von ihnen ungute Erinnerungen weckt: ein Flugzeug fliegt über die gottverlassene Landschaft. Ein Pilot landet, steigt aus und nähert sich den Pferden - Lucky, der seine Herde schützen will, geht zum Kampf über. Da legt der Mann die Finger an den Mund und pfeift.

Lucky erkennt den Ton sofort: der Mann ist Richard (Arie Verveen), der nach all den Jahren gekommen ist, um nach den Pferden zu schauen. Was er sieht, ist eine prachtvolle Herde, die unter unvorstellbaren Bedingungen Dank der Obhut seines Freundes Lucky ein wildes Leben in Freiheit führt.

© 1994 - 2010 Dirk Jasper