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Mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle als John Shaft und unter der Regie von John Singleton ist Shaft eine neue Annäherung an eine der großen Filmikonen der 70er Jahre. Er ist tough, er ist smart, er ist cool - genau das, was man von einem Mann erwartet, dessen Onkel und Mentor John Shaft ist, der damals wie heute von Richard Roundtree gespielt wird. "Damals war die Situation noch eine ganz andere", meint Singleton. "Bis dahin hatten wir eigentlich nur Sidney Poitier zur Verfügung gehabt. Als Richard Roundtree in "Shaft" die Szene betrat, löste das ein wahnsinniges, wildes Fieber aus. Alle wollten das kopieren." "Heutzutage haben wir nur eine Handvoll Schauspieler, die eine derartige Rolle spielen können", fährt Singleton fort. "Sam Jackson war unter ihnen einsame Spitze. Shaft ist cool, modern - eben ein Mann, der sich in mehreren Welten mit Leichtigkeit bewegt. Er findet sich sowohl innerhalb der oberen als auch der unteren Schichten gleichermaßer gut zurecht. Die Figur war ursprünglich genau so gedacht, und das bringt Sam jetzt voll zur Geltung." Samuel L. Jackson meint: "Zuerst sah ich den Original-'Shaft' in Atlanta, als ich auf dem College war, und es war ein erstaunliches Erlebnis für mich. Es war das erste Mal, dass ich jemanden sah, der so aussah wie ich, so klang wie ich, sich anzog wie ich es immer tun wollte, und der einen Helden spielte. Er war unser erster wirklicher Held. Es ging um 'Black Pride' - und er war sehr stolz. Er war stark, er war smart und furchtlos. Er hatte die Kraft und sogar das Ego, das wir alle gerne haben wollten." Als Richard Roundtree die Titelrolle im Original-Film "Shaft" bekam, hatte er zuvor lediglich in einem Film eine kleine Nebenrolle gespielt. "Ich hatte keine Ahnung, was es bedeutete, in einem Film die Hauptrolle zu verkörpern", sagt Roundtree heute. "Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und begann zu schwimmen. Und dann ein so sensationeller Erfolg - es traf mich völlig unvorbereitet. Man kann getrost behaupten, dass dieser Film mein Leben verändert hat." Vanessa Williams spielt die Polizeidetektivin Carmen Vasquez in einer toughen, actionreichen Rolle, die sich stark von den meisten ihrer vorangegangenen Rollen unter-scheidet. "Die riesige Karotte, die man vor meiner Nase baumeln ließ, war die Chance, mit Sam zu arbeiten", berichtet sie. "Das war die große Verlockung. Er ist wahrscheinlich der am härtesten arbeitende Mann im Showbusiness. Er ist ein Kenner der Kunst des Filmemachens, und er hatte jeden Tag so viel zu geben. Es war wunderbar, ihm dabei zuzuschauen, denn er fühlt sich vor der Kamera zuhause und weiß genau, was er tut." Als Carmen verkörpert sie eine Figur, die - hartgesotten und street-smart - als Shafts Berufskollegin auch ihre Unterstützung einbringen soll. Carmen ist diejenige, die Shaft normalerweise beruhigt, wenn seine Wut und seine aufwallenden Emotionen außer Kontrolle zu geraten drohen. "Sie ist nicht etwa die ewig nörgelnde Ehefrau", erklärt Williams, "aber auch sie ermüdet gelegentlich angesichts seiner Versuche, immer alles auf eigene Faust regeln zu wollen. Sie lässt ihn gewähren, rollt aber dennoch mit den Augen und meint, Okay, damit habe ich es also zu tun ..." Jeffrey Wright, der für seine Darstellung in dem Theaterstück "Angels in America" mit einem Tony ausgezeichnet wurde, spielt Peoples Hernandez, einen dominikanischen Drogen-Dealer. Er hat sich innerhalb der dominikanischen Gemeinde in New York intensiv auf die Rolle vorbereitet und sich sogar einen makellosen dominikanischen Akzent angeeignet. "Peoples ist auf einem schlechten Weg zum Erfolg gefangen", mein Wright. "Meiner Meinung nach hat er sich in die furchterregende Seite des amerikanischen Traumes verstrickt. Meine Figur tut böse Dinge, aber die Ursache dafür ist die Tatsache, dass Peoples Gier nach Materialismus in die Falle gegangen ist." Die Schauspieler profitierten allesamt von den wertvollen Tips, die ihnen Detektiv Calvin Hart aus dem Jersey Police Department gab; er stand den Filmemachern als technischer Berater zur Seite. Da sich Samuel L. Jackson bereits auf ähnliche Weise auf seine Rolle in Verhandlungssache vorbereitet hatte, konzentrierte sich Hart vor allem auf Vanessa Williams: Sie besuchte mit ihm das Morddezernat, in dem er arbeitet, er stellte ihr seine weiblichen Kolleginnen vor und machte mit ihr "Stadtrundfahrten" durch Gegenden, in denen das Verbrechen wie eine Seuche grassiert. "Ich habe ihr gezeigt, wo die Drogen-Deals durchgezogen werden", berichtet er, "und habe ihr beigebracht, durch welche kleinen Gesten sich die Kriminellen verraten." Außerdem zeigte er ihr, wie männliche und weibliche Polizisten zusammenarbeiten, und wie die Anwesenheit einer Frau auf die oft unbeherrscht-wütenden männlichen Kollegen beruhigend wirken kann. Gemeinsam mit Wright machte Hart eine Tour durch die dominikanisch geprägten Gegenden in Jersey City - das führte so weit, dass sich Wright bei einem dominikanischen Barbier die Haare schneiden ließ. "Jeffrey war bei der Recherche einfach großartig", erzählt Hart. "Er nahm die Gespräche der Leute auf der Straße wegen ihres Akzents auf Band auf; auch die ganze Umgebung und die Eigenheiten hat er aufgesogen wie ein Schwamm." Auch der gebürtige Brite Christian Bale mußste sich einen neuen Akzent zulegen: den Zungenschlag eines betuchten New Yorkers, der eine hartherzige und gewalttätige Verhaltensweise kultiviert. Bale hatte sich bereits für seinen vorhergehenden Film American Psycho eine ähnliche Sprechweise angewöhnen müssen und entwickelte sie nun für Shaft weiter. Er behielt diesen Akzent sogar zwischen den Szenen bei, während er sich am Set mit den Filmemachern und Schauspielkollegen unterhielt. "Sicherlich haben die Leute gedacht, oh Gott, wieder so ein Schauspiel-Wichser, wie üblich", lacht Bale. «Aber für mich hat es so einfach besser funktioniert, wenn ich den Akzent die ganze Zeit beibehielt. Wenn die Kamera erst einmal läuft, will ich nicht über meinen Akzent nachdenken müssen - sonst verbringt man die halbe Zeit damit, sich Sorgen zu machen, ob es auch richtig klingt. Deswegen habe ich auch nach dem Schnitt einfach so weitergeredet, den ganzen Tag lang." Die Australierin Toni Collette, dem US-Publikum bestens bekannt durch ihre Oscar-nominierte Rolle als Mutter in The Sixth Sense, spielt hier Diane Palmieri, eine italienisch-amerikanische Kellnerin, die um ihr Leben fürchtet, da sie Zeugin eines gewalttätigen Mordes wurde und nun auf der Flucht ist. "Was mir am Charakter von Diane besonders gefallen hat, war ihr emotionaler Kern", erklärt Toni Collette. "Sie ist überaus unvollkommen. Sie mag sich selbst nicht, und das verändert sie auf jeder Ebene, denn was inwendig geschieht, wird sich natürlich auch äußerlich auf verschiedene Arten manifestieren. Im Grunde wird sie vom Leben selbst abgeschnitten. Als Shaft auftaucht, ist sie völlig eingeschüchtert. Ihre Beziehung zu ihm beginnt in einem Sumpf von Misstrauen. Er mußs sie erst dazu bringen, ihm zu vertrauen, zu glauben, dass er ein aufrechter Mensch ist und dass er die richtigen Dinge tun möchte." In der Schlüsselrolle des Rasaan, Shafts mit allen Wassern gewaschenen Kumpel, sehen wir den Rap-Impresario Busta Rhymes. "Ich bin Shafts rechte Hand", erzählt er, "und ich verkörpere genau das, was Shaft nicht sein kann, da er ein Bulle ist. Shaft mußs die Dinge auf geradlinige Weise angehen, er mußs die legalen Prozeduren befolgen, wenn er Verbrechen aufklärt und mit den harten Jungs und Gaunern umgeht. Rasaan aber kann ihm dabei auf unorthodoxe Weise beistehen und einfach nach dem Gesetz der Straße handeln. Das wiederum ermöglicht es Shaft, seinen Job viel effizienter zu erledigen." Nachdem er sich in der Musikindustrie schon lange etabliert hatte, konzentrierte sich Busta Rhymes stärker auf die Schauspielerei und war u. a. bereits in Filmen wie in "Higher Learning - Die Rebellen", "Who?s the Man?" sowie in anderen Kino- und TV-Filmen zu sehen. "Das ist eine Riesenchance für mich", meint er. "Ich möchte den Leuten nur beweisen, dass Busta Rhymes auf jeder Ebene wirklich viel zu bieten hat. Meine Erfahrung mit diesem Film hat mich auf dem Weg zu meinem Ziel definitiv ein großes Stück weiter gebracht." Regisseur Gordon Parks, der den Original-Film schuf und von Generationen von Filmemachern bewundert wird, hat in Shaft einen Cameo-Auftritt. "Gordon Parks ist für mein Leben eine Inspiration, ein Vorbild gewesen", erzählt Regisseur Singleton. "Es war mir sehr wichtig, ihn in diesem Film zu haben." Parks Auftritt - man sieht ihn an einem Tisch sitzend in einer Sequenz in der Lenox Lounge in Harlem - ist eigentlich ein Echo seiner Cameo-Rolle in dem Original-Film von vor 30 Jahren. Die Dreharbeiten fanden in den verschiedensten Stadtvierteln von New York City statt, darunter in Harlem, wo die historische und kürzlich wieder zum Leben erweckte Lenox Lounge als Shafts Lieblings-Kneipe und gleichzeitig als Symbol für das New York diente, das Shaft sein zuhause nennt. Die Restaurant-Bar, ein Klassiker in Harlem, ist ein Juwel der Art Deco-Periode aus dem Jahr 1939 und war einst Treffpunkt der schwarzen Prominenz von Billie Holiday bis Malcolm X. Nach einer langen Zeit des Verfalls wurde die Lenox Lounge in altem Glanz restauriert, pünktlich zur Produktion des Films. Jetzt ist das Lokal ein Glanzlicht in der sich rasant wiederbelebenden Geschäftsstraße Lenox Avenue, südlich der 125. Straße. Ein Block weiter liegt das neue Starbucks, eröffnet von Magic Johnson, und in Richtung 125. Straße liegt Harlem, U.S.A., das erste große Einkaufszentrum der Gegend. "Die Lenox Lounge ist ein sehr illustrer Ort", berichtet Produktions-Designerin Patrizia von Brandenstein, "und John Singleton wollte diese ikonenhafte Präsenz von Harlem miteinbeziehen. Das Lokal wurde gerade restauriert, und ich hatte meine Zweifel, ob man tatsächlich pünktlich zum Drehbeginn damit fertig werden würde. Sie haben es aber geschafft, genau im Zeitplan - mit ein wenig Hilfe von unserer Seite. Wir hatten großen Spaß dabei, ihnen bei der Instandsetzung des Lokals zu helfen." Die Außenansicht des Polizeireviers lag in der Bronx, und viele der Straßenszenen wurden in historischen Gegenden von Brooklyn gedreht: Vinegar Hill, Red Hook, Bedford-Stuyvesant und Crown Heights. Außerdem drehte die Crew auch auf der anderen Seite des Hudson River in Jersey City, New Jersey, wo ein baufälliges öffentliches Gebäude aus der Beaux-Arts-Ära dazu diente, die üppig ausgestatteten und dennoch verfallenden Innenräume des Polizei-Reviers darzustellen. Washington Heights, eine Gegend im Norden Manhattans, die nur sehr selten als Filmkulisse genutzt wird, war über mehrere Wochen hinweg Hauptdrehort von Shaft. Im Film ist daraus der Stadtteil geworden, der von dem kleinen dominikanischen Drogen-Zar Peoples Hernandez beherrscht wird. In Washington Heights leben tatsächlich sehr viele Dominikaner, die allmählich die deutschen und irischen Familien ersetzten, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Mietskasernen und Luxusappartments der Gegend lebten. Es ist eine vibrierende, sehr solidarisch eingestellte Nachbarschaft", sagt von Brandenstein. "Es gibt einen starken Zusammenhalt von Block zu Block. Die Menschen in der 156. Straße kennen Leute in der 157. Straße, die wiederum Leute in der 159. Straße kennen. Wir konnten diese Gegend wirklich intensiv nutzen, sowohl die Appartment-Häuser als auch die Geschäfte, außerdem die Schule, an der Diane Palmieri unterrichtet." "Es war ein gutes Gefühl, dort zu drehen, denn die Menschen in Washington Heights waren sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Sie waren so freundlich, unser ständiges Kommen und Gehen gutmütig zu ertragen." Manche Innensequenzen, besonders die Wohnungen von Rasaan und von Peoples, wurden in den Lagerhallen von Bedford Armory in Brooklyn gefilmt - diese Hallen sind größer als die meisten Hollywood-Studios. "Ich wollte dem Publikum visuelle Indizien geben", sagt von Brandenstein, "indem ich die verschiedenen Familien und Verbindungen sozusagen nach Farben gruppiert habe, damit die Zuschauer dem sich sehr schnell entwickelnden Plot folgen können. Es gibt Szenen, die emotional gesehen an eine bestimmte Farbskala geknüpft sind. Rasaans Warmherzigkeit zum Beispiel, und die fast sprichwörtliche Hitze seiner karibischen Heimat werden in den Farben und Formen seiner Umgebung reflektiert: strahlende Gelb- und Gold-Töne, Grün und Purpur. Die Farben in Peoples Wohnung wiederum zeigen einen dominikanischen Einfluss, besonders das tiefe Rot der dominikanischen Flagge." Eines der Schlüsselelemente des Films ist Samuel L. Jacksons Look als Shaft. "John Shaft ist DER Mann", erklärt Kostüm-Designerin Ruth Carter. "Er ist der Mann, den die Frauen wollen und den die Gauner fürchten. Er ist es einfach. Ich mußste Sam in diesem Punkt nicht besonders herausheben, denn als Schauspieler ist er schon ganz oben; aber ich wollte sein Talent zusätzlich betonen mit einem smarten, ausgefeilten Look, der nicht unnahbar, aber doch bedrohlich wirken sollte." Absolut unverzichtbar für die Gestaltung dieses Looks war der renommierte Designer Giorgio Armani, der sich schon früh dem Produktionsteam angeschlossen hatte, um Jacksons Garderobe eine hochklassige, elegante Note zu verleihen. Shafts Markenzeichen sind die phantastische Passform und der tadellose Sitz seiner Anzüge, seine Zweireiher, seine glänzenden Lederjacken und Rollkragenpullover. Armanis Entwürfe sind für Shaft einfach perfekt und entfalten sowohl im grimmigen Straßenalltag als auch in würdevollen Gerichtssälen ihre volle Wirkung. Giorgio Armani selbst sagte zu Samuel L. Jackson während der Arbeit an der Filmgarderobe: "Ich entwerfe die Kleidung. Du lässt sie cool aussehen." Die Dreharbeiten von Shaft begannen Ende September 1999 und dauerte,
bis Januar 2000. In den verschiedenen Gegenden, in denen gedreht
wurde, waren die Anwohner ausnahmslos zuvorkommend und hilfsbereit,
besonders gegenüber Richard Roundtree, der für die
afro-amerikanische Bevölkerung noch immer eine wahre
Kult-Ikone ist. "Es kommt noch heute vor", lacht Roundtree, "dass
ich irgendeine Straße in New York entlanggehe, und
plötzlich rufen die Menschen ganz laut "Shaft!" Mir wird so
viel Zuneigung zuteil, es ist einfach unglaublich."
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