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"Ready? Okay?" Peyton Reed, in den USA als Regisseur von Musikvideos und zweier TV-Remakes von Disney-Klassikern bekannt geworden, gefiehl das Drehbuch, das eine frische, unverbrauchte Thematik zu präsentieren verstand. "Jessica Bendingers Skript gefiel mir", erklärt Reed, "weil es sich dieser ganz speziellen fanatischen Welt des Cheerleadings annahm. Man mag ihre Figuren, fiebert schließlich sogar mit ihnen mit." "Girls United ist kein weiterer Teeniefilm über Jungs, die zu den Girls unter die Decke kriechen wollen, oder über das Dilemma, von wem man zur Abschlussfeier, zur Prom, ausgeführt wird", bemerkt Reed. "Es war eine Herausforderung, aus Figuren, die üblicherweise als Heliumhirne oder Lachnummern dargestellt werden, sympathische, lebensnahe Persönlichkeiten zu machen. Unsere Perspektive auf die Welt des Cheerleading - in ihrer ganzen rivalisierenden und mitunter auch boshaften Pracht - ist eine der Zuneigung." Drehbuchautorin Jessica Bendinger faszinierte diese Welt schon seit Jahren. "Im Gegensatz zu populären Gerüchten, war ich selbst kein Cheerleader auf der High School", rückt Bendinger die Dinge zurecht. "Nachdem ich in der achten Klasse einmal für ein Football-Team kleiner Knirpse Cheerleader spielen durfte, endete meine Karriere auch schon." Seitdem der US-Kabelsender ESPN Mitte der achtziger Jahre Meisterschaften im Cheerleading zu übertragen begann, wurde Bendinger zum loyalsten Zuschauer. Während sie für MTV-News arbeitete, begeisterte sie sich für die Idee, über die nationalen Ausscheidungen im Cheerleading eine Dokumentation zu drehen, stieß dabei aber auf wenig Gegenliebe. Als sie sich später dem Drehbuchschreiben zuwandte, fragte sie ihr Agent nach ihrer größten Leidenschaft. Mit Bendingers Antwort war das Projekt Girls United geboren und Produzent Marc Abraham mußste zu seiner Unterstützung nicht lange überredet werden. "Dies ist keine Demokratie, sondern eine Cheerokratie" Die Filmemacher sind über ihr Ensemble an jungen Darstellern glücklich, das von Kirsten Dunst als Torrance Shipman, Captain des Cheerleading-Teams, angeführt wird. Reed schwärmt: "Ihr komödiantisches Timing und ihre Instinkte sind großartig, und die Zusammenarbeit mit ihr war so unkompliziert. Für Kirstens Figur bestand die Gefahr, relativ unsympathisch zu wirken. Doch sie hat ihr eine verletzliche, liebenswerte Note verliehen. Deshalb ist ihr Wunsch nach Erfolg auch der unsere."Dunst, die mit sieben Jahren in Woody Allens Episode aus "New Yorker Geschichten" (1989) vor Filmkameras debütierte und dann als Schützling von Tom Cruise zu den Entdeckungen von "Interview mit einem Vampir" (1994) zählte, war für die Schülerin Torrance die ideale Besetzung. Ausschlaggebend für ihre Zusage war das Thema des Films und der Enthusiasmus seines Regisseurs Peyton Reed. "Ich habe die Cheerleading-Programme auf ESPN immer mit Freunden angesehen", erinnert sich Dunst. "Eine Freundin von mir ist selbst Cheerleader, deshalb hat mich der Stoff von Beginn an fasziniert. Er bot mir eine aufregende Rolle und zeigte eine Welt, die man so noch nicht kannte." Obwohl Dunst anfangs befürchtete, dass der Film Cheerleader nicht gerade in einem günstigen Licht zeigte, ließ sie sich schließlich vom positiven Gesamteindruck des Drehbuchs überzeugen. "Tatsächlich steht unser Film dieser Welt ausgesprochen wohlwollend gegenüber", erzählt die junge Darstellerin. "Cheerleading ist wirklich ein Sport, an dem talentierte und hart an sich arbeitende Athleten teilnehmen. Bei dieser Mischung aus Tanz und Turnen mußs man viel trainieren und großes Engagement zeigen." "Cheerleader finden in unserem Film längst verdiente Anerkennung", betont auch Dunst' Kollegin Eliza Dushku. "Wir mußsten uns in einem vierwöchigen Trainingscamp auf unsere Rollen vorbereiten - reinste Knochenarbeit." Dushku spielt in Girls United die zynische neue Schülerin Missy Pantone, die Torrance und ihre Cheerleader-Truppe anfangs verachtet, am Ende aber selbst ein begeistertes Mitglied der Toros wird. Die junge Schauspielerin kennt man als Sarah Michelle Gellars Rivalin aus der TV-Serie Buffy und als temperamentvolle Tochter von Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis aus James Camerons True Lies (1994). "Eliza ist großartig", begeistert sich Regisseur Reed. "Ihrer Figur kommt große Bedeutung zu, denn sie repräsentiert das Publikum. Man mußs davon ausgehen, dass mancher Zuschauer unseres Films Cheerleader eigentlich verachtet, deshalb müssen die Charaktere Vertrauen aufbauen und dieses Vorurteil korrigieren. Genau diese Wandlung hat Eliza perfekt vermittelt." Schon beim Casting zeigte Dushku eine respektlose Einstellung, die ihrer Figur absolut entsprach, wie sich Reed erinnert. "Ich kannte sie schon aus Buffy. Da betrat dieses knallharte Mädchen den Raum, lümmelte sich auf einen Stuhl und sah aus, als wäre sie gerade erst aufgewacht und völlig desinteressiert, ob sie nun die Rolle bekäme oder nicht. Wir haben sie später noch einmal vortragen lassen, und sie war einfach Missy." Als der erste Trainingstag im Camp zu Ende ging, zeigte sich Dushku schon geläutert und gab ihrer Begeisterung bereitwillig Ausdruck. "Ich erfüllte keine der Voraussetzungen, die man für diesen Film mitbringen mußste", erinnert sich Dushku. "Hatte keine nennenswerten Erfahrungen im Turnen, Tanzen oder auch Cheerleading. Ich stellte mich mit der Einstellung vor, dass ich zwar kein Cheerleader bin, aber wenigstens ein bisschen Yoga zeigen könnte. Ich glaube, diese Haltung hat mir schließlich die Rolle eingebracht. Eine Freundin in der High School war Captain der Cheerleader. Das war cool, aber meine anderen Freunde und ich gingen immer zu den Football-Spielen, um uns über die Cheerleader lustig zu machen. Wir hielten sie für kichernde Hohlköpfe, ganz sicher nicht für Sportlerinnen." Nachdem Dushku aber als Missy besetzt war, zeigte sie ein anderes Gesicht. "Niemand arbeitete härter als sie", lobt Regisseur Reed. "Sie freundete sich mit ihren Ausbilderinnen an, bewies schließlich bei den Choreographien solches Geschick, dass wir für sie nur in einer einzigen Szene ein Double benötigten." Missys Bruder Cliff passt sich nicht so leicht an wie seine Schwester und hat überdies Cheersex mit ihrer neuen Freundin Torrance. Jesse Bradford, zuletzt aufgefallen in James Ivorys Drama "Zeit der Jugend" (1998), spielt ihn. "Cliff ist neu an der Schule und ein Einzelgänger", beschreibt Bradford seine Figur. Niemand ist überraschter als er selbst, als sich Torrance für ihn zu interessieren beginnt." Ähnlich erstaunt über ihre wachsende Zuneigung zu diesem smarten und witzigen Außenseiter ist auch Torrance. Sie ist davon fasziniert, schreckt aber auch davor zurück. "Sie ist ein beliebter Cheerleader, und er hat praktisch keinen Freund", erklärt Bradford die Ausgangspositionen. "Als Menschen sind sie sich eigentlich sehr ähnlich, leben aber in unterschiedlichen Welten und fühlen sich doch voneinander angezogen, während sie sich mit sarkastischen Bemerkungen aufziehen." Torrances Konkurrentinnen Courtney und Whitney, die von Clare Kramer und Nicole Bilderback gespielt werden, sind beide gleichermaßen geschickt in Rückwärtssalti und Intrigen, um Torrance, ihren neuen Captain, aus dem Amt zu heben. "Diese Charaktere sind einfach konsequente Miststücke", outet sich Reed mit einem Lachen. "Wenn wir sie zum ersten Mal sehen, machen sie sich an den Freund von Torrance ran. Dann sind sie sauer, als sie Captain wird. Sie kommen unseren Vorstellungen von miesem Verhalten einfach am nächsten." "In den Augen meiner Mitmenschen ist Courtney das Luder der Truppe", erklärt Kramer, die als blonde Femme Fatale der Toros ihr Leinwanddebüt hat. "Ich dagegen finde, dass Courtney einfach immer genau weiß, was richtig ist, und warum sollten andere nicht von diesem überlegenen Kenntnisstand profitieren." Courtneys solidarisch intrigante und arrogante Freundin Whitney verkörpert Nicole Bilderback, die man aus den Teenkomödien "Ich kann's kaum erwarten" (1998) und "Clueless - was sonst?" (1995) kennt. "Unsere Figuren sind einfach unfreundlich", fügt Bilderback hinzu. "Gelegentlich tauen sie etwas auf, und Cheerleading ist wirklich ihre Passion. Aber alles mußs immer nach ihrem Willen gehen." Die größten Herausforderer der Toros bei den US-Meisterschaften im Cheerleading sind die Clovers. Deren Captain Isis spielt Gabrielle Union, die zuletzt in 10 Dinge, die ich an dir hasse (1999) und Eine wie keine (1999) zu sehen war. "Beide Team-Leader halte ich für ähnliche Typen", begründet Reed seine Wahl. "Sie müssen als Anführerinnen große Verantwortung tragen und sich einigen heiklen Situationen stellen. Meiner Ansicht nach lag der Schwerpunkt unserer Geschichte nicht auf dem Aspekt der Hautfarbe, sondern auf zwei talentierten und entschlossenen Athletinnen. Ich dachte an Magic Johnson und Larry Bird, als sie auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren waren. Der eine war ein Weißer, der andere ein Schwarzer. Aber darum ging es nicht, sondern nur um zwei wunderbare Sportler, die mit allem Engagement spielen wollten." Sowohl Dunst als auch Union brachten Erfahrungen als Cheerleader mit, als sie für Girls United besetzt wurden. "Ich habe als Schülerin mitgemacht", erinnert sich Dunst lachend, "weil ich zur coolen Clique gehören wollte, aber eigentlich immer am Arbeiten war. Cheering in der ambitionierten und anstrengenden Form, wie es im Film zu hören ist, betrieben wir aber nicht. Wir beschränkten uns auf anspruchslose, nur wenige Worte umfassende Anfeuerungsrufe wie 'Vorwärts Team' oder 'Wir haben Kampfgeist'". Unions Erfahrungen sind ähnlicher Natur. Auch sie war Cheerleader in der achten Klasse, "wo Talent nicht erforderlich war, sondern es nur um Popularität ging. Isis steht voll und ganz zu ihrer Truppe und zu ihrem Umfeld", beschreibt Union ihre Figur. "Sie ist schon ein Kontrollfreak, ist sehr ehrgeizig und zielorientiert. Als sie mitbekommt, dass Konkurrenten die Choreographien und Anfeuerungen ihrer Gruppe verwenden wollen, wird sie sauer, zieht Organisation und Training so an, dass die Clovers zum ersten Mal bei den Meisterschaften gegen die Toros antreten können. Unser Film ist der erste, in dem Cheerleading wirklich als Sport, nicht als bloße Parade einiger flippiger Girls gezeigt wird", kommentiert Union. "Unsere Geschichte enthüllt, welches Maß an Athletik und Engagement Cheerleading erfordert." Obwohl Cheerleading von vielen für eine ausschließlich weibliche Domäne gehalten wird, betreiben auch die Jungs diesen Sport. Girls United zeigt damit erstmals, was an vielen High Schools und Colleges im Land längst allgemein üblich ist. "Als wir für unsere Recherche herumfuhren", erinnert sich Regisseur Reed, "entdeckten wir, dass gemischte Teams im College die Regel sind und sich auch die High Schools zunehmend dieser Entwicklung anschließen. In einigen der Teams spielten die Jungs im Herbst Football und gehörten außerhalb der Saison Cheerleading-Gruppen an. Das war eine echte Überraschung für uns." Zu den männlichen Mitgliedern der Toros gehört auch Nathan Wests lustgesteuerte Figur Jan, der die Aussicht genießt, wenn er weibliche Teammitglieder zum Himmel hebt, aber auch Huntley Ritters Charakter Les, bei dem dies eben nicht der Fall ist. Bevor Ritter für den Film besetzt wurde, war der ganze Kult um das Cheerleading relativ spurlos an ihm vorbei gegangen. "Ich habe an der High School Sport getrieben. Aber Cheerleader waren immer weiblich", blickt Ritter zurück, der sich mit der TV-Serie "Redemption High" und der Soap "The Bold and the Beautiful" einen ersten Namen machte. "Als ich dann im Büro meines Agenten das Drehbuch las, entdeckte ich diese ganze Subkultur des Cheerleading, in der es eigene Regeln, Sprache und Traditionen gibt." Kollege Nathan West erging es ähnlich. "Was ich über Cheerleading wusste, beschränkte sich vor diesem Film darauf, dass ich beim Sport in der High School davon angefeuert wurde und ich so leichter zu Verabredungen kam. Jetzt bin ich selbst ein Cheerleader", führt West weiter aus, "und habe eine Traumrolle. Denn Jan ist selbstbewusst, frech, liebt, was er tut, und natürlich die Frauen. Wenn ihm die Footballer dafür zu sehr ihre Verachtung zeigen, rückt er gleich ihre Köpfe zurecht." Die Toro-Truppe komplettieren Tsianina Joelson als Darcy, das reiche Mädchen, das es genießt, den anderen ihren ganz speziellen Wortschatz vorzuführen, und schließlich Rini Bell als naive Kasey, die Jüngste im Team. Joelson war Co-Moderatorin des MTV-Fitness-Programms "The Daily Burn", außerdem 1997 amerikanische Fitness-Königin und wurde vom Rolling Stone in der "Hot 100"-Ausgabe mit dem Ehrentitel "Heißester Körper" geadelt. Rini Bell besuchte Schauspielschulen in Paris und New York und war zuletzt als Carla in der College-Komödie "Roadtrip" (2000) zu sehen. Zu den Clovers gehören neben Gabrielle Union drei Mitglieder des HipHop-Trios Blaque. Natina Reed spielt Jenelope, Shamari Fears Lava und Brandi Williams LaFred. Alle Sängerinnen geben mit Girls United ihr Leinwanddebüt. Das erste Album des Trios, das von Lisa "Left Eye" Lopes von TLC protegiert wird, erreichte auf Anhieb Platin. Nach einer Tour mit N'Sync und TLC arbeitet die Gruppe derzeit an ihrem zweiten Album. In die Welt des Cheerleading einzutauchen, fiel den drei jungen Frauen leicht. "Auch auf der Bühne tanzen wir sehr viel", erläutert Brandi Williams, "deshalb stellte dieser Aspekt kein so großes Problem dar. "Wirklich hart", fügt Shamari Fears hinzu, "waren nur bestimmte, vorgeschriebene Bewegungsabläufe, die Hebefiguren, Pyramiden und die steife Haltung beim Cheerleading." Für alle drei erfüllte sich mit ihrem Leinwanddebüt ein lang gehegter Traum, der nach Möglichkeit eine Fortsetzung erleben soll. Nicht zuletzt, weil Regisseur Reed ihnen den Einstieg erleichterte. "Peyton teilte uns seine Wünsche präzise mit", erklärt Fears, "er nahm uns jede Anspannung." Den Sängerinnen erschien es besonders wichtig, dass Girls United auch ihren Fans gefiel. "Ich glaube, sie werden den Film lieben", blickt Williams in die Zukunft, "schließlich sind wir eine Teen-Gruppe, die Spaß haben will und spielen in einem Teen-Film Teenager. Und Negatives sieht man von unseren Charakteren nicht. Unser Film vermittelt positive Werte und Einstellungen, und hoffentlich werden unsere Fans das auch respektieren und lieben." Reed gefiel im Film auch die Figur Sparky Polastri - ein Choreograph mit zweifelhaftem Ruf, an den sich Torrance wendet, als sich Anfeuerungen und Choreographien ihres Teams als Plagiate herausstellen. "Ich hatte mit dem Improvisationskomiker Ian Roberts schon zusammengearbeitet", erzählt Reed, "und bat ihn, sich dem Film anzuschließen. Am Background dieser Figur haben wir zusammen herumgefeilt. Sparky sollte eine Art Möchtegern-Bob-Fosse sein, sich anziehen wie er, aussehen wie er, aber es, im Unterschied zu ihm, nie zum Broadway als Choreograph geschafft haben. Seine Träume haben sich also reduziert auf die Choreographie von Cheerleader-Auftritten. Sparky ist die verbittertste Figur des Films, zornig und ständig am Pillenschlucken. Immer wieder bietet er die gleichen langweiligen, altmodischen Choreographien an, die er verbotenerweise auch an mehrere Teams verramscht." Drehbuchautorin Jessica Bendinger, die bei der Recherche über diese Welt viel Zeit investierte, wollte ihre Geschichte immer mit Humor, aber auch Achtung vor ihren Charakteren erzählen. "Wie bei jeder High School-Clique ist schriller, spottender Humor in deren Porträtierung der einfachste Weg, um schnell einen Lacher zu bekommen", erläutert Bendinger ihren Ansatz. "Aber ich respektiere diese Kids wirklich. Sieht man sich heute Teenager im Film oder im realen Leben an, wirken sie sehr zynisch, und das aus gutem Grund. Sie sind einem Maximum an Informationen ausgesetzt und es scheint angesagt zu sein, sich blasiert zu geben. Aber dann gibt es noch diese kleine Bastion in der Teenkultur, in der noch unverfälschter Enthusiasmus herrscht. Diese Kids genießen diese Nische, die es ihnen ermöglicht, ohne schlechtes Gewissen totale Begeisterung zu zeigen." "Wir sind Cheerleader, wir sind Cheerleader!" Allen Schauspielern lag sehr daran, die vom Drehbuch geforderten Schrittfolgen und Choreographien selbst ausführen zu können. Einen ganzen Monat lang trainierten die Akteure deshalb mit Trainer-Veteran Ray Jasper, mit Choreographin Ann Fletcher und deren Hip-Hop-Kollegen High Hat."Es war wie in einem militärischen Ausbildungslager", erinnert sich Reed. "Ray Jasper fungierte auch als technischer Berater in allen Fragen, die sich zu Regelwerk, Traditionen und Abläufen beim Cheerleading stellten. Als wir aus allen Landesteilen zusätzliche Cheerleader für unseren Film rekrutierten, war Ray immer dabei." Laut Reed setzt sich jede Cheerleader-Gruppe im Film aus acht Schauspielern und zwölf echten Cheerleadern zusammen. "Ich legte großen Wert darauf", so der Regisseur, "dass diese Einheiten wirklich synchron und die Bewegungsabläufe fließend wirkten. Wir konnten uns glücklich schätzen, einige der besten Cheerleader des Landes für diese Gruppen zu engagieren, die in der Trainingsphase Kirsten, Eliza, Gabrielle und all die anderen zu motivieren halfen. Wenn einer der Darsteller die schwierigen Bewegungen beherrschte, riss das auch mich mit. Man sieht den Schauspielern ihr Engagement an. Wenn ich mir Girls United anschaue, fällt es sogar mir schwer, die Profis von den Akteuren zu unterscheiden." Für Reed, der in seiner Schulzeit Cheerleader nur aus der Entfernung angestarrt hatte, verband sich mit der Beschäftigung mit dieser Welt ein beträchtlicher Lernprozess. "Cheerleader scheinen ständig für ihre Auftritte zu üben, trainieren permanent ihre Armbewegungen, ob sie nun auf dem Rasen oder in der Cafeteria-Schlange stehen oder mit Freunden die Gänge hinunter laufen. Uns fiel auf, dass es einen Takt, einen Rhythmus gibt, nach dem sie nicht nur anfeuern, sondern auch leben. Wir haben versucht, dies auch in unserem Film sichtbar werden zu lassen." Neben diesem ureigenen Rhythmus gibt es auch eine spezielle Sprache, ein spezifisches Vokabular, das außerhalb der Cheerleader-Gemeinde kaum jemand versteht. "Diese verbalen Eigenheiten zu lernen, gehörte zu den Begleiterscheinungen in der Vorbereitung für den Film", gibt Reed heute zu. "Für Jessica, die Jahre mit ihrem Drehbuch gelebt hatte, war diese Sprache schon ins Blut gegangen. Ich dagegen hatte einiges aufzuholen und mußste mich von einem gedruckten Cheerleading-Ratgeber der National Federation einweisen lassen." Wer präzise Definitionen für ausgefallene Begriffe wie "stunting" (Sammelterminus für besondere Bewegungen, vor allem auch Salti), "liberty heel stretch" (die Girls werden von den Boys nur an einem Fuß hochgehoben) und "pinch a penny" (fragen Sie erst gar nicht) sucht, wird in diesen Broschüren fündig werden. "Zwei, vier, sechs, acht, Kalifornien ist eine Macht!" Um dem Rahmen für diese einzigartige Subkultur zu vervollständigen, fügten die Filmemacher kleine humorvolle Details hinzu. "Wir erfanden die etwas aus der Art schlagende Rancho Carne High School", so Peyton Reed, "in der die Footballer ein trauriger Anblick, die Cheerleader aber Landessieger sind."Und Huntley Ritter, der den Les spielt, ergänzt: "Jeder in der Schule unterstützt die Cheerleader, aber alle anderen Sportarten haben einen schlechten Stand. Viele der Jungs aus dem Cheerleading-Team würden normalerweise diese Sportarten betreiben, aber deren Teams sind einfach miserabel. Deshalb sind die Cheerleader die eigentliche Sensation der Schule." Die Suche nach dem richtigen Setting für die schöne Trainingshalle der Cheerleader stellte für die Filmemacher eine echte Herausforderung dar. "Wir schauten uns nach einem Gebäude um", erinnert sich Reed, "das schön und in bestem Zustand war und dem man hohe Investitionen ansah. Weil die Toros die Champions der Schule sind, floss alles Geld, das normalerweise für den Bau eines Football-Stadions aufgewendet werden würde, in wunderschöne Räumlichkeiten für die Cheerleader, die dort trainieren und sich schließlich auch präsentieren können." Nach einer längeren Suche fand man die Ideallösung in einer katholischen High School mit dem Namen "Our Lady of Peace". "Wie üblich reichten wir das Drehbuch der Schule zur Zustimmung ein, und anscheinend gab es Vorbehalte seitens der Nonnen bezüglich der Sprache und einiger Szenen", führt Reed weiter aus. "Deshalb postierte ich einen unserer Produktionsassistenten direkt an den Eingang, um die Nonnen während der Dreharbeiten gegebenenfalls auf Distanz zu halten." "Auf den Namen Rancho Carne (wörtlich: Fleisch-Ranch) kamen wir, weil wir in Kalifornien drehten und es dort so viele Kleinstädte und Wohnanlagen mit wunderschönen spanischen Namen gibt, von denen aber nur wenige wirklich die Bedeutung kennen. Wir entschieden uns", fährt Peyton Reed fort, "einige der Heimatstädte der Konkurrenz von Rancho Carne namentlich auszuschmücken. So kann man bei den Endausscheidungen über die Lautsprecher die absurdesten Namen wie etwa "Mesa de Pollo" (Hühnertisch) hören." "Wir lieben Peyton, das tun wir, wir lieben Peyton, was denkt ihr?" Die Chancen des Films beim Publikum fasst Nicole Bilderback optimistisch zusammen: "Girls United ist sehr witzig, hat gute Dialoge und etwas von einer schwarzen Komödie. Es geht darin nicht nur um Cheerleading. Unser Film spricht jeden an, und ich glaube, dass er den Zuschauern Spaß machen wird."Und West fügt ein wenig
ironisch hinzu: "Ich glaube, es ist eigentlich meine Figur, die dem
Publikum vermittelt, worum es beim Cheerleading tatsächlich
geht. Am Ende mancher Filme sagen sich vielleicht einige Zuschauer,
dass es cool sein könnte, FBI-Agent zu sein. Mein Ziel aber
ist, dass die Leute aus dem Kino gehen und Cheerleader werden
wollen."
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