Lust auf Anderes

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Lust auf Anderes
Titel Frankreich: Le gout des autres
Genre: Komödie
Farbe, Frankreich, 2000

Kino Deutschland: 2000-11-09
Kino Österreich: 2000-11-24
Laufzeit Kino: 112 Minuten
Kinoverleih D: Tobis



Szenenfoto Das Leben in der Provinz: schön und schrecklich zugleich. Für eine kurze Zeit kreuzen sich die Wege unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Kreisen. Der schnauzbärtige Fabrikant Castella, sein misstrauischer Bodygard Moreno und sein melancholischer Chauffeur Deschamps müssen einige Wochen bis zu einem wichtigen Vertragsabschluss fast rund um die Uhr miteinander auskommen.

Die drei Männer haben nichts gemein, aber nach und nach entwickeln sie so etwas wie Verständnis füreinander, jeder von ihnen trägt sein emotionales Päckchen. Sogar zwischen dem eloquenten Pariser Eliteschulabsolvent Weber und dem bodenständigen Provinzfürsten Castella kommt es zur Annäherung. Aber da gibt es noch zwei Frauen, die das Leben komplizieren: Clara ist Theater-Schauspielerin und verdient ihr Geld als Englischlehrerin.

Szenenfoto Ausgerechnet bei Castella, der weder mit Sprachen noch mit Kultur etwas anfangen kann, sich dennoch auf seine alten Tage in die kunstbeflissene Lady vom anderen Stern verliebt und ihretwegen zum begeisterten Theaterbesucher wird. Die sinnesfrohe Manie jobt als Barkellnerin, handelt mit Haschisch und ist Objekt der Begierde von Deschamps und Moreno. Wie auch Moreno gibt sie sich cool und tough aus Angst, verletzt zu werden.

Und da ist noch der bunte, lockere und elitäre Theaterklüngel, der glaubt, Weisheit und "savoir-vivre" gepachtet zu haben. Jeder verschanzt sich erst einmal hinter seinen künstlichen Gefühlsmauern, fühlt sich dem anderen aus einer unbekannten Welt gegenüber unsicher. Und dann geschieht ein Wunder - trotz aller Gegensätze kommt man sich im Chaos der Gefühle näher und stellt fest: Auch der "Geschmack des Anderen" ist spannend, inspirierend und eigentlich gar nicht so fremd.


SzenenfotoDarsteller: Anne Alvaro (Clara), Jean-Pierre Bacri (Castella), Brigitte Catillon (Béatrice), Alain Chabat (Dechamps), Agnès Jaoui (Manie), Gérard Lanvin (Moreno), Anne le Ny (Valérie), Christiane Millet (Angélique), Wladimir Yordanoff (Antoine), Xavier de Guillebon (Weber), Raphael Defour (Benoit), Bob Zaremba (Fred)

Regie: Agnès Jaoui

Stab: • Produzenten: Christian Berard, Charles Gassot • Drehbuch: Agnès Jaoui, Jean-Pierre Bacri • Vorlage: - • Filmmusik: Jean-Charles Jarrell • Kamera: Laurent Dailland • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Francois Emmanuelli • Schnitt: Hervé de Luze • Kostüme: Jackie Stephens-Budin • Make Up: - • Ton: Jean-Pierre Duret, Dominique Gaborieau • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Beste Schauspieler, geschliffene Dialoge, Humor vom Feinsten und schräge Situationskomik garantieren französisches Kinovergnügen. Emotionale Überraschungen nicht ausgeschlossen. Prädikat: Intelligent, charmant und witzig.

Die Woche 2000-11-10: Regisseurin Agnés Jaoui, die mit ihrem Ex-Lover und Hauptdarsteller das Drehbuch verfasste, verzichtet generell auf Gemeinheiten, schrille Töne und grobe Überzeichnungen. Dafür entfaltet ihre an den Realismus des guten Woody Allen erinnernde Komödie den sanften Sog des Humanismus. Und den des Running Gags.

Cinema 2000-11: Bürgertum trifft Bohème: Ein dröger Fabrikant verliebt sich in eine intellektuelle Theater-Schauspielerin. Pointierter französischer Beziehungsreigen über eine wunderbar unmögliche Romanze.

Der Spiegel 2000-45: Also ganz kurz: "Les Jabac" (erstmals führt nun Agnès Jaoui auch regie) pflegen die typisch französische Art von Schauspielerkino, bürgerliche Sittensatire mit Boulevardtouch, stets eine Spur zu gefällig, doch stets gekonnt und elegant.

Rhein-Zeitung 2000-11-08: In Frankreich war dieser Film von Agnes Jaoul ein Riesenerfolg. Ihr ironisches Augenmerk auf die Bourgoisie und die Neureichen ist gespickt mit ausgefeilten Dialogen und lebt von starken Darstellerleistungen.

film-dienst 2000-23: Dialogreiche Gesellschaftskomödie, die angenehm leicht unterhält und sich als unaufdringliche intellektuelle Studie über die Zwänge und Chancen des Lebens entpuppt.

Stern 2000-46: Ein Spiel der Gegensätze: voller Zwischentöne und mit feinen Dialogen. Ein kleines, sehr französisches Juwel.

Rolf von der Reith (TV Today) 2000-23: Weise, leichtfüßige Fabel zwischen Bussi-Boheme und Gewerbegebiet.


SzenenfotoOscar®



SzenenfotoBemerkungen


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