Majestät brauchen Sonne

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • ZeittafelProduktionsnotizen • Interview mit Peter Schamoni • Filmplakat im Großformat

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Majestät brauchen Sonne
Genre: Dokumentarfilm
Farbe, Deutschland, 2000

Kino Deutschland: 2000-11-09
Laufzeit Kino: 95 Minuten
Kinoverleih D: Arthaus

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Kaufkassette: 2001-06-05
Laufzeit Video: 101 Minuten
Anbieter: Arthaus


Szenenfoto König George V. nannte ihn "den brillantesten Versager der Weltgeschichte". Er war der meistfotografierte und meistgefilmte Mensch einer Zeit, die nach der Fotografie gerade die bewegten Bilder entdeckte: Deutschlands letzter Kaiser Wilhelm II. (1859 - 1941).

Glückloser Romantiker oder barbarische Gefahr für die Menschheit? Dynastisches Monster oder eitler Pfau? Mit aufwendiger Digitaltechnik regenerierte Peter Schamoni umfangreiches Stummfilmmaterial und zeigt die verführerische Kraft einer umstrittenen Herrscherfigur, die für ihre spektakulären Medieninszenierung stets Sonne - eben das sprichwörtliche Kaiserwetter - brauchte.

Szenenfoto Fündig wurde Schamoni auf der Suche nach historischen Aufnahmen in einer Vielzahl europäischer Filmarchive. Dabei wird der "Hauptdarsteller" nicht nur bei offiziellen Zeremonien, Staatsakten, Denkmals-Enthüllungen, Reisen und Empfängen gezeigt, sondern auch in seiner Privatsphäre bei der Pflege seiner Hobbies und Marotten: mit seinen Dackelhunden, auf der Jagd, bei Segelregatten und Bordfesten auf seiner Yacht "Hohenzollern", die ihn von den norwegischen Fjorden bis nach Korfu führte.

Schamoni kontrastiert das beschwingte Globetrottertum des "Reisekaisers", der rund 200 Tage im Jahr von Bremen bis Konstantinopel, von Stockholm bis Syrakus, von Zürich bis Venedig unterwegs war, mit markanten Filmdokumenten des Kriegskaisers, die dessen problematische Position im 1. Weltkrieg zeigen.


SzenenfotoDarsteller: Mario Adorf (Sprecher Kommentar), Otto Sander (Sprecher Original-Zitate), Donald Arthur, Arthur Brauss, Salome Kammer

Regie: Peter Schamoni

Stab: • Produzenten: Peter Schamoni, Rob Houwer • Drehbuch: Peter Schamoni • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Mike Bartlett, Ernst Hirsch, Konrad Kotowski • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Thomas Krattenmacher, Carolin Rethfeld • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: Robert Jäger, Bert Koops, Manfred Schweizer • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Majestät brauchen Sonne ist eine aufregend authentische und unterhaltsame Dokumentation, Psychogramm eines schillernden, historisch und menschlich kaum zu packenden Faszinosums und gleichzeitig eine Hommage an die Anfänge der Kinematografie.

Der Spiegel: Ein Großportrait, wie es bislang undenkbar schien. Schamoni zeigt den 'brillantesten Versager der Weltgeschichte' keineswegs als Clown. Er lässt Mario Adorf einfühlsam den Kommentar sprechen und dazwischen originale Wilhelm II.-Texte majestätisch von Otto Sander vortragen.

film-dienst 2000-23: Sehr unterhaltsamer, sorgfältig zusammen gestellter Film, der nach vertont und mit ironisierendem Kommentar versehen wurde und auf psychologischer Ebene viel vom Wesen des Kaisers und seiner Epoche offenbart. Als zeitgeschichtliche Dokumentation ist er indes kaum von Wert, da die historischen Zusammenhänge bis auf wenige Andeutungen ausgeblendet werden und besonders die Rolle Wilhelms im Ersten Weltkrieg herunter gespielt wird.

Focus 2000-45: Aus historischen Archivaufnahmen entstand die Lebenscollage des letzten deutschen Kaisers. Dabei dokumentiert der Film nicht nur das Ende einer politischen Epoche, sondern auch den Anfang moderner Geschichtsschreibung in den bewegten Bildern von Kino und Fernsehen.

FAZ: Schamoni wollte keine Demontage dieser Persönlichkeit, die der Zeit schließlich im Wege stand (...) Er wollte das Labile und Fragile, das bedenklich Nervöse und fragwürdig Eitle eines von seiner Stellung überforderten Mannes darstellen (...) Allein schon das Singuläre dieser Aufnahmen rechtfertigt das Unternehmen.

Neues Deutschland: Ein Fund, den man als 'Ei des Columbus' bezeichnen kann. Filmmaterial, das die deutsche Geschichte dieses Jahrhunderts auf eine Weise erhellt, wie man es nicht für möglich gehalten hat.

Rhein-Zeitung 2000-11-08: Die Recherchen für diesen Dokumentarfilm waren für Regisseur Peter Schamoni umfangreich, historisches Filmmaterial mußste aufgearbeitet werden. Entstanden ist ein sehr unterhaltsamer und informativer Dokumentarfilm über Deutschlands letzten Kaiser.

Der Tagesspiegel: Wilhelm, so Schamoni, war Deutschlands erster Medienstar. Schließlich fiel in seine Regentschaft die Pionierzeit des Mediums Film (...) Der Kaiser als Popstar.

Cinema 2000-11: Peter Schamoni beschreibt den Weg von Wilhelm II. (1859 - 1941), Deutschlands letzter Kaiser und "der brillanteste Versager der Weltgeschichte".

Bunte: Kaiser wird Filmstar (...) ergreifendes Porträt des letzten deutschen Kaisers.

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