Dies ist die Geschichte des 25jährigen
Ertan Ongun, geboren und aufgewachsen in Kiel, seines Zeichens
Deutschländer und Kanake. Diesen Titel, einst ein gemiedenes
Schimpfwort, trägt Ertan stolz und mit Trotz.
In 13 Episoden verdichtet der
Film Stories aus der Welt der multi-ethnischen Migrantenkinder
jenseits der Fußgängerzonen. Ertan und seine Freunde
schonen weder sich noch andere. Freundschaft, Liebe und
Loyalität, aber auch Draufgängertum, Kriminalität
und schnelles Geld sind die Facetten ihres Lebens. Darsteller: Luk Piyes (Ertan Ongun), David
Scheller (Kemal Özalan), Tyron Ricketts (Mehdi Jamal), Oezlem
Cetin (Yonca Abdullah), Nadeshda Brennicke (Sandra Novak), Ercan
Durmaz (Attila), Murat Yilmaz (Zlatko), Andreas Hoppe (Kurt
Lorant), Hilmi Sözer (Pfandleiher), Sekou A. Neblett
(Farouk), Benno
Fürmann (Der Neue)
Regie: Lars Becker Stab: • Produzenten:
Thomas Häberle, Christian Becker • Drehbuch: Feridun
Zaimoglu, Dr. Bernhard Wutka, Lars Becker • Vorlage: Feridun Zaimoglu •
Filmmusik: Frank Wulff, Hinrich
Dageför, Stefan Wulff • Kamera: Hannes Hubach •
Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Marco Pav
D' Auria • Kostüme: Antje Gebauer, Anke Winckler •
Make Up: - • Ton: Heino Herrenbrück •
Toneffektschnitt: - • Stunts: - • Filmkritiken
Dirk Jasper: (CyberKino) In diesem Zusammenspiel von Poesie und härtester Realität zeigt "Kanak Attack" das Leben von Ertan, Kemal und Mehdi. Auf der Suche nach Selbstbehauptung in dieser extremen Welt werden sie zu Männern, bei denen der Spaß am Leben verdammt dicht neben Gewalt, Tod und Paranoia liegt. Blickpunkt Film: "Kanak Attack" ist modernes und hochaktuelles, packendes und rasantes Kino, das formal an Tom Tykwers Lola rennt erinnert, inhaltlich aber weit mehr an Substanz und Zündstoff zu bieten hat. Dies ist vor allem das Verdienst des Drehbuchs, einer Gemeinschaftsaktion von Regisseur Becker, Dr. Bernhard Wutka und Feridun Zaimolgu, dem Autoren der Vorlage. Der Tagesspiegel: dass in der deutschen Produktion ein frischer Wind weht, beweist auch Lars Beckers "Kanak Attack", ein politisch unkorrekter Gangsterfilm, der türkischstämmige Deutsche endlich aus der Opferrolle befreit und ihnen erlaubt, frech und herausfordernd aufzutreten. Ein wenig erinnert er an die vitalen, trashigen US-Blacksploitation-Filme der siebziger Jahre - jetzt ist Türksploitation angesagt. Kein mitleidiger Soziologenblick: Auch Minderheiten haben ein Recht auf Kriminalität.
film-dienst 2000-23: Entstanden nach einer um provokative Authentizität bemühten Migranten-Biografie, versucht der Film, den Rapp-Rhythmus der literarischen Vorlage mit optischem Mätzchen aufzugreifen, lässt dabei aber jede Distanz zu den Figuren vermissen. Ein eher Vorurteile bekräftigendes Bild der (kleinkriminellen) zweiten und dritten türkischen Migranten-Generationen, das auch durch den dramaturgisch geschickt vorangetriebenen Genre-Mix nicht aufgefangen wird. Björn Ahrens (TV Movie) 2000-24: Dank starker Kontraste knistert "Kanak Attack" gewaltig: Becker montiert ungeschönt authentische Milieustudie, knallharte Gangster-Thriller und lakonische Verlierer-Ballade kunstvoll zu Momentaufnahmen jenseits aller Klischees. Die jungen, aufregenden Darsteller geben den 13 Episoden der Geschichte ihren eigenen Rhythmus - vor extrem cool bis hitzig aggressiv. Spannender Mix. Cinema 2000-11: Im Leben des "Kümmeltürken" Ertan (Luk Piyes) dreht sich alles um Drogen, Kriminalität und Gewalt. Ein Drama voll bitterem Realismus, inszeniert nach dem Roman "Abschaum" von Feridun Zaimoglu. Kultur Spiegel 2000-11: 13 Episoden über Gestern und Regeln, über Mut und Stolz und darüber, dass Verlierer wenigstens eine Haltung brauchen. Bravo: In seinem ersten Kinofilm spielt Luk Piyes die Hauptrolle ... der "deutsche" Brad Pitt Olaf Schneekloth (TV Today)
2000-24: Wirkt wie ein unfertiges Experiment über den
Rhythmus der Straße.
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Dies ist die Geschichte des 25jährigen
Ertan Ongun, geboren und aufgewachsen in Kiel, seines Zeichens
Deutschländer und Kanake. Diesen Titel, einst ein gemiedenes
Schimpfwort, trägt Ertan stolz und mit Trotz.
Darsteller: Luk Piyes (Ertan Ongun), David
Scheller (Kemal Özalan), Tyron Ricketts (Mehdi Jamal), Oezlem
Cetin (Yonca Abdullah), Nadeshda Brennicke (Sandra Novak), Ercan
Durmaz (Attila), Murat Yilmaz (Zlatko), Andreas Hoppe (Kurt
Lorant), Hilmi Sözer (Pfandleiher), Sekou A. Neblett
(Farouk),
Filmkritiken
Süddeutsche Zeitung: So kennt man die urbane Jugend aus
den Filmen über amerikanische Großstädte, und an
diesem Vorbild orientieren sich Lars Becker und Feridun Zaimoglu
bei ihren Geschichten über jene multiethnischen
Kleinkriminellen, die in Deutschland die Straßengangs aus den
Ghettos ersetzen. So wie die kriminellen Aktionen der Jungs
zwischen Slapstick und ernsthafter Verbrecherlaufbahn schwanken, so
wechselt auch der Film von absurder Komik zu Momenten voller
Lebensüberdruss und Ratlosigkeit - im Tonfall überwiegend
locker und visuell schick umgesetzt. Hip Hop im Türkenslum,
Mean Street in Kiel zeigt "Kanak Attack" und gibt seinen
jugendlichen Helden dabei mit, was man zum Überleben im urban
wasteland braucht: ein bisschen Zynismus, ein bisschen
Verzweiflung, ein bisschen Humor ...