Im italienischen Teil der Bronx ist Vinny ein
bekannter Friseur und Frauenheld, der mit seinen Kundinnen all das
anstellt, was er bei seiner Frau Dionna als unkeusch empfindet. Sie
arbeitet im Restaurant ihres Vaters, und bemüht sich das
Standardrepertoire ihres Sexuallebens zu erweitern. Nur in den
angesagten Discos kommen die Zwei sich wirklich
nahe.
Wenn Vinny nicht gerade arbeitet hängt er mit seinen Freunden herum. Während der eine nebenher dealt, der andere drogenabhängig ist und der Dritte dem Ersten willig folgt, hat sein bester Freund Ritchie mit ausgepflippter Frisur und Nagelhalsband eine merkwürdige Verwandlung zum Punk vollzogen: Die Jungs kommen damit nicht zurecht, und Ritchies Eltern verbannen ihren Sohn in die Garage. Nur Ruby findet an dem Außenseiter Gefallen und folgt ihm in seinen Träumen auf dem Weg zum großen Rockstar. Doch der Weg ist lang und steinig. Um sich über Wasser zu halten, strippt Ritchie in einem Schwulen-Lokal.
Die von der Sensationspresse angeheizte Killer-Hysterie wird immer fiebriger. Zwischen Disco-Freaks und Punks kommt es zu hysterischen Konfrontationen. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Liste mit in Frage Kommenden erstellt, die alle umfasst, die irgendwie "anders" sind oder sich "komisch" vrhalten. Als Ritchie's pikanter Job bekannt wird, steht für seine Ex-Kumpels fest, dass er als Serienkiller in Frage kommt. Sein alter Kumpel Vinny soll ihn
ans Messer liefern. Darsteller: Mira Sorvino (Dionna), John
Leguizamo (Vinny), Adrien Brody (Ritchie), Jennifer Esposito
(Ruby), Bebe Neuwirth (Gloria), Anthony LaPaglia (Det. Petrocelli),
Ben Gazzara (Luigi), Patti Lu Pone (Helen)
Regie: Spike Lee Stab: • Produzenten: 40
Acres And A Mule / Touchstone • Drehbuch: Victor Coliccio,
Spike Lee • Vorlage: - • Filmmusik: Terence Blanchard •
Kamera: Ellen Kuras • Spezialeffekte: - • Ausstattung:
- • Schnitt: Barry Alexander Brown • Kostüme: Ruth
E. Carter • Make Up: - • Ton: Rolf Pardula •
Toneffektschnitt: - • Stunts: - • Filmkritiken
Frankfurter Allgemeine: Im Mittelpunkt des Films, der als erster Spike Lee-Film in einem weißen Viertel spielt, im italienischen Teil der Bronx, steht vielmehr die fieberhafte Erregung, die wie mit jedem Sommeranfang auc damals die Stadt erfasste. Das "Studio 54" wurde in jenem Sommer eröffnet, die ersten Punkgruppen bildeten sich in New York, und noch schien es, als könne die sexuelle Befreiung grenzenlos sein. Das ist kein gutes Thema für Spike Lee, dessen Figuren sich wie Pappkameraden in dieser Welt des Übergangs bewegen. So sind es der bemerkenswerte Soundtrack und die Atmosphäre schleichender Gefahr, die einen Sommer lebendig werden lassen, in dem der Untergang New Yorks unausweichlich schien. Die Woche 2000-11-10: Für die Figur des legendären "Son of Sam" interessiert sich Spike Lee in seinem ersten "weißen" Film nur am Rande. Sie dient ihm allenfalls als Katalysator der Hysterie einer Stadt, die zwischen Größenwahn und Chaos taumelt. Während ein Schweißtropfen unendlich langsam über den Nasen rücken des Killers rinnt, treiben die unterdrückten Affekte die Machos in die Katastrophe. Auch wenn die Yankees am Ende einmal mehr den Baseball-World-Series gewonnen haben, die Illusion einer männerbündlerischen Community, die sich mit Pasta und Paten selbst genügt, ist nach diesem Sommer zerstört.
Blickpunkt Film: Der kontroverse schwarze Filmemacher Spike Lee macht wieder von sich reden. Detailverliebt zeichnet er die beklemmende Studie eines italo-amerikanischen Nachbarschaftskosmos in der Bronx, der während der Mordserie des "Son of Sam" aus der Bahn geworfen wird. film-dienst 2000-23: Spike Lee bleibt sich in seinem ersten Film, der nicht explizit die Belange der schwarzen Community verhandelt, künstlerisch wie ethisch treu. Großartig besetzt, überzeugend in Dramaturgie und Charakterzeichnung, registriert er zwar fassungslos den latenten Faschismus menschlicher Gemeinwesen, setzt diesem Fazit jedoch unbeirrbar eine Utopie der Toleranz entgegen. Rhein-Zeitung 2000-11-08: Die Mordserie, um die es im neuen Film von Spike Lee geht, hat es 1977 in New York tatsächlich gegeben. (...). Der schwarze Regisseur drehte diesen Film mit einer fast ausschließlich weißen Besetzung, stilistisch erinnert der Film an Scorsese, aber auch an Lees eigenes Meisterwerk "Do The Right Thing".
Kultur Spiegel 2000-11: Spike Lee wollte einen Film drehen über die Hitze und die Paranoia im italienischen Teil der Bronx. Leider versucht er, mit seinen New Yorker Porträts sogar Martin Scorsese zu übertreffen; am Ende reicht's nur für ein paar rasant geschnittene Klischees. Süddeutsche Zeitung: 2000-06-27 Ein großes, furioses und auch differenziertes New York-Epos ist Spike Lee da gelungen über Freundschaft und Verrat, Sex und Raserei, Umbruch, Wahnsinn und Verdammnis. Focus 2000-45: In der chemischen Reaktion mit den privaten Krisen der italoamerikanischen Szene entsteht ein aggressives Klima von Ahnung, Anklage und Denunzierung, das Spike Lee in bekannter Manier mit dröhnendem Soundtrack und schneller Schnitten in Szene setzt. Stern 2000-46: Regisseur Spike Lee, dem schon lange nicht Großes mehr gelang, liefert endlich wieder ein Film, der die Zuschauer verstört und nicht nur verärgert. Rolf von der Reith (TV Today)
2000-23: Brillantes Spike-Lee-Epos.
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Im italienischen Teil der Bronx ist Vinny ein
bekannter Friseur und Frauenheld, der mit seinen Kundinnen all das
anstellt, was er bei seiner Frau Dionna als unkeusch empfindet. Sie
arbeitet im Restaurant ihres Vaters, und bemüht sich das
Standardrepertoire ihres Sexuallebens zu erweitern. Nur in den
angesagten Discos kommen die Zwei sich wirklich
nahe.
In
dieser Zeit versetzt ein Serienkiller, der es auf junge Frauen und
Liebespaare abgesehen hat und sich selbst "Son of Sam" nennt, die
Stadt in Aufruhr. Langsam zieht er seine Kreise zwischen Manhattan
und der Bronx immer enger. Die Polizei tappt im Dunkeln, eine
Atmosphäre der Angst, des Misstrauens und falscher
Verdächtigungen macht sich in der City breit.
Darsteller:
Filmkritiken
Filmecho/Filmwoche: Mit scharfen Auge blickt Spike Lee
technisch und stilistisch innovativ auf zwischenmenschliche
Beziehungen. Das Ergebnis ist ein schnell geschnittener, stilecht
ausgestatteter und bunt fotografierter urbaner Cocktail aus Sex,
Musik und Vorurteilen. Was man freudig feststellen kann, ist, dass
Spike Lee dabei seinen Sinn für Humor wiedergefunden
hat.
Cinema 2000-11: Punkrock, Rekordhitze und ein
Serienmörder sorgen im Sommer 1977 für explosive Stimmung
in der Bronx. Und dafür, dass Spike Lee mit dieser packenden
Sozialstudie zu alter Höchstform aufläuft.