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Das Filmprojekt überhaupt auf den Weg zu bringen, war vielleicht der erstaunlichste Aspekt der gesamten Produktion. Obwohl Hollywood ihn seit Jahren bekniete, zog es Theodor S. Geisel (Dr. Seuss) niemals in Erwägung, dieses oder irgendein anderes seiner Bücher jemals verfilmen zu lassen. Er hatte schlechte Erfahrungen gemacht, als man sich in den frühen fünfziger Jahren an "The 5000 Fingers of Dr. T" (Geisel hatte die Geschichte geschrieben) versuchte, und er fand, dass die animierte Version von "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" aus dem Jahre 1966 so gelungen war, dass sie keiner Verbesserung bedurfte. Nach seinem Tod ,1991, widerstand seine Witwe Audrey allen weiteren Angeboten, aber was sie schließlich umstimmte, waren die Möglichkeiten der fortgeschrittenen Computertechnik. "Ich begriff, dass das Potential, es richtig zu machen, tatsächlich vorhanden war, und ich entwickelte ein echtes Interesse daran zu sehen, wie der Grinch zum Leben erwacht," sagt Geisel. Sie ließ Hollywood ihre Bereitschaft und Unterstützung für ein entsprechendes Projekt signalisieren und empfing hernach die Top-Producer der Studios zu einem regelrechten "Pitch". "Von unserer ersten Idee zur Umsetzung der Grinch-Geschichte war sie nicht sehr angetan," erinnert sich Produzent Brian Grazer. "Ich bat sie um eine weitere Chance. Ich verbrachte die folgende Woche mit Ron, um die Geschichte zu überarbeiten und bat sie stetig, mir noch einen weiteren Verhandlungstag mit ihr einzuräumen. Sie stimmte schließlich einem zweiten Treffen zu und das reichte ihr, um alle übrigen Angebote vom Tisch zu fegen. Audrey ist sehr engagiert, wenn es darum geht, die Integrität des Werkes ihres Gatten zu schützen, aber zugleich wollte sie geschickt und geschäftsmäßig handeln." Jim Carrey bekundete von Anfang an sein Interesse, den Grinch zu spielen. Glücklicherweise bestand zwischen Grazer und Carrey eine freundschaftliche Beziehung, seit der dessen Film Der Dummschwätzer produziert hatte. Für Jim Carrey bedeutete die Chance, den Grinch zu spielen, eine Reise zu den eigenen Erinnerungen und Träumen. "Ein Weihnachten ohne dieses Buch zu lesen oder den Cartoon anzusehen, war einfach kein richtiges Fest. Damit bin ich aufgewachsen. Nun den Grinch spielen zu können, war die Verwirklichung eines Traumes." "Als uns allen klar war, dass wir dasselbe Ziel verfolgten, warfen wir unsere Ideen in einen Topf und taten uns zusammen," erinnert sich Ron Howard, der zunächst nur das Projekt seines Partners bei Imagine Entertainment unterstützen wollte. Je mehr er sich jedoch damit beschäftigte, um so stärker wurde der Wunsch, die Regie zu übernehmen. "Ich habe stets Jim Carrey in der Rolle des Grinch gesehen, weil der Grinch diese mythische Proportion besitzt und sein ganzes Verhalten aus einer spontanen Antriebskraft resultiert," sagt Grazer. "Wenn er provoziert, wenn er sich bewegt und wenn Kraft von dem Charakter ausgeht, dann ist Jim in seinem Element. Also ist der Querschnitt dessen, was den Grinch thematisch ausmacht und was Jim Carrey als Schauspieler definiertt, ein perfekter Gleichklang." Einen Schauspieler wie Carrey für einen solchen Film auf seiner Seite zu haben, war für Howard ein echter Vorteil. "Seine unglaubliche Vorstellungskraft, Energie und physischen Fähigkeiten machten ihn perfekt und zur einzigen Wahl, um den Grinch zum Leben zu erwecken," sagt Howard. Jim Carrey mußste eine Art Vorsprechen absolvieren - für Dr. Seuss' Witwe Audrey. Sie kam auf das Set von Der Mondmann, wo ihr Andy Kaufman eine Vorstellung von Jim Carrey als Grinch lieferte. "Ich bekam fast einen Komplex," sagt Carrey mit einem Lachen, als er sich an das Zusammentreffen erinnert. "Ich war überwältigt, als sie mich schließlich für die Rolle genehmigte, denn der Grinch war ja schließlich ein nicht wegzudenkender Teil meiner Kindheit gewesen." Audrey Geisel erinnert sich ihrerseits daran, völlig "fassungslos" gewesen zu sein, als Carrey (als Kaufman) für sie den Grinch spielte. "Ohne jegliches Make-up wurde er vor meinen Augen zum Leben erweckt," erinnert sich Geisel. So hatten sie also das Buch und sie hatten ihren Star, aber Howard und Grazer waren nun mit der Herausforderung konfrontiert, die zauberhafte, schräge, idealisierte Welt kreieren zu müssen, die Seuss in seinen 44 Büchern erschaffen hatte. "Ich wollte ein aufregendes Design und Farben, deren Kombination etwas schuf, was ich vorher wirklich noch nie gesehen hatte. Ich wollte, dass das visuelle Team eine originelle und komplexe Welt erschuf. Aber es sollte eine Welt sein, die auch einen gewissen Grad an Respektlosigkeit vor dem Heiligen und Erhabenen besaß, damit sie cool war für Kinder," sagt Grazer. "Es ist eine reale Welt, es ist nur einfach nicht unsere Welt," war das leitende Prinzip, das Howard an sein kreatives Team weitergab, als es begann, eine solche Welt zu entwerfen. Jedes Element des Films mußste von Grund auf neu erdacht werden, jeder Schauspieler mußste umfangreiches Make-up und Haarapplikationen über sich ergehen lassen, um seine Rolle wirklich im Sinne der Kunst von Dr. Seuss zu verkörpern. Aufwendige und innovative visuelle Effekte wurden nötig. Aber trotz alledem mußsten diese stilistischen Anliegen zweitrangig bleiben, denn Howards Hauptbestreben war es, eine wahrhaftige Geschichte mit emotionaler Wirkung zu erzählen.
Eine seltsame Welt hinter der Tür von Studio 12 ...Der Grinch wurde fast vollständig in den Universal Studios in Hollywood gedreht, und zwar auf elf der dortigen Tonbühnen, darunter auch auf Bühne 12, die größte von ihnen mit ihren rund 28000 qm. Sie schien mit dem massiven Whoville-Set überquillen zu wollen (es war das größte Set, das bis dato je in diesem Studio gebaut worden war). Das Design von wissenschaftlicher Genialität und beeindruckendem Einfallsreichtum, überwacht von Produktions- Designer Michael, verschlang in seiner Entstehung ca. 57 000 Kubikmeter an Styropor (da es in der Welt des Dr. Seuss kaum eine gerade Linie gab, bestand auch kaum Bedarf an konventionellen Konstruktionsmethoden), um die diversen Sets zu bauen. Angeregt von Seuss' Büchern erschuf Corenblith Whoville mit einer Reihe von Bogengängen, Brücken, Treppen und Spiralen, die sich in modifizierter Form in den Sets für die Innenaufnahmen wiederholten. Das Dorf Whoville basiert auf dem, was gemäß Corenbliths Vorstellung Geisels Liebe zur mittelalterlichen Architektur widerspiegelte (nachweisbar in seinem Buch "The Kings Stilts" und den beiden Büchern des Bartholomäus), obwohl Geisel Whoville im Grinch-Buch eher als eine Ansammlung von strohbedachten Häusern entwirft. Der ca. 14 Meter hohe Weihnachtsbaum ist im Zentrum des Dorfplatzes verankert, von dem alle Gebäude wie Stacheln nach außen ragen. Von oben gesehen führen die Pflastersteine im Boden des Platzes wie Spiralen vom Baum weg, was dem Dorf den Eindruck verleiht, das Zentrum des Universums zu sein. Die Gebäude von Whoville wurden mit Betonung auf ein historisches Aussehen entworfen, so wie etwa Dörfer in Europa Jahrzehnte des Bewohntseins optisch widerspiegeln. "Die Idee dahinter war folgende: was ich auf jeden Fall nicht wollte," sagt Corenblith ,"war etwas zu bauen, was wie das real gewordene Dorf vom Nikolaus aussah." Demzufolge mußste Whoville verschiedene Stilrichtungen aufweisen, die über die Jahre gewandelte Geschmäcker reflektierten. Das Set wurde mit 8.000 Ornamenten ausgeschmückt und mit acht Kilometern elektrischen Kabels durchzogen, an denen 52.000 Weihnachtskerzen hingen. In so vielen der Bücher von Dr. Seuss ist unübersehbar, dass Geisel eine offensichtliche Liebe für die Kunst des genialen spanischen Architekten Antoni Gaudi hegte, aber er war auch beeindruckt von der marokkanischen und islamischen Architektur. Daher entpuppte sich Whoville letztendlich als eine Art Who-Version der Weltausstellung. Das Rathaus war neoklassizistisch griechisch mit den Seuss-Tieren als Bewacher des Eingangs (erinnernd an die New York Public Library). Das Farfingles Kaufhaus wies Charakteristika eines alten Pariser Kaufhauseingangs im Stil des Art Nouveau auf. Die alten Biddies lebten in einem Apartment, dessen Design an Häuser im französischen Viertel von New Orleans erinnerte. Der Gemüseladen hatte etwas Islamisches an sich, und das Postamt war reiner Gaudi. Das Innere der Grinch-Höhle war nicht minder einfallsreich entworfen worden, auch wenn es insgesamt kleinere Ausmaße besaß als das Set von Whoville. Die am nächsten liegende Ideenquelle für das Aussehen der Höhle ist vermutlich die Carlsbad Caverns in New Mexico, obwohl das Set (Universal-Bühne 28) eher von den Ausmaßen einer Kathedrale inspiriert war - mit geometrischen Stalagmiten (aus dem Boden emporragend) und Stalaktiten (von der Decke herabhängend). Der andere architektonische Aspekt, der wirklich Hand in Hand ging mit dem kinematischen Charakter des Grinch (und noch viel mehr mit dem von Jim Carrey) war die Spiralrampe (a la Frank Lloyd Wrights Guggenheim Museum in New York), die Carrey viel Bewegungsfreiheit und Spontanität ermöglichte. Bis zu diesem Punkt ist in der Szene, in welcher Cindy den Grinch zur Whobilation einlädt, praktisch das gesamte Set einbezogen worden. Die Außenansicht der Who-Häuser (oder die Vororte) wurde auf dem Grundstück des Universalgeländes zwischen dem Psycho-Haus und dem Laboratorium von Jurassic Park konstruiert. Abgesehen von der Genialität, die Sets zu entwerfen und zu bauen war die Tatsache, dass jedes bisschen Ausstattung und Dekoration eigens hergestellt werden mußste, eher entmutigend. Die Setdekoration und Ausstattung war zwar von Seuss inspiriert, aber es bedurfte einer Menge Versuche und Irrtümer, um herauszufinden, was "seuss'sche" wirklich bedeutete und ob es im Film funktionieren würde. Als Ron Howard zu einem früheren Zeitpunkt den Film mit Freund George Lucas diskutierte, riet ihm dieser, stilistische Versatzstücke und Ausstattungsteile aus den Fünfzigern auszuprobieren und diese bis zu dem angestrebten Aussehen zu verändern, als Alternative zur völligen Neuproduktion (eine Technik, die Lucas in "Star Wars" anwandte). So finden sich in den Küchen von Whoville Wedgewood-Öfen aus den 50er Jahren, die man farbenfroh bemalt hat und mit neuen Griffen, Anzeigetafeln und Gitterroste versehen hat. Mixer, Kühlschränke, Plattenspieler, Kassettenrecorder und Teile anderer Gegenstände wurden zusammen geschustert, nachdem man sie auf lokalen Flohmärkten, in Antiquitätenläden und bei Garagenverkäufen ausfindig gemacht hatte. Dr. Seuss (Ted Geisel) starb 1991. Seine Witwe war jedoch davon überzeugt, dass ihm die Welt gefallen hätte, die die Filmemacher geschaffen hatten: "Ich wünschte wirklich, Ted könnte hier sein und sehen, was sie kreiert haben," bemerkte sie während ihres Besuchs auf den Drehsets im Oktober 1999. "Wie peinlich genau und liebevoll alles nach Seuss aussah; vermutlich würde er nicht glauben, was auf diesen Sets geleistet worden ist." Ein zweites Drehteam unter der Regie von Todd Hallowell machte sich im März 2000 in die Einsamkeit des Skigebiets von Salt Lake City auf. Nach Abschluss der Hauptdreharbeiten wurde nun dort noch die Sequenz gedreht, in welcher der Grinch, Cindy Lou und Max auf dem Abhang des Mount Crumpit nach Whoville herunter rasen, um die Geschenke zurück zu bringen. Die Nah- und Mittelaufnahmen von Mount Crumpit wurden von Ron Howard auf Bühne 27 gedreht, wo vom Bühnenfuß aus ein Berg aus Styropor hochgezogen wurde, der schließlich eine Höhe von fast 17 Metern Höhe maß. Die Schlittenfahrt herab vom Mount Crumpit bedurfte allein über 150 visueller Effekte, um die seuss'sche Welt hervorzuheben, in welcher die Gesetze der Physik einfach ein bisschen anders sind.
Rick Baker Brütet Der Grinch Und Die Whos AusDer fünffache Oscar-Gewinner Rick Baker begann bereits 1998 und unter Berücksichtigung der Ideen von Jim Carrey und Ron Howard an seinen Entwürfen für den Grinch zu arbeiten. Baker und seine Firma Cinovation Studios kreierten die Make-Ups für 125 verschiedene Charaktere im Film. Während der Dreharbeiten für eine Szene auf dem Dorfplatz von Whoville legten Baker und sein Team von nicht weniger als 60 Spezialisten täglich 110 Make-Ups auf. Die aus Gummi hergestellten Applikationen (Gummistücke, die dem Schauspieler ins Gesicht geklebt werden) können nur einen Tag lang benutzt werden. So waren am Ende der Produktion 8.000 Gesichtsapplikationen und 3.500 Ohren benutzt worden. Hinzu kommen 300 Perücken und 150 Gesichtshaarteile, die ebenfalls von Cinovation und der Chefin der Haarstylisten, Gail Ryan, kreiert worden waren. Howard, Grazer und Rick Baker waren etwas perplex, als sie sich an den Film heranwagten, denn die Zeichnungen von Seuss waren so einfach wenn auch übertrieben. Obwohl 44 Bücher im Druck verfügbar waren (das erste erschien 1937), hatte niemals jemand zuvor versucht, ein Seuss-Buch in einen Realfilm umzusetzen. Waren die Whos Monster, Tiere oder Käfer? Und da war natürlich die Frage, wie der Grinch denn nun aussehen sollte, und wie sollte man eine Applikation für Jim Carreys sehr elastisches Gesicht herstellen und ein Kostüm, das seinem einzigartig komischen physischen Ausdruck widerstehen würde? "Für mich war allein wichtig, dass das Aussehen des Grinch authentisch war und mit dem Geist des Buches einher ging," sagt Carrey. "Die ersten Make-Ups der Who waren ein wenig zu furchterregend," sagt Baker. Ron wollte von mir, dass ich mich zurück halte und sie menschlicher mache, damit man zu ihnen eine Beziehung aufbauen kann und weiß, dass sie ein Herz haben. Es hat etwas gedauert, bis wir die Balance zwischen dem "Seuss'schen" und dem menschlichen der Whos gefunden hatten." Für Grazer traf die von Rick Baker erdachte Mischung genau den richtigen Ton. "Die Whos sahen anders aus, weil sie von einer anderen Welt waren. Und diese Welt wurde von einer anderen Art von Sensibilität und ihrer eigenen Philosophie bestimmt. Aber zur gleichen Zeit waren sie menschlich und niedlich genug, um meinem Verständnis von Ästhetik zu entsprechen." Im Dezember 1998 begann Baker, mit den Entwürfen für den Grinch zu experimentieren. Er begann, indem er eine Version des Make-Ups an sich selbst ausprobierte und es Howard und Grazer vorführte. Im Verlauf von Frühling und Sommer 1999 schaute Jim Carrey sporadisch bei Rick Baker vorbei, während er unmittelbar hintereinander die Filme Der Mondmann und Ich, beide & Sie drehte. Das Design für den Grinch durchlief eine Vielzahl von Inkarnationen und manifestierte sich ironischerweise mit dem Entwurf, dessen Grundzüge Baker bereits 1998 an sich selbst vorgeführt hatte. "Es war ein langwieriger Prozess der Verwerfung," sagt Carrey. "Wir gingen in unseren Versuchen sogar soweit, mein Gesicht einfach nur zu bemalen, aber ich sah letztendlich nur aus wie jemand aus der Besetzung von 'Cats'." "Es funktioniert so gut an Jim, weil er wirklich sein Gesicht bewegen kann und sich nicht davor fürchtet, seine Mimik zu übertreiben, damit sie durch all das Gummi durchkommt," sagt Baker. "Ich wusste, an welchen Stellen ich das Gummi dünner machen mußste, damit Jim den bestmöglichen Ausdruck erzielen konnte." Baker kreierte auch das "Haar"-Kos-tüm des Grinch, welches aus einzelnen Yak-Haaren (Grinch-grün gefärbt) besteht, die auf einen elastischen Lycra-Anzug aufgenäht wurden. Jedes Haar wurde einzeln eingenäht und zweimal verknotet, damit der Anzug den Dreh von vier Monaten überstand. Die Kombination aus Make-Up (er konnte nicht durch die Nase atmen), Kontaktlinsen, falschen Zähnen und dem Anzug bereitete Jim Carrey das Gefühl "täglich bei lebendigem Leibe beerdigt zu werden" wie er sagt. "Ich fühlte mich wirklich schlecht, aber ab dem Moment, wo Ron‚ "action" sagte, verlor ich jegliches Gefühl von Unwohlsein." Der Make-Up-Prozess dauerte jeden Morgen drei Stunden für Carrey. "Ich kam jeden Tag ein bisschen zu spät, weil ich mich psychisch motivieren mußste, den Trailer für das Make-Up zu betreten." Carrey drängte Howard mehrmals, einmal nachzuempfinden, wie es ihm erging. Also erschien Howard eines Tages um 4 Uhr morgens und durchlief das gesamte Grinch-Make-Up und blieb so (sehr zu Carreys Freude und Howards Unwohlsein) für den Rest des Tages. "Ron hat sich allerdings nie die Linsen angetan," bemerkt Carrey. "Sie bedecken deinen gesamten Augapfel, und das ist es, was dir ständig die Tränen in die Augen treibt. Und wenn dieser künstliche Schnee da rein gerät, ist alles vorbei." Die falschen Zähne, die Baker für den Grinch entworfen hatte, glichen eher einem kompletten Gebiss. Daher mußste Carrey einen Weg finden, "um die Zähne herum zu sprechen", was einigen seiner Worte eine "gewisse Sean Connery-Qualität" verlieh. Die erste Frage, die Ron Howard bei ihrem ersten Treffen an Christine Baranski richtete, bezog sich nicht auf ihre Rolle im Film, sondern lautete eher: 'Wie würdest du damit klarkommen, jeden Tag für drei Stunden in einem Stuhl für dein Make-Up sitzen zu müssen?' Viele Leute halten das nicht so lange aus." Für Baranski war das Make-Up eine Erleichterung. "Wenn du zugedeckt wirst, kann dich das physisch befreien. Dein Körper wird freier und mehr zur Quelle deines Ausdrucks," merkt sie an.
Die 500 Hüte Der Rita RyackDie Kostüm-Designerin Rita Ryack durfte ihrer Vorstellungskraft freien Lauf lassen, weil die Charaktere (mit Ausnahme vom Grinch und Cindy) im Buch gar nicht existieren, obwohl der Bürgermeister im ersten Buch von Seuss "And To Think I Saw It on Mulberry Street" als Quelle für Bürgermeister May Who herhielt. Ryack und ihre Mitarbeiter entwarfen alles vom Schuh aufwärts, angefangen mit dem Auspolstern aller Schauspieler. Sie begann im Mai, ihre ersten Entwürfe zu zeichnen für einen Film, dessen Dreharbeiten im September begannen. Sie arbeitete also wild entschlossen und schnell, mit dem Ergebnis, dass über 400 Kostüme entstanden. Ryack hatte vor Jahren als Comic- und Animationszeichnerin angefangen und beschloss, ihre Arbeit so anzugehen, als würde sie wie Seuss zeichnen. "Ich dachte, wenn ich eher frenetisch zeichnete, würde ich vielleicht den richtigen Stil herausarbeiten." Und natürlich waren da noch die Hüte. Seuss liebte Hüte, und seine Bücher sind voll mit ihnen. Ryack lieferte die Designs für fast 500 Hüte, von welchen viele durch Kochbücher aus den fünfziger Jahren inspiriert waren. "Ich liebe Food-Fotos aus den fünfziger Jahren," sagt Ryack. "Sie sind stilsicher und genau richtig arrangiert, und die Farben sind wundervoll. Ich sah mir eine Menge Fotos von hors d'oeuvres an. Wir nahmen diese und entwarfen gemäß vieler dieser Aufnahmen unsere Hüte." Ein Großteil dieser aus den fünfziger Jahren inspirierten Hutkreationen Ryacks sind im Verlauf des Films während der Whobilation zu bewundern. "Ich bemühte mich, Materialien zu verwenden, die Dr. Seuss zur Verfügung gestanden hätten, als er das Buch schrieb (1957). Die Lou Who-Familie war eine Art schräger Version der perfekten Fernseh-Familie der fünfziger Jahre, und Martha (Christine Baranski) bereitete es besonders viel Freude, denn sie war wie eine Art Barbie-Puppe, die man einfach in verschiedene Kostüme steckte. Wir erfanden eine Menge Mode-Wortspiele. So gab es eine Prada Who und eine Chanel Who. Nicht alles davon wird sich einfach nachvollziehen lassen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht," sagt Ryack. Baranski und Ryack hatten schon in verschiedenen Theaterstücken zusammen gearbeitet. Sie teilten also Ansichten darüber, welche Ziele man mit Kostümen verfolgen möchte. "Christine ist zu allem bereit und weiß wirklich, wie man sich in einem Kostüm bewegt," fügt Ryack hinzu. "Ich habe noch nie so beeindruckende Kostüme getragen, weil sie wie Haute Couture in Extremform sind," merkt Baranski an. "Sie sind übertrieben schön und elegant." Unter dem Grinchkostüm sowie bei allen Whos wurden zusätzliche Polster eingesetzt, um den Charakteren ihr birnenförmiges, typisch "Seuss'sches" Aussehen zu verleihen. Die einzige Ausnahme bildet der Bürgermeister May Who (gespielt von Jeffrey Tambor), dessen Figur umgekehrt wurde, damit er Stärke ausstrahlt und in seiner Kleidung mächtiger wirkt.
Ein Hund, Zwei Hund, Drei Hund, Vier Hund Und Sogar Ein Paar Menschliche SchauspielerDie Rolle der Cindy Lou Who zu besetzen, war eine schwierige Aufgabe, denn ihr Charakter treibt die Geschichte voran. Außerdem würde sie über weite Strecken des Films mit dem Grinch allein auf der Leinwand zu sehen sein, was eine große Belastung für ein Kind darstellt, von dem Howard wollte, dass es nicht älter ist als sechs Jahre. Seine seit Jahren für die Castings zuständigen Kolleginnen Jane Jenkins und Janet Hirshenson ließen weit über 200 Kinder vorsprechen. Letztendlich entschied sich Howard für Taylor Momsen aus St. Louis, Missouri, die noch nicht einmal ganz sechs Jahre alt war, als sie für die Rolle vorsprach. Ihre Erfahrungen begrenzten sich bis dahin auf ein paar Werbespots und einen Auftritt in einer Episode der Cosby Show. "Taylor besitzt eine sehr direkte Ehrlichkeit und ein wunderbares Temperament," sagt Howard. "Sie verkörpert die Zuschauer im Film, weil sie dem alltäglichen, normalen Menschen am ähnlichsten ist. Sie ist die Stimme des gesunden Menschenverstandes und treibt die Geschichte voran. Dies wirkt sich insbesondere darauf aus, wie der Grinch denkt und fühlt." Die Rolle, die eine fast noch größere Suche erforderte, war die von Cindys Stuntdouble. Weil Taylor Momsen als Minderjährige nur begrenzt viele Stunden arbeiten durfte, mußste man einen Erwachsenen finden, der sie doubeln konnte. Ihr Charakter mußste eine Menge Stunts bewältigen (im Postamt, das Hinaufklettern auf den Berg, die Schlittenfahrt), aber jemanden mit Taylors Körpermaßen zu finden (ca. 1 m groß und 20 kg schwer), war schwer. Nachdem man vor Ort kein Glück gehabt hatte und alle Organisationen für kleine Menschen und jeder Zirkus des Landes konsultiert worden war, gelang es dem Stuntkoordinator Charlie Croughwell, einen Zirkus in Russland ausfindig zu machen, in welchem Oxana Nenakhova der Star war. Sie besaß beinahe die richtige Größe, ihre Gesichtszüge waren ähnlich, und ihre athletischen Fähigkeiten standen außer Frage. Den richtigen Hund für die Rolle von Max zu finden, war Tiertrainer Roger Schumacher (er trainierte den Hund in "Besser geht's nicht") überlassen. Er telefonierte quer durchs Land, um sich Fotos von allen möglichen Kandidaten zu beschaffen, die für Max in Frage kamen. Natürlich fiel die Wahl dann auf einen Hund, der gerade einmal acht Kilometer von den Universal Studios entfernt lebte. Eines Tages erhielt Schumacher einen Anruf von einem Tierheim in Glendale. Man erzählte ihm von einem Hund (ein tapsiger Terrier-Mischling namens Kelly), der seinen Vorstellungen entsprechen könnte. Der Hund war von zu Hause weggelaufen und das Tierheim hatte ihn aufgenommen. Beim ersten Mal kostet es den Hundebesitzer $ 25, den Hund zurück zu bekommen. Als der Hund zum vierten Mal davongelaufen war und sich die Rückgabegebühr auf $ 100 belief, hatte der Besitzer den Hund dem Tierheim überlassen. "Sie war ziemlich nervös, als ich sie bekam, und sie hatte nicht besonders viel Training gehabt." merkt Schumacher an. "Aber als ich mir die animierte Grinch-Version (der Cartoon von Chuck Jones aus dem Jahr 1966) näher ansah, stellte ich Ähnlichkeiten in den Augen fest. Und als Ron Howard sie (Kelly) und die anderen 20 Hunde in allen Größen und Formen in Augenschein nahm, sah er es auch. Obwohl er noch eine Weile mit der Idee herumspielte, andere Hunde zu nehmen, kam er immer wieder auf Kelly zurück." Schließlich verwendeten sie fünf weitere Hunde, um Kelly zu unterstützen. Und alle erhielten den passenden Haarschnitt mit samt der richtigen Färbung. Schumacher trainierte die Hunde 15 Wochen lang, bevor die Dreharbeiten begannen, aber im Grunde leistete Kelly die ganze Arbeit allein. Die anderen Hunde wurden für spezielle Späße eingesetzt oder sie führten etwas aus, das dem entgegenstand, was Kelly gerade machte. Die größte Herausforderung für Schumacher war allerdings, die Hunde mit Jim Carrey (er arbeitete während der Vorbereitungsphase noch an einem anderen Film) zusammen zu bringen und sie dazu zu bewegen, dass sie Carrey als Grinch akzeptierten. "Wenn Jim in einer Szene etwas vom Tisch hinunter warf, dann wollte ich sicher sein, dass der Hund geistesgegenwärtig genug ist, zu denken ‚Das ist okay. Das kratzt mich nicht.' Man kann in einer Szene nicht jede Minute vorausplanen, insbesondere nicht mit einem Talent wie Jim. Er und Ron haben sich manchmal an Ort und Stelle etwas Neues ausgedacht, und manchmal wusste man gar nicht, ob es überhaupt machbar war," sagt Schumacher. Schumacher verwendete insgesamt sechs Hunde, alle Mischlinge, die Haare geschnitten und gefärbt wurden, um Kelly zu gleichen. Alle kamen aus Tierheimen, und nach den Dreharbeiten fanden vier von ihnen ein neues Heim bei Mitgliedern des Grinch-Drehteams.
Springen Auf Kommando Und Balancieren Auf BällenZur Welt von Whoville gehört auch die Körperbetonung der Whos. Im Universum des Dr. Seuss finden sich die Charaktere beizeiten in Situationen wieder, die alle Gesetze der Physik außer Kraft setzen. Für uns als normal Sterbliche sieht alles verdreht aus, aber für einen Who ist es absolut gradlinig. Vor Beginn der Produktion leitete Stuntkoordinator Charlie Croughwell eine dreiwöchige "Who-Schule" für die Schauspieler und Stuntmänner, um ihnen zu helfen, die spezielle physische Sprache der Whos zu entwickeln. Inwieweit kann sich ein Who der Schwerkraft widersetzen? Was können Whos, was normale Menschen nicht können? "Manchmal ließ Seuss die Whos die Gesetze der Physik derart missachten, dass ein Who auf seinen Zehen auf der Ecke einer Kiste stehen konnte und alle Kisten auf ihren Ecken balanciert wurden, während Badminton gespielt wurde. Aber ein anderes Mal waren sie wie normale Menschen," notiert Croughwell. Das Ziel war, einen Weg zu finden, der die Whos von normalen Menschen unterschied, aber nicht in einem Maße, das dem Zuschauer auf die Nerven ging, weil diese Betonung der körperlichen Fähigkeiten vielleicht zu verspielt wirken würde. Die Schauspieler, Statisten und Stuntleute kamen und gingen während der dreiwöchigen Probephase. Und auf Bühne 18 probte man mit Trampolinen und diverser Stuntausrüstung ebenso wie das einfache Gehen. Croughwell konstruierte eine Hängevorrichtung (dazu verwendete er die Basis eines Rollstuhls und erweiterte sie), damit er Jim Carrey durch Whoville fahren konnte, während dieser auf dem winzigen Who-Auto saß. Er hing an einer Takelage, die an den Trägern der Bühne 12 befestigt war und aus einem Querbalken bestand. Dieser erlaubte es Croughwell, den Wagen immer und immer wieder um sich selbst zu drehen und das Stuntdouble des Grinch, Pat Banta, etwa acht Meter durch die Luft und in drei Meter Höhe zu wirbeln. Im Verlauf dieser Autojagd verfehlt der Grinch ein paar der Whos nur knapp und bringt sie gehörig ins Wanken. Diese Stuntleute, Sony Tipton, Terry Notary, Greg Wise, Frisco Canyon, Richie Ganoa, Stas Greiner, Svetla Krasteva und Paul Soukharev, kamen von der in Las Vegas niedergelassenen Truppe des Cirque du Soleil, die dort in der Show "Mystere" auftritt. "Die Artisten des Cirque haben viel Erfahrung darin, merkwürdige Charaktere in merkwürdigen Situationen darzusellen. Sie waren also perfekt für den Film," sagt Croughwell. "Es gibt nicht viele Stuntleute, zu denen ich gehen könnte und sie bitten, nur mit ihren Händen an einem Mast mit dem Kopf nach unten herauf zu klettern. Diese Menschen liefern dir eine große Bandbreite an Fähigkeiten, die du normalerweise nicht bekommst."
Die Arbeit der Special Effects-ZaubererSo wie es im Buch gezeichnet ist, war das Dorf von Whoville eher bescheiden und karg, was dem Buch völlig genügte, aber für einen abendfüllenden Film war das kaum angemessen. Howard wandte sich an das Studio für visuelle Effekte, Digital Domain, das ihm bereits bei "Apollo 13" so gute Dienste geleistet hatte (der Film war für seine Effekte für einen Oscar nominiert worden und gewann den British Academy Award), damit es Whoville ausbaute und weiterentwickelte. Alles was man durch die Kamera sehen kann, ist kein visueller Effekt. Wenn dieses Bild jedoch durch irgend etwas (mit Ausnahme von Miniaturen) erweitert wird, dann ist das ein visueller Effekt, und in diesem Film gibt es fast 600 Aufnahmen mit visuellen Effekten. 350 von ihnen wurden überwacht von Kevin Mack ("Hinter dem Horizont"), dem Chef von Digital Domains preisgekröntem Team für visuelle Effekte. Der für die visuellen Effekte zuständige Produzent Kurt Williams (er koordinierte die Produktion mit allen beteiligten Firmen für visuelle Effekte: Centropolis, Rhythm & Hues und eben Digital Domain) näherte sich den visuellen Effekten des Films mit der Absicht, Rahmenaufnahmen zur eigentlichen Richtung des Films in Hinsicht auf Produktions-Design, die Kameraarbeit und das Make-Up zu schaffen. Williams arbeitete deshalb eng mit den Chefs der einzelnen Abteilungen zusammen, insbesondere mit dem Produktions-Desig-ner Michael Corenblith, dem Kameramann Don Peterman und dem Spezialisten für Make-Up, Rick Baker, um ein nahtloses Äußeres zu schaffen, das alles integriert. Mack von Digital Domain und sein Team von 70 Künstlern richteten ihr Hauptaugenmerk auf eine Reihe von Schlüsselbereichen. Beginnend mit der Eröffnungssequenz des Films, kreierten die Künstler eine computergenerierte (CG) Landschaft für die Geschichte, sowie die fliegende Annäherung im Film um Mount Crumpit herum auf Whoville. Das Team baute wichtige Handlungsorte aus und entwickelte Teile von Sets weiter, die für einige der Hauptdreharbeiten in Whoville genutzt wurden. Sie fügten der Architektur Tiefe und Komplexität hinzu und überzeichneten Gegebenheiten der direkten Umgebung wie das verschneite Wetter, verträumte Gebirgsausblicke; sie animierten Wolken und einen interaktiven Atem für die wichtigen Charaktere. Das Studio erarbeitete außerdem eine Reihe von Aufnahmen für die wichtigste Szene des Films, die Schlittenfahrtsequenz. Eine ganze Reihe neuer CG "Werkzeuge" wurden für den Film geschaffen. Dazu gehört auch ein Computerprogramm mit generierten, animierten Who-Charakteren, der sogenannte Who-Werkzeugkasten, der die bevölkerten Sequenzen in Whoville belebte. In Zusammenarbeit mit Kostüm-Designerin Rita Ryack scannte das Effekteteam eine Reihe der echten Kostüme, um eine Art "virtuelle" Garderobe für die computergenerierten Whos zu erstellen. Die Künstler kreierten außerdem eine Reihe von animierten Sequenzen, um die Darstellungen von Jim Carrey und anderen Charakteren auszuschmücken.
James Horner Brütet Die Filmmusik AusDie Wahl des Komponisten für die Filmmusik fiel auf James Horner (Oscar-Preisträger für "Titanic"), der bereits für "Apollo 13" mit Howard zusammen gearbeitet hatte. Und genau wie seine übrigen kreativen Kollegen in dieser Produktion studierte auch er alle Bücher von Dr. Seuss, um sich von ihnen inspirieren zu lassen und sich vorzustellen, welche Art von Lauten wohl aus den optisch eher merkwürdig anmutenden Instrumenten kommen könnten, die in den Büchern abgebildet waren. "Wir haben ungefähr acht Instrumente aus allerlei verschiedenen Materialien hergestellt, darunter ein Gartenschlauch und ein Stück Röhre aus PVC," erinnert sich Horner, dessen Grübeln stark daran erinnert, auf welchem Wege die Set-Dekoration und die Ausstattung schließlich das Licht der Welt erblickten. "Die Laute, die ich erfinden wollte, sollten irgendwie nasale, pfeifende Eigenschaften haben, weil ich mir vorstellte, dass sich so die Blaskapelle von Whoville anhören könnte." Die Musik zum Film zu schreiben, fiel Horner erheblich leichter als sich die Musik für die Lieder einfallen zu lassen. Seine Texterin Cynthia Weil (sie erhielt 1987 für "Feivel, der Mauswanderer" eine Oscar-Nominierung für das Beste Lied) sah sich vor eine ähnliche Herausforderung gestellt, da sie den von Geisel in 44 Büchern perfektionierten Rhythmus kopieren mußste. "Ich war mit seinen Büchern nicht vertraut, doch nachdem ich mich in sie vertieft hatte, wurde mir klar, welch komplexer Sprache sie sich bedienten und wie einzigartig seine Aussage war" sagt Weil. "Es war, als lernte man eine andere Sprache. Ich mußste lernen, in Seuss zu schreiben und es natürlich wirken zu lassen." Horners Hauptanliegen war, dass die Filmmusik viel Herzlichkeit vermittelte, "weil Cindy Lou sehr herzlich war und sie den Film voran treibt. Ich habe mich schon immer von Geschichten angezogen gefühlt, in denen einer der Charaktere zu Einsichten kommt, die niemand sonst nachvollziehen kann und im weiteren Verlauf alle anderen von seinem Standpunkt überzeugen mußs," sagt Horner. Jim Carrey hat - ohne Begleitung oder Hilfsmittel, die seine Stimme verändern - das Schlüssellied "You're A Mean One Mr. Grinch" selbst gesungen, welches 1966 von Albert Hague und Theodor S. Geisel (Dr. Seuss) für die animierte Fernsehsendung schrieben worden war. Die Lieder, die im Film zu hören sind, wurden als eine Art Gegenpol zur eigentlichen Filmmusik verwendet. Howards Anliegen war es, dass alle Songs neu sein sollten, denn schließlich gibt es Whoville nicht, und er wollte nicht, dass das Kinopublikum zu irgend einem der Lieder einen Bezug würde herstellen können. Die musikalische Leiterin, Bonnie Greenberg, führte Gespräche mit Künstlern, die wie der Film selbst über eine eher unkonventionelle Sensibilität verfügten. Die Ausnahme stellt dabei lediglich "Where Are You Christmas" (im Film von Taylor Momsen gesungen und über den Abspann des Films von Faith Hill interpretiert) dar. Das Lied reflektiert Cindy Lous emotionales Durcheinander und ist das Herz des Films.
Der Rest der Lieder besitzt eher einen altmodischen Charakter, genau wie der Film selbst, dessen Äußeres von den vierziger und fünfziger Jahren inspiriert ist. "Die Musik scheint aus den Fünfzigern zu sein," sagt Greenberg, "obwohl sie modernisiert wurde. Sie wirkt also ein bisschen exzentrisch und abgedreht." Howard wollte, dass in Whoville immer aus irgendeiner Quelle Musik erklingt, ähnlich wie in Tokio, wo man immer Musik hören kann.
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