Ein kleines Malheur - und schon fährt der Bus mit der Reisegesellschaft weiter. Zurück bleibt Rosalba, Hausfrau aus Pescara. Ihr Mann und die beiden Söhne bemerken lange nicht, dass sie fehlt.
Rosalba hält Autos an, um nach Hause zu reisen. Einer der Fahrer fährt nach Venedig, da war sie noch nie, ihre Sehnsucht ist groß, morgen ist Sonntag - also, warum nicht? Ihr Mann Mimmo tobt am Telefon - das war auch nicht anders zu erwarten.
Sie sucht eine Bleibe für die Nacht und findet Fernando einen traurigen, romantischen Feingeist und Kellner, der sie - freundlich, aber in höflicher Distanz - bei sich unterbringt. Am nächsten Tag findet sie sogar einen Job bei einem alten anarchistischen Blumenhändler - aus der Heimreise wird nichts.
Für Rosalba beginnt ein neues Leben, kurzfristig und vorübergehend, eine Auszeit, in der ihre Missgeschicke abnehmen und ihr Glück wächst. Sie findet eine neue Freundin, die Masseurin Grazia - und nichts kann diese Idylle stören, die Fernando nur noch bereichert. Auch der Amateurdetektiv Costanio nicht, den Mimmo ihr hinterherschickt.
Über alle legt sich der Zauber, der Venedig allgemein nachgesagt wird. Und die Gedanken an Mimmo verblassen. Vorübergehend.
Filmkritiken
film-dienst 2000-26: Melancholisch-beschwingte Komödie, die normale Menschen in den Mittelpunkt stellt und diese liebevoll zeichnet. Präzise beobachtete Details, witzige Dialoge, eine klare Bildersprache und die ausgezeichneten Darsteller machen den Film zu einem amüsanten Exkurs über die Zufälle des Lebens und der Liebe.
Cinema 2001-01: Hausfrau Rosalba (Licia Maglietta) wird an einer Autobahnraststätte von ihrer Familie vergessen und beginnt spontan ein neues Leben. Diese humorige Geschichte avancierte in Italien zum Film des Jahres.
Rolf von der Reith (TV Today) 2000-26: Die trügerisch leichte Komödie ist eine echte Entdeckung aus einem lange vernachlässigten Kinoland.