Paris 1794. Die Französische Revolution ist über die alte Monarchie hinweggerollt, der König ist hingerichtet, und unzählige Adlige, denen der Gang auf die Guillotine möglicherweise noch bevorsteht, vegetieren in Pariser Gefängnissen vor sich hin. Unter ihnen ist auch Sade. Der berüchtigte Freigeist und Verfasser der skandalösen "Justine" ist den Jakobinern ebenso suspekt wie früher den Monarchisten.
Seine langjährige Geliebte Marie-Constance erreicht jedoch, dass er in das Sanatorium Picpus verlegt wird, ein früheres Schloss, das in eine Art Luxusgefängnis der besseren Gesellschaft umgewandelt wurde. Dort macht Sade eine kostbare Eroberung; er gewinnt die Zuneigung der jungen Emilie. Und bevor der Lauf der Welt draußen endgültig über ihr Schicksal entscheidet, genießt es Sade, vielleicht zum letzten Mal ein großes Schauspiel der Lüste zu inszenieren.
Filmkritiken
Jens Golombek (TV Movie) 2000-26: "Sade" ist nichts für Voyeure. Im Gegensatz zu den detailfreudigen Werken des Marquis schlägt der Film nur im Dialog deftige Töne an. Zentrales Thema ist die Gesellschaft des revolutionären Frankreich, in der de Sade ein Außenseiter bleibt. Dem bis heute umstrittenen "Aufklärer der Lüste" verleiht Daniel Auteuil erstmals menschliche Züge.
Rolf von der Reith (TV Today) 2000-26: Der großartige Daniel Auteuil lebt sich in der Titelrolle voll aus. Dennoch wirkt sein - 1794 von Revolutionären eingeknasterter - Marquis de Sade, bei aller Mühe, dämonisch zu sein, eher wie ein gütiger Onkel.
Cinema 2001-01: Marquis de Shade behauptete einmal: "Nur eine einzige Frau zu besitzen ist unrecht." Im Film darf Daniel Auteuil den berüchtigten Autoren mit all seinen Gelüsten verkörpern. Leider fehlt ihm das Feuer.
film-dienst 2000-26: Ein in den Hauptrolle bestechend interpretierter, nachdenklich stimmender politisch-philosophischer Film über Außenseiter, Macht, Normen und die Würde des Menschen.
TV Spielfilm 2000-26: Ungewöhnliches Porträt, elegant inszeniert und gut besetzt.