Produktionsnotizen zu Cast Away - Verschollen

Szenenfoto Über die Story In Cast Away - Verschollen arbeiten der Oscar-ausgezeichnete Regisseur Robert Zemeckis sowie der zweimalige Oscar-Gewinner Tom Hanks erneut für einen Film zusammen, der das Zusammenspiel von Glück und schmerzvollem Schicksal gegenüber dem Überlebenswillen des Menschen durchleuchtet.

Hanks stellt Chuck Noland dar, einen FedEx-Systemtechniker, der das Personal in der ganzen Welt schult und dessen Leben gleichmäßig wie ein Uhrwerk abläuft. Seine steil aufsteigende Karriere führt ihn in die ganze Welt, so dass er seine Zeit selten zu Hause bei seiner Freundin Kelly, gespielt von Helen Hunt, verbringen kann.

Szenenfoto Ein Flugzeugabsturz, bei dem er der einzige Überlebende ist, verschlägt ihn auf eine einsame Insel, auf der er vier lange Jahre seines Lebens verbringt. Nach Rückkehr in die zivilisierte Welt ist nichts mehr so wie es einmal war. Chucks Story endet nicht in Hollywood-typischer Art, doch sie spiegelt das Leben wider, ist voller Wahrheit, Schmerz und Versprechungen.

Hanks hatte ursprünglich die Idee zu diesem Film. Zusammen mit Drehbuchautor William Broyles, Jr. begann er vor sechs Jahren mit der Entwicklung, als die Beiden an "Apollo 13" zusammenarbeiteten. Im Gegensatz zu den üblichen Gegebenheiten, mehrere Autoren zu verpflichten, war Broyles der einzige Schreiber bei Cast Away - Verschollen. Nach intensiver Arbeit wurde das Drehbuch zum Modell einer oftmals nicht sehr geschätzten Art von Leinwanddramen, die mit sehr wenig Dialog auskommen müssen.

Szenenfoto Als Hanks und Broyles die ersten Ideen für den Film, die Schlüsselszenen, Storyhöhepunkte und die Charaktereigenschaften entwickelten, kamen sie bald auf den richtigen Punkt. Sie beschlossen, dass Hanks Charakter ein FedEx-Angestellter sein sollte. "Als FedEx-Mitarbeiter könnte die Rolle Menschen in der ganzen Welt ansprechen, immer unter Zeitdruck auf der Jagd nach seinen Terminen und Verbindungen", erklärt Broyles. "Wir waren gespannt darauf, was passieren würde, wenn man einen solchen Menschen von all diesen Dingen abschneiden würde."

Das führte zu weiteren Fragen: Was würde mit ihm auf der Insel passieren? Wie wird er überleben? Um die Antworten zu finden, entschied sich Broyles für Informationen aus erster Hand. Zwei Experten brachten Broyles mit sehr primitiver Ausrüstung ausgestattet, auf eine Insel in der Nähe von Sea of Cortez, wo er sich ebenso wie der Protagonist des Films weit weg von Welt befand, in der er eigentlich zu Hause war. "Das Erste, was mir so in den Sinn kam, war 'O, mein Gott, ich mußs überleben!'", erinnert sich Broyles. "Ich mußste herausfinden, wie man zu Trinkwasser kommt, wie man aus einem Stein ein Messer formt und wie man etwas zu Essen organisieren kann. Durch diese Erfahrungen konnte man sich dann ein klein wenig vorstellen, was Chuck durchmachte".

Szenenfoto Broyles und Hanks diskutierten auch die Themen klassischer Geschichten über noch nie dagewesene Abenteuer. Cast Away - Verschollen handelt im Grunde genommen von dem Weg, zu sich selbst zu finden, sei es körperlich wie auch geistig. Weit weg von den Dingen, die unser Leben bestimmen und denen wir manchmal eine zu große Bedeutung beimessen", kommentiert Broyles.

Abenteuerliche Geschichten über den persönlichen Lebensweg eines Menschen sind für Regisseur Robert Zemeckis fruchtbarer Boden, der zusammen mit Tom Hanks als Darsteller von Forrest Gump eine unglaubliche Reise durch das Leben unternahm. Der mit dem Oscar ausgezeichnete Regisseur, dem es immer wieder gelingt, Blockbuster-Hits wie die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie, Contact und Schatten der Wahrheit auf die Leinwand zu bringen, hat die Gabe, sein Publikum zu unterhalten und zu erleuchten. Aufgebaut auf Broyles Drehbuch verpasste Zemeckis dem Film sein dramatisches und visuelles Herz.

SzenenfotoZemeckis und Hanks hatten eine gleichsame Vision des Filmes. "Cast Away - Verschollen ist einerseits ein hochklassiges Abenteuer", bemerkt Hanks. "Aber andererseits stellt der Film ein der Zen-Lehre angelehntes Verständnis für wirklich wichtige Dinge im Leben dar".

Chucks Beziehung zu seiner Freundin Kelly ist für beide offensichtlich sehr wichtig, obwohl sie die wenigste Zeit aufgrund seines Jobs gemeinsam verbringen können. "Diese beiden Menschen sind nicht mehr ganz jung und nicht naiv ihrer Beziehung gegenüber. Und es ist auch keine Beziehung, die von Romantik und Schenken von Blumen gelenkt wird", kommentiert Hanks. "Aber sie sind dankbar, dass sie sich gefunden haben. Sie akzeptieren voll und ganz ihren Partner mit all seinen guten und schlechten Eigenschaften. Sie fühlen sich miteinander sicher und verbringen ihr Leben so wie es Chucks Job zulässt".

SzenenfotoHelen Hunt äußerte sich anerkennend über die Komplexität der Beziehung zwischen Chuck und Kelly. Sie erinnert sich auch an die lustigen Umstände, die sie für dieses Projekt zusammen brachten. Hunt traf sich mit Zemeckis zum Frühstück, um ein anderes mögliches Projekt zu diskutieren. Als Zemeckis erwähnte, dass er mit Tom Hanks einen Film, der auf einer Insel spielt, machen würde, nahm das Gespräch einen unerwarteten Verlauf. "Ich sagte ihm, dass ich in diesem Film mitspielen wolle", lacht Hunt. "Nach nicht allzu langer Zeit rief mich Bob an und sagte: 'OK, wir haben etwas für dich.' Ich war total überrascht und aufgeregt; ich glaube wirklich, es ist ein mutiger und einmaliger Film".

Zemeckis freute sich darüber, dass Hunt sein Angebot annahm. "Helens Präsenz ist während des ganzen Filmes zu spüren, denn die Erinnerung an Kelly ist der wichtigste Grund, der Chuck zum Überleben auf der Insel anspornt", gibt er zum Besten.

Szenenfoto Die Erinnerung ist sehr wichtig für Chucks Überleben. Ein weiterer wichtiger Punkt im Film ist die ungewöhnliche Freundschaft, die er zu "Wilson" aufbaut, einem Volleyball, der in einem der FedEx-Pakete war, die in dem abgestürzten Flugzeug waren und an Land geschwemmt worden sind. "Wilson dient als Instrument, um dem Zuschauer zu zeigen, was Chuck denkt", erklärt Zemeckis. "Aber mit der Zeit wird daraus etwas mehr, denn Chuck baut eine gewisse Beziehung zu dem Volleyball auf, als er sich in einem mental depressiven Zustand befindet".

Wilson wird zum Mittelpunkt während Chucks Leben auf der Insel. "Wenn wir zeigen, dass Chuck in der Lage ist, die vier Basiselemente für das menschliche Überleben, nämlich Essen, Wasser, Unterschlupf und Feuer, zu beschaffen, dürfen wir das fünfte Element nicht vergessen, nämlich Gesellschaft", sagt Hanks. "Wilson ist eine zufällige Kreation von Chuck, der gerade in dem Moment auftaucht, als er ihn am meisten brauchte. Und wie alle guten Freundschaften, beginnen sie instinktiv".

Szenenfoto Wilson ist nicht das einzige Paket, das eine wichtige Rolle in Chucks Überlebenskampf spielt. Chuck "rettet" noch viele weitere FedEx-Pakete und erfindet Geschichten über deren Inhalt. Aber er entscheidet sich, ein bestimmtes Paket, das mit Engelsflügeln bedruckt ist, nicht zu öffnen. Diese Engelsflügel werden für ihn ein Symbol der Hoffnung. Dieses Symbol behält er bis zu seiner Rückkehr in die Zivilisation. Obwohl der Paketinhalt für ihn unbekannt bleibt und er es als Mysterium sieht, scheint der Wert für ihn unermesslich.

Chucks Freundschaft mit Wilson und die Wahrnehmung der Engelsflügel als Symbol der Hoffnung zeigen eine der Schlüsselfragen des Films auf: Auch wenn man lernt, wie man körperlich überlebt, wie sieht es aus mit dem emotionalen, psychologischen und geistigen Überleben? Broyles erfuhr ein wenig über diese Fragen, als er Aufzeichnungen und Berichte von verschiedenen Verschollenen, Schiffsunfallopfern und anderen Überlebenden las, die letztendlich doch alle von einem Desaster erzählten. "Sie alle kamen zu dem Punkt der völligen Verzweiflung, wo sie nicht mehr weiter wussten", sagt Broyles.

Szenenfoto Nach vier Jahren auf der einsamen Insel erlebt Chuck die gleichen Umstände, wie sie Broyles recherchiert hatte. "Als Chuck herausgefunden hatte, wie er überleben konnte, kämpft er nicht länger gegen irgend welche Element, wie auch Verzweiflung", führt Hanks aus. "Es ist eine besondere Art von Einsamkeit, und es unterscheidet sich total von einem Sonntagabend zu Hause, an dem man nicht weiß, was man tun soll. Er ist völlig entfernt von irgend welchen Ruhelosigkeiten, die ein normales Leben beinhaltet. Das ist dann genau der Moment, an dem Chuck zu zerbrechen droht und seinen Kampf gegen seine eigene Verzweiflung aufgibt".

Die Szenen, in denen Chuck seinen körperlichen und emotionalen Überlebenskampf führt, hat kaum Dialoge und keinerlei Musik. "Diese Szenen sind unter anderem die aktivsten Stellen im Film, weil jede Sekunde etwas Wichtiges passieren kann", bemerkt Hanks. "Ich glaube, wir sind es gewohnt, einen Erzähler zu haben, der alles erklärt oder Charaktere, die über ihre Abenteuer Witze machen. Aber Chuck sagt solange nichts, bis er einen wirklichen Grund hat. Sein Handeln hat immer einen Sinn. Die fehlende Musik und die sparsamen Dialoge waren erforderlich".

Chuck versucht eine waghalsige Flucht von der Insel, nachdem er dort vier Jahre lang den Strand auf- und abgelaufen war. Er kommt in eine Zivilisation zurück, die sich in seinen Augen total verändert hat. Aber Zemeckis und Hanks gestalteten diesen Übergang in seine neue alte Welt so, dass dies zu seinem aufrichtigen Charakter passte.

"Chuck bemerkt, dass niemand an sein Überleben geglaubt hat", erklärt Hanks. "Als er zurück in die Gesellschaft kehrt, legt er nicht die typische "Rip Van Winkle"-Reaktion an den Tag: 'Hey, was habe ich verpasst?'. Er versteht, dass die Dinge, die vor seinem Flugzeugabsturz wichtig für ihnen waren, nicht mehr existierten, weil er über eine Mauer gesprungen ist. Es taucht eine Menge an Selbsteinschätzung, aber keinerlei Mitleid auf.

"Chuck wird klar, dass es für ihn das Allerbeste war, was im passieren konnte: bei einem Flugzeugabsturz fast getötet zu werden, sich retten zu können und dann vier Jahre lang auf sich gestellt auf der Insel zu verbringen", fügt der Schauspieler hinzu. "Wenn Chuck diese Erfahrung nie gemacht und alles verloren hätte, so hätte er niemals verstanden, was wirklich wichtig im Leben ist".

Über die Produktion Diesen umfangreichen und aufreibenden Produktionsplan für Cast Away - Verschollen zu überleben, war ebenso eine echte Herausforderung für Besetzung und Crew. Anerkannt als einer der ungewöhnlichsten Produktionspläne in der heutigen Filmindustrie, wurde der Film in zwei Teilen innerhalb von 16 Monaten mit einer Unterbrechung von einem Jahr in dieser Zeit gedreht.

Während Zemeckis anfangs dachte, dass der Drehplan sehr ermutigend angelegt wäre, mußste er sich schließlich eingestehen, dass sich alles doch etwas schwieriger gestalten würde. "Der Drehplan entwickelte sich zu einem Experiment", erklärt er. "Zum ersten Mal in meiner Karriere hatte ich die Chance, zurückzukommen und meine erledigte Arbeit mit frischen, eigentlich auch objektiven, Augen anzusehen, was wirklich sehr selten geschieht, wenn du mitten in einem Film bist". Während dieser ausgedehnten Unterbrechung befassten sich Zemeckis und viele seiner Crew mit dem Psycho-Thriller "Schatten der Wahrheit" mit Harrison Ford und Michelle Pfeiffer, während Hanks begann, sich langsam physisch zu verändern.

Von Beginn der ersten Stufe der Entwicklung von Cast Away - Verschollen waren sich Zemeckis und Hanks einig, den realistischsten Weg zu gehen, um die lange Zeit, die Chuck auf der Insel verbrachte, darzustellen. Um die körperliche Veränderung Chucks zu zeigen, mußste die Produktion unterbrochen werden. Dieses eine Jahr der Unterbrechung machte es möglich, seinen Körper abmagern zu lassen, aber gleichzeitig auch Muskeln aufzubauen, die von einem harten Leben auf der Insel zeugen.

Aber es war für Hanks nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch eine psychische Umstellung. "Als wir mit der zweiten Hälfte des Filmes begannen", erinnert sich Zemeckis, "war irgendwie der Lebensfunke aus Toms Augen gewichen, was natürlich perfekt zu dem, was Chuck widerfahren war, passte. Tom brachte das voll und ganz. Es war einfach wundervoll, aber auch fast ein wenig unheimlich, dies zu beobachten".

Unterstützt durch viele seiner langjährigen Produktionskollegen, einschließlich Produktions-Designer Rick Carter, Kameramann Don Burgess, der ausführenden Produzentin Joan Bradshaw sowie der Produzenten Steve Starkey und Jack Rapke, begann Zemeckis mit dem eigentlich Dreh des ersten Abschnittes von Cast Away - Verschollen im Januar 1999. Gegenüber den meisten Filmen wurde Cast Away - Verschollen dem Verlauf der Geschichte entsprechend gedreht.

"Eigentlich macht es ja Sinn, ist aber selten der Fall", sagt Hanks. "Wir begannen mit den Dreharbeiten am Beginn der Geschichte und hörten am Ende dieser auf. Es versetzte alles für jeden Mitarbeitenden in eine realistische Perspektive. Man konnte immer genau feststellen, wie weit wir waren und was wir noch tun mußsten".

Moskau, die erste internationale Location des Films, strahlt eine visuelle, dramatische Energie aus, um den Charakter von Chuck Noland vorzustellen. Die Hauptstadt Russlands war für Kameramann Don Burgess für den Beginn des Drehplanes, den er zusammen mit Zemeckis ausgearbeitet hatte, absolut fantastisch.

"Energie, jede Menge Energie, war unser Anspruch an den ersten Akt des Filmes", sagt Burgess. "Wir bewegten die Kamera in Mos-kau hin und her. Diese Bewegung stellt die Umtriebigkeit in Chucks Leben dar". Nach einer Woche in Moskau, wo auch auf dem Roten Platz gedreht wurde, ging die Produktion nach Los Angeles zurück, um auf den Soundstages von Sony Pictures und bei Fed-Ex in Los Angeles weiterzudrehen. Im Feb- ruar 1999 machte sich die Produktion zu ihrer ersten Reise auf die Fidji-Inseln auf, um eine der größten Herausforderungen für Besetzung und Crew zu erfahren.

Die Suche nach der perfekten Insel begann im Juni 1998. Nach Begutachtung jeder Inselgruppe im Südpazifik fanden die Filmemacher schließlich die unbewohnte Insel Monu-riki in der Mamanuca-I-Ra-Gruppe der nordwestlichen Sektion der Fidji-Inseln, die "Chucks Insel" werden sollte, das tropische Paradies, das ihn für vier Jahre lang gefangen hielt.

Monu-riki, eine unbewohnte Vulkaninsel, gehörte einem benachbarten Masengali und seiner Familie und hatte die Ausmaße von ungefähr einem Hektar. (Bei Ebbe kann man in 1 1/2 Stunden um die ganze Insel gehen). Die Filmemacher entschieden sich für diese Insel hauptsächlich wegen der beeindruckenden Spitze, des makellosen Strandes und des kleinen Kokospalmenwäldchens.

"Wir mußsten den Zuschauern Chucks zunehmende Zwangslage visuell geballt nahebringen", sagt Produktions-Designer Rick Carter. "Monu-riki, mit seiner rauhen Schönheit und besonderen geografischen Lage, erlaubte uns dies".

Die Dreherlaubnis und dann schlussendlich der Drehbeginn auf dieser Insel war ein ziemlich langwieriger Prozess. Die Produktion mußste ein "sabu-sabu", ein formelles Meeting mit den Inselbesitzern ansetzen, sowohl auch eine formelle Zeremonienprozedur über sich ergehen lassen.

Die Filmemacher baten bei Ausarbeitung des Vertrages, den sie mit den Fidjianern abschließen mußsten, darauf zu achten, dass ein Paragraph, der die Umwelt schützen sollte, mit aufgenommen werden sollte. Das war das erste Mal, dass so etwas auf den Fidji-Ins-eln getan wurde, wenn es darum geht, "Land" auszuleihen.

Die Produktion arbeitete mit einem Umweltspezialisten zusammen, der während der Dreharbeiten auf Monu-riki ein Auge darauf hatte, die Naturwelt der Insel nicht zu beschädigen. Zum Beispiel mußste jeder Baum, der während des Drehs entfernt wurde, nach Abschluss durch drei neue Bäume ersetzt werden.

Die klare Schönheit und die Ruhe, die diese Insel ausstrahlt, stand in starkem Kontrast zu Chucks Leben in der Zivilisation. So gab es für Zemeckis reichhaltige Gelegenheiten, Chucks langsam aufkommende Verzweiflung auf der Insel aufzuzeigen. "Sämtliche Action und Energie des Films wird einmal in einem fürchterlichen Schrei Chucks ausgedrückt", sagt der Regisseur. "Wir wollten diese Erfahrung auf der Insel so statisch wie möglich darstellen".

Chuck wurde auf diese Insel nach einem entsetzlichen und brutalen Flugzeugabsturz gespült. Im ersten Augenblick denkt man, dass dies ein absolutes Glück für ihn bedeutet. Aber nachdem die Zeit immer weiter fortschreitet, wird ihm die aussichtslose Lage immer klarer. Diese Realität wollte Zemeckis völlig unglamourös und derb darstellen, um diese neue Welt im Gegensatz zu seinem bisherigen Leben auszuleuchten.

Im April 2000, ungefähr ein Jahr, nachdem der erste Teil auf Monu-riki abgedreht war, kehrte die Crew für eine Woche lang auf die Insel zurück. Sie gingen dann auf die Inseln Namotu und Tavarua. Diese Inseln boten eine ausgesprochen günstige Gelegenheit als Basecamp und gleichzeitig auch die Möglichkeit, als Dock für die Erbauung der verschiedenen Schiffe zu dienen. Nahe dieser Inseln entdeckte die Produktion die geeignete Stelle auf dem Ozean, wo die Fluchtszene von der Insel durch ein gefährliches Riff, das praktisch als "Gitter" für Chucks Inselgefängnis diente, gedreht werden konnte. Monate lang dauerte das Recherchieren, Designen und Testen der verschiedenen Riffs, um der Kamera den besten Platz für diese Szene bauen zu können.

Zahlreiche Beiboote mit vielen Mitarbeitern der verschiedenen wichtigsten Abteilungen der Crew mußsten sehr nahe dabei sein. Eine Kamera war immer an Chucks Seite und nahm den gefährlichen Wellenritt, der schließlich sein Boot zum Kentern brachte, auf. Hanks arbeitete unermüdlich an dieser Szene. Hanks Double, Jon Roseman, erledigte die gefährlichsten Szenen für Hanks. Produzent und Regisseur der zweiten Unit, Steve Starkey, drehte diese packenden Momente. "Jon half uns dabei, diese Flucht dramatisch und sehr realistisch aussehen zu lassen", sagt Starkey. "Er bescherte uns auch einige atemberaubende Momente mit seinem Mut und seiner Gabe, die größten Wellen, die wir jemals gesehen haben, zu überwinden".

Die Produktion beendete die Dreharbeiten auf Fidji 1 1/2 Tage vor dem Plan, und reiste dann zurück nach Los Angeles, um auf der Sony-Bühne weiterzudrehen. Hier wurden auch die Special Effects-Arbeiten (unter der Leitung von Ken Ralston von Sony ImageWorks) erledigt, der die Fluchtsequenz aufarbeitete.

Für Chucks Wiederkehr in die Zivilisation wählten die Filmemacher das FedEx-Büro in Memphis/Tennessee. Zemeckis, Hanks und die weitere Besetzung arbeiteten neben 1.200 FedEx-Mitarbeitern im Hangar 21, um die Szene mit Fred Smith, dem Gründer und Inhaber von FedEx, in einer speziellen Cameo-Rolle zu drehen.

Smith und Drehbuchautor William Broyles jr. dienten zusammen im Marine Corps in Vietnam. Zu dieser Zeit kannten sie sich allerdings noch nicht und trafen sich dann erst viel später. Broyles sprach Smith wegen der Involvierung von FedEx in Cast Away - Verschollen an. "Er fragte mich um Erlaubnis, das Federal Express-System als Hintergrund für ein sehr interessantes Thema zu benutzen", sagt Smith. "Es war eine einfache Entscheidung".

FedEx gab der Produktion beispiellose Unterstützung. Angefangen vom ersten Schritt in der Entwicklungsphase assistierte wichtiges FedEx-Personal den Filmemachern, um ihnen die Philosophie des Unternehmens nahezubringen.

Nachdem die Dreharbeiten in Memphis abgeschlossen waren, zog die Crew in eine kleine Stadt von Kanada, Texas. Mittlerweile war es Mai, fast eineinhalb Jahre, nachdem die eigentlichen Dreharbeiten in Moskau begonnen hatten. Monate später, während der Postproduktion des Films, gaben die Filmemacher ihre Gedanken über die unterschiedlichen Levels von Cast Away - Verschollen preis. "Cast Away - Verschollen ist ein großartiges Abenteuer, aber es ist auch ein Film über Vertrauen, Hoffnung und Erfüllung", sagt William Broyles.

Zustimmend fügt Zemeckis hinzu: "Ich hoffe, die Zuschauer können die Lebensreise, die Chuck erfährt, umsetzen und erkennen die Unverwüstlichkeit des menschlichen Willens, die hier so außergewöhnlich dargestellt wird, an. Der Film zeigt auf, dass es neben dem normalen Leben eine Menge Mysterien gibt, die man auf den ersten Blick nicht erkennt".

Tom Hanks fügt hinzu: "Die Leute haben mich gefragt, was ich den Zuschauern mit dem Film auf den Weg geben wolle. Die Antwort ist eine Frage, die man sich selbst stellen mußs: `Was wäre, wenn ich in diese Lage käme? Was würde ich denken und tun, wenn ich mich am Kreuzweg meines Lebens befände. Könnte ich die Richtung bestimmen, in die ich gehen will? Ich hoffe, dass jeder sich seine eigenen Gedanken über den Film machen wird".

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