Paris 1922: Der Schriftsteller Marcel Proust
liegt auf dem Sterbebett. In diesem Bett und in diesem Zimmer, das
er seit zwei Jahren kaum verlassen hat, hat er die letzten
Bände seines Jahrhundert-Romans "Auf der Suche nach der
verlorenen Zeit" geschrieben.
Fotografien erinnern ihn an seine Familie, seine Freunde und die Frauen, die er geliebt hat. Längst sind für ihn die Bilder der realen Personen zu Bildern seiner Romanfiguren geworden. Proust versinkt in Erinnerungen
an den Roman, der sein Leben geworden ist ... Darsteller: Cathérine
Deneuve (Odette), Emmanuelle
Béart (Gilberte), John Malkovich (Baron
de Charlus), Marcello Mazzarella (Erzähler, Marcel), Pascal
Greggory (Robert de Saint-Loup), Vincent Pérez (Charlie
Morel), Chiara Mastroianni (Albertine), Mathilde Seigner
(Céleste), André Engel (Marcel Proust), Marie-France
Pisier (Madame Verdurin)
Regie: Raoúl Ruiz Stab: • Produzenten:
Paul Branco für Gemini Films / France 2 Cinéma / Les
Films du Lendemain / Blu Cinematographica • Drehbuch: Gilles
Taurand, Raoúl Ruiz • Vorlage: Roman "Die wiedergefundene
Zeit" von Marcel Proust • Filmmusik: Jorge Arriagada •
Kamera: Ricardo Aronovich • Spezialeffekte: - •
Ausstattung: Bruno Beauge • Schnitt: Denise de Casabianca
• Kostüme: Gabriella Pescucci, Caroline de Vivaise
• Make Up: Cedric Gerard • Ton: Philippe Morel •
Toneffektschnitt: Gerard Rousseau • Stunts: -
• Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: "Die wiedergefundene Zeit" ist ein Kunstwerk der Erinnerung. Drei Erzählstränge sind durch Rückblenden in die Jugend und Kindheit des Ich-Erzählers Marcel (Marcello Mazzarella), der mehr Zeuge und Beobachter als Mit-Akteur der eigenen Erinnerung ist, kunstvoll miteinander verbunden. Auf diese Weise entsteht ein beeindruckendes, in brillanten Bildern fotografiertes Zeit- und Gesellschaftsportrait des frühen 20. Jahrhunderts, dem Leinwand-Stars wie Cathérine Deneuve als Odette und John Malkovich als Baron de Charlus Gestalt geben. film-dienst 2001-02: Ein vielschichtiger Film, geprägt von erzählerischen Brüchen und Ellipsen, dem experimentellen Verschränken der Zeitebenen, der Affinität zum Surrealistischen und dem Spiel mit Träumen und Visionen. Trotz dramaturgischer Schwächen ein überzeugender Versuch, Proust ins Filmische zu übersetzen.
Alexander Weber (FAZ): Statt Prousts Text nur zu illustrieren, hat sich Raúl Ruizaus der verschwenderischen Requisite eine eigene filmische Kunstprosa geschaffen, die neben dem Original bestehen kann. (...) Jede Einstellung wirkt wie ein ausgefeiltes tableau vivant. Fritz Göttler (Süddeutsche Zeitung): Proust zu verfilmen (...) Visconti hat es sein Leben lang versucht, Schlöndorff hat es vermurkst, Raoul Ruiz ist es nun auf magisch wundersame Weise gelungen. Maxi 2001-01: Viele haben versucht, den anspruchsvollen siebenteiligen Romanzyklus zu verfilmen. Erst Raúl Ruiz ist es so richtig gelungen. Cinema 2001-01: Cathérine Deneuve glänzt in diesem fantastischen Sittengemälde im Paris der Jahrhundertwende. Frei nach Marcel Proust. Karl-Heinz Schäfer (TV
Today) 2001-02: Liebe, Klatsch, Tratsch.
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Paris 1922: Der Schriftsteller Marcel Proust
liegt auf dem Sterbebett. In diesem Bett und in diesem Zimmer, das
er seit zwei Jahren kaum verlassen hat, hat er die letzten
Bände seines Jahrhundert-Romans "Auf der Suche nach der
verlorenen Zeit" geschrieben.
Darsteller:
Filmkritiken
Kultur Spiegel 2001-01: Das Ende der Belle Epouque, vom
chilenischen Regisseur Raúl Ruiz arrangiert wie in
einer Schneekugel: Krieg, Liebe und Laster gehören zu einer
Welt, zu der der Zuschauer keinen Zutritt hat. Eine seltsam
parfümierte Proust-Verfilmung, tot wie die Rituale, die sie
beschwört.