Alaska.de

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Ausführlicher InhaltFilmplakat im Großformat • Interview mit Esther Gronenborn •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Alaska.de
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 2000

Kino Deutschland: 2001-01-25
Laufzeit Kino: 86 Minuten
Kinoverleih D: Filmverlag der Autoren

DVD-Cover
DVD-Cover DVD Deutschland: ja
Laufzeit DVD: 86 Minuten
Anbieter: Arthaus

Video Deutschland: ja
Kaufkassette: 2001-11-06
Laufzeit Video: 86 Minuten
Anbieter: Arthaus



Szenenfoto Die 16-jährige Sabine zieht zu ihrem Vater in eine Berliner Hochhaussiedlung. Durch ihre unkomplizierte Art lebt sich Sabine schnell in der neuen Umgebung ein, ihre Schlagfertigkeit verschafft ihr Respekt. Über ihren Mitschüler Eddi lernt sie die Clique um den 18-jährigen jugendlichen Kriminellen Micha kennen.

Wenige Tage nach ihrer Ankunft stößt Sabine auf dem Heimweg mit Micha zusammen, der mit einem Messer in der Hand flüchtet. Einige Schritte weiter findet Sabine einen Jungen in einer großen Blutlache. Er ist tot. Sabine ist wie gelähmt, behält die Entdeckung aber für sich. Am nächsten Morgen ist der Tote das Gesprächsthema an der Schule. Ihr Schock vertieft sich, als Micha sie am Telefon bedroht.

Eddi beginnt, sich um Sabine zu kümmern und zwischen den beiden wächst eine scheue Zuneigung. Was Sabine nicht weiß: Eddi ist selbst in den Mord verstrickt und will herausfinden, was Sabine gesehen hat. Micha wird die Sache langsam zu heiß: Er will Sabine loswerden.

Die Situation spitzt sich zu und es kommt zu einem dramatischen Showdown ...


SzenenfotoDarsteller: Jana Pallaske (Sabine), Frank Droese (Eddi), Toni Blume (Micha), Nele Steffen (Coco), Willhelm Benner (Stefan), Daniel Fripan (Florian), Andrusch Jung (Daniel), Artur Rakk (Anton), Mathias Frenzel (Karl), Achmed Kersten Block (Ludger), Susanne Sachse (Sabines Mutter), Andi Hoppe (Sabines Vater), Axel Prahl (Polizist Wünsche), Axel Werner (Fensterputzer)

Regie: Esther Gronenborn

Stab: • Produzenten: Eberhard Junkersdorf für Bioskop-Film, Shorts Production, Kinowelt, Studio Babelsberg • Drehbuch: Esther GronenbornVorlage: - • Filmmusik: MoserMeyerDöring • Kamera: Jan Fehse • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Tom Hornig • Schnitt: Christian Lonk • Kostüme: Linda Harper • Make Up: C.I.S.E.L. • Ton: Mark von Stürler • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Mit Sicherheit einer der aufregendsten Debütfilme des Jahres: Filmisch brillant, emotional authentisch und mit inszenatorischer Kühnheit erzählt Esther Gronenborn in "alaska.de" die Tragödie eines Mordes unter Jugendlichen in einer Berliner Hochhaussiedlung und den Beginn einer zarten Liebesbeziehung, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheint. Der Film erzählt von Freundschaft, Lebensgier und von den Überlebensstrategien einer jugendlichen Clique am Rande einer Großstadt ? einer Gegend, in der man für sein Glück ausschließlich selbst verantwortlich ist. "alaska.de", der in der Tradition von "Kinderspiele", "Kids" und "Hass" steht, besticht durch die lebendige Ausdrucksstärke seiner jungen Darsteller, seine intensive Visualität und durch die Musik des Berliner Trios "mosermeyerdöring".

SzenenfotoMünchner AZ: In der Publikumsgunst vorne lag auch der deutsche Wettbewerbsbeitrag "alaska.de". Esther Gronenborn entwirft das beeindruckende Porträt von Jugendlichen in den östlichen Außenbezirken Berlins - sie leben ohne Perspektive in den Tag hinein, schwänzen die Schule, stellen sich gegen Autorität und geraten in einen Teufelskreis von Gewalt. Die Absolventin der Hochschule für Fernsehen und Film, München, entwickelte das Projekt gemeinsam mit den Laiendarstellern, die selbst ihre Erfahrungen aus Plattenbau-Siedlungen einbrachten. Die Dreharbeiten an Originalschauplätzen waren nicht ganz ungefährlich, auch die jungen Mitwirkenden bei der Stange zu halten, erforderte Einfühlungsvermögen.

SzenenfotoBlickpunkt Film: Mit überzeugender Kraft und mit einer realistisch stilisierten Darstellung des Alltags erzählt Esther Gronenborn in ihrem Erstling "alaska.de". (...) Gronenborns Darsteller sind Laien und schaffen eine beeindruckende Frische und Authentizität, während Esther Gronenborn selbst mit ihren (an der Video-Ästhetik orientierten) Bildern souverän und erzählerisch kreativ umzugehen weiß. Ein Jury-Preis hätte ihr gut gestanden.

Frankfurter Rundschau: (...) Keiner bestritt, dass hier jene deutsche Wirklichkeiten auf die Leinwand gebracht werden, die man so lange vermisste. Als Portrait einer Orientierungslosigkeit ist "alaska.de" jedenfalls gelungen. Einsamkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit - das sind Gefühle, die sich anderenorts oft nur behauptet finden.

SzenenfotoStuttgarter Nachrichten: Ein atmosphärisch dichtes Beispiel lieferte Esther Gronenborn mit dem Großstadtdrama "alaska.de", eine beklemmende Geschichte über den Kreislauf der Gewalt zwischen Jugendgangs. Mit brillanten Laiendarstellern zeichnet sie ein authentisches Bild von Hoffnung, Angst und Ausweglosigkeit der Großstadtkids.

Die Welt: "alaska.de" von Esther Gronenborn ist ein in Berlin spielendes Jugendbandendrama wie es in den Fünfzigern oder Achtzigern aus Hollywood hätte kommen können; geschickt gebaut, mit klaren und überzeugend gespielten Charakteren und dem traditionellen shootout am Schluss; im Januar hat es seinen verdienten Kinostart.

film-dienst 2001-02: Ein atmosphärisch dichter Genrefilm mit überzeugenden (Laien-) Darstellern, der trotz genauer Milieubeschreibung keine Sozialanklage anstrebt, sondern als Thriller mit realem Hintergrund verstanden werden will. Durch die auf Rasanz getrimmte Schnitttechnik büßt er einen Teil seiner psychologischen Identität ein.

SzenenfotoFilmecho Filmwoche: In beeindruckenden Bildern wird die Aussichtslosigkeit und Kälte eingefangen, in der Jugendliche in den gesichtlosen und grauen Häuserblöcken in den modernen Ghettos am Rande der Großstadt Berlin leben. (...) Der Titel "alaska.de" wird zum Symbol für polare (Gefühls-)Kälte inmitten von Deutschland.

Cinema 2001-02: Sabine (Jana Pallaske) zieht zu ihrem Vater in eine Berliner Plattenbau-Siedlung. Dort beobachtet sie einen Mord (...) Trotz authentischer Laiendarsteller wirkt dieses ambitionierte Drama bemüht-konstruiert.

Kultur Spiegel 2001-01: Der Film ist so deprimierend ausweglos wie die Wirklichkeit, die er abbildet. Die Regisseurin Esther Gronenborn hat in München Dokumantarfilm studiert.

Handelsblatt: Die Kids sprechen eine Sprache der Jugend, der Straße und auch der Gewalt, die man im deutschen Film lange nicht mehr hörte.

Gernot Gricksch (TV Today) 2001-03: Beklemmendes Ghetto-Drama.

Dirk Jasper FilmLexikon
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