Produktionsnotizen zu Feindliche Übernahme - althan.com

Feindliche Übernahme - althan.com spielt in einer fiktiven deutschen Stadt und wurde hauptsächlich in München gedreht. Der Action-Film empfiehlt sich als visuell überaus ansprechender und hochbrisanter Thriller, der im Milieu der Wirtschaftskriminalität angesiedelt ist. Die Idee zu dem Film ist auf dem Tisch von Susanne Porsche entstanden, die als Produzentin in ihrem Unternehmen mps mediaproductions die Bereiche New Media, Media Consulting, Event, TV- und Kino-Produktionen bündelt.

Susanne Porsche konnte das Unternehmen Siemens für ihre Idee gewinnen, auf dem fiktionalen Spielfeld eines brisanten Wirtschaftsthrillers die deutsche Industrie einmal von einer neuen Seite zu zeigen. Um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, stellte Siemens sein technisches Know-how bei der Konzeption eines Hightech-Thrillers zur Verfügung, der auf der Höhe der Software-Möglichkeiten dem Action-Genre zu einer neuen Dimension verhilft. Autor, Regisseur und Produzentin haben sich davon inspirieren lassen und die dramatischen Momente des Filmes eng an die technischen Dimensionen eines Global Players gebunden. Der besondere Reiz für den Zuschauer besteht in der Möglichkeit, herauszufinden, ob die geplanten Momente nur spekulativ oder schon längst Realität geworden sind.

Der Input aus Wirtschaft und Forschung hat sich für Susanne Porsche als wertvoll erwiesen. Entwicklungsabteilungen können früher als jeder Autor oder Regisseur künftige Trends erkennen, die Grundstoff für dramatische Handlungen sind.

"Die Aktualität spielt in diesem Film eine große Rolle, denn er handelt von Dingen, die zwar so noch nicht passiert sind, aber durchaus passieren könnten."

Der Action-Thriller Feindliche Übernahme - althan.com stellt hohe Ansprüche an sich selbst. Für Produzentin Susanne Porsche und Regisseur Carl Schenkel war es besonders reizvoll, dem Zuschauer neben dem Action-Kinoerlebnis ein Bewusstsein für Themen aus dem technischen und ökonomischen Bereich zu vermitteln. Etwa welche künftigen umwelt-schonenden Energieversorgungen zur Lösung der Klimaveränderung beitragen könnten und welche nationalen und internationalen Folgen solche neuen Energiekonzepte nach sich ziehen. Genauso wie Fragen nach den wirtschaftlichen Interessen der Firmen und wie sie deren Handlungen beeinflussen. Wer weiß schon, was die genauen Hintergründe einer feindlichen Übernahme sind und wie eine solche funktioniert?

Bei der Auswahl der Darsteller waren sich Susanne Porsche und Carl Schenkel schnell einig. "Wir haben sehr viele Schauspieler gecastet, aber als ich Thomas Kretschmann in "Der Solist - kein Weg zurück neben Iris Berben gesehen habe, war mir sofort klar, das ist unser Mann", beschreibt Susanne Porsche die Suche nach der richtigen Besetzung für die Hauptrollen. "Und Désirée Nosbusch ist mir gleich eingefallen, weil ich sie mir auch im richtigen Leben gut als PR-Chefin eines großen Unternehmens vorstellen kann. Schließlich moderiert sie sehr viele Industrie-Events."

Auch für Thomas Kretschmann und Désirée Nosbusch war es keine Frage, das Angebot sofort anzunehmen und mit Susanne Porsche und Carl Schenkel zusammenzuarbeiten.

"Wenn ein Regisseur, wie in "Abwärts", 90 Minuten Hochspannung in einer Fahrstuhlkabine erzeugen kann, ist das schon ein Grund, mit ihm arbeiten zu wollen."

So Kretschmann über den Regisseur und Nosbusch fügt hinzu: "Ich kenne und schätze seine Filme und wollte deshalb schon immer mit ihm zusammenarbeiten. Er ist ein Partner, der einen fordert und nicht nachgibt, bis er bekommt, was er will. Das macht die Zusammenarbeit enorm intensiv und spannend."

Die Rolle der Laura Schumann ist mit viel psychologischem Gespür und weiblichem Einfühlungsvermögen ausgestattet. Die Ethnologin und Soziologin hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen in ihrer Außenkommunikation zu beraten. Dabei mußs sie charmant und willensstark zugleich auftreten. Für Nosbusch, die in Feindliche Übernahme - althan.com ihre Rückkehr auf die deutsche Leinwand feiert, eine spannende Aufgabe. "Man bekommt leider nicht oft Rollen, in denen man eine Frau spielen kann, die mitten im Leben steht und die dazu auch noch in eine dramatische Situation gerät. Erniedrigt, gequält und in Todesangst versetzt, zeigt Laura trotz aller Verzweiflung eine enorme Stärke. Eine solche Rolle ist faszinierend und interessant und bietet außerdem die Chance, sich als Darstellerin neu entdecken zu lassen."

Ähnlich ging es Thomas Kretschmann mit der Figur des Robert Fernau. Die Rolle stellte ihn physisch wie psychisch vor eine große Herausforderung, die er gern auf sich genommen hat. Der smarte Sunnyboy - mal schnodderig, mal ironisch, mal ruppig - durchlebt eine starke emotionale Entwicklung, seine Gefühle zu Laura wandeln sich langsam von Abneigung zu starker Zuneigung. Außerdem mußste Kretschmann physisch enorm viel leisten. Die Großaufnahmen an einer Hochhausfassade waren zwar Knochenarbeit, aber kein Problem für ihn.

"Auch wenn es sehr anstrengend ist, den halben Drehtag an Seilen und Haken zu hängen, kommt mir physisches Arbeiten sehr entgegen."

Kretschmann galt in der ehemaligen DDR als eines der größten Schwimmtalente, bevor er beschloss, sich statt im Becken vor der Kamera freizuschwimmen. Mit 20 Jahren floh er in den Westen, besuchte Schauspielkurse und wurde schließlich Mitglied im Berliner Schillertheater. Ein Selfmademan, der seine Ziele konsequent verfolgt. Zwischen der Figur Fernau und dem Menschen Thomas Kretschmann gibt es einige Parallelen. Robert Fernau ist ebenfalls ein Selfmademan, der sich nach einer schwierigen Kindheit in der DDR hauptsächlich aus eigener Kraft zu einem erfolgreichen Computer- und Sicherheitsspezialisten hochgearbeitet hat. "Die Parallelen darf man allerdings nicht zu sehr strapazieren. Fernau ist eine Rolle, wie man sie nicht alle Tage angeboten bekommt."

So eine Rolle wollte die Produzentin Porsche auch Klaus Löwitsch anbieten.

"Für mich ist er einer der größten deutschen Leinwandstars."

Das hat sie geschafft. Klaus Löwitsch ist wählerisch, aber bei diesem Projekt war er sofort bei der Sache. "Die Figur Willi Konrad ist eine enorme Herausforderung für einen Darsteller. Das Projekt gehört zu den interessantesten, die derzeit in Deutschland realisiert werden."

Als Willi Konrad - Ziehvater und Vorgesetzter von Fernau - gerät er in enorme Schwierigkeiten. Sich trotz schrecklicher Kriegserlebnisse seine menschliche Wärme und Ehrlichkeit zu bewahren, stellt sich als wahrer Balanceakt heraus.

"Bevor ich nach all den Rollen, die ich gespielt habe, mich in ein Abenteuer stürze, überzeuge ich mich von dessen Qualität."

Und auch für Kretschmann, der schon bei großen US-Produktionen wie zuletzt U-571 Erfahrung gesammelt hat, kommt es bei der Auswahl eines Projekts nicht auf die Höhe des Etats an.

"Carl Schenkel hat sein Ziel, die Vorstellung des Thrillers, wie er ihn auf der Leinwand sieht, vor Augen. Mit dem Kameramann Egon Werdin zieht er konsequent seine Ansprüche an Qualität durch und er bekommt von uns, was er braucht. Die Auflösung, die Bildsprache, die Dramaturgie spricht für sich." Egon Werdin selbst bedient sich konsequent über den gesamten Film hinweg einer sehr anspruchsvollen Bildsprache. Dabei wurde trotz der intensiven Zusammenarbeit mit Siemens die künstlerische Freiheit der filmischen Gestaltung in keiner Weise beeinflusst. Produktwerbung (Product Placement) findet nicht statt.

Neben spannender Unterhaltung hat sich Feindliche Übernahme - althan.com noch weitere Ziele gesteckt. Unter anderem will der Film, der seine Handlungen aus spannenden technischen und ökonomischen Entwicklungen bezieht, soziokulturelle Diskussionen anstoßen.

Die Problematik, politischen Phrasen vorbehaltlos zu glauben und nach ihnen zu handeln, ohne die wahren Gründe zu hinterfragen, wurde über die Gruppe der rechtsextremen Terroristen transportiert. Keine einfache, aber eine große Herausforderung für die Darsteller. "Es war spannend, in einen Menschen hineinzuschlüpfen, der ganz anders tickt als ich", empfand Martin Semmelrogge seine Rolle als Beckmann.

"Beckmann erlebt in der Realität das, was wir Schauspieler regelmäßig erleben - allerdings wesentlich tragischer und mit nicht absehbaren Konsequenzen: Er steht für kurze Zeit im Mittelpunkt und glaubt dann alle Macht der Welt zu besitzen, eine Hauptrolle in dieser Welt zu spielen, wenn er die Operation leitet. Tatsächlich ist er aber eine Marionette und ein Verlierer. Allerdings erkennt er das erst, wenn es zu spät ist."

Thure Riefenstein, in der Rolle des ehemaligen Elitesoldaten der DDR-NVA-Einheit "Natter", fühlt sich ebenfalls für das verantwortlich, was er spielt. "Bei der Figur wird deutlich, dass sie letztlich nur ein Rädchen ist, das unter Einsatz seines Lebens eine fragwürdige Ideologie vertritt und einen noch fragwürdigeren Job macht. Ich denke, das wird absolut klar durch die Rolle."

Regisseur Carl Schenkel verwebt auf vielen Ebenen aktuelle Themen mit spannender Action und gut nachvollziehbaren Charakteren. In der Rolle des Willi Konrad gelingt Klaus Löwitsch der Spagat zwischen der ihn immer wieder einholenden Vergangenheit als knallharter Soldat der Eliteeinheit "Natter" und der Gegenwart. Indem er den Sohn seines Kriegskameraden Fernau aufzieht, gerät er in einen schweren Gewissenskonflikt, der alle in tödliche Gefahr bringt, aber Konrad am Ende auch wertvolle Erkenntnisse liefert.

Carl Schenkel etabliert in _feindliche übernahme - althan.com Thomas Kretschmann, Désirée Nosbusch und Klaus Löwitsch nicht nur als Action-, sondern auch als moralische Helden.

Dirk Jasper FilmLexikon
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