Hintergrund zu Duell - Enemy At The Gates

DIE SCHLACHT

Die Schlacht von Stalingrad wird allgemein als der Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, und die Aussicht, mit sieben Kameras Kriegsszenen zu drehen, in denen Explosionen und Hunderte von Komparsen vorkommen, war schon beängstigend, erinnert sich Produzent Schofield. Wir hatten nur eine Woche Zeit, um Hunderte junger Männer auszubilden, von denen die Mehrzahl noch nie ein Gewehr gesehen hatte. Es hätte uns ehrlich gesagt nicht überrascht, die meisten von ihnen nie wieder zu Gesicht zu bekommen, aber sie kamen wieder. Sie wollten einfach zu dem Film dazugehören.

Die Komparsen wurden von Stunt-Koordinator Jim Dowdall angeleitet, der seine Jungsoldaten in den höchsten Tönen lobt. "Anfangs arbeiteten wir mit einer Gruppe sehr unerfahrener junger Männer, die sich der Gefahr gar nicht bewusst waren, die die Multikamera-Dreharbeiten und der Sprengstoff für eine solche Schlacht mit sich brachten. Doch wann immer es nötig war, warfen sie sich in den Dreck und taten so, als wären sie getroffen worden. Sie waren einfach großartig. Die rasende Flucht quer über den Roten Platz war ein einziges wildes Getümmel, ein echter Adrenalinschock. Ich glaube, wir haben den tragischen Irrsinn der ganzen Situation wirklich realistisch eingefangen."

Die eigentliche Tragik lag darin, dass während der wirklichen Schlacht Tausende junger Männer – viele von ihnen unbewaffnet und erbärmlich ausgebildet – den Befehl erhielten, sich den deutschen Truppen in selbstmörderischen Angriffen entgegenzuwer-fen. Wenn sie zögerten oder versuchten zu flüchten, riskierten sie, von den russischen Sicherheitskräften erschossen zu werden.

Unentbehrliche Unterstützung für Dowdall war sein Stunt-Team, das das Kampfgetümmel auf dem Roten Platz anführte. Dazu gehörte eine Stunt-Truppe, die ansonsten live Stunt-Shows als Teil einer Studio-Führung im nahegelegenen Studio Babelsberg darbietet, wo die Produktion auch beheimatet war.

Zu Dowdalls Aufgaben gehörte auch die Ausbildung der Schauspieler. Alle Hauptdarsteller mußsten lernen mit Waffen umzugehen. Sie wurden wie beim Militär ausgebildet, angefangen mit den Grundlagen, dem Laden und Abfeuern, bis hin zur Beherrschung der Waffe. Jude Law erlernte den Umgang mit der Waffe sehr schnell, und Rachel Weisz übertraf ihn sogar noch. Sie war einfach faszinierend.

Außer für die Mitarbeiter war Dowdall auch für die umfangreiche technische Ausrüstung verantwortlich, einschließlich der deutschen und russischen Panzer. Die beiden deutschen Panzertypen, die wir hauptsächlich benutzt haben, waren eigentlich Nachkriegsmodelle der Schweizer Armee. Sie verfügen über moderne Steuer-und Bremssysteme und ließen sich wunderbar manövrieren. Für uns machte das den entscheidenden Unterschied in Sachen Sicherheit aus. Unsere Ausrüstung war wirklich eindrucksvoll, allerdings auch ziemlich beängstigend.

Ein weiterer bedeutender Aspekt des Films waren die Kostüme, zu denen insgesamt 17.000 Uniformen zählten, von denen alle speziell angefertigt werden mußten.

Kostümbildnerin Janty Yates meint dazu: Jean-Jacques’ Vorgabe lautete, ein deutlich unterscheidbares Konzept für die wichtigsten deutschen und russischen Kostüme zu finden. Wenn man ein Meer von Braun und Grün in der Schlacht hat, ist es schwierig, sie auseinander zuhalten. Da alle Darsteller ja schon seit Monaten im Krieg waren, mußste ihre Kleidung dies auch widerspiegeln. Es war also von zentraler Bedeutung, dass die Kostüme im Laufe des Films "abgetragen" wirkten.

Die größte Herausforderung war die Authentizität. Alles mußste glaubhaft wirken und so aussehen, als wäre es schon jahrelang getragen worden. Für mich hat eine historische Produktion immer ihren Reiz, und gerade dies ist ein fesselnder Zeitabschnitt.

Die Hauptdreharbeiten vor Ort begannen in Deutschland im November 1999 und wurden im April 2000 abgeschlossen, wobei die Innenaufnahmen im Studio Babelsberg ganz am Schluß gedreht wurden.

© Fotos: Constantin Film © 1994 - 2009 Dirk Jasper