Ausführlicher Inhalt zu All die schönen Pferde

San Angelo, Texas in den späten 40er Jahren. Der junge Rancher John Grady Cole ist auf dem Weg nach Mexiko. Er hat seinen gesamten Besitz verloren, weil seine Mutter das Land und die Ranch, die seit Generationen in Familienbesitz sind, nach dem Tod des Großvaters an eine Öl-Company verkauft hat. Kein Richter, kein Anwalt kann ihm helfen, diese Entscheidung abzuwenden. Was also machen?

Grady sucht Arbeit. Mit ihm reitet sein bester Freund Lacey Rawlins. Mexiko soll ein Neubeginn werden. Das Land südlich des Rio Grande ist ein Traum für Pferde-Afficionados wie Cole und Rawlins. Sicher wartet hier ein freies, wildes - und vielleicht sogar romantisches Abenteuerleben. Dort, wo die Mustangs noch in Freiheit galoppieren und vielleicht sogar eine leidenschaftliche Liebe wartet. Hier werden noch Männer gebraucht, die sich mit Pferden und der Arbeit auf den Weiden auskennen.

Doch Grady und Lacey bleiben auf ihrem Trip ins große Abenteuer nicht lange allein. Jemand folgt ihnen. Die Jungs verstecken sich und stellen schon bald den jungen Ausreißer Jimmy Blevins. Der Kleine reitet ein Pferd, das viel zu gut ist, als dass es ihm selbst gehören könnte. Und er kennt sich verblüffend gut mit Schusswaffen aus. Dafür fürchtet er Blitze und Unwetter wie den Teufel. Er wird Grady und Lacey schon bald in üble Schwierigkeiten bringen. Gemeinsam überqueren sie den Rio Grande.

Die ersten Tage sind unbeschwert, die Jungs reiten und trinken zusammen, doch mit dem ersten Gewitter offenbaren sich Jimmys Ängste. Sein Großvater ist von einem Blitz erschlagen worden. Und so versteckt er sich, ausgezogen bis auf die Unterwäsche, als die ersten Entladungen mit heftigem Regen auf das Trio niedergehen. Allerdings: Jimmys Pferd ist danach verschwunden, wohl ebenso verschreckt wie sein Reiter. Also holt sich Jimmy bei nächster Gelegenheit ein Reittier. Die Jungs sind fassungslos und ein wenig überrascht von den Ereignissen. Doch in letzter Sekunde können sie dem Kugelhagel entkommen. Verfolgt von den wütenden Besitzern, versteht sich. Danach trennen sie sich.

An einem Flusslauf treffen Grady und Lacey auf mexikanische Vaqueros. Und endlich bekommen sie Arbeit. Hier sieht Grady auch erstmals die hinreißende Alejandra, die schöne Tochter des Ranchers Hector de la Rocha, für den sie fortan reiten werden. De la Rocha hat nicht nur Rinder. Er ist auch der Besitzer einer wundervollen Pferdeherde, wilde, ungezähmte Tiere, deren Schönheit das Herz der amerikanischen Cowboys erwärmt. Cole und Lacey können schon bald zeigen, was sie draufhaben. Sie reiten die Pferde zu, machen dabei nicht selten harte Bekanntschaft mit dem Boden, als sie in hohem Bogen aus den Sätteln fliegen. Die Mexikaner sind von den Reitkünsten der beiden Jungs begeistert.

Hector de la Rocha ist ebenfalls beeindruckt - vor allem von John Grady Cole. Er macht ihm eine Angebot, und es scheint, als seien Grady und Lacey ihrem Ziel, Arbeit und eine Zukunft zu finden, erheblich näher gekommen. Grady soll sich fortan um de la Rochas besten Zuchthengst kümmern ... und es dauert nicht lange, bis er auch Alejandra kennen lernt. Es funkt gewaltig. Doña Alfonsa de la Rocha, die Grande Dame im Hause des reichen Ranchers, ahnt zuerst, was sich hier anbahnt - und sie warnt Grady. Vergebens. Und es ist Alejandra, die den ersten Schritt macht. So verlieben sich die beiden ineinander und kommen sich nachts beim Schwimmen näher, als es Don Hector gutheißen würde.

Auch Laceys Warnungen verhallen ungehört ... und bereits am kommenden Tag verlassen Don Hector und Alejandra in seinem Privatflugzeug die Ranch. Schon kurz darauf werden John Grady und Lacey von der Polizei aus den Betten geholt, verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Im Knast treffen die Jungs auch ihren alten Freund Jimmy wieder. Der Kleine sitzt hier schon so lange, dass er gar nicht mehr genau weiß, wann man ihn geschnappt hat.

Auch Jimmy hatte einen Job gefunden, wurde aber in eine Schießerei verwickelt. Und jetzt rächt sich der Pferdediebstahl, den Jimmy vor Wochen begangen hat. Grady und Lacey werden der Komplizenschaft beschuldigt. Sie werden aus dem Polizeigefängnis in einen harten Knast verlegt - und Jimmy findet den Tod des überführten Pferdediebs. Grady und Lacey konnten ihm nicht helfen.

Lacey erwischt es als nächsten. Er wird auf brutalste Weise von einem anderen Gefangenen niedergestochen. Grady, zerschunden und geprügelt, sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt so schnell wie erwartet. Beim Essen machen die anderen Gefangenen Raum für den Messerkampf, und Grady tötet seinen Gegner, beflügelt von einer geradezu wahnsinnigen Wut.

Eine Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Grady wird entlassen - und er trifft vor dem Gefängnis den tot geglaubten Lacey. Doch die Freunde bleiben nur kurze Zeit zusammen. Der schwer zerschundene Lacey kehrt nach Hause zurück. Doch Grady will nicht zurück in die USA. Er fährt auf de la Rochas Ranch. Er will zu Alejandra. Doch obwohl ihm Doña Alfonsa widerwillig hilft, ist es keineswegs einfach, Alejandra zu treffen. Sie selbst verweigert sich. Ihr Vater ist nicht gewillt, die Verbindung mit dem mittellosen Gringo zu dulden.

Doch John Grady Cole ist nicht bereit aufzugeben, und es kommt zu einem bittersüßen romantischen Wiedersehen. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft ist vergebens. Grady lässt Alejandra ziehen. Er selbst allerdings hat noch eine Rechnung offen ... für all das, was ihm in Mexiko angetan wurde.

Dirk Jasper FilmLexikon
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