Ausführlicher Inhalt zu Die neuen Abenteuer von Pinocchio

Szenenfoto Ach, Pinocchio! Warum mußt du auch mit deinem besten Freund Lampwick die Schule schwänzen? Obwohl das ja sogar zu verstehen ist. Denn in der Stadt ist der Zirkus der Madame Flambeau, der carnevale nero, voll unheimlicher, aufregender Attraktionen. Zwerge gibt es da, Riesen, Fische mit Menschengesichtern, sprechende Katzen und Füchse und Feuerschlucker. Das ist natürlich viel spannender als die langweilige Schule.

Madame Flambeau hat ein Zauberelixier, mit dem sie, wie sie sagt, alles heilen kann. Genau so etwas braucht Pinocchio jetzt, denn sein Vater Geppetto ist krank und das ausgerechnet, wo er unbedingt noch seine Marionetten für den großen Auftritt beim König fertig schnitzen muß.

Also flößt ihm Pinocchio das Zauberelixier ein. Und was passiert? Geppetto verwandelt sich in eine Holzpuppe. Denn Pinocchio weiß ja nicht, dass Madame Flambeau in Wirklichkeit der schreckliche Zauberer Lorenzini ist, der Pinocchio, der jetzt ein Junge aus Fleisch und Blut ist, wieder in eine Holzpuppe verwandeln und als besondere Attraktion in seinem Zirkus zeigen will. Nicht Geppetto, völlig falsch! – sondern Pinocchio sollte doch das Zauberelixier trinken.

Um seinen Vater und seinen Freund Lampwick, den Madame Flambeau in einen See-Esel verwandelt hat, zu retten, trinkt Pinocchio von dem Zauberelixier, denn Madame Flambeau hat ihm versprochen, dass sie, wenn Pinocchio erst eine Holzpuppe ist, den Vater und den Freund wieder in Menschen verwandeln wird. Aber die verlogene Madame Flambeau denkt überhaupt nicht daran.

Vater und Sohn, die sprechenden, tanzenden Holzpuppen sind die Sensation im Land. Sogar der Prinz hat sich mit seiner Gemahlin für eine Vorstellung angemeldet.

Pinocchio ist verzweifelt. Wie kann er dem bösen Zauber entrinnen? Die einzige Hoffnung von Pinocchio und seinem Vater ist das Erscheinen des jungen Mädchens Blue, das Pinocchio mit dem geheimnisvollen Rätsel "Gehe zum Anfang, um das Ende zu erreichen, so kannst du erkennen, was wahr ist und was Täuschung" zur Lösung allen Übels führt.

Als Pinocchio versucht, diese mysteriöse Botschaft zu entziffern, erliegt Geppetto den Beifallsbekundungen der Menge für seinen Marionetten-Auftritt und findet an der Show richtig Gefallen. Jetzt ist es an Pinocchio, sich um Geppetto zu kümmern, in der verzweifelten Hoffnung, mit seinem geliebten Vater wieder menschlich werden zu können.

Während Geppetto sich für seinen großen Auftritt vor dem Fürsten eifrig vorbereitet, schmiedet Pinocchio heimlich Fluchtpläne. Den Rätseln der geheimnisvollen Blue folgend und unter Nutzung einiger seiner eigenen Tricks plant Pinocchio die Entführung seines Vaters mit Hilfe von Pepato, dem heißblütigen Zwerg und Lampwick, seinem Freund, der zu einem Meeresel in Madame Flambeaus Aquarium verwandelt worden ist.

Leider mißlingt der Plan und Geppetto muß zurückgelassen werden, und während Pinocchio und Lampwick in einem Faß Wasser mit dem Zwerg in den Pinienwald fliehen, entdecken sie den Baum, aus dem Pinocchio ursprünglich geschnitzt worden war. Ist dies "der Weg zurück zum Anfang, um das Ende zu erreichen?" Bevor sie es herausfinden können, überrascht Madame Flambeau (mit Geppetto im Schlepptau) sie tief im Wald.

Dort enthüllt Madame Flambeau ihr wahres Ich - sie ist in Wirklichkeit der böse Zauberer Lorenzini. Einen Augenblick lang scheint es unabwendbar, dass Pinocchio und Geppetto zu Brennholz verwandelt werden, bis Pinocchio von einem felsigen Hang aus das Erleuchten der Morgensonne wie das Erglühen von Millionen von Saphiren sieht, ganz so wie es in Blues zweitem Rätsel hieß: "Saphirne Tropfen leuchten hell und zeigen den Weg von Wahrheit und Recht an".

In einer übermenschlichen Aufwallung von Energie rennt Pinocchio zu dem Felsen, öffnet eine Höhle im Berg und gleitet einen gekrümmten Tunnel herunter, der mit anderen Tunneln zu einer Kristall-Höhle voller glühender blauer Saphirner Tropfsteine führt. Lorenzini und seine Helfershelfer folgen ihm durch den Tunnel. Mit vor Ehrfurcht glänzenden Augen blickt Lorenzini in die funkelnden blauen Wasser der unterirdischen Quelle, die das magische Wasser des echten Jungbrunnens heraussprudelt.

Bevor er hineinspringen kann, erscheint Blue wieder, um ihn zu warnen: "Haben Sie vergessen, was die magischen Wasser enthüllen? Die wahre Natur kann nicht verborgen werden!" Sie ignorierend, springt Lorenzini hinein, doch als er herauskommt, wird seine wahre Natur tatsächlich offenbar - es wachsen ihm Schwimmflossen und er wird zu einem schrecklichen monströsen Seeungeheuer!

Lampwick der Meeresel hüpft nach ihm hinein und taucht als der Junge auf, der er ist. Dann springen Pinocchio und Geppetto in das magische Wasser und tauchen nicht mehr als Marionetten sondern als Menschen auf. Felinet und Volpe versuchen es auch, aber als sie auftauchen, sind sie einfach nur naß – sie haben bereits ihre wahren Naturen. Und Pepato, der Zwerg – er ist tatsächlich Pepe die Grille, Pinocchios Lehrmeister und gutes Gewissen.

Am Ende dieses Kapitels unserer Geschichte finden wir Geppetto und Pinocchio als Eigentümer ihres eigenen Zirkus wieder, dessen Hauptattraktion "Das verblüffende Fischgesicht, halb Fisch–halb Mensch" – Lorenzini das Monster ist.

© Fotos: Nighthawks Pictures © 1994 - 2009 Dirk Jasper