Ausführlicher Inhalt zu Traffic

Szenenfoto 20 Meilen vor Tijuana. Die mexikanischen Cops Javier Rodriguez Rodriguez (Benicio Del Toro) und Manolo Sanchez (JACOB VARGAS) warten in ihrem Wagen in der Wüste. Ihre Engelsgeduld zahlt sich aus: Nur knapp über ihren Köpfen fliegt ein Flugzeug vorbei.

Wenig später machen sie einen Lastwagen aus, den sie anhalten und durchsuchen. Bingo! Der Truck ist voll mit Kokainpäckchen. Doch der Triumph über den Coup währt nur kurze Zeit. Noch in der Wüste werden Javier und Manolo von einem bestens ausgerüsteten Militärtrupp aufgehalten - die Männer des mächtigen Generals Salazar (TOMAS MILIAN), Mexikos gefürchtetem, skrupellosem Chef der Anti-Drogen-Einheit, der sich nach dem Niedergang der kolumbianischen Kartelle auf die Drogenherstellungsszene in seinem eigenen Land konzentriert.

Szenenfoto Salazar selbst ist es, der Javier und Manolo die Drogen wieder abnimmt und persönlich in Gewahrsam nimmt. Aber Salazar sichert Javier auch zu, dass er sich an die hervorragenden Leistungen des Polizisten erinnern wird. Javier weiß, dass sein Land vor die Hunde geht.

Er sieht es jeden Tag, wenn er durch die Straßen seiner Heimatstadt Tijuana geht. Und er weiß, dass die Misere durch den organisierten Drogenhandel herbeigeführt wird, durch den unstillbaren Hunger Amerikas nach Drogen und dem nicht versiegenden Fluss von Geld, mit dem dieser Hunger bezahlt wird. Als Polizist hat er nicht den Hauch einer Chance, etwas dagegen auszurichten.

Szenenfoto Wer etwas bewegen will in Mexiko, wer aufrichtig bleiben will - dem bleibt nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren und Kompromisse einzugehen.

Salazar wartet nicht lange, Javier ein Angebot zu machen. Um dem Kartell der Familie Obergon das Handwerk zu legen, fehlen Salazar noch wichtige Insiderinformationen. Informationen, die er sich von Francisco Flores (CLIFTON COLLINS, JR.), einem Handlanger und Auftragskiller der Obergons, erhofft. Wenn es Javier gelingen sollte, Flores an Salazar auszuliefern, würde er sich erkenntlich zeigen.

Szenenfoto Zögernd schlägt Javier ein. In einem Schwulenlokal nimmt Javier Kontakt auf und lockt Flores mit einem Trick nach draußen. Zu spät erkennt Flores die Falle. Kurz darauf sitzt der zu Tode geängstigte Killer bei General Salazar. Mit brutaler Folter entlockt er ihm die nötigen Informationen über die Obergons. Javier und Manolo, der sich mit Soldaten von Flores verdächtig gut angefreundet hat, lassen den Killer Obergons mitten in Tijuana laufen.

Bei seinem nächsten Auftrag für Salazar begleitet Javier eine namenlose Schöne (Salma Hayek) zu einem prächtigen Anwesen. Dort trifft sie ihren Geliebten - Madrigal, den mächtigen Chef des zweiten Drogenkartells von Tijuana, der lange totgeglaubt wurde. Javier wird sofort klar, dass Salazar ein abgekartetes Spiel spielt. Er forciert die Beseitigung des Obergon-Kartells nur deshalb, weil er mit Madrigal unter einer Decke steckt und sie dann freie Bahn hätten.

Szenenfoto Javier kann nicht länger tatenlos zusehen. Er nimmt Kontakt zu den amerikanischen Kollegen auf, um sie von den Vorgängen zu unterrichten. Gleichzeitig manövriert sich sein Partner und Freund Manolo in eine verfahrene Situation, die auch Javier in Gefahr bringt. Er mußs eine Entscheidung fällen, um dem sicheren Tod zu entgehen? Am Ohio State Supreme Court macht der Oberste Richter Robert Wakefield (Michael Douglas) wieder einmal auf sich aufmerksam mit seiner auffallend harten Linie, die er gegen Drogenhändler und Drogenkonsumenten fährt.

In einer reichen Vorstadt von Cincinnati hat sich eine Clique zum abendlichen Zeitvertreib versammelt. Gelangweilt trinken die Kids teuren Whisky, nehmen Kokain und Heroin, um sich in Stimmung zu bringen. Unter den Kids befindet sich auch Caroline (ERIKA CHRISTENSEN), ausgerechnet die Tochter von Richter Robert Wakefield, zugedröhnt bis über beide Ohren sowie ihr Freund Seth Abrahams (TOPHER GRACE).

Szenenfoto Im Auftrag des Präsidenten soll Richter Wakefield den Posten des Obersten Drogenbekämpfers der USA übernehmen. Schwerpunkt seiner Mission: die aufkeimenden Drogenkartelle in Mexiko zerschlagen; die Grenze zwischen den beiden Ländern wieder drogenfrei machen. Wakefield ist geehrt, merkt jedoch sofort, dass es nicht leicht sein wird, die eigenen Ziele angesichts der vielen differierenden Interessen durchzusetzen.

Die Drogensucht Carolines wird von der Berufung ihres Vaters nicht gebremst. Abends raucht sie wieder Heroin mit Seth und den anderen der Clique. Diesmal geht etwas schief: Einer der Jungs wird ohnmächtig, läuft blau an. Überdosis! Die Kids wollen ihn unbemerkt im Krankenhaus abladen, werden aber von der Polizei erwischt.

Szenenfoto Ungerührt lügt Caroline ihren Vater und ihre Mutter (AMY IRVING) an. Sie sei nur mit dabei gewesen, habe aber selbst keine Drogen genommen. Caroline, eine brillante Einserschülerin mit den besten Zukunftsaussichten, stürzt sich erneut in die Drogenszene, begleitet Seth in die abgerissensten Gegenden der Innenstadt, wo sie sich in billigen Absteigen zudröhnen. Einstweilen bereist ihr Vater das Land und lässt sich von Experten über die Probleme der Drogenbekämpfung aufklären. Ihm wird klar: Eine Sisyphusarbeit erwartet ihn.

Seine Bemühungen werden überschattet von einer erschütternden Entdeckung: Wakefield erwischt seine Tochter im Badezimmer mit harten Drogen. Wie ein Faustschlag trifft ihn die Erkenntnis, dass er als oberster Drogenbekämpfer des Landes zwar große Zusammenarbeiten mit den Kollegen in Mexiko, vor allem mit General Salazar, plant, aber nicht einmal seine Tochter davon abhalten kann, selbst Drogen zu nehmen.

Szenenfoto Als seine Tochter dann auch noch spurlos verschwindet und in der Drogenszene von Cincinnati untertaucht, ist für Wakefield das Ende der Fahnenstange erreicht. Die große Politik kann warten - er mußs erst einmal Caroline finden.

In San Diego hoffen sich die zwei Drogencops Montel Gordon (DON CHEADLE) und Ray Castro (LUIS GUZMAN) am Ziel einer langwierigen Investigation. Heute wollen sie den als Kleinunternehmer getarnten Drogendealer Eddie Ruiz (MIGUEL FERRER) hochnehmen, um mit dem kleineren Fisch endlich an den großen Fisch heranzukommen: Carlos Ayala (STEVEN BAUER) ist der amerikanische Hauptabnehmer von Drogen des Tijuana-Kartells der Familie Obergon.

Szenenfoto Nur nachweisen kann man ihm nichts. Montel und Ray haben sich zu früh gefreut: Während sie ihr Opfer noch in Sicherheit wiegen, kommt es zu einem weiteren Einsatz einer anderen Polizeieinheit, die es ebenfalls auf Eddie abgesehen hat. Im Durcheinander und Kugelhagel gelingt es Eddie zu fliehen. Nach einer längeren Verfolgungsjagd kann er in einer Spielhalle doch festgenommen werden.

Die schöne Helena Ayala (Catherine Zeta-Jones) trifft sich mit ihren ebenso eleganten und wohlhabenden Freundinnen im exklusiven Country Club von La Jolla. Sie lebt den amerikanischen Traum: Sie ist reich, liebt ihren Ehemann, hat einen Sohn und ist zum zweiten Mal schwanger. Nichts könnte ihre Idylle zerstören.

Szenenfoto Sie ahnt nicht, dass sich ein Unwetter zusammenbraut. Montel und Ray verlieren keine Zeit, um Dealer Eddie in die Zange zu nehmen. Der reagiert zunächst eiskalt. Doch als die beiden den Druck erhöhen und Eddie als Schlupfloch Immunität zusichern, wenn er Carlos Ayala verrät, singt er - obwohl er weiß, dass sein Leben fortan keinen Pfifferling mehr wert ist.

Ayala wird in seiner Edelvilla festgenommen. Ehefrau Helena ist entsetzt, als ihr schmieriger Anwalt Arnie Metzger (Dennis Quaid) ihr in konspirativem Ton auseinandersetzt, dass ihr gesamter Reichtum auf dem Handel mit illegalen Drogen fußt.

Szenenfoto Mit einem Mal wird Helena klar, dass ihr Leben eine Lüge ist. Ein Augenblick - und ihre ganze Existenz ist verändert. Vor ihrem Haus lauern Montel und Ray in ihrem Überwachungswagen und verfolgen jeden Schritt Helenas. Das Kartell von Obergon schickt einen Mann zu Helena, der Druck machen soll: Carlos schuldet den Obergons für die letzte Lieferung noch drei Millionen Dollar. Wenn Helena nicht bezahlt, könnte dies Folgen für ihren Sohn haben.

Carlos' Bitte auf Kaution wird vom Gericht abgeschmettert. Und Anwalt Metzger mußs Helena vertrösten. Die Hände seien ihm gebunden: Alle finanziellen Mittel seien eingefroren. Alles hängt von der Aussage von Carlos' ehemaligem Weggefährten Eddie ab, der mittlerweile in einem billigen Hotel in San Diego untergebracht ist, wo er, von Polizisten rund um die Uhr bewacht, auf den Prozess wartet.

Szenenfoto Er macht sich keine Illusionen über seine Zukunft - und die Bemühungen der Polizei im Krieg gegen Drogen. Die Regierung selbst habe die Hoffnung längst aufgegeben.

Helena will nicht einfach auf ihren Lebensstandard verzichten, an den sie sich längst gewöhnt hat. Sie will nicht, dass die Zukunft ihrer Kinder gefährdet ist. Nach einem Hinweis ihres Mannes findet sie, in einem Gemälde versteckt, eine große Menge Geld und nimmt Kontakt mit den Obergons auf. Sie sollen einen Killer schicken, der Eddie ausschaltet, bevor er vor Gericht aussagen und Carlos Ayala belasten kann. Die Obergons beauftragen Francisco Flores, ihren zuverlässigsten Mann, mit dem Job.

Die Fäden laufen zusammen. Die Wege kreuzen sich. Und eines wird klar: Aus dieser Sache kommt keiner sauber raus. Keiner ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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