Ausführlicher Inhalt zu Der Schneider von Panama

Szenenfoto Wo immer er im Einsatz war, hat der britische Geheimagent Andrew Osnard (Pierce Brosnan) nichts als Ärger gemacht. Nun soll er nach Panama gehen, wo nach der Vertreibung Noriegas und der Rückgabe des Kanals poltische Ruhe eingekehrt ist, um dort das zu spionieren, was es eben zu spionieren gibt. Schon im Flugzeug beginnt Osnard, sein Netz zu knüpfen: Im Computer stößt er auf den Namen des Engländers Harry Pendel (Geoffrey Rush), dem "Schneider des Präsidenten", der noch dazu verheiratet ist mit der Amerikanerin Louisa (Jamie Lee Curtis), die bei der Kanalgesellschaft arbeitet. Ein ideales Zielobjekt, um in den wichtigen Kreisen Fuß zu fassen.

Szenenfoto Nachdem er ihn einige Zeit observiert hat, sucht Osnard den Schneider in seinem Geschäft auf und gibt vor, sich einen Anzug anfertigen lassen zu wollen. Er schmeichelt Harry, und dieser schneidet vor Osnard mächtig auf mit seinen erstklassigen Referenzen und seinem tadellosen Ruf.

Da dreht Osnard plötzlich den Spieß um und konfrontiert Harry mit seiner wirklichen Vergangenheit: Ein Hochstapler sei er, der vielmehr im Gefängnis die Schneiderei gelernt habe und bis zum Hals in Schulden stecke. Harry fleht Osnard an, ihn nicht bloß zu stellen. Osnard macht ihm ein Angebot: Er werde ihn gut bezahlen, wenn Harry ihn mit Informationen versorge und ihn mit den richtigen Leuten bekannt mache. Harry stimmt notgedrungen zu und brüstet sich gleich mit seinen erstklassigen Kontakten.

Szenenfoto Andertags beginnt Harry, Osnard in die Gesellschaft Panamas einzuführen, die er ihm als Sündenpfuhl von korrupten Machthabern, Opportunisten und Drogendealern ausmalt. In einem Club treffen sie auf Mickie Abraxas (BRENDAN GLEESON), einen alten Trunkenbold und Freund Harrys. Nachdem sie Mickie nach Hause gebracht haben, schnauzt Osnard Harry an, er solle ihm keine Verlierertypen zeigen, sondern die Leute von morgen. Gekränkt orakelt Harry, er solle Mickie Abraxas nicht unterschätzen: der Mann sei einer der wenigen aufrechten Regimekritiker und führender Kopf der Untergrundbewegung "Schweigende Opposition". Osnard merkt auf.

Szenenfoto In der britischen Botschaft begegnet man Osnard mit Misstrauen und Abneigung, als dieser sich als Agent in geheimer Mission vorstellt und ein Büro bezieht. Nur die Sekretärin Francesca (CATHERINE McCORMACK) findet Osnards Geheimnistuerei irgendwie sexy.

Obwohl ihn seine Assistentin Marta (LEONOR VARELA), die seit einem Zusammenstoß mit den Soldaten des Ex-Diktators Noriega im Gesicht schlimm gezeichnet ist, vor Osnard warnt, kann Harry seine Phantasie nicht zügeln und liefert dem Agenten weitere "heiße" Informationen.

Szenenfoto Um die Schulden seines Freundes zu begleichen, erzählt er ihm, Mickie brauche 20.000 Dollar, um seine Untergrundkämpfer zu moblisieren. Nach einem Kurzbesuch beim Präsidenten, dem er für einen neuen Anzug Maß genommen hat, weiß Harry auch plötzlich, dass es Pläne gebe, den Kanal zu verkaufen. Osnard wird ganz aufgeregt. Bei einem konspirativen Treffen in einem Bordell gibt er Harry das geforderte Geld für die "Untergrundarmee" und kündigt anschließend bei der britischen Regierung an, in Panama stehe der Kanalverkauf bevor und in Kürze werde eine Revolution ausbrechen.

Szenenfoto Die offiziellen Kreise reagieren mit Verblüffung, und Osnard fordert von Harry geheime Unterlagen als Beweise. Er solle doch seine Frau anzapfen, die arbeite schließlich bei der Kanalgesellschaft. Doch mit Louisa hat Harry ganz andere Sorgen: Die hat nämlich mittler-weile erfahren, dass er in einem Bordell gesehen wurde. Mühsam beruhigt er sie und macht nachts, mit schlechtem Gewissen, Fotos von irgendwelchen Plänen und Statistiken, die auf Louisas Schreibtisch liegen.

Louisa ist neugierig geworden auf den geheimnisvollen Engländer, mit dem ihr Mann so viel Zeit verbringt. Bei einem gemeinsamen Badeausflug lernen sie sich kennen. Osnard spielt mit seinem Image als abgebrühter Spion - und erfährt nebenbei, dass Louisa von der Vergangenheit Harrys gar nichts weiß.

Szenenfoto Osnard erhöht den Druck auf Harry und fordert endlich hieb- und stichfeste Beweise, sonst werde er Lousia alles erzählen. In seiner Verzweiflung und um Osnard abzuwimmeln, flüchtet sich Harry in noch gewagtere Lügen: 10 Millionen Dollar brauche Mickie, um seine Revolution zu beginnen, und die Zeit dränge, denn die Häscher des Regimes hätten schon Witterung aufgenommen.

Zumindest das stimmt, denn durch seine konspirativen Treffen mit Osnard hat Harry tatsächlich den Verdacht des Geheimdienstes auf sich und seine Freunde gelenkt. Marta und Mickie sind bereits befragt worden, und beide haben, nicht zuletzt nach ihren schlimmen Erfahrungen unter Noriega, mit Panik reagiert. Harry schickt sie aus der Stadt, damit sie sich auf dem Land verstecken können.

Szenenfoto Unterdessen hat Osnard seinem Chef in London von dem Pulverfass Panama berichtet. Der ist nach Washington geeilt und stellt dort die Ergebnisse seines Top-Agenten vor: Der Präsident plane, den Kanal zu verkaufen, vermutlich ausgerechnet an die Japaner.

Der Rebellenführer Mickie Abraxas stehe jedoch bereit, mit seiner Untergrundarmee die Regierung zu stürzen und den Einfluss der USA in Panama zu garantieren. Der US-Geheimdienst und das Militär sind begeistert, endlich könne die verlorene Ehre Amerikas wieder hergestellt werden. 50 Millionen Dollar Hilfe werden umgehend zur Finanzierung und Bewaffnung des Panama-Aufstandes bereitgestellt. Selbstverständlich bietet sich Osnard an, das Geld zu überbringen und die Operation zu leiten.

Szenenfoto Doch dann verschärft sich die Krise: Mickie hat sich, aus Frustration und aus Angst vor einer erneuten Verhaftung, erschossen. Die Nachricht von seinem Tod eilt nach Washington, und dort kommt man zu der Einsicht, dass die Ermordung des Kopfes der "Schweigenden Opposition" durch ein Killerkommando des Präsidenten erfolgt ist.

Nun sind die US-Interessen ernsthaft in Gefahr, schnelles Handeln ist angesagt. Ein Einsatzplan läuft an, und während Louisa entdeckt, in was für ein Spielchen Harry sich da verstrickt hat, sind die amerikanischen Invasions-Geschwader bereits im Anflug auf Panama.

© Fotos: Columbia Tristar © 1994 - 2010 Dirk Jasper