Under Suspicion - Mörderisches Spiel

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten zu Stephen Hopkins' packendem Suspense-Thriller Under Suspicion - Mörderisches Spiel begannen vor Ort in einem US-amerikanischen Abschnitt von Puerto Rico im späten Frühjahr 1999. Die komplette Handlung findet im Verlauf einer vermeintlich endlosen, regengetränkten Nacht statt. Einzig clever konstruierte Rückblenden, sozusagen imaginäre Lokaltermine, brechen die klaustrophobische Enge der Inszenierung auf und lassen wohldosierte Action aufblitzen.

Das Drehbuch von W. Peter Iliff basiert auf Claude Millers längst zum Kultklassiker avancierten Psychokrimi "Das Verhör" (1981), der wiederum eine Adaption des Romans "Brainwash" von John Wainwright war. In den Hauptrollen waren damals Lino Ventura und Michel Serrault zu sehen.

Under Suspicion - Mörderisches Spiel wurde von Revelations Entertainment produziert und von TF1 International, dem Akquisitions- und Vertriebsarm des französischen Medienkonglomerats TF1, finanziert. Das kleine aber feine Ensemble wird von den Hollywood-Größen Gene Hackman und Morgan Freeman angeführt. Die italienische Entdeckung Monica Bellucci und der Nachwuchsstar Thomas Jane sind in weiteren tragenden Rollen dieses Thrillers zu sehen, der die besten Elemente des amerikanischen und europäischen Kinos auf sich vereint.

Am beeindruckendsten am Aufeinandertreffen von Hackman und Freeman bei Under Suspicion - Mörderisches Spiel ist die hochkonzentrierte Spannung ihres psychologischen Duells. Freemans Cop Victor Benezet ist wie Hackmans Henry Hearst ein disziplinierter Leistungsmensch, der für seine Verbissenheit im Beruf in seinem Privatleben einen hohen Preis bezahlt hat. Obwohl ihr gesellschaftlicher Status und ihre Hautfarbe verschieden sind, haben beide Männer doch ähnliche Motivationen und Methoden, mit dem Leben fertig zu werden.

Freeman sagt: "Ein Hauptfaktor für mich, die Rolle anzunehmen, war die Aussicht darauf, mit Gene an dieser eindringlichen Erforschung der Beziehung zweier starker Protagonisten zu arbeiten." Regisseur Hopkins merkt an: "Am Ende des Films ist die Frage nach Hearsts Schuld nur noch Nebensache. Vielmehr ist es die Entlarvung der wahren Motive eines bedauernswerten Mannes, die in den Mittelpunkt rückt." Und er fügt an: "Diese Figur - und Benezet geht es da in der Tat nicht anders - würde es vorziehen, getötet zu werden, als mitzuerleben, wie seine Geheimnisse ans Tageslicht gezerrt werden und seine Verletzlichkeit enthüllt wird."

Eine zusätzliche Dimension erhält das gewaltige Ringen von Hackman und Freeman durch die nuancierten und komplexen Leistungen der Kostars Thomas Jane als junger, hitziger Cop Owens und Monica Bellucci als Hearsts attraktive Ehefrau, die bei jedem öffentlichen Auftreten im Mittelpunkt steht. Bellucci sagt über diese Chantal: "Am Anfang wirkt sie sehr kontrolliert und unnahbar, weil sie so schön und geheimnisvoll und selbstsicher wirkt. Aber dann offenbart sie eine Schwäche und emotionale Narben, die ihr eiskaltes Auftreten und ihre Distanziertheit erklären." Als irrationale Reaktion auf die verzweifelte Leidenschaft, die ihr Ehemann für sie hegt, setzt sie ihn großer Gefahr aus und macht ihn angreifbar für die übereifrige und politisch motivierte Untersuchung der Polizisten.

Janes Figur wird im Verlauf des Films ebenfalls von Innen nach Außen gedreht und ihre Schwächen entlarvt - im Vergleich zu den stahlharten Hauptfiguren wirkt er unreif und oberflächlich. "Er will im Grunde schon das Richtige unternehmen", sagt Jane. "Aber sein Instinkt ist schwach und seine Fähigkeiten sind noch nicht vollständig ausgebildet. Er ist zu explosiv und macht Fehler, wo er eigentlich analytisch und professionell sein sollte."

Hopkins' Film wurde mit einem relativ moderaten Budget realisiert. Gerade deshalb schöpft er das Potential der intensiv und hervorragend skizzierten Charaktere voll aus. Dabei erhält das brillante Ensemble unschätzbare Unterstützung vom Handlungsort, der wie eine zusätzliche Figur eingesetzt wird. Nicht nur werden die physikalischen und meteorologischen Aspekte des Lebens auf einer karibischen Insel ins Spiel gebracht, sondern auch das oft fragile Zusammenspiel von Menschen verschiedener Herkunft, Kulturen und Religionen, die die Gesellschaft von Puerto Rico ausmachen und essentiell für die Atmosphäre des Thrillers sind.

Hackman betont: "Es ist von großer Bedeutung, dass die vier Stunden, die die Handlung des Films abdecken, nur kurz nach einem verheerenden Hurricane und während eines karnevalartigen Festivals in San Sebastian stattfinden." Die verheerenden Regenfälle und die entfesselte Stimmung auf den Straßen dient als natürliches Korrelat zu der aufgeheizten Situation in der Polizeistation. Freeman sagt, dass es Hackman war, der ihn auf Claude Millers GARDE A VUE aufmerksam machte und mit seiner Begeisterung ansteckte, so dass er schließlich unbedingt bei diesem ausgesprochen unabhängigen und kompromisslos dramatischen Projekt mitwirken und als Ausführender Produzent fungieren wollte: "Ich weiß, das werden die anderen Schauspieler sicherlich auch sagen, aber ich bin einer der größten Fans von Gene."

Auch Regisseur Hopkins ist voll des Lobes für seine Stars: "Gene und Morgan haben von Anfang an von ganzem Herzen an dieses Projekt geglaubt und sich dafür eingesetzt. Ihr bedingungsloser Einsatz und ihre absolute Professionalität stand nie in Zweifel. Wenn man mit Schauspielern dieses Kalibers arbeitet, dann wirkt sich das auf die gesamte Produktion aus. Zu jedem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass für alle nur das Beste gut genug war."

Hackman wiederum will die jugendliche Energie seiner Kostars besonders herausstellen: "Sie wissen ja, dass ich das Ganze jetzt schon ein paar Jahre mache. Aber ich mußs sagen, mit diesen Kids (Bellucci und Jane) macht die Arbeit richtig Spaß. Sie halten sich nicht zurück - sie denken nicht einmal daran, irgendwelche Reserven verborgen zu halten. Bei jedem einzelnen Take geben sie einfach alles. Manchmal mußste ich um eine Auszeit bitten, um wieder zu Atem zu kommen." Jane wiederum sieht es anders: "Freeman und Hackman, das sind die Jungs, die einen inspirieren. Es ist ein Privileg, mit ihnen zu arbeiten, speziell bei einem derart intensiven, figurenorientierten Drama."

Produzentin Lori McCreary sagt schließlich: "Wir wollten dieses Projekt machen, weil wir daran glauben, gute Geschichten zu erzählen. Geschichten, die die Menschen berühren, weil sie etwas erzählen, das echt und voller Power ist." Hopkins kann da nur zustimmen: "Mich sprach das Drehbuch auf einer ganz persönlichen Ebene an. Mit Hilfe der Beziehung zwischen Hackman und Freeman und den anderen Figuren habe ich versucht, gewisse Wahrheiten über Liebe, über Rivalitäten, über Kompromisse und den Preis, den es manchmal dafür zu bezahlen gilt, deutlich zu machen. Das sind Wahrheiten, die aus diesem Drehbuch regelrecht hervorstechen."

Letztendlich meint McCreary: "Es gelang uns, die Leidenschaften dieser Figuren unmittelbar zu erschließen. Man mußs ganz einfach verblüfft sein von den Darstellungen, die wir auf Zelluloid festhalten konnten. Sie sind kraftvoll, sie sind pur, aber vor allem sind sie eines: Sie sind ehrlich."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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