Joe Dreck

Ausführlicher Inhalt

Joe Dreck ist ein Verlierer aus dem Kohlenkasten des Lebens. Geboren im Wohnwagen, im zarten Alter von acht Jahren von den eigenen Eltern am Grand Canyon ausgesetzt, ist er immerzu zielstrebig auf der Suche nach dem großen Glück im Leben und immer voller Hoffnung, eines Tages seine liebenden Eltern wiederzufinden, die ihn seinerzeit sicher nur aus Unglücks-Gründen verloren haben.



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Heute, Jahre später und von allen verhöhnt, arbeitet "Poor Joe" als Raumpfleger mit "Vokuhila"-Frisur in einem kalifornischen Radio-Studio und mußs sich wegen seines Outfits, Aussehens, seiner heißgeliebten Rostlaube und anderer Lebens-unregelmäßigkeiten auch von den allerletzten Trotteln anmachen lassen. Einer wie Joe scheint der Zeitmaschine entflohen zu sein und passt eigentlich besser in die schrägen 70er Jahre.

Doch der Zufall will es, dass das Auge von L.A.'s angesagtestem "shock-jock", Zander Kelly, auf Joes Unglücksfigur fällt. Mit diesem Tropf sollte sich doch leicht ein Scherzchen machen lassen. Und so darf Joe, vorgesehen als willkommenes Opfer für gemeine Witzchen, sein Leben in Kellys Show erzählen.

Eigentlich war die Nummer ja nur als Kurzinterview auf Joes Kosten geplant, doch der scheinbare Supertrottel zieht aus dem Stand seine Zuhörer in Bann und gewinnt ihre Herzen. Der Gag entspinnt sich zur Serie!

Alles Elend begann 1975 bei einem Touri-Besuch am Grand Canyon. Little Joe, dessen zweiter Name Dreck auch Lebensprogramm ist, wühlte sich gerade mal wieder durch eine Mülltonne auf der Suche nach angefressenen Snacks, als seine Eltern das Weite suchten und den schmierigen Sprössling - Plan oder Unglücksfall?- einfach zurückließen. Fortan mußste sich der Kleine allein durchs Leben schlagen.

Der achtjährige Außenseiter bekommt das Leben in seiner übelsten Form zu spüren, wird von einem Jäger als Apportierhund missbraucht, findet einen Meteor, den er zu seinem persönlichen Freund erklärt, bevor er feststellen mußs, dass der Klumpen nichts weiter als tiefgefrorener Kot aus einer Jet-Toilette ist.

Doch als Joe eines Abends einem Hund zur Hilfe eilt, dessen Hoden auf dem Veranda-Boden festgefroren sind, lernt er endlich eine Frau mit einem goldenen Herzen kennen: Brandy, das Frauchen des unglückseligen Vierbeiners. Diese Bekanntschaft wird zur echten Freundschaft - und das nicht nur, weil er mit gutem Rat den Hund ohne größere Verletzungen aus seiner misslichen Lage befreit.

Brandy wird Joes beste Freundin, die Schöne nimmt das hässliche Unglücksentlein mit der schrecklichen Frisur sogar bei sich auf, sehr zur Wut von Macho-Blödmann Robby, der sich geschworen hat, Brandy eines Tages zu heiraten. Robby und seine nicht minder unangenehmen Freunde setzen fortan alles daran Joe zu vertreiben.

Doch dazu kommt es erst, als Brandys versoffener Vater sein Bein bei einem Unglücksfall in der Eisenbahnschiene verliert und Brandys Hund als dafür Verantwortlicher sein Leben lassen mußs. Da packt unseren Freund beim Hundebegräbnis die Melancholie, eigentlich will er ja schon lange seine Eltern finden. Und so zieht er weiter. Sehr zum Bedauern von Brandy!

Joe, aus offensichtlichen, doch ihm nur unerfindlichen Gründen stets Dreck genannt, setzt seine Suche fort und mußs wieder durch das tiefe Tal täglichen Schreckens und ständiger Beleidigungen. Quer durch alle amerikanischen Staaten und stets Hauptdarsteller schrecklicher Jobs als lebendes Werbeplakat, Ölbohrer oder Rummelplatz-Tollpatsch landet er zwar mal in den Armen seiner vermeintlichen Schwester, die sich als heißer Feger in jeder Stellung entpuppt, ist aber doch immer weit von seinem eigentlichen Ziel entfernt.

Als er schließlich beim indianischen Feuerwerksverkäufer Kicking Wing landet und dessen harmloses Knall-Business ein wenig aufpeppen möchte, entdeckt er schließlich eine vermeintliche Atombombe im Wüstensand. So kommt ihm die verzweifelte Idee einer Erpressung. Mit diesem machtvollen Druckmittel sollte es doch möglich sein, alle Insassen einer bestimmten Bustour zum Grand Canyon an eben jenem Tag, an dem Joe seine Eltern verlor, herauszufinden.

All die Leute die seinerzeit dort waren, haben doch Fotos geschossen. Und vielleicht ist der kleine Joe mit seinen Eltern dort zu sehen? Eigentlich eine gute Idee. Nur die Erpressung geht übel aus. Joe Drecks Atomwaffe entpuppt sich nämlich als Fäkalien-Entsorgungsrakete aus der Weltraumstation! Wieder ein Griff ins Klo! Und wieder mit einer schrecklich-widerlichen Dusche verbunden.

Doch Joe ist einer, der niemals aufgibt. Allen Rückschlägen zum Trotz setzt er seine Suche fort. Es mußs doch ein Bild seiner Eltern geben! So trifft er allerhand skurrile Typen, wie den mysteriösen Highschool-Hausmeister Clem (der sich als wichtiger Sonderling im Zeugenschutzprogramm entpuppt), den Serienkiller Buffalo-Bob oder die Alligatorentrainerin, die von Reptilien die Nase voll hat. Und schließlich findet er sogar das Foto, das er schon immer wollte ...

Während seiner Erzählungen in Kellys Show ist Joe zum Volkshelden geworden. Doch bitter wurde ihm bewusst, dass er auf seiner Suche den vermutlich wichtigsten Menschen seines Lebens verloren hat: Brandy!

Und die wird natürlich von dem blöden Robby belagert. Aber auch sie hat inzwischen von Joes Radio-Beichte erfahren und hat sich auf die Suche nach seinen Eltern gemacht. Mit Erfolg! Allerdings hat sie schlechte Nachrichten für Joe. Doch vielleicht hat Brandy gute Gründe für ihre Meldung und vielleicht wäre es besser, Joe würde nie die Wahrheit erfahren?

Aber Joe ist ja niemals zu stoppen, wenn er etwas herausfinden will. Und ein Millionenpublikum vor dem Radio folgt seinen letzten Anstrengungen.

Szenenfoto
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© Fotos: Columbia TriStar © 1994 - 2010 Dirk Jasper