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Die Drehbuchautoren Peter Gaulke und Gerry Swallow wandten sich im Jahr 1998, nachdem sie ihre Stand-Up-Comedy-Auftritte aufgegeben hatten, endgültig dem Filmgeschäft zu. Ihr erstes Drebuch war eine schwarze Komödie mit dem Titel "Mountain Fever", die sich satirisch mit dem dramatischen und tragischen Mount Everest-Desaster des Jahres 1996 auseinander setzte. Leider konnten sie für das epochale Werk bis heute keinen Produzenten finden.
Also beschlossen wir, etwas zu versuchen, bei dem der Humor und der Komödienaspekt stark ausgeprägt sind und das dann mit einer Portion Romantik zu würzen." Swallow schreibt seinem Partner die Lorbeeren für das Konzept zu: "Peter hatte einfach die Idee zu diesem Szenario, in dem sich ein Typ in seine Schwester verliebt, dann aber herausfindet, das sie vielleicht gar nicht seine Schwester ist… Mehr Stoff hatten wir anfangs nicht." Nachdem Gaulke und Swallow die erste Rohversion ihres Drehbuchs fertig hatten, stellten sie fest, dass es wie maßgeschneidert für Peter Farrelly und Bobby Farrelly war. Irgendwann landete das Script dann auf dem Schreibtisch von Bradley Thomas, dem Produktionspartner der Farrellys - und seine Reaktion darauf sprach Bände: "Ich dachte, jemand wollte mich auf den Arm nehmen", berichtet Thomas. "Ich war mir sicher, dass Peter und Bobby es geschrieben hatten. Da standen auf der Titelseite diese zwei Namen, Gaulke und Swallow, und ich glaubte, es seien Pseudonyme. Also suchte ich im Internet nach ihnen. Als ich unter diesen Namen keine Credits finden konnte, war ich absolut überzeugt, dass die Brüder mir eins auswischen wollten." Als Thomas feststellte, dass das Drehbuch kein Farrelly-Gag war, gab er es ihnen zum Lesen. Die Brüder waren begeistert. "Wir fanden es wirklich witzig - genau die Art von Gags, über die wir auch lachen", sagt Peter Farrelly. "Aber es geht um mehr als nur um frevelhafte Ungeheuerlichkeiten. Es ist eine Liebesgeschichte über Menschen, die durch einen Fehler auseinander gebracht werden. Es wird alles sehr kompliziert und verrückt, aber wahre Liebe setzt sich durch." Während das Publikum Ohne Worte als patentierten Gebrüder-Farrelly-Film ansehen könnte, meint Bobby Farrelly, das müsse nicht unbedingt so sein. "Es ist ein Gerry Swallow-Peter Gaulke-J.B. Rogers-Film", stellt er begeistert fest. "Wir lasen das Drehbuch und fanden es wahnsinnig komisch, und wir fragten uns, "Warum wird dieser Film noch nicht gemacht?". Als Produzenten konnten wir dazu beitragen, diesen Film Realität werden zu lassen." Die Farrelly-Brüder und Thomas brachten J.B. Rogers als Regisseur mit an Bord. Als Regie-Assistent für die Farrellys hatte er bereits auf den Sets der vier Filme der Brüder alles miterlebt. "Wir waren auf der Suche nach einem Stoff, bei dem J.B. Regie führen könnte, denn bei unseren Filmen war er eigentlich schon der dritte Regisseur", sagt Peter Farrelly. Und Bobby fügt hinzu: "Seit unserem allerersten Film, "Dumm und dümmer" (1994) dachte ich schon, dass J.B. loslegen und selbst Regie führen könnte. Also haben wir ständig nach einem Drehbuch gesucht, und als uns Ohne Worte in die Hände fiel, wussten wir, dass es genau das Richtige für J.B. ist, obwohl wir es nicht selbst geschrieben hatten." Rogers, der schon länger mit den Farrellys über Regiearbeit gesprochen hatte, ergriff sofort die Chance, seinen ersten Spielfilm zu realisieren. "Ich bin schon so lange mit diesen Jungs zusammen, also war mir bereits vorher klar, wie dieser Film gedreht und strukturiert werden mußste", erzählt Rogers. " Ohne Worte trifft genau den Ton der traditionellen Farrelly-Filme, denn er hat riesige Lacher und Charaktere mit Herzen aus Gold." "Peter und Bobby haben einen wirklich erfrischenden Sinn für Humor, sie sind überhaupt nie gemein oder niederträchtig", fährt Rogers fort. "In vielen Filmen wurde versucht, den Farrelly-Stil zu kopieren, aber die meisten haben nicht ihre gutherzige Qualität. Peters und Bobbys Hauptfiguren versuchen ständig, das Richtige zu tun und können es sich deswegen erlauben, etwas verrückt und außergewöhnlich aufzutreten. Daher lachen die Menschen über die Situationen, anstatt sich davon abgestoßen zu fühlen. Und genau das mochte ich an dem Drehbuch von Peter Gaulke und Gerry Swallow." Der Hauptdarsteller Chris Klein fand die Situationen ganz bestimmt komisch, als er das Drehbuch las. "Ich saß im Flugzeug und prustete laut von Lachen", erinnert er sich. "Bis zu drei Reihen vor und hinter mir verrenkten sich die Leute die Hälse, um zu sehen, warum ich so wahnsinnig laut lachte. Ich konnte es kaum erwarten, in die verrückten Umstände der Geschichte einzutauchen und mich dabei zu amüsieren." Kleins Co-Star Heather Graham wusste bei diesem Film die Mischung aus komischen und emotionalen Elementen zu schätzen. "Denn Gilly und Jo können nicht zusammen kommen, und das ist sehr tragisch, wie bei Romeo und Julia", meint sie dazu.
Die Rollen"Wenn die Menschen an Komödien für die Massen denken, meinen sie immer, man müsse übermäßig verrückt, wild und witzig sein", bemerkt Peter Gaulke. "Aber die beste Annäherung an Komödie ist der Realismus. Und genau das brauchten wir für Gilly - jemand der absolut echt und glaubwürdig wirkt. Meiner Meinung nach gibt es nicht viele Typen, die diese Rolle spielen könnten - doch Chris war toll, einfach perfekt.""Als wir das Drehbuch schrieben, schwebte uns jemand in der Art eines jungen Nicolas Cage vor", gibt Swallow zu, "denn er ist ebenso liebenswert und leichtgläubig wie Gilly. Als wir dann Chris in "Election" (1999) von Alexander Payne sahen, zeigte er genau diese Qualitäten. Er überzeugt uns wirklich davon, dass Gilly sich so viel Ärger einhandeln kann. Und wenn im Film die Dinge dann total schief laufen, fühlt man einfach mit ihm." Laut Rogers war es den Farrellys zu verdanken, dass Heather Graham die Rolle der Jo übernahm. "Als Peter und Bobby ihre Namen in das Projekt einbrachten, konnte ich genau die Darsteller bekommen, die ich wollte", betont er. Grahams Darstellung bestätigte Rogers in seiner Überzeugung, dass sie für diese Rolle perfekt war. "Heather verkörpert das ideale Mädchen, denn sie ist gleichzeitig schön, liebenswert und elegant", erläutert Rogers. "Heather und Chris haben es fabelhaft verstanden, die ,zwei Helden' zu verkörpern, während die ganze bizarre Welt um sie herumwirbelt." Peter Gaulke fügt hinzu: "Heather und Chris verleihen ihren Figuren die unabdingbare und notwendige Portion Normalität. Diese beiden Figuren stehen sozusagen im Auge des Sturmes, sie sind die normalsten Leute im gesamten Film. Sie haben etwas Besonderes an sich, das nichts mit ihrem Beruf der Schauspielerei zu tun hat, sondern Teil ihrer Persönlichkeit ist. Und sowohl Chris als auch Heather sind sehr freundliche, bodenständige Persönlichkeiten." "Bodenständig" und "schön" beschreiben sicherlich Heather Grahams Rolle der Jo Wingfield - genauso wie "inkompetent", zumindest was ihren Beruf als Friseurin betrifft. Ihren unglücklichen Kunden, darunter auch Gilly, schneidet sie manchmal mehr als nur die Haare ab. Um zumindest die Bewegungen einer Friseurin simulieren zu können, übte Heather Graham an einem Freiwilligen aus Pomona, Kalifornien, wo einige der ersten Filmszenen gedreht wurden. "Man hat diesen Typen angeheuert, nur damit ich sein Haar zerschnippeln konnte", erinnert sich die Schauspielerin. "Je schlimmer ich ihn zurichtete, umso besser, also säbelte ich einfach große Strähnen ab; es war ziemlich abgefahren." Heather Graham brachte die ganze Crew zum Lachen, als es daran ging, Chris Klein die Haare zu schneiden - mit Hilfe des erfahrenen Haarstylisten Kim Santantonio Die Abenteuer von Rocky & Bullwinkle von Des MacAnuff aus dem Jahr 2000). Santantonio verbrachte jeden Tag Stunden damit, Klein eine Schar von schlechten Perücken aufzusetzen, um Jos fragwürdiges Talent als Friseurin zu betonen. Außerdem erschuf Santantonio einen speziellen "Biberschnitt"-Look, den Klein für einen der atemberaubenden Gags des Films ertragen mußs. Die zweimalige Oscar®-Preisträgerin Sally Field steuert als rachsüchtige Valdine ihr ganzes Können zu den haarsträubenden Mätzchen des Films bei. Regisseur Rogers beschreibt ihre Figur als "Proletenzicke mit absolut fehlgeleitetem Modegeschmack - und das ist noch untertrieben." Zur Überraschung und Freude der Filmemacher nahm Sally Field die Herausforderung an, eine Rolle zu spielen, die in scharfem Kontrast zu ihren sonstigen Charakteren steht. "Sally ist eine großartige Schauspielerin, aber man erinnert sich immer an sie in der Rolle von netten, edlen Figuren", erklärt Bobby Farrelly. "Valdine jedoch verspritzt ziemlich viel Gift und Galle, und es war ein Genuss, Sally bei der Arbeit zuzuschauen". Peter Farrelly fügt hinzu: "Sally wurde wirklich zum wahren Mittelpunkt, sie war Herz und Seele des Films." Die Kostüm-Designerin Lisa Jensen, u.a. "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) von Steve Kloves, "Ein verrücktes Paar" (1993) von Donald Petrie, George, der aus dem Dschungel kam (1998) von Sam Weisman, arbeitete eng mit Sally Field zusammen, um Valdines typische quietschbunte Muster, knallenge Klamotten und abartige Frisuren zu entwickeln. Beide blätterten in einem beliebten Foto-Essay-Buch mit dem Titel Suburbia, um Inspirationen für die Rolle zu sammeln, und laut Jensen war der Ausgangspunkt für Valdine "der Abdruck des Höschens unter Lycra-Leggings, die zwei Nummern zu klein sind." "Bei der Ausarbeitung dieser Figur begann ich mit etlichen Kleiderständern, und über Stunden hinweg probierten wir einen Haufen verschiedener Klamotten aus", erläutert Jensen weiter. "Sally sagte, Valdine würde mit ihrer Tochter um das gute Aussehen wetteifern. Und ihre proletenhafte Ausstrahlung entsteht sowohl aus ihrer Aggressivität als auch aus ihrer schwülen Erotik." Field, Graham und Klein zur Seite steht ein Ensemble begabter Komödianten. Richard Jenkins spielt Valdines kränklichen Ehemann, Walter. Jenkins ist ein echter Farrelly-Veteran und spielte bereits den apathischen Psychiater in Verrückt nach Mary (1998) sowie den misstrauischen Polizisten, der Jim Carrey in Ich beide & Sie (2000) jagt. Ein weiterer erfahrener Komödiant, Orlando Jones, verkörpert den beinamputierten Busch-Piloten Dig McCaffey. Rogers sieht diese Figur als verblüffende, überaus eigenwillige Mischung aus zwei gefeierten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: "Dig ist eine Kombination aus Charles Lindbergh und Jimi Hendrix - ein Busch-Pilot, der Leute auf Jagdexpeditionen fliegt", erläutert der Regisseur. "Dig wird Gillys Verbündeter und versucht ihm dabei zu helfen, Jo aus Oregon herauszubringen." "Dig ist die einzige Figur des Films, die daran glaubt, darauf vertraut und versteht, dass Gilly tatsächlich in Jo verliebt ist. Er kann weiter blicken als diejenigen, die Gilly einen Perversen nennen. Für Dig ist Gilly einfach ein Typ, der bis über beide Ohren in dieses Mädchen verliebt ist - und Dig versucht, die beiden zusammen zu bringen." Die Figur gab Jensen eine weitere einmalige Chance, die Kostüme für eine Rolle zu entwickeln, die ihr in ihren fünfzehn Jahren als Kostüm-Designerin so noch niemals begegnet war, "ein knallharter Überlebenskünstler gemischt mit einem pausenlos kiffenden Hippie. Als Orlando für die Rolle engagiert wurde, sahen J.B. Rogers und ich gleich Jimi Hendrix in ihm, also suchte ich knallige Farben aus, denn in der Geschichte hat er eine starke Persönlichkeit, und Orlando selbst hat als Schauspieler eine so starke Ausstrahlung." Auch der kanadische Schauspieler C. Ernst Harth, Ex-Profi-Wrestler (bekannt als "The Bible Thumper"), ein über 2 Meter großer Hüne mit einem Kampfgewicht von mehr als 200 Kilo, brachte buchstäblich riesige Ausmaße in den Film ein. Er spielt Mr. Campisi, einen Psychiatrie-Patienten. Dieser begleitet Gilly und Dig auf ihrer Reise nach Oregon, nachdem Gilly aus dem Irrenhaus entflohen ist, das von der zänkischen Schwester Bautista (verkörpert von einer weiteren Farrelly-Lieblingsschauspielerin, Lin Shaye) geleitet wird. Harth kam in letzter Minute zur Schauspielertruppe dazu, denn eigentlich hatten Gaulke und Swallow die Rolle für einen kleinwüchsigen Brillenträger entworfen. Doch Harth passte sich an das eigenartige Aussehen und die eigentümlichen Essgewohnheiten des Mannes an. "Mr. Campisi ist ein witziger Typ und hat ein schlichtes Gemüt, perfekt frisierte Koteletten und ein Ziegenbärtchen, und das Paradies auf Erden bedeutet für ihn, Pfannkuchen zu finden", erklärt Harth.
Die ProduktionDie Dreharbeiten zu Ohne Worte begannen in den kalifornischen Städten Long Beach, Camarillo und Pomona. Letztere liegt knapp 50 Kilometer östlich von Los Angeles und fungierte als Gillys Heimatstadt Shelbyville im US-Bundesstaat Indiana, eigentlich ein Vorort von Indianapolis und Heimat des Regisseurs J.B. Rogers.In Pomona schuf Produktionsdesigner Sidney J. Bartholomew, Jr. einige aufsehenerregende Sets. In einer verlassenen Ladenzeile errichtete er die zwei Hauptkulissen - Gillys Tierheim und das Interieur des Haarsalons Mega Kutz, der kitschige Friseursalon im Art-Deco-Stil, in dem Jo arbeitet. Nach fast drei Wochen in Pomona zogen die Filmemacher nach Norden, Richtung Vancouver und zur majestätischen Nordwest-Pazifikküste, wo die verbleibenden zehn Wochen lang Szenen gedreht wurden, die sich in Oregon sowie auf Gillys transkontinentaler Reise abspielen, auf seiner Suche nach seiner wahren Liebe. Zu den Drehorten in der Umgebung von Vancouver gehörten Britannia Beach (wo Digs Strandhäuschen liegt), Surrey/White Rock (wo sich Jack Mitchelsons weitläufige 10.000-Quadratmeter-Villa befindet), das Riverview Hospital (das tatsächlich eine Anstalt für Geistesgestörte ist) sowie das Dörfchen Squamish, an den Hängen der Tantalus Mountains, das für das fiktive Städtchen Beaver im US-Bundesstaat Oregon stand. Auf den Straßen von Squamish inszenierte Rogers einen der größten visuellen Gags des Films, der sicherlich nichts für schwache Nerven ist: es ist die Sequenz, in der Gillys Hand in den Gedärmen einer Kuh feststeckt. Der erfahrene Makeup-Künstler Tony Gardner, der für Verrückt nach Mary bereits das reißverschlussgemarterte Geschlechtsteil und den schwergeprüften Hund Puffy erschaffen hat, kreierte diesen Gag mit seinem Team in den Alterian Studios und verwendete eine Animatronic-Kuh für die Szene, in der Gilly den Verlobungsring, der für Jo gedacht ist, im Inneren der Kuh verliert. Weitere außergewöhliche Gardner-Kreationen sind z.B. ein Gerät, das eventuell die zukünftige Waffenausstattung der Polizei bereichern könnte: "The Disabler" ("Der Lahmleger"), ein Keuschheitsgürtel für Männer, komplett mit Metallbehälter, Lederriemen und Schloss, den die Polizeit von Beaver dem armen Gilly nach seiner (irrtümlichen) Verhaftung wegen sexueller Abartigkeit anlegt. Außerdem erschuf Gardner den Gag mit einem saftigen Paar Brüsten und riesigen, schaurigen Nippelringen. |
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