Das kleine Buch der Liebe

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Die Liebe ist nicht einfach

Titel Deutschland: Das kleine Buch der Liebe
Titel Brasilien: Pequeno Dicionàrio Amoroso
Genre: Liebeskomödie
Farbe, Brasilien, 2000

Kino Deutschland: 5. Juli 2001
Laufzeit Kino: 91 Minuten, FSK -

DVD Deutschland: -
Video Deutschland: -
Laufzeit DVD/Video: - Minuten



Inhalt Ausgerechnet auf dem Friedhof müssen sich Luiza, die Architektin und Gabriel, der Biologe begegnen. Sie versucht Denkmäler zu fotografieren. Er beobachtet einen Käfer und rennt ihr ins Bild. So beginnt eine Liebe, die das größte Glück verspricht.

Luiza fühlt sich im siebten Himmel, hat aber Angst vor ihren eigenen Gefühlen und davor, enttäuscht zu werden. Gabriel wundert sich, dass er sich so schnell verliebt hat, wo er sich doch erst von seiner Frau getrennt hat. Schließlich wird die gemeinsame Wohnung gestrichen, und Exotik, Erotik und Leidenschaft läßt beide sicher sein, den Partner fürs Leben gefunden zu haben.

Doch wie so oft schleicht sich nach einer Weile Routine in den Alltag, die Anziehung läßt nach und ihre Freunde Marta und Barata finden sich bestätigt, dass die Liebe nicht von Dauer ist.

Es kommt zuerst zur Krise, dann schließlich zur Trennung. Und am Ende müssen aber doch alle zugeben, dass es noch einen kleinen Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt, nämlich die Fähigkeit zur Reflexion und zu wahren Gefühlen.

Und auch Luiza und Gabriel werden wieder ein Paar, wenn auch nicht gemeinsam.


Darsteller & Stab Darsteller: Andréa Beltrao (Luiza), Daniel Dantas (Gabriel), Monica Torres (Marta), Tony Ramos (Barata), Jose Wilker (Alaor), Glória Pires (Bel), Marcos Winter (Gastrolle)

Stab:Regie: Sandra Werneck • Produzenten: Sandra Werneck, Marc Beauchamps, Bruno Wainer • Drehbuch: Paulo Halm, José Roberto Torero • Vorlage: - • Filmmusik: Joao Nabuco, Ed Motta • Kamera: Walter Carvalho • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Claudio Amaral Peixoto • Schnitt: Virginia Flores • Kostüme: Pedro Sayad • Make Up: - • Ton: Silvio Da-Rin • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Der Spiegel 27/2001: "Das kleine Buch der Liebe" besteht aus Kapiteln, und die haben in diesem etwas papierenden Film Überschriften wie "Angst", "Idyll", "Alptraum" oder "Versprechen". Vom ersten Treffen (ausgerechnet zwischen Gräbern) bis zum letzten großen Krach eines nicht mehr ganz jungen Paares buchstabiert die bereits 1997 gedrehte Amouren-Enzyklopädie der brasilianischen Filmemacherin Sandra Werneck, das ABC einer Liebesgeschichte nach. Leider machen Kapitalstruktur und obendrein Kommentare direkt in die Kamera den Zuschauern immer wieder gnadenlos klar, dass die Liebe hier nur im Modellfall abgehandelt wird - als Quintessenz aller "Boy meets Girl" - Geschichten sozusagen. Leider dürfen die Liebenden Luiza (Andréa Beltrao) und Gabriel (Daniel Dantas) so nur die büchergraue Therorie ihrer Erfinderin illustrieren. Ein bisschen mehr Freiheit hätte ihre Schauspielkunst schon verdient.

Baslerstab: Brillant in Szene gesetzt. Höchst vergnüglich und erfrischend wirkt der Blick der Regisseurin auf eine Entwicklung, die sich einerseits nicht zu ernst nimmt, über die sie sich andererseits aber auch nicht lustig macht. Neben der liebenswerten Hauptdarstellerin Andrea Beltrao macht der Stichwortcharakter einen besonderen Reiz des Filmes aus, denn mit ihm wird uns die Emotionalität in leicht verdaubaren Häppchen verabreicht. Und "Das kleine Buch der Liebe" führt uns vor Augen, dass der Reiz zum Verliebtsein derart gross ist, dass ihm Millionen und Abermillionen permanent wieder erliegen. Ein höchst vergnüglicher Film!

film-dienst 14/2001: Eine Art filmisches Liebestagebuch, das weniger eine besondere Geschichte erzählen, als repräsentativ eine zwangsläufig scheiternde Liebe vorführen will. Dabei reden die Figuren oft in die Kamera und geben Alltagsweisheiten preis, die nur gängige Klischees auflisten. Die Vorhersehbarkeit der Geschichte und ihre schematische Abhandlung in Kapiteln nehmen dem Film trotz charmanter Ansätze in Dialogen und Darstellung weitgehend die Spannung.

Basellandschaftliche Zeitung: Ein ehrlicher, charmanter Film über die Liebe. Er macht uns nichts vor. Illusion und Desillusion haben hier gleichermaßen ihren Platz, locken und produzieren Überdruss in einem und beweisen letztendlich nur eines: dass man das Lieben trotz allem nicht lassen wird.

Cinema 07/2001: Wollen wir soviel Abgeklärtheit im Kino wirklich erleben? Oder gar Weisheiten von Gabriels Kumpel Barata hören wie: "Die Liebe hält nie länger als 70 Tage oder 32-mal Beischlaf. Der Rest ist Langeweile? Nach so viel Desillusionierung wird manch verliebtes Paar für die Stille plädieren. Und sei es nur auf der Leinwand.

Focus 27/2001: In ihrem Spielfilmdebüt dekliniert die brasilianische Regisseurin Sandra Werneck die Stationen einer Zweierbeziehung durch. Dabei übernimmt der Film den leidenschaftslosen Tonfall eines lehrbuchs und wirkt so halbherzig wie die Liebesgeschichte, von der er erzählt.

Zoom: Charmante, gut beobachtete Nichtigkeiten, ein Sommerfilm für Paare mit einem Restguthaben auf ihrem Liebeskonto.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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