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Vorspiel: Ein altes,
tief im Wald gelegenes Schloss: Die Mutter (MARIE TRINTIGNANT)
sitzt am Bett ihres kleinen Sohnes, um ihm vor dem Einschlafen noch
das Märchen von Rotkäppchen vorzulesen und ihm, da er am
nächsten Tag Geburtstag hat, eine wunderschöne
Rotkäppchen-Puppe zu überreichen. Während sie ihm
danach noch ein Kinderlied vorsingt, nähert sich ihr jemand
unbemerkt von hinten - und erdrosselt sie vor den Augen des
Kleinen.
Der Baron hat sie dorthin eingeladen, weil sie das Märchen von Rotkäppchen in ihrem Repertoire haben und er seinem Enkel Nicolas zum Geburtstag eine Freude machen will. Unterwegs hören sie im Radio die Nachricht, dass ein Frauenmörder in der Gegend sein Unwesen treibt. Als die fünf im Schloss ankommen, stellen sie erstaunt fest, dass der Baron mit seinem kleinen Enkelsohn völlig allein in dem riesigen Gebäude lebt; die Haushälterin hat ihren freien Tag, und nur der verschrobene Wildhüter Stéphane (DENIS LAVANT) ist noch zugegen, der dem an den Rollstuhl gefesselten Baron ersatzweise zur Hand geht. Vor der Vorstellung beziehen die Schauspieler ihre Zimmer, denn das Schloss liegt zu abgelegen im Wald, als dass sie am selben Tag noch die Rückreise antreten könnten. Sophie teilt sich ein Zimmer mit der stummen Jeanne, mit der sie liiert ist. Auch Mathilde und Mathieu sind ein Paar, und Wilfried wird mehr oder weniger unverblümt von Axel de Fersen umworben. Schließlich ist es soweit: Vor Axel und dem völlig gebannten kleinen Nicolas als einzigen Zuschauer spielt die Truppe das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen kippt die Stimmung in eine merkwürdige Schräglage. Obwohl doch der Geburtstag seines Enkels gefeiert werden soll, gibt der Baron sich unwirsch und duldet es auch nicht, dass seine Gäste die Feier vorzeitig verlassen. Nicolas reagiert auf diese Anspannung mit einem plötzlichen Akt der Autoaggression: Kaum ist die Geburtstagstorte aufgetragen, rammt er sich - zum Entsetzen der Gäste - die Kuchengabel in die eigene Hand. Baron de Fersen erklärt die Feier für beendet und bittet Wilfried, ihn zu Bett zu bringen und ihm den "Erlkönig" vorzulesen. Sophie wacht in der Nacht auf, weil sie einen Alptraum hatte: Sie hat Jeanne tot in einem offenen Sarg liegen sehen. Als sie bemerkt, dass das Bett neben ihr leer ist, tritt sie aus dem Zimmer und geht hinunter ins Erdgeschoss. Dort findet sie die vier anderen in einen tranceartigen Tanz versunken. Sophie ist einerseits eifersüchtig, weil Jeanne mit Wilfried tanzt, und andererseits noch immer stark beunruhigt von ihrem Traum. Gerade als sie überprüfen will, ob die Haustür sorgfältig verschlossen ist, tritt ein fremder Mann (MICHEL MULLER) ein. Er stellt sich als Polizist vor und warnt die jungen Leute davor, in den Wald zu gehen, da sich dort ein Mörder und Vergewaltiger aufhalten soll. Jeanne, Mathieu, Mathilde und Wilfried wollen sich jedoch nicht einschüchtern lassen. Gemeinsam gehen sie nach draußen, um einen Waldspaziergang zu unternehmen, während Sophie ungeduldig auf sie wartet. Obwohl die vier eng beieinander bleiben, geht nach und nach erst Jeanne, dann Wilfried und dann Mathieu verloren, so dass Mathilde schließlich ganz allein im dunklen Wald zurückbleibt. Als sie merkwürdige Geräusche neben sich hört, gerät sie in Panik und flieht zurück ins Schloss. Jeanne und Wilfried dagegen nutzen die Situation, um sich heimlich im Wald zu lieben. Zurück im Schloss, eilt Mathilde auf ihr Zimmer, um ein Duschbad zu nehmen. Danach ist die Luft in ihrem Bad so dicht mit Wasserdampf erfüllt, dass sie kaum die Hand vor Augen sieht. Als in diesem Nebel plötzlich jemand in dem Wolfskostüm aus der Theatervorstellung vor ihr erscheint, hält sie ihn arglos für Mathieu. Doch der Wolf packt sie unsanft und ertränkt sie in ihrem Waschbecken, bevor sie schreien kann. Nach und nach trudeln Jeanne, Wilfried und Mathieu wieder im Schloss ein. Als Mathieu statt Mathilde nur Blutspuren im Bad findet, beschließen die Schauspieler, Baron de Fersen zu alarmieren. Zu ihrem Erstaunen und Erschrecken müssen sie jedoch feststellen, dass auch er verschwunden ist. In seinem Bett finden sich lediglich weitere Blutspuren. Als die vier daraufhin versuchen, die Polizei anzurufen, machen sie eine weitere schaurige Entdeckung: Wenn sie selbst eine Nummer wählen wollen, ist die Leitung tot, doch sobald sie den Hörer zurück auf die Gabel legen, klingelt das Telefon und jemand stöhnt ihnen ins Ohr. Jeanne und Mathieu machen sich auf den Weg ins obere Stockwerk, um ihr Handy zu suchen. Sophie bleibt mit Wilfried zurück. Als unvermittelt das Licht ausgeht, ist Wilfried jedoch plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Kurz darauf geschieht die nächste Schreckenstat: Der Wolf taucht aus dem Hinterhalt auf und schießt mit einer Nagelpistole auf Jeanne, die rückwärts über das Geländer in den Tod stürzt. Sophies Alptraum ist wahr geworden. Während Mathieu noch versucht, die verzweifelte Sophie zu trösten, erscheint Wilfried mit einer weiteren schlechten Nachricht: Er hat entdeckt, dass ihr Auto verschwunden ist. Damit haben die - nunmehr nur noch drei - Schauspieler kaum noch eine Möglichkeit zur Flucht. Wilfrieds Nachricht verbreitet zunächst einmal jedoch weniger Resignation als Argwohn, denn seine Entdeckung deutet darauf hin, dass er allein mit dem Wagen fliehen wollte. Die drei beschließen, nach Axel de Fersens Wagen zu suchen. Dabei stoßen sie auf Stéphane, den Wildhüter, der in seiner Werkstatt erlegte Tiere ausstopft. Sie beschuldigen ihn, an den Verbrechen im Schloss beteiligt zu sein, doch Stéphane beteuert seine Unschuld. Kaum sind Mathieu, Wilfried und Sophie zurück im Schloss, erleben sie einen Countdown des Schreckens: Während Sophie auf der Suche nach dem kleinen Nicolas, den sie nicht allein zurücklassen will, durch das Schloss streift, lauert Stéphane ihr plötzlich auf. Er stürzt sich auf sie, um sie zu vergewaltigen, und als Mathieu versucht, ihn daran zu hindern, schlägt Stéphane ihn nieder. Erst Wilfried gelingt es, Sophie aus seiner Gewalt zu befreien, indem er ihn mit der Nagelpistole erschießt. Während Sophie sich anschließend um den verletzten Mathieu kümmert, eilt Wilfried nach draußen und versucht, Axel de Fersens Wagen kurzzuschließen. Dabei wird er vom bösen Wolf überrascht, der ihn mit Säure übergießt. Vor Schmerz laut schreiend flieht Wilfried in den Wald, wo er in eine Wildfalle läuft und stirbt. Auch im Inneren des Schlosses haben die Schrecken noch längst kein Ende: Eine Reisetasche kullert aus dem oberen Stockwerk über die Treppe nach unten, wo sie vor Mathieu und Sophie liegen bleibt. Als Mathieu sie öffnet, findet er darin die Leiche von Mathilde. Als Sophie im selben Moment feststellt, dass Stéphanes Leiche verschwunden ist, verliert sie die Nerven. Sie bedroht Mathieu mit der Nagelpistole und bezichtigt ihn, hinter all den Morden zu stecken. Sie ruft Nicolas zu sich, der oben am Treppenansatz erscheint, und will gemeinsam mit ihm fliehen, als plötzlich der Polizist erneut auftaucht. Er bietet ihr seine Hilfe an, doch während Sophie noch überlegt, ob sie ihm trauen kann, erscheint hinter ihm der böse Wolf und erschießt ihn mit seiner eigenen Dienstwaffe. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Der Wolf lüpft seine Maske, und zum Vorschein kommt - Axel de Fersen. Wie sich herausstellt, ist er nicht nur keineswegs Opfer eines Mordes geworden, wie seine Gäste befürchtet hatten, sondern er ist auch nicht an den Rollstuhl gefesselt. Er hat ein doppeltes Spiel mit ihnen gespielt, um seine grausamen Phantasien ausleben zu können, denen auch schon seine Tochter, die Mutter des kleinen Nicolas, zum Opfer gefallen ist. Nun glaubt er, auch Sophie und Mathieu in der Hand zu haben, doch Sophie findet buchstäblich in letzter Sekunde eine Möglichkeit, dem bösen Spuk ein Ende zu bereiten. Während Baron Axel de Fersen ein Opfer der Flammen wird, entkommen Sophie, Mathieu und Nicolas im Morgengrauen aus dem Wald. Der Alptraum hat ein Ende. |
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