Der Cuba Coup

Ausführlicher Inhalt

Nachdem er bei der Verfolgung einer Gangstergruppe einen Herzinfarkt erlitten hat, ist Polizist Amancio (Enrique Molina) unfreiwillig in den Ruhestand versetzt worden. Einen geruhsamen Altersjob anzunehmen, verbietet ihm seine Polizistenehre. Darunter leiden auch seine Frau Concha (Coralia Veloz) und seine Tochter Alicia (Ketty de la Iglesia): Von der schmalen Rente allein kann eine ganze Familie nicht leben. Hinter dem Rücken Amancios beschließen sie daher, das Zimmer der kürzlich verstorbenen Großmutter an einen betuchten ausländischen Touristen zu vermieten.

Niemand scheint dafür so geeignet wie der frisch in Havanna eingetroffene Schwede Björn (Peter Lohmeyer). Ruhig, zurückhaltend, höflich - das reinste Unschuldslamm. Noch dazu stellt er sich als Professor für schwedische Literatur vor, und da Alicia selbst Literatur studiert, ist gegenüber Amancios moralischen Prinzipien rasch ein Argument gefunden, um den Ausländer bei sich einzuquartieren: Er sei Teil eines universitären Austauschprogramms und logiere völlig unentgeltlich. So schließt Amancio den fremden Gast mehr und mehr ins Herz.

dass in seinem Hause plötzlich der Wohlstand ausbricht, scheint Amancio nicht zu wundern. Auch nicht, dass auf seine Anweisung hin die Bewohner des sonst lauten und kriminellen Centro Habana sich zu Ehren des schwedischen Gasts plötzlich in Vorzeigebürger verwandeln. Der wahre Grund: Unter Vermittlung Rigobertos (Mijail Mulkay), des Anführers, hat Alicia durch ein paar Geldscheinen die Kleingauner des Viertels ruhiggestellt, mit denen Amancio aus Prinzip nicht verkehrt.

Seit die kubanischen Kriminellen ihr Treiben eingestellt haben, macht das Gerücht von einem ausländischen Straßenräuber die Runde, der Touristen mit einem Klappmesser überfällt und sogar vor Kubanern nicht halt macht - nicht einmal vor den kubanischen Gangstern selbst. Gleichzeitig legt Björn für einen Literaturprofessor recht überraschende Fähigkeiten an den Tag. Er weiß zu tätowieren, Schrankschlösser aufzubrechen und spricht nach kürzester Zeit den schlimmsten Straßenslang Havannas, angeblich weil er für eine linguistische Studie über Kubas Volkssprache recherchiert.

Solche Studien der Straßensprache treiben Björn zu der Entscheidung, aus dem scheinbar zu ruhigen Centro Habana auszuziehen und sich ein Viertel zu suchen, wo es Lärm und deftige Ausdrücke hagelt. Um das zu verhindern, erreicht es Alicia durch ein weiteres Bestechungsmanöver, im Hof ihres Hauses eine mit ohrenbetäubenden Flüchen gespickte Schlägerei anzuzetteln.

Björn ist zufrieden und bleibt, Amancio aber erleidet aus Aufregung über den Tumult eine weitere Herzattacke und wird von den Gangstern der Nachbarschaft dafür noch der Scheinheiligkeit beschuldigt: Sie sehen ihn als Ursprung der von Alicia verteilten Gelder. Sehr zu seinem Missfallen erfährt Amancio so von den Geschäften seiner Frau und seiner Tochter, bringt es aber nicht übers Herz, den liebgewonnen Gast des Hauses zu verweisen. Außerdem wird immer deutlicher, dass Björn und Alicia sich bis über beide Ohren ineinander verliebt haben.

Zu ihrem Geburtstag lädt Björn Alicia in ein nobles Restaurant ein und erzählt die Geschichte seines Bruders, der auf die schiefe Bahn geraten ist. Um die Rechnung bezahlen zu können, überfällt er auf der Toilette heimlich einen Touristen und raubt ihm die Brieftasche. Spätestens jetzt ist klar: Der vermeintliche Bruder, der gefürchtete ausländische Straßenräuber, ist niemand anderes als Björn selbst.

Mittlerweile hat Havannas Unterwelt eine Krisensitzung anberaumt. Aus Angst vor dem ausländischen Konkurrenten wagen sich die Gangster nicht mehr auf die Straße, und außerdem nimmt er ihnen die Arbeit weg. Kurz: Gegen alle Gaunerehre entscheiden sie sich zu einem Schulterschluss mit Amancio und seinem alten Kampfgefährten Major Rocasolano (Idelfonso Tamayo).

Amancio jedoch will von diesen "kriminellen Elementen" nach wie vor nichts wissen. So werden die Gangster zu Hobbypolizisten und machen sich selbst auf die Spur, die sie immer mehr zu Björn führt. Der echte Polizist Amancio aber ahnt nicht, dass er den Täter unter seinem eigenen Dach beherbergt.

Als der falsche Professor auf den Wunsch Alicias im schwedischen Kulturinstitut einen Vortrags mit dem Titel "Pippi Langstrumpf. Ein narratologisches Paradigma" hält, entdeckt er, dass dort anlässlich der schwedischen Kulturwochen die Kronjuwelen der Königin Christina ausgestellt sind.

Er entwickelt einen raffinierten Einbruchsplan, und der Coup gelingt. Womit Björn aber nicht gerechnet hat: Der von ihm gefoppte Nachtwächter des Kulturinstituts ist niemand anderes als Amancio selbst, der sich zu einem neuen Berufsbild entschlossen hat.

Nun nimmt ein Verwirrspiel seinen Lauf. Björn lenkt den Verdacht auf die kubanische Mafia; Amancio, der nahe daran war, Björn auf die Schliche zu kommen, fällt darauf herein und lässt die ganze Bande verhaften; diese wiederum enttarnt Björn und verdächtigt Amancio, mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Unter einem Vorwand reist Björn überstürzt in Richtung Schweden ab. Unabhängig voneinander setzen ihm Amancio, Rigoberto und Rocasolano nach und gelangen trotz aller Tücken des kubanischen Transportsystems zum Flughafen.

Der Showdown findet in der Wartehalle statt. Aus schlechtem Gewissen gegenüber seiner kubanischen Familie und aus Liebe zu Alicia übergibt Björn die gestohlenen Juwelen Amancio und dem Hobbydetektiv Rigoberto und gesteht, dass er weder Professor ist noch Schwede, sondern der Deutsche Otto Meier. Als Rocasolano eintrifft, sieht er seinen alten Gefährten Amancio im Gespräch mit den beiden Verbrechern. Er ahnt Übles, und darüber ereilt ihn eine Herzattacke.

Am Krankenbett wird er über die wahren Verhältnisse aufgeklärt. Björn/Otto aber trifft eine Entscheidung: Er heiratet Alicia und bleibt in Kuba.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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