Bootmen

Produktionsnotizen

Produzentin Hilary Linstead sah Dein Perry erstmals als Tänzer in einer Tournee-Aufführung von "42nd Street" Anfang der 90er Jahre. "Ich fand ihn absolut brillant", erinnert sie sich. "Ich sah sofort, dass sein innovativer moderner Steptanz-Stil ein großes, neues Publikum ansprechen würde."


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Während sein persönlicher Tanzstil nicht zu übersehen war, fühlte Perry sich selbst allzu sehr eingeengt durch das Diktat des Genres. "Die anderen Tänzer und ich wollten den Steptanz in die Gegenwart bringen, ihn zeitgemäß machen. Uns war klar, dass wir dazu die aktuelle populäre Musik als Basis nehmen müssten und dazu den Steptanz gestalten", sagt Perry. Die Musik der Zeit war natürlich Rock. "Ich glaubte fest daran, dass man mit der Kombination von Rock und Step etwas Spannendes schaffen könnte und das Publikum begeistert sein würde."

"Dein begann zu experimentieren", sagt Hilary Linstead, die bald schon die Managerin des Tänzers wurde. "Er wollte den Steptanz modernisieren und entwarf die Choreographie zu einer Show, die er "Tap Dogs" nannte." Diese von explosiver Kraft strotzende Tanz-Show, kreiert und choreographiert von und in der Hauptrolle mit Dein Perry, war ein beispielloser, noch nie da gewesener Hit. "Das größte Ding für uns war, die Stepschritte authentisch und live klingen zu lassen", sagt Perry.

"Aber wenn man elektrische Gitarren auf die Bühne bringt, hat man sofort ein Problem. Wir endeten damit, dass wir 28 Mikrofone auf der Bühne einsetzten und die Tänzer sie sozusagen als Teil der Show in ihre Bewegungen aufnahmen. Das war großartig, weil das Publikum auf diese Weise spürte, dass es eine Live-Aufführung war." Schon bald gab es vier Tap-Dogs-Truppen, die durch die Welt tourten.

Als nächstes sollte Perry über einen Film nachdenken. Er lacht: "Hilary hörte nicht auf, mir zu sagen, ich solle einen Film machen. Sie hat so viel Energie. Ich war nicht grundsätzlich anderer Meinung, aber es mußste ein eigenständiger Film sein, mit einer guten Geschichte, nicht einfach ein Tap Dog Movie."

Sie ließen sich von Perrys Biografie und seiner Herkunft inspirieren und trafen sich mit dem Drehbuchautor Steve Worland. Mit ihm entwickelten sie die Story. "Wir entschlossen uns, mit dem zu arbeiten, von dem ich am besten etwas verstand", erzählt Perry.

"Ich hatte immer eine leidenschaftliche Liebe zum Tanz, aber ich bin in einer Industriestadt aufgewachsen und verdiente mein Geld als Monteur und Maschinenarbeiter, bevor ich als Tänzer in Londons West End und auf der Bühne in New York auftrat. Wir fanden, dass diese Fakten ein interessanter Ausgangspunkt für eine gute Geschichte sei. Und ich wollte es so real wie möglich machen, bis auf die Tatsache, dass wir permanent tanzen würden."

Hilary Linstead verfolgte das Projekt weiter, und die Autoren arbeiteten mehrere Jahre an dem Drehbuch. Das Drehbuch, das Perry und Worland schließlich vorlegten, erzählt eine heiße Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines Industrie-Ambientes und mit Typen in Blunderstone-Stiefeln, einem Markenzeichen Perrys.

Einen Regisseur fand man schnell. Linstead hatte Dein Perrys Regie-Talent bereits bei dessen Arbeit auf der Bühne erkannt. "Er ist ein fabelhafter Team-Leiter, der hervorragend unter Druck arbeitet und eine große Fähigkeit besitzt, Leute zu inspirieren. Ich war mir immer sicher, dass er ein wunderbarer Filmregisseur sein würde."

Als es an die Besetzung ging, wusste Dein Perry längst, wer die Hauptrolle spielen sollte. "Die war bereits für Adam Garcia geschrieben", sagt er. Garcia hatte gerade große Erfolge gefeiert im Londoner West End mit der Hauptrolle in "Saturday Night Fever".

"Es war wunderbar, wieder mit Dein zu arbeiten, und ich denke, das sieht man auch auf der Leinwand", sagt Adam Garcia. "Adams Leistung ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass er vorher nie in einer Hauptrolle vor der Kamera stand", meint Hilary Linstead.

"Ich stand mit Adam vor vielen Jahren gemeinsam auf der Bühne", bemerkt Perry, "und ich bin selbst kein schlechter Tänzer. Doch egal, wie sehr wir uns anstrengten, das Publikum flog immer auf Adam. Immer stand eine meilenlange Schlange von Mädchen hinterher am Bühneneingang und wartete auf ihn. Es war ziemlich deprimierend."

Den Bruder von Adam Garcia in Bootmen spielt Sam Worthington. Dieser gibt unumwunden zu: "Diese erste Kameraerfahrung in Bootmen war für mich irgendwie unheimlich, vor allem, als ich mir bewusst war, dass ich als Einziger noch nie vorher, auch nicht in einer kleinen Rolle, in einem Film mitgewirkt hatte."

Sophie Lee spielt Linda, die hübsche Friseurin, in die sich beide Brüder verlieben. Sie stammt wie Regisseur Dein Perry aus Newcastle. "Bei meinem ersten Treffen mit Dein war ich völlig fasziniert von seiner Begeisterung für dieses Filmprojekt. Sie war richtig ansteckend", erinnert sich Sophie Lee. "Ich wollte unbedingt mitmachen, obwohl Linda, die ich spiele, in einem Punkt ganz anders ist als ich. Ich bin nämlich ziemlich unkoordiniert. Ich würde gern tanzen können, aber mir fehlt die dafür nötige Disziplin, die Linda natürlich hat. Umso mehr hat es mich gereizt, sie zu spielen."

Die Besetzung der anderen Tanzrollen war eine zeitaufwendige Aufgabe, wie Produzentin Linstead zu berichten weiß: "Dein arbeitete jahrelang mit vielen Tänzern, und wir haben sie uns alle angeschaut, sie vortanzen lassen. Alle! Das war ziemlich anstrengend. Sie mußsten exzellente Steptänzer sein und außerdem auch noch schauspielerisches Talent besitzen. Das hatten nicht viele."

Drei der Stepper im Film hatten schon in den verschiedenen Tap-Dogs-Ensembles getanzt. Dazu Dein Perry: "Christopher Horsey kenne ich seit zehn Jahren, als wir beide über die Modernisierung des Steptanzes nachdachten. Lee McDonald wurde uns in Perth empfohlen, als wir für Tap Dogs noch einen Tänzer brauchten.

Andrew Kaluski ist wie ich aus Newcastle, und ich nahm ihn vor fünf Jahren in das Tap-Dogs-Ensemble auf. Er ist fabelhaft und hat die schnellsten Füße der Welt. Der sechste im Tänzer-Ensemble des Films ist Matt Lee, der schon bei meiner Produktion von ‚Steel City' dabei war. Er ist ein großartiger Sänger und Tänzer und erst 18 Jahre alt. Ich prophezeie ihm ein große Zukunft." Das Schwierigste war für Perry der Gang zum Set am ersten Tag: "Es war irgendwie beängstigend, hundert Leute um mich herum zu haben, die alle fragten, was sie tun sollten. Daran mußste ich mich erst gewöhnen. Aber die Crew war so fantastisch, dass ich einfach nur zu erklären brauchte, was ich wollte. Sie verstanden mich und machten es fabelhaft." Seans Geschichte in BOOTMEN ist keine Autobiografie von Dein Perry ("Ich habe immer noch eine Mutter und einen Bruder"). Doch die Tatsache, dass in Newcastle gedreht wurde, hatte für ihn natürlich einen gewissen nostalgischen Effekt: "Die Jungs im Film arbeiten im Stahlwerk, was ich früher auch gemacht habe. So konnte ich meine eigenen Erfahrungen nutzen."

Szenenfoto
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