Ausführlicher Inhalt zu Der Schuh des Manitu

SzenenfotoIrgendwo im Wilden Westen mitten im 18. Jahrhundert:

Im Land, wo die Schoschonen schön wohnen, ziehen dunkle Wolken auf! Die aus den Südstaaten stammenden Blutsbrüder - Häuptling Abahachi (Michael "Bully" Herbig) und Ranger (Christian Tramitz) - müssen Schoschonen-Chef "Lustiger Molch", äh, "Lustiger Lurch", äh, nein, "Listiger Lurch" (Irshad Panjatan) die traurige Kunde vom Tod seines Sohnes "Falscher Hase" überbringen. Zum Dank dafür werden sie kurzum als Meuchelmörder an den Marterpfahl gebunden. Außerdem verlangt "Listiger Lurch" sein Gold zurück, das die zwei Verbrecher angeblich gestohlen haben. Abahachi startet den verzweifelten Versuch einer Erklärung.

Szenenfoto Mit dem geliehenen Schoschonen-Gold (912 KB, 59 sek) wollten Abahachi und Ranger einem Immobilienmakler aus Wyoming namens Santa Maria (Sky Du Mont) das zukünftige Apachen-Stamm-Lokal abkaufen. Bei der Übernahme des "Apachen-Pubs" stellten Abahachi und Ranger fest, dass sie von Santa Maria betrogen wurden - es kam zum Eklat. Dabei schoss Santa Maria dem Häuptlingssohn der Schoschonen "Falscher Hase" kaltblütig in den Rücken.

Unter Grundsatzdiskussionen über die nicht zufriedenstellende Gesamtsituation mußste sich das Duo hinter der doch recht robusten Saloon-Tür verschanzen, um schließlich am Ende seiner Nerven und Munition festzustellen, dass die Halunken bereits verschwunden waren. Zurück blieb lediglich ein toter Häuptlingssohn. Fazit: Der Mann, der Abahachis Volk um das Stammlokal betrogen hat, ist auch der Mörder von "Falscher Hase" - "und! Jetzt kommt das Allerschärfste" - derselbe Mann hat auch das Gold der Schoschonen geraubt!

Szenenfoto Dummerweise tritt genau dieser Mann plötzlich an die Seite von Listiger Lurch und präsentiert sich als dessen Freund. Kein Wunder, dass Abahachi und sein weißer Bruder bei Sonnenaufgang in die ewigen Jagdgründe geschickt werden sollen. Ein Apache in der Patsche! Da helfen auch keine Entschuldigungen von Abahachi an den stinksauren Ranger (775 KB, 59.sek). Der nämlich hat die Schnauze endgültig voll. Seit 16 Jahren immer das gleiche Schema! Grundloses Anschleichen, stundenlanges Spurenlesen, völlig sinnloses Nebeneinander-Herreiten - und jeden zweiten Tag irgendwo gefesselt. Ihm reicht's!

Szenenfoto Mit dem Tageslicht legt sich allerdings auch sein Ärger. Vor allem, da sich Abahachi zufällig an einen versteckten Schatz (795 KB, 51 sek.)erinnert, mit dem sich die beiden eventuell freikaufen könnten. Zu dumm nur, dass der Apachenhäuptling - von Kindesbeinen an von Großvater "Grauer Star" zum Teilen erzogen - die Schatzkarte viertelte, um im Suff die anderen Stücke wem auch immer in die Hand zu drücken. Nur an eine Person kann Abahachi sich noch erinnern.

Plötzlich sind die Fesseln der Todgeweihten wie von Geisterhand durchtrennt, so dass sie - dicht gefolgt von Santa Marias Handlanger Hombre (Hilmi Sôzer), der die beiden belauschte - türmen können.

Szenenfoto Am nächsten Morgen graben die Schoschonen, blind vor Wut, in Ermangelung eines Kriegsbeiles (ihr Billigteil ist vor einiger Zeit kaputt gegangen) den Klappstuhl aus und verfolgen die angeblichen Killer zu Fuß - blöderweise besitzen sie nämlich auch keine Pferde. Die Gejagten aber sind bereits an ihrem Ziel angekommen: der zur Beauty-Farm umgebauten Puder Rosa Ranch. (786 KB, 51 sek.)

Dort erleidet Ranger einen ziemlichen Schock, als er feststellen mußs, doch nicht alles über seinen Blutsbruder zu wissen. Erwartet sie doch tatsächlich an der Tür Abahachis schwuler Zwillingsbruder Winnetouch (Michael "Bully" Herbig) - ganz in rosa. Das haut selbst den stärksten Cowboy um. Aus seiner Ohnmacht erwacht, betrachtet er ungläubig die sanft säuselnde Abahachi-Kopie, die jedoch einen erheblichen Pluspunkt hat: Sie besitzt nicht nur den zweiten Teil der gesuchten Schatzkarte, sondern weiß auch, wo die beiden anderen Stücke zu finden sind - beim Griechen und bei Uschi in Rosewell City.

Szenenfoto Während die beiden Helden diesen jeweils einen Besuch abstatten wollen, wird Winnetouch unter Protest dazu verdonnert, als Abahachi verkleidet (891 KB, 57 sek.) die Schoschonen auf eine falsche Fährte zu locken. Treffpunkt nach erfolgreicher Mission: Am Löwenzahn im Donnertal unter der alten Linde, wo die Sonne das Eichhörnchen küsst bzw. - falls etwas dazwischenkommt - wieder die Puder Rosa Ranch. Um dem pazifistisch veranlagten Winnetouch noch ein wenig Indianer-Manieren beizubringen, erhält er auf die Schnelle einen Crashkurs in Anschleichen, Nahkampf, Kriegsbemalung, Friedenspfeiferei und Schießen. Wie zu erwarten, entwickelt unser schwuler Schöngeist aber auch hier eigenartige Gewohnheiten. Doch was soll's, die Schoschonen rücken näher und die Zeit drängt.

Szenenfoto Wie sehr, wird den Dreien klar, als sie das Quietschen von Hombres Kaffeemühle hochschrecken lässt. Aber seit wann trinken Schoschonen eigentlich Kaffee? Da sie noch nichts von ihren bleichgesichtigen Verfolgern ahnen, sind die Insassen der Puder Rosa Ranch leicht irritiert. Kurzentschlossen kriecht Winnetouch als Abahachi verkleidet in einen geheimen Tunnel - und landet direkt in Santa Marias Banditen-Lager. Während er dort die Halunken ablenkt, machen sich Abahachi und Ranger in getrennte Richtungen aus dem Staub.

Abahachi findet mit Hilfe eines Restaurantführers Dimitris (Rick Kavanian) Taverna - mitten in Mexiko. Zwischenzeitlich haben die Gangster Winnetouch eingefangen und entlocken ihm unter skurrilsten Folterqualen Rangers Aufenthaltsort. Während Santa Maria mit seinen Jungs losreitet, um ihm eine Falle zu stellen, bleibt Winnetouch unter Hombres Aufsicht als Geisel zurück.

Szenenfoto Und auch die Schoschonen machen Fortschritte. Um ihren Vormarsch zu beschleunigen, wollen sie am Bahnhof Pony und Klappstuhl gegen ein Feuerross eintauschen - werden dabei aber böse gelinkt. Statt eines ordentlichen Zuges dreht man ihnen eine quietschende Draisine an, die kaum der Begegnung mit einer echten Lok standhalten kann.

Der in Rosewell City angekommene Ranger trifft derweil auf die verführerische Barsängerin Uschi (Marie Bäumer). Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch sie lockt ihn, von Santa Maria erpresst, in einen Hinterhalt. Es kommt zu einer wilden Schlägerei, bei der die rabiate Schöne im Eifer des Gefechts versehentlich Ranger ausknockt, wobei Santa auf ihrem Rücken das Tatoo des vierten Schatzkartenstückes entdeckt. So werden Bardame und Ranger kurzerhand ins Lager der Ganoven verschleppt. Die Nacht bricht schließlich herein und mit ihr Lagerfeuer-Romantik für Verliebte und Banditen sowie Abahachi und Dimitri, der sich nichts sehnlicher wünscht, als eines Tages ein echter Indianer (905 KB, 58 sek.) zu sein und nicht mehr einen "Esel-Maul", sondern ein richtiges Pferd zu reiten.

Szenenfoto Am nächsten Morgen trifft die Santa-Maria-Gang bei der Puder Rosa Ranch ein und erwischt Winnetouch und Hombre beim lustigen Bad in der Wanne. Indes pirschen sich Abahachi und Dimitri ebenfalls an die Ranch heran, wobei Letzterer tollpatschigerweise in den geheimen Tunnel purzelt - kurz bevor die Ganoven Abahachi aufspüren. Nun hat Santa Maria alle Teile der Schatzkarte in seinen Händen bzw. auf Uschis Rücken. Rasch verbindet er die dort eingezeichneten Zahlen und erhält die Zeichnung des Berges Der Schuh des Manitu . Da also ist der Schatz!

Schnell wird noch Winnetouchs letzter Wunsch erfüllt - der Song aus der Super-Perforator-Werbung -, die Ranch in Brand gesetzt und schon verschwindet die Bande mit Uschi, auf die Santa Maria ein Auge geworfen hat. Abahachi, Ranger und Winnetouch aber, der das Feuer vergeblich auszublasen versucht, sitzen gefesselt in der brennenden Farm fest. Der beste Grund für eine erneute feurige Grundsatzdiskussion zwischen den beiden Blutsbrüdern inmitten des flammenden Infernos.

Szenenfoto Werden die beiden ihren Streit bis zur Weißglut weiterführen? Können die Schoschonen - falls es ihnen überhaupt gelingt, jemals am Ort des Geschehens einzutreffen - den Tod von "Falscher Hase" sühnen oder verzeihen? Finden Ranger und Uschi doch noch zueinander? Oder greift sich Santa Maria den Schatz und die schöne Uschi? Und wird letztlich aus Dimitri ein echter Indianer mit Pferd anstatt "Esel-Maul"?

Die Antwort darauf kennt nur - der Der Schuh des Manitu. Wir haben gesprochen, hugh!

Dirk Jasper FilmLexikon
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