Produktionsnotizen zu Einmal Himmel und zurück

Chris Rock gibt mit diesem Film sein Leinwanddebüt. Nach einem lockeren Mittagessen mit Warren Beatty ließ ihn die Idee einer zeitgenössischen und rasanten Version von Beattys Film "Der Himmel kann warten" nicht mehr los. "Mir schien es, als müsste ich die-sen Film unbedingt machen", sagt der vielseitige Komödiant. "Es schien mir absolut perfekt". Rasanter Humor ist es, was Rock auszeichnet, bestätigt von den Tausenden von Konzertbesuchern und Millionen von Zuschauern seiner Shows.


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Über seinen Charakter sagt Rock: "Lance Burton ist ein wirklich einfacher Typ. Er bekommt keine Frau, keiner lacht über ihn, er bekommt überhaupt nichts auf die Reihe. Er ist ein armer Fahrradkurier in Harlem. Und dann diese horrormäßige Komik. Als er in den Körper von Wellington schlüpft, diesem reichen Mann mit seiner großen Firma und dem Penthouse in der Park Avenue mit all diesem Reichtum, bewegt er sich in einer ihm total unbekannten Welt."

Michael Rotenberg, Produzent und Rocks langjähriger Manager, stimmt dem zu: "Ich glaube, Chris wollte den Unterschied von Äußerlichkeiten und wie sie das Denken über andere Menschen beeinflussen, zeigen", sagt er. "Welche Wertigkeit Geld besitzt wie der Materialismus sich auf verschiedene Menschen auswirkt. All diese Elemente hat Chris eingearbeitet. Chris Comedy handelt von der Wahrheit, wie man sie aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten kann."

Um Rock bei der Realisation seiner Vision zu helfen, heuerte er einige erfahrene Talente für die Arbeit hinter wie auch vor der Kamera an. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Lance Crouther, Ali Le Roi und Louis CK, die alle mit einem Emmy für die beliebte HBO-Comedy-Serie "The Chris Rock Show" ausgezeichnet wurden.

All diese Ideen auf die Leinwand zu bringen, bedurfte einer gezielten Regieauswahl. Es fiel die glückliche Wahl auf Chris und Paul Weitz, die ihr gutes Händchen bei dem Boxoffice-Hit American Pie unter Beweis stellen konnten. Allerdings ist Einmal Himmel und zurück mehr eine klassische romantische Komödie im Gegensatz zu American Pie. Aber die Weitz-Brüder waren ganz versessen darauf, aus dem Originalfilm von 1997 einen zeitgenössischen Film zu machen.

"Sie werden es nicht glauben, aber wir lieben die alten Filme aus den 30er und 40er Jahren sehr", sagt Chris Weitz. "Das ist ein Grund, dass wir dieses Projekt angehen wollten. Diese klassische Geschichte ist für jede Generation interessant. Und nun sind es neue, junge Zuschauer, die diese Story in einer frischen, zeitgenössischen Art erleben."

Die Kombination des eigenen Stils der Inszenierungen der Weitz-Brüder und der despektierlichen Art der Comedy von Chris Rock war eine sehr einladende Gelegenheit, sich gegenseitig zu erkunden.

"Chris ist extrem witzig und klug", sagt Paul Weitz. "Wir dachten, dass es eine aufregende Herausforderung für uns alle sein würde, herauszufinden, was er aus uns herausholen würde und umgekehrt. Comedy ist ein interessanter Prozess. Du fängst damit an, was im Drehbuch steht, aber Fantasie ist ein großer Teil in diesem Prozess. Es ist sehr wichtig, ein Umfeld zu bieten, in welchem es deinen Schauspielern möglich ist, verschiedene Dinge auszuprobieren."

"Chris und Paul waren genau die Richtigen für die Regie von Einmal Himmel und zurück", fügt Produzent Sean Daniel hinzu. "Sie bringen eine frische Energie und eine "gesunde" Nervosität mit. Das ist es, was wir alle lieben."

Einen romantischen Part zu spielen, war für Rock eine neue Herausforderung. "Die meisten Leute erwarten von mir, dass ich einen schnell sprechenden Cop spielen würde, aber um die Wahrheit zu sagen, ich liebe meinen Charakter, der ohne Waffen aus-kommt. Zwei Dinge interessieren mich, und zwar Comedy und Frauen. So ist eine Comedy mit einem romantischen Element der perfekte Mix."

An der Seite von Rock stehen einige talentierte Schauspieler mit Erfahrung in Comedy und auch der Fähigkeit, zur Romantik des Filmes beizutragen.

Die Schauspielerin Regina King, die den Zuschauern als Cuba Gooding Jr.`s Ehefrau in "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" bekannt ist, unterschrieb für die Rolle der Sontee, in die sich Lance unsterblich verliebt, die aber dieser Sache sehr skeptisch gegenüber steht. Harte Charaktere, aber mit einem weichen Kern, zu spielen, liebt King sehr. Anfangs bekämpft Sontee Wellingtons Geschäftsgebahren, umso mehr ist sie über seine Veränderung überrascht.

"Es kommt selten vor, dass man ein Drehbuch findet, in dem Menschen zusammengebracht werden, die vom Alter her, von ihrem Stand und von ihrer Hautfarbe eigentlich überhaupt nicht zusammen passen", erklärt King. "Aber das spielt hier alles keine Rolle. In diesem Film bezwingt die Liebe alles".

Rock ist voll des Lobes über die weibliche Hauptrolle. "Regina macht diese Story glaubhaft. Es macht derartigen Spaß, ihr bei der Arbeit zuzusehen, weil sie bodenständig, emotional und ehrlich ist. Sie geht wirklich in ihrer Rolle auf."

Als Engel auf der Leinwand erwarten die Zuschauer einen älteren, freundlichen und höflichen Typ. Gut, aber das kann man hier vergessen.

Chazz Palminteri als Mr. King ist der Oberengel eines neuen Jahrtausends, der den Himmel mehr wie einen luxuriösen Club führt, mit Plüsch und Samt ausgestattet. Gekleidet in hellem Blau und klingend wie ein ausgebuffter Kerl aus Brooklyn, ist Palminteri die Firma, so eine Art Chef-Leutnant von Gott. "Ich habe in meinen Filmen wirklich einige Leute in den Himmel geschickt, aber dieses Mal kommt es erstmals vor, dass ich sie bei ihrer Ankunft begrüße", sagt Palminteri. "Ich spiele zum ersten Mal einen Engel und ich finde es wirklich sehr aufregend."

"Chazz ist so eine Art Concierge von Gott", sagt lachend Chris Weitz. "Eigentlich hätte diese Rolle mit einem teigigen englischen Typ besetzt werden sollen. Aber wir fanden die Idee gut, einen etwas schlägerhaften, gefährlichen Typ, der den Himmel verwaltet, zu besetzen. Und dafür war Chazz perfekt. Er ist eine Art Typ wie aus dem Alten Testament."

Für die Rolle des Mr. Keyes, den Fehler machenden Assistent des Oberengels, stand der Komikdarsteller Eugene Levy zur Verfügung, der zuvor schon bei "American Pie" mit den Weitz-Brüdern zusammen gearbeitet hatte.

Bei der fälschlicherweise zu frühen Heimholung von Lance Barton zeigt es sich, dass nicht nur auf der Erde von den Angestellten Fehler gemacht werden, auch im Himmel kann das passieren. "Keyes ist dafür verantwortlich, wer in den großen Himmelsraum hineinkommen soll und wer nicht. "Jedoch, Fehler passieren immer," sagt Levy, "zum Beispiel die Sache mit Lance Burton. Aber keine Bange, ich hatte das im Griff."

Co-Regisseur Paul Weitz war sehr angetan über die Zusammenarbeit mit dem Comic-Veteranen. "Wir wussten, was wir an Eugene haben, denn, außer, dass wir mit ihm an "American Pie" zusammen arbeiteten, haben wir ihn seit unserer Kindheit im Fernsehen verfolgt. Ich glaube, wir wissen besser Bescheid über seinen "SCTV"-Charakter als er selbst."

Frankie Faison, der erfahrene Bühnen, Leinwand- und Fernsehschauspieler, spielt Whitney Daniels, Lance Bartons Freund und Manager, der als einer der wenigen an sein Können glaubt und ihn immer wieder ermutigt. Ihre Freundschaft wird auf einen Prüfstein gestellt, wenn Lance im Körper von Wellington steckt und er Whitney zu überzeugen versucht, dass er wirklich Lance ist.

"Ich sage Lance immer, dass er lustig ist und er nur er selbst sein soll", sagt Faison. "Wir sind uns sehr nah. Es wird ein bisschen verrückt, wenn dieser alte weiße Mann plötzlich Lances Sachen vorträgt. Aber Lance steht mir so nahe, dass ich vesuche, ihm zu helfen, seinen Traum vom Auftritt im Apollo zu erfüllen."

Greg Germann, Co-Star der FOX-TV-Hitserie Ally McBeal, spielt Winston Sklar, Charles Wellingtons hinterhältigen persönlichen Assistenten. Er hat nicht nur eine Affäre mit dessen Ehefrau, er hegt auch einen Plan, ihn umzubringen, "was eigentlich nicht das Schlimmste sein dürfte, da er ja nicht gerade zu den Nettesten gehört", sagt Germann. "Aber als Lance in dessen Körper schlüpft, wird er zu einem der süßesten Engel auf Erden." Wanda Sykes ("The Chris Rock Show") spielt Wellingtons Hausmädchen Wanda, die ihm nicht gerade wohlgesonnen ist und die die Veränderung eher skeptisch und zynisch betrachtet.

Die Charakterdarstellerin Jennifer Coolidge rundet die Besetzung in der Rolle der treulosen Mrs. Wellington ab. Coolidge arbeitete zuvor auch schon mit den Weitz-Brüdern an "American Pie" zusammen, wo sie die Rolle der Mrs. Stifler spielte.

Die Dreharbeiten der romantischen Komödie begannen sinnigerweise am Valentinstag im Jahr 2000. Von der Minute an, als die Kameras rollten, entwickelte sich die Geschichte konstant - Material kam hinzu oder wurde weggelassen und die Szenen erhielten ihren Feinschliff bei jeder Gelegenheit.

"Wir waren außerordentlich glücklich darüber, eine Besetzung zu haben, die sehr lustig und gut drauf war, bereit war, auch über ihre Grenzen zu gehen und alles zu geben", sagt Chris Weitz. "Grundsätzlich gibt es einige Leute, die immer offensiv sind, so wie Eugene Levy oder Wanda Sykes, die eine hervorragende Stand-up-Comedian ist. Wir wissen, dass sie jederzeit witzig sein können und das war wie eine sichere Bank für uns."

Die Besetzung und die Crew liebten die kreative und freundschaftliche Atmosphäre am Set. "Es war einfach klar, dass wir jeden Tag unseren Spaß haben würden", sagt Rock. "Wir haben mit unseren Jokes die ganze Zeit gespielt. Vielleicht sollte man den Film als komische Romanze anstatt als romantische Komödie bezeichnen."

Die Filmarbeiten wurden gleichermaßen in New York und Toronto durchgeführt. In New York wurden die Außenaufnahmen gedreht, die essentiell für das Aussehen und das Gefühl waren. "Das ist eine New Yorker Story und so machte es auch Sinn, so viel wie möglich dort zu drehen," erklärt Chris Weitz, der wie auch sein Bruder Paul in New York geboren wurde. "Man kann natürlich die Inneneinrichtung eines New Yorker Appartements auf einer Bühne nachbauen, was man dann auf der Leinwand nicht sieht, aber das echte Gefühl kommt einfach nicht auf. Es gibt eine gewisse Energie, wenn man in den Straßen New Yorks filmt."

Einer der Höhepunkte des Drehs in New York waren die Schlüsselszenen im berühmten Apollo-Theater in Harlem. "Das Apollo hat einfach eine wun-derbare Atmosphäre", sagt Paul Weitz. "Es hat so viel Geschichte - Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Richard Pryor und Aretha Franklin spielten alle hier - es ist eine Art Gedenkstätte und wir waren uns der Ehre bewusst, hier filmen zu dürfen."

Für Rock, der zuvor schon einige Male im Apollo gespielt hatte, war es eine neue Erfahrung, als er im Film mit Buhrufen bedacht wurde. "Weißt Du, es gibt eine Menge Baseball-Spieler, die im Yankee-Stadion einfach nicht treffen. Nun, Lance versagt auch jedesmal, wenn er im Apollo steht. Er friert quasi ein", erklärt Rock. "Das ist natürlich schlimm, denn die Zuschauer im Apollo sind die Schlimmsten überhaupt. Wenn sie dich lieben, haben sie dich für immer in ihr Herz geschlossen, aber wenn nicht, können sie gemein sein. Es ist wie ein Orkan, wenn dich ihre Buhs von der Bühne prügeln. Ich mußste mir immer wieder einreden, es ist nur ein Teil des Films und nicht Wirklichkeit."

Eine Bühne in Toronto diente für verschiedene Sets, darunter für Welling-tons State-of-the-Art-Penthouse, ebenso wie für das Himmelstor. Produktions-Designer Paul Peters und sein Team arbeiteten über sechs Wochen an der ultra-modernen Penthouse-Wohnung. "Das Konzept für das Appartement war, es sehr modern und technisch total übertrieben zu gestalten", erklärt Peters. "Wellington steht wohl an 15. Stelle der reichen Männer Amerikas, was sich in den Billionen-Rängen abspielt, so konnte also nichts zu extravagant sein."

Einer der Hauptsets in dem Film war der Himmel. "Als wir den Himmel konzipierten, war uns klar, dass wir uns al-ler Klischees entledigen mußsten. Als erstes verwarfen wir die Idee mit dem Trockeneis. So gibt es keine Wolken und gleißende Lichter, wie man es sonst sieht", erklärt Chris Weitz.

Nach vielen Stunden Brainstorming mit Chris Rock und Produktions-Designer Paul Peters entschieden sich die Filmemacher, den Himmel in einen Nachtclub zu verwandeln, in den jeder gerne möchte. Er wurde im Stil der 50er Jahre gebaut, mit Samtvorhängen, Neonschriften an der Tür und unbegrenzten Mengen an blauem Champagner. Chris Rock witzelt: "In den Himmel zu kommen, ist so schwer, wie in einen edlen Nachtclub zu gelangen, außer du bist ein hübsches, niedliches Mädchen. Die kommen überall hinein."

Es wurden zwei verschiedene Locations für den Himmel gewählt: Mr. Kings Büro und die Bar wurden im Pantages Theatre gefilmt, wohingegen die Inneneinrichtung des eigentlichen Clubs im Arcadian Court in Toronto, einem eleganten, alteingesessenen Restaurant, das sich im achten Stock eines Büroturms downtown in Toronto befin-det, gedreht wurde.

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