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Die völlig neue Dramaturgie fängt die Proben ein, in denen Musiker und Chor im Blickontakt mit Elvis ihre Einsätze abstimmen, wechselt zwischen aufschlussreichen Nahaufnahmen und Totalen und öffnet den Blick auf das gesamte Bühnenbild, verfolgt Elvis beim Bad in der Menge. Ehemals harte Schnitte zwischen vielen Szenen sind durch Überblendungen weicher, "filmischer" gestaltet worden. Die digitale Bearbeitung gab dem Film schließlich den letzten Schliff, so dass sich das Bildmaterial nahezu makellos zeigt. Ein tiefes Schwarz, leuchtende Farben lassen den Film in altem, oder besser neuem Glanz erstrahlen.
Trotz der Fülle neuer Bilder ist Elvis - That's The Way It Is mit einer Länge von 97 Minuten 13 Minuten kürzer als das Original. Entfallen sind zahlreiche, aus heutiger Sicht überflüssige Kommentare von Fans oder Hotelangestellten. Dafür sind vier weitere Musikstücke in den Film aufgenommen worden.
Das Wichtigste bei einem Konzertfilm aber ist der Ton. Bei der ursprünglichen Fassung mußste sich das Publikum noch mit einer Mono-Tonmischung begnügen. Bruce Botnick (zeichnet u.a. für alle originalen Alben der "Doors" verantwortlich) mischte das Ausgangsmaterial, 16spurige Masterbänder, digital und mischte neu ab.
Schon in der Titelsequenz wurde Wert darauf gelegt, neue Bilder und vor allem einen anderen Schnittrhythmus vorzulegen. Nur der Medley "Mystery Train/Tiger Man", der Anfangssequenz unterlegt, ist derselbe geblieben. Die Neufassung beginnt mit einer Reihe von Aufnahmen, die Las Vegas und den Glamour der Stadt bei Nacht zeigen. Ein Schnitt bringt Elvis ins Bild, wie er den Ton vorgibt. Es folgen, im Vorblick auf das Kommende, Auftritte von Elvis in seinen verschiedenen Shows, manche in Zeitlupe, andere im Zeitraffer.
Die Proben im MGM-Studio
Am Anfang stehen Elvis und sein Musiker- und Tourkollege Joe Esposito. Sie befinden sich auf dem Weg zu den MGM-Studios in Culver City/Kalifornien. Im Vergleich zur ursprünglichen Fassung fehlen in der folgenden Proben-Sequenz einige Stücke: es sind jene, die damals zwar populär, aber ursprünglich von anderen Musikern bekannt gemacht worden waren. Die Betonung liegt jetzt auf den "eigentlichen" Elvis-Stücken, dem Schwerpunkt seiner Show. Neu in die Proben-Sequenz des Films aufgenommen wurden "Love Me" und "My Baby Left Me", ein Juwel des Rockabilly, sowie der vollständige "Little Sister/Get Back" Medley, der ursprünglich vor die Beatles-Passage geschnitten worden war. Durch die Berücksichtigung vieler Elvis' Albereien blieb die gutgelaunte "Home-Movie-Atmosphäre" erhalten.
Die Proben in Las Vegas
Die Dokumentation der Proben konzentriert sich zunächst auf die Hintergrund-Chöre "The Sweet Inspirations" und "The Imperials", kritisch begleitet von Studio-Produzent Felton Jarvis. In beiden Filmversionen ist "You Don't Have To Say You Love Me" enthalten, doch nur in der neuen Version sind die "Twenty Days and Twenty Nights" zu hören und zu sehen. Während das Stück läuft, wird nahtlos zwischen dem Chor in Las Vegas und Elvis mit seinen Instrumentalisten in Los Angeles hin- und hergeschnitten. Eine Fahrt durch die Straßen von Las Vegas schafft die schnelle filmische Verbindung und führt Elvis mit seiner Band zu dem Ort, an dem der Hintergrundchor bereits wartet. Nach einem besonders melodramatischen "Bridge Over Troubled Water" folgt ein spontaner, schwindelerregender "Happy Yodeler" und der Blues "Santa Claus Is Back In Town". Beide Stücke sind äußerst selten zu hören; noch außergewöhnlicher, dass man Elvis in "Santa Claus" fluchen hört. Zwar hat Elvis oft und auch gerne geflucht, das wurde aber bislang aus allen Veröffentlichungen herausgeschnitten.
Die Bühnenshow
Die Mitschnitte der Auftritte umfassen nun 20 statt der nur 16 Lieder im Original. Sie machen auch die Tendenz zum "klassischen" Elvis-Material deutlich. Neu hinzu kamen z.B. "The Wonder of You" oder "In the Ghetto", beides Top Ten Hits. Schon mit dem ersten Lied, "That's All Right" wird klar, wie beeindruckend die neue Schnittfassung die Atmosphäre der Bühnenshow einfängt. Totaleinstellungen der Bühne, Nahaufnahmen der Publikumsreaktionen, Halbtotalen des Begleitchors sind perfekt miteinander verwoben und bilden einen Kontext um den Star, ohne von ihm abzulenken. Mitten in der Ballade "Love Me Tender" geht Elvis ins Publikum - offensichtlich eine spontane Aktion, wie man an den Gesichtern der verdutzten Band unschwer erkennen kann. Der "Special Edition" gelingt es, den "King" in vielen Facetten zu zeigen, u.a. als großen Entertainer, als leidenschaftlicher Musiker und humorigen Teamarbeiter, ausgestattet mit einem hinreißenden Talent und einer grenzenlosen Leidenschaft für seine Musik.
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| © Fotos: Arsenal © 1994 - 2010 Dirk Jasper |