Die fabelhafte Welt der Amélie
• Inhalt • Cast & Crew • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen • Interview mit Jean-Pierre Jeunet • Filmplakat im Großformat
Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Die fabelhafte Welt der Amélie
Titel Frankreich: Le Fabuleux Destin D' Amélie Poulain
Genre: Lovestory
Farbe, Frankreich, 2001

Kino Deutschland: 2001-08-16
Laufzeit Kino: 120 Minuten
Kinoverleih D: Prokino



Szenenfoto Amélie ist nicht ganz von dieser Welt. Aber das macht nichts, denn Amélie hat ihre eigene, fabelhafte Welt. Amélie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen, und einen Blick für magische Momente, die flüchtiger sind als ein Wimpernschlag.

Amélie hat den Kopf in den Wolken. Aber dennoch steht sie mit beiden Beinen auf der Erde. Vielleicht liegt das an den flachen Kieselsteinen, die sie in ihrer Manteltasche sammelt, um sie in freien Minuten übers Wasser hüpfen zu lassen.

Szenenfoto Vielleicht ist es aber auch ihr Job, der sie in der Realität festhält, denn Amélie arbeitet in einem Café in Montmartre. Eifersüchtige Liebhaber, gescheiterte Genies, tragisch verunglückte Artisten und sehnsuchtskranke Hypochonder bevölkern dieses skurrile kleine Universum. Sie alle tragen schwer an ihrem Schicksal, während Amélie, die bezaubernde Kellnerin mit dem spitzbübischen Lächeln, kleine silberne Tabletts an ihre Tische trägt und ihnen stets ihr großes Herz serviert.

Szenenfoto Amélie ist eine Träumerin, aber sie hat einen wachen Blick. Und als sie eines Tages beschließt, als gute Fee in das Leben ihrer Mitmenschen einzugreifen, weiß sie genau, was sie zu tun hat: Sie schickt einen Gartenzwerg auf Weltreise, sie zaubert jahrzehntelang verschollene Liebesbriefe herbei, sie versetzt erwachsene Männer in ihre Kindheit zurück, sie wird Schutz- und Racheengel in einer Person.

Alles scheint ihr zu gelingen, aber als sie Nino, den Mann ihrer Träume, trifft, weiß sie nicht, wie sie sich selbst zum Glück verhelfen soll. Mit tausend Dingen bezaubert sie Nino aus der Ferne; doch mutig aus dem Schatten ihrer Fantasie zu treten, ist ihre Sache nicht bis ein guter Geist ihr auf die Sprünge hilft.


SzenenfotoDarsteller: Audrey Tautou (Amélie), Mathieu Kassovitz (Nino Quincampoix), Rufus (Raphael Poulain), Yolande Moreau (Madeleine Wallace), Artus De Penguern (Hipolito), Urbain Cancelier (Collignon), Dominique Pinon (Joseph), Maurice Benichou (Bretodeau), Claude Perron (Eva), Michel Robin (Vater Collignon)

Regie: Jean-Pierre Jeunet

Stab: • Produzenten: Claudie Ossard • Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant • Vorlage: - • Filmmusik: Yann Tiersen • Kamera: Bruno Delbonnel • Spezialeffekte: Yves Domenjoud, Jes Versaillais • Ausstattung: Aline Bonetto • Schnitt: Céline Kelepikis • Kostüme: Emma Lebail • Make Up: John Nollet • Ton: Jean Umansky • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Julia Franke

Süddeutsche Zeitung: Seit Lola rennt hat es so etwas Originelles nicht mehr gegeben. Der Film ist ein Rummelplatz der hübschen Einfälle, süß wie Zuckerwatte, künstlich wie eine Geisterbahn, schwindelerregend wie ein Kettenkarussell. Und wahrscheinlich würde einem von all dem schnell übel werden, wenn Jeunet nicht immer noch eine Überraschung parat hätte. Die tollste von allen ist allerdings die Darstellerin der Titelfigur. Audrey Tautou ist wahrscheinlich die strahlendste Erscheinung, die seit Juliette Binoche im französischen Kino gelandet ist.

SzenenfotoBlickpunkt Film: "Dieser Film ist eine Falle. Ringsherum sind Köder ausgelegt und im Zentrum arbeitet mit teuflischer Präzision ein Mechanismus, der seine Opfer ansaugt und sie in einer filmischen Substanz einweicht, bis sie sich ergeben: Man kann den Kinosaal quasi gar nicht verlassen, ohne dem Zauber Amélies, ihres Schicksals, ihrer Familie und ihrer Freunde erlegen zu sein. Natürlich kann man auch Widerstand leisten doch wozu?"

Cinema 2001-08: Jeunet drehte sein Wunderwer so ernsthaft wie ein Kind spielt: mit Goldfischen, die Selbstmord begehen, reiselustigen Gartenzwergen, Liebesbriefen aus dem Jenseits - fabelhafte Ideen eines Mannes, der sogar mit der simplen Erinnerung daran ins herz trifft, dass wir früher Himbeeren von den Fingerkuppen aßen und uns Kirschen über die Ohren hängten.

SzenenfotoKultur Spiegel 2001-08: Montmartre, wie es weint und lacht. Regisseur Jean-Pierre Jeunet nahm sich vor, Frankreich mit dem Herzen zu suchen, und so zeigt er nicht Paris, sondern eine Idee davon - die Liebe kommt am liebsten zu denen, die sie verdient haben. dass der Film ein so überwältigender Erfolg wurde, liegt natürlich auch an der Figur der Amélie (Audrey Tautou), in deren großen Augen sich die Welt so spiegelt, wie wir sie uns erträumen.

film-dienst 2001-17: Das detailreich ausgestattete Märchen um eine ungewöhnliche Frau zeigt Paris in verzauberter Gestalt. Dank des ideenreichen Drehbuchs und der exzellenten Dialoge wird das stark stilisierte Bildfeuerwerk an keiner Stelle langweilig. Zusammengehalten wird das Ensemble der stark karikierten Nebenfiguren durch die Ausstrahlung der jugendlichen Hauptdarstellerin.

Hörzu 2001-33: Wie ein virtuoser Taschenspieler zieht der Bildermagier Jean-Pierre Jeunet verrückte Einfälle und verschrobene Charaktere aus dem Hut. Sein größter Trumpf: Audrey Tautou als Amélie - einfach nur schön.

Olaf Schneekloth (TV-Today) 2001-17: Endlich hat die Mona Lisa einen Grund zu lächeln - Jeunets Meisterwerk ist wahrlich magisch!

D. Lackner (TV-Spielfilm) 2001-17: Sechs Millionen Franzosen können nicht irren: zauberhaftes Märchen.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 2001 für Aline Bonetto, Marie-Laure Valla (Beste Ausstattung)
Oscar-Nominierung für 2001 für Guillaume Laurant, Jean-Pierre Jeunet (Bestes Drehbuch-Original)
Oscar-Nominierung für 2001 für Bruno Delbonnel (Beste Kamera)
Oscar-Nominierung für 2001 für Vincent Arnardi, Guillaume Leriche, Jean Umansky (Bester Ton)
Oscar-Nominierung für 2001 für Jean-Pierre Jeunet (Bester Auslandsfilm)


SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
© Fotos: Prokino © 1994 - 2010 Dirk Jasper