Produktionsnotizen zu Alles über Adam

Die Story

In seiner neuen Komödie Alles über Adam spielt Autor und Regisseur Gerard Stembridge geschickt mit den verschiedenen Perspektiven seiner Charaktere. Auf unkonventionelle und moderne Art bringt er die gewohnten Seherfahrungen des Publikums gehörig ins Wanken.


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Dies ist die Geschichte der Owens, deren Familienleben vollkommen auf den Kopf gestellt wird, als ein mysteriöser junger Mann namens Adam in ihr Leben tritt. Mit Leichtigkeit gewinnt Adam die Zuneigung der gesamten Familie, angefangen bei der jüngsten Tochter Lucy, über deren Schwestern Laura und Alice bis hin zu ihrem Bruder David erliegen alle Adams romantischer Begabung. Hat Adam tatsächlich ein Verhältnis mit allen drei Schwestern gleichzeitig? Liebt er eine mehr als die anderen? Autor und Regisseur Gerard Stembridge glaubt nicht.

"Ich setze gezielt Elemente von Verrat und verkommener Sexualmoral ein. In Dramen werden sie oft als Ausdruck für den schlechten Charakter von Menschen benutzt", erklärt Stembridge seinen ungewöhnlichen Ansatz. Die Aussage von Alles über Adam lautet stattdessen: "Beides ist weder schlecht noch gut, sondern einfach nur wichtig für die Beziehungen der Figuren zueinander und wie sich die Figuren daraus wieder lösen. Adam tut Dinge, die man als unmoralisch verdammen könnte und die Mädchen stehen ihm schliesslich nicht nach. Die Auswirkungen sind aber im Endeffekt eher positiv. So ist das nun mal oft im Leben."

"Am wichtigsten erscheint mir, dass Alles über Adam die Welt so sieht, wie wir sie wahrnehmen und nicht, wie sie ist", betont Stembridge. "Menschen und Dinge verändern sich in Abhängigkeit von dem Blickwinkel, aus dem wir sie betrachten. Das Interessante am Leben ist doch oft genug besonders das Unsichere, Unwägbare. Im Kern geht es bei Alles über Adam gerade nicht um Adam. Es geht um die drei Schwestern, deren Bruder und ihre Mutter. Das Augenmerk liegt auf dieser Familie und dem, was mit ihr passiert."

Alles über Adam spielt im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen, die dort spielen, in der Mittelklasse-Schicht von Dublin: Diese Stadt ist eine brodelnde City, strotzend vor Selbstbewusstsein und mit der jüngsten Großstadtbevölkerung Europas. "Filme wie Alles über Adam werden in Irland dennoch nur wenig gedreht", erzählt Stembridge, "weil sie Perspektiven verschieben. Die meisten Großstadtfilme zeigen Dublin aus der Perspektive der Arbeiterklasse. Ich wollte aber jene Stadt zeigen, die mir selbst vertraut ist."

Die Stoffentwicklung

Alles über Adam ist die erste Spielfilmproduktion von Venus Productions, einer jungen Produktionsfirma, die von den Dubliner Produzentinnen Anna J. Devlin und Marina Hughes ins Leben gerufen wurde. "Am Anfang stand nur fest, dass es ein moderner Film über moderne Menschen im Dublin von heute sein sollte", erinnert sich Marina Hughes. "Ausserdem sollte er starke Frauenrollen enthalten", ergänzt Anna Devlin. Diese Prämisse im Hinterkopf, hielten die beiden Ausschau nach einem Autoren, dessen Stil und Einfühlungsvermögen dieser Vision gerecht würde.

Lange mußsten die Produzentinnen nicht suchen, um fündig zu werden. Ohne Umwege fiel ihre Wahl auf den irischen Autor und Regisseur Gerard Stembridge. Sein Kinodebüt hatte Stembridge mit dem Thriller "Guilt Trip - Der Ehekrieg" (1996) gegeben, außerdem zeichnete er für so erfolgreiche Bühnenkomödien wie "Love Child" und "The Gay Detective" verantwortlich. Stembridges satirische Radioshow "Scrap Saturday" gehört darüber hinaus zu den Dauerbrennern in England. Als einer der kreativsten Stimmen seiner Generation lieferte Stembridge genau jenen schwungvollen und frischen Ton, den Venus Productions für ihr Erstlingswerk suchten.

"Ich hatte Gerards Country- und Western-Fassung von "Die Irrungen" im Dubliner Abbey Theater", gesehen, erinnert sich Marina Hughes. "Es war unglaublich, was er mit dieser angestaubten Textvorlage anstellte, ohne ein Wort daran zu verändern. Wir wussten auf der Stelle, dass er der Richtige für unsere erste Produktion war." Nachdem die drei über Themen und Figuren gesprochen hatten, war es für Gerard Stembridge eine Herausforderung, eine clevere, intelligente und frauenbezogene Komödie zu schreiben, die im irischen Alltag von heute spielen sollte.

"Zum Glück entsprach der zeitgenössische Humor, der verlangt wurde, genau meiner Sicht der Dinge. "Mit der Ernsthaftigkeit einer Komödie nehme ich es nämlich sehr ernst", erklärt Stembridge. "Ich mag es nicht, wenn eine Komödie oft nur als leichte Unterhaltung dargestellt wird, die einem den Abend verkürzt." Schon die erste Drehbuchfassung traf die Vorstellungen der Produzentinnen: Es war die Geschichte einer ganz gewöhnlichen Familie in Dublin, deren Umgang mit einem höchst außergewöhnlichen jungen Mann ihr Leben unerwartet auf den Kopf stellt. Mit einer gewitzten Emotionalität und der einzigartigen Erzählweise aus mehreren Perspektiven zog Alles über Adam auch die Aufmerksamkeit der Irischen Filmförderung auf sich.

"Normalerweise benötigt man unglaublich viel Zeit, um für irische Filme Geld aufzutreiben und hat dann nur wenig Vorbereitungszeit", erklärt Stembridge. "Bei uns war das Gegenteil der Fall." Das Skript ging an die Filmförderung und innerhalb von sechs Wochen stand Miramax vor der Tür und erklärte, sie wollten Alles über Adam auf die Beine stellen. "Das hatten wir also in der Tasche. Anschliessend kam die BBC und zeigte Interesse an einer Koproduktion." Und schliesslich brachte das Team auch noch die Irische Filmförderung mit einer Produktionsförderung mit ins Boot.

Die Besetzung

Nach geeigneten Schauspielern für Alles über Adam wurde in Irland, England und den Vereinigten Staaten gefahndet. Für die Rolle des Chamäleonartigen Adam mußste jemand mit einem ganz spezifische Aussehen und vor allem Ausstrahlung gefunden werden. Zum Glück mußste keine aufwendige Suche gestartet werden, weil die Filmemacher von Anfang an mit dem einheimischen Stuart Townsend geliebäugelt hatten. "Wir liessen erst gar niemand anderen vorsprechen. Weil wir wussten, dass er es sein würde", erzählt Stembridge. "Meiner Meinung nach resultierte ein Teil von Adams Charme ganz einfach aus der Tatsache, dass Stuart eben irisch ist."

Auch Townsend gefiel das Skript auf Anhieb. "Ich fand Alles über Adam lustig, clever und sexy und es drehte sich um viele Dinge, die Menschen einfach interessieren." Außerdem gefielen Stuart Townsend die verschiedenen Erzählperspektiven, sowie die Beziehungen und die Dynamik innerhalb der Familie Owen. "Gerard hat Figuren kreiert, zu denen man einfach einen Bezug findet und genau das hat mir gefallen. Denn am Ende geht es doch immer um Menschen."

Die Schlüsselrolle der romantischen Heldin Lucy ging an Kate Hudson, eines von Hollywoods grossen Talenten. Als Tochter von Goldie Hawn und Stieftochter von Kurt Russell ist Kate praktisch im Filmgeschäft aufgewachsen. Dennoch ist die romantische Lucy eine ihrer bisher grössten Rollen.

Hudson las Stembridges Skript während der Dreharbeiten zu Tödliche Gerüchte. "Ich kannte seine Arbeiten überhaupt nicht, aber ich las das Drehbuch und kam zu dem Schluss, dass sämtliche Blickwinkel darin ziemlich intelligent waren", erinnert sich Kate Hudson, die für ihre Rolle in der Musikbusiness-Komödie Almost Famous - Fast Berühmt für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert wurde.

Mit Frances O'Connor gehört ein weiterer angehender Star zur Darstellerriege von Alles über Adam. Die australische Schauspielerin kam frisch von ihrer umjubelten Darstellung in der Jane Austen-Verfilmung Mansfield Park und unterschrieb für die Rolle von Lucys älterer Schwester, dem Bücherwurm Laura. "Für mich ist das Besondere an diesem Film seine universale Gültigkeit", erklärt die Schauspielerin. "Die Dilemma, in denen sich jede einzelne Figur befindet, sind genau jene, in denen man sich selbst jeden Tag wiederfindet: Sich verlieben, an der Liebe festhalten und sehen wie es weitergeht. Gerards Dialoge sind dabei sehr charmant. Ausserdem war mir wichtig, dass seine Arbeiten immer sehr modern sind. Sie stecken voller Optimismus, Enthusiasmus und Leben."

In weiteren Rollen sind Charlotte Bradley als Alice, die älteste der Owen-Schwestern zu sehen und Bühnenveteranin Rosaleen Linehan in der Rolle der Matriarchin Peggy.

© Fotos: Concorde © 1994 - 2010 Dirk Jasper