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Vor allem letzteres führte dazu, dass sein erstes Buch noch einmal genauer unter die Lupe genommen wurde. Michael Burns und Marc Butan von Ignite Films hatten die Story zu Ran an die Braut bereits optioniert, als Miramax Interesse bekundete, den Stoff zu verfilmen. Das beschleunigte die Dinge erheblich: "Wir hatten ein großes Meeting bei Miramax," erinnert sich Fleming, "und Harvey Weinstein kam mit der Idee, Shakespeare in das Buch einzuarbeiten."
Fleming arbeitete sich durch Shakespeares Werke und blieb schließlich bei "Ein Sommernachtstraum" hängen. Die Themen dieses Fünfakters junge, leidenschaftliche Liebe und ihre Verwirrungen, passten perfekt zu seiner Filmgeschichte. Kurz darauf sah Weinstein beim Filmfestival in Sundance "Billy's Hollywood Screen Kiss", den Debütfilm des jungen Regisseurs Tommy O'Haver. Weinstein war überzeugt, in ihm den richtigen Mann gefunden zu haben, der Ran an die Braut inszenieren konnte.
O'Haver und Fleming wurden einander vorgestellt und entdeckten, dass sie, obwohl sie völlig verschiedene Auffassungen von Film haben, sehr gut zusammen arbeiten konnten. "Tommy ist so alt wie ich, von daher sind wir uns auf dem gleichen Level begegnet," sagt Fleming. "Auch wenn wir uns dem Stoff von zwei verschiedenen Seiten angenähert haben und einen unterschiedlichen Sinn für Humor haben, waren unsere Differenzen gut für den Film."
Bevor er das Drehbuch gelesen hatte, war es nicht unbedingt O'Havers Sache gewesen, einen Teenie-Film zu drehen. "Was mich letztlich überzeugt hat, war das Theaterstück", sagt der Regisseur. "Darin unterschied sich der Stoff vollkommen von anderen Teenie-Filmen. Mir hat besonders gefallen, dass "Ein Sommernachtstraum" an der Schule aufgeführt wird, denn das war das erste Shakespeare-Stück, das ich als Kind gesehen hatte. Ich war damals extrem beeindruckt, dass etwas, was vor so langer Zeit geschrieben wurde, mich als Fünftklässler in Indiana so gut unterhalten könnte. Ich wollte immer schon mal ein Theaterstück inszenieren, und als dieses Drehbuch dann auf meinem Tisch lag, schien es mir zuzurufen: 'Hey, das ist kein Zufall! Du mußst diesen Film machen!"
Die Besetzung Für die Besetzung bemühte sich die Produktion, einige der aufregendsten jungen Talente Hollywoods zu bekommen, vorneweg den Newcomer Ben Foster für die Hauptrolle des Berke Landers. Foster war O'Haver aufgefallen, weil er gerade so hervorragende Kritiken für seine Rolle als jüdischer Vorstadtknabe in Barry Levinsons Liberty Heights bekommen hatte."Das Drehbuch war anders als die üblichen Teenie-Sachen," sagt Foster. "An der Oberfläche ist es leicht, witzig und fröhlich, doch darunter liegen dunklere Themen, die mich speziell an dem Film gereizt haben." Nachdem Berke im Film mit gebrochenem Herzen zurückbleibt, gerät seine einst heile Welt ziemlich aus den Fugen. "Es hat mir gefallen, wie dieser gesunde, vernünftige Musterjunge dann ein bisschen verrückt wird," sagt Foster.
Als seine Partnerin sagte Kirsten Dunst für die Rolle der Kelly zu. Dunst, selbst noch ein Teenager, hatte gerade ihren Highschool-Abschluss gemacht und war entsprechend vertraut mit den Ängsten und Unsicherheiten, mit denen die Kids im Film zu ringen haben. "Ich konnte mich in Kellys Situation gut hinein versetzen," sagt Dunst. "Man verliebt sich in den Typen, mit dem man befreundet ist und der wieder mit seiner Ex-Freundin zusammenkommen will. Man hilft ihm und gleichzeitig bricht es einem das Herz. Ich habe das gleiche auch schon durchgemacht, deshalb war mir die Figur der Kelly so vertraut."
"Und natürlich", verrät O'Haver, "wollte Kirsten Dunst die Kelly unbedingt spielen, weil sie in der Rolle singen durfte! Sie weiß nämlich genau, wie man Spaß und Arbeit miteinander verknüpft." Dunst gesteht: "Als ich das Drehbuch gelesen habe, war ich begeistert, dass meine Figur singen würde. Deshalb war ich so scharf auf die Rolle. Es macht immer Spaß, wenn man bei jedem Film etwas Neues ausprobieren kann."
Einer, der das Singen professionell betreibt, aber von Schauspielerei noch nicht viel Ahnung hatte, war der HipHop-Star Sisqó. Seitdem er gemeinsam mit Will Smith in dessen Video von Wild Wild West aufgetreten war, war Sisqó zwar mit Filmangeboten überhäuft worden, doch der junge Musiker nahm die neue Herausforderung durchaus ernst: "Ich weiß, wie heikel das ist, wenn man hinter dem Mikro hervorkommt und vor die Kamera tritt," sagt er. "Deshalb habe ich mich zunächst vorbereitet, indem ich die verschiedensten Schauspielstile studierte, von Jim Carrey bis zu Jamie Foxx, um herauszufinden, wie ich am besten an die Sache herangehe. Dieser Film war perfekt für mich, weil ich erstens nicht der Star bin und zweitens, weil ich ein Mädchen küssen kann."
Als Felix, der beste Freund des glücklosen Berke, sagte Colin Hanks zu, der demnächst gemeinsam mit seinem Vater Tom Hanks in der Komödie "Orange County" spielen wird. "Felix war eine schöne Abwechslung zu dem, was ich sonst so gemacht habe," sagt der junge Hanks. "Endlich durfte ich einmal den Wilden spielen. Und ich glaube auch nicht, dass Felix so schrecklich populär bei den anderen seiner Clique ist, wie er selbst vielleicht glaubt."
Für die Rolle der Traumfrau und Herzensbrecherin Allison wurde die Newcomerin Melissa Sagemiller engagiert. "Allison ist nicht der typische Film-Vamp," sagt Sagemiller über ihren Part. "Sie ist im Grunde ein wirklich nettes Mädchen, aber sie ist halt noch jung und unsicher. Berke und sie sind schon als Kinder gemeinsam aufgewachsen, aber sie möchte gerne etwas Neues erleben und sich weiterentwickeln, und so versucht sie, Berke so wenig wie möglich zu verletzen."
Doch dann taucht Striker auf, der Neue mit dem komischen Akzent, der sich daran weidet, wie Berke unter seinen Schmusereien mit Allison leidet. "Striker weiß, wie er die Bräute rumkriegt," sagt Shane West, der Berkes gerissenen Konkurrenten darstellt. "Jemanden spielen zu können, der so ein Parade-Fiesling ist, macht einen Riesenspaß. Striker ist so ein Ekel!" Als Kellys beste Freundin Basin ist Mila Kunis zu sehen, die ihre Figur als jemanden beschreibt, "der kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie sagt, was sie denkt, und sie glaubt, sie ist in allem die Beste. Das fällt dann aber ein bisschen auf sie zurück."
Die Clique wird vervollständigt durch Zoë Saldana, die als Allisons "beste" Freundin Maggie besetzt wurde. "Maggie ist der Typ Mädchen, der immer einen auf cool und erwachsen macht," sagt Saldana. "Deswegen schaut Allison mit ihren eigenen kleinen Unsicherheiten auch so zu ihr auf."
Der Komiker Martin Short schließlich ist es, der die Kids als Dr. Desmond Forrest Oates in seinem pompösen Schultheaterstück vereint, einer Neuinterpretation von Shakespeares "Sommernachtstraum" als "Mittsommernachts-Rock-Abend". "Ich fand das witzig," sagt Short über seine Rolle. "Ein Lehrer, der mit seinen Schülern um Hipness und Jugend konkurriert und natürlich scheitert. Er ist ein totaler Versager, der trotzdem allen Ernstes glaubt, dass er, wenn er diese Schulaufführung hinbekommt, es in die Theaterszene off-Broadway schafft, wo er seiner Meinung nach längst hingehört"
In weiteren Rollen sind Swoosie Kurtz und Ed Begley Jr. als Berkes nerventötend verständnisvolle Eltern zu sehen, sowie das Supermodel Kylie Bax als sexy Pechvogel, Baywatch-Babe Carmen Electra als Nachtclub-Domina und Rapper Coolio als überforderter Talkshow-Gast.
Songs & Choreographie Von der Anfangssequenz an ist klar, dass die Musik in Ran an die Braut eine wichtige Rolle spielt. Gleich als Berke von Allison den Laufpass bekommt, nimmt der Film eine unerwartete Wendung: Ein geschockter Berke läuft die Straße hinunter, gefolgt von einer Garagenband, die "Love Will Keep Us Together" anstimmt, jenen Captain-and-Tennville-Klassiker aus den Siebzigern, während die Sängerin Vitamin C eine wachsende Truppe von Spontantänzern hinter Berke herführt. Vitamin C nahm darüberhinaus mit "September" von Earth, Wind & Fire einen weiteren Song für die Schlusssequenz auf, im Duett mit Sisqó.Auch Dr. Forrest Oates' Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" gibt dem Film eine überraschende Note und Gelegenheit für weitere Gags. Während das Geschehen auf der Bühne die Ereignisse zwischen Berke, Allison, Kelly und den anderen kommentiert bzw. spiegelt, steht die Musik, die das selbsternannte Genie Forrest Oates seinem Stück zugedacht hat, eher im Gegensatz zu allem, was Shakespeare respräsentiert. Entsprechend passend ist es, dass Marc Shaiman, von dem die Musik zu South Park stammt, sieben Songs für den Film geschrieben hat. Shane West alias Striker, der als Ex-Frontmann einer Boy Group reichlich Gelegenheit zum Singen hat, sagt: "Alles ist völlig abgefahren. Es gibt Songs, die klingen, als kämen sie aus "The Sound Of Music", und andere, die klingen, als hätte man Cher auf Techno remixt." "Love Scud", das Stück, das Striker selbst mit seiner Boygroup vorträgt, stammt aus der Feder von Lindy Robbins & Del Pearson. Nicht alles, was Shaiman zu dem Film beisteuert, ist jedoch komisch.
Kellys Lied "Dream of Me", das Kirsten Dunst bei der Schulaufführung singt, ist eher zu Herzen gehend. Auf dem Soundtrack finden sich ansonsten noch Stücke wie "Sho' Nuff" von Fatboy Slim, "Bingo Bingo" von Basement Jaxx, "Get On It" von den Resident Filters und "That Green Jesus" von Mr. Natural.
Auch die Tanznummern
spielen eine große Rolle. Jerry Evans, die zuletzt bei "Boys
and Girls" mit Co-Produzentin Louise Rosner zusammengearbeitet
hatte, wurde angeheuert, um die Stücke zu choreographieren.
Evans' Ziel war es dabei, die Schritte einfach zu halten. "Ich
wollte, dass alles so aussah, als wäre es von einem
Highschool-Lehrer choreographiert worden," sagt sie. "Nichts zu
Aufwändiges und Kunstvolles. Die Tanznummer am Ende des Films
allerdings ist etwas anders gestaltet. Da kommen verschiedene Stile
zusammen als Mix aus klassischen und zeitgemäßigen
Straßentanz-Schritten."
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| © Fotos: Concorde © 1994 - 2010 Dirk Jasper |
