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Von 22. August bis 31. Oktober 2000 fanden im fränkischen Bamberg, auf Mallorca und in Zürich die Dreharbeiten zum Kinofilm Das Sams statt. In 49 Drehtagen verfilmte die Kinowelt Filmproduktion (Produzent: Ulrich Limmer) die auf den Sams-Büchern von Paul Maar basierende Geschichte über den schüchternen Herrn Taschenbier und das kleine rüsselnasige Sams. Die Finanzierung der rund elf Millionen Mark teuren Produktion wurde durch Fördermittel vom FilmFernsehFonds Bayern und der FFA wesentlich mitgetragen.
" Das Sams ist ein Film für die ganze Familie", darin waren sich Produzent Ulrich Limmer und Paul Maar schon vor Beginn ihrer gemeinsamen Arbeit am Drehbuch einig. "Kindliche Kinobesucher werden im frechen und trotzdem liebenswerten Sams die Hauptfigur sehen und sich über seine Eskapaden freuen. Für erwachsene Zuschauer ist der eigentliche Held des Films nicht das Sams, sondern sein "Papa" Taschenbier. Denn er macht eine Entwicklung durch vom ängstlichen, scheuen Träumer zu einem Menschen, der sein Leben selbst bestimmt."
Für Produzent Ulrich Limmer boten die Sams-Bücher die ideale Voraussetzungen für einen ambitionierten Familien-Unterhaltungsfilm: "Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass es wohl kaum eine Familie in Deutschland gibt, der das Sams nicht bekannt ist. Die meisten Kinder können die frechen Sams-Sprüche auswendig und auch unter der Elternschaft erfreuen sich die Bücher großer Beliebtheit."
Weil die kleinstädtische Welt des Herrn Taschenbier und die facettenreiche Persönlichkeit des Sams zentraler Bestandteil der Geschichte sind, war von Anfang an klar, dass Das Sams nicht als Zeichentrick- sondern als Realfilm die Kinoleinwand erobern sollte.
Für diesen aufwändigen Kinofilm gewann Ulrich Limmer den renommierten holländischen Regisseur Ben Verbong (Housecall, Eine Unanständige Frau), der Routine in großen Produktionen hat und dafür bekannt ist, besonders gut mit Schauspielern arbeiten zu können. Das Schauspieler-Ensemble des Filmes ist für Produzent Ulrich Limmer ohnehin ein echter Glücksgriff: Christine Urspruch als Sams, Ulrich Noethen als Taschenbier, Armin Rohde als dessen Freund Mon, Eva Mattes als die böse Vermieterin Frau Rotkohl, Aglaia Szyszkowitz als Taschenbiers angebetete Frau März und August Zirner als sadistischer Chef Oberstein.
Mit dabei waren auch diverse bepelzte und gefiederte Schauspieler: Anton Mons widerborstigen Papagei Herr Kules spielten zwei trainierte Aras. In die Rolle von Wölfchen, dem riesigen Hund des gemeinen Herrn Lürcher, schlüpfte der zweijährige Pyrenäen-Hund "Elvis". Für eine Szene, in der sich der unbedachte Herr Taschenbier den Nordpol ins eigene Zimmer wünscht, konnte ein besonderer Star engagiert werden: "Polaris" heißt der 21jährige Eisbär mit dem - nomen est omen - blendend weißen Fell. "Polaris" ist eine echte Filmdiva, die niemals ohne ihre engsten Vertrauten dreht. Deshalb kam das riesige Raubtier mit zwei Begleiterinnen ins Studio: Der Zimtbärendame "Joy" und Kragenbärin "Timka". Trainiert wird das Tier vom Schweizer Raubtierspezialist René Strickler. Der mußste seinen Schützling während des Drehs im November vor der Blue Screen laufend mit geschälten Apfelsinen und kleinen Kuchen bei Laune halten. Polaris' Auftritte wurden anschließend von Visual Effects Supervisor Frank Schlegel und der Firma Scanline in die vorher genau choreographierten Szenen integriert.
Dem unbändigen Appetit des Sams auf Papierkörbe, Teller und Seifen mußste mit reichlich Marzipan und Zuckerguss Rechnung getragen werden. Aus diesem Material ließ ein Food-Stylist jene Utensilien entstehen, in die Darstellerin Christine Urspruch wieder und wieder herzhaft beißen durfte.
Die Sams-Maske entwarf der Oscar-gekrönte SFX-Spezialist Waldemar Pokromski. Das mechanische Sams-Modell erweckte die Firma Magicon zum Leben. Maskenbildner Birger Laube, von dem auch die Sams-Perücke mit den künstlichen Ohren stammt, bearbeitete die Maske weiter. Bis zu drei Nasen und Ohrenpaare wurden für die Sams-Maske pro Drehtag benötigt. Nicht weniger aufwendig war der Spezialanzug von Spezialeffektmeister Harald Rüdiger, der Christine Urspruch für die Szene im Kaufhaus angepasst wurde. Der Anzug war hydraulisch aufblasbar, solange bis die - zuvor ebenfalls präparierten - Herrenanzüge an den Nähten drehbuchgerecht platzten.
Sogar ein ganzes Hausdach wurde auf dem Domplatz von Bamberg nachgebaut - in 50 cm Höhe. Auf diesem Holzgestell tanzte und sang Christine Urspruch vor einer Blue Screen, damit auch diese Szene, ebenso wie der fliegende Oldtimer, nachträglich von den Münchner Scanline-Experten in die Skyline von Bamberg und einen imposanten Sternenhimmel eingepasst werden konnte.
Ausstatter Frank Polosek stand vor der Aufgabe, den plötzlich riesengroß gewünschten Küchentisch von Frau Rotkohl nachzubauen: statt der Standardmaße von 70 auf 110 cm wuchs der Tisch auf ein zwei mal drei Meter-Maß. "Das Schwierigste dabei", lacht Frank Polosek, "war aber die Vergrößerung des Brandflecks von Frau Rotkohls Topf."
Parallel zum Filmstart erscheint das Buch "Das Sams wird Filmstar", in dem nicht nur von den Dreharbeiten berichtet und Filmgeheimnisse und Filmtricks ausgeplaudert werden, sondern das auch einige neue Sams-Geschichten enthält.
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| © Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper |