Ausführlicher Inhalt zu Ritter aus Leidenschaft

Szenenfoto Nur noch ein Lanzenduell mußs der Ritter, dem Junker William Thatcher (Heath Ledger) und die beiden Knappen Roland (Mark Addy) und Wat (Paul Tudyk) dienen, überstehen, dann hat er gewonnen. Endlich wäre wieder genug Geld da, um vier sehr hungrige Mäuler zu stopfen. Doch urplötzlich rückt der Triumph wieder in unendlich weite Ferne, als William und seine Freunde in der Wettkampfpause entdecken, dass der Ritter nicht einfach nur ruht, sondern völlig unvermittelt aus dem Leben geschieden ist. Sieg - und Nahrung - adé.


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Doch William hat einen tollkühnen Plan. Obwohl er als Sohn eines armen Londoner Dachdeckers nicht nur keinerlei Vorbildung besitzt, sondern als Nichtadliger an gar keinem Turnier teilnehmen darf, will er die Rüstung des Ritters überstreifen, sich als sein Meister ausgeben und sich dem Gegner stellen: Eine Bahn nur mußs er überstehen darf also nicht vom Pferd gerissen werden, dann wäre ihm der Sieg gewiss. Roland und Wat raten William ab, doch das Loch im Bauch erweist sich als stärker als jede Vernunft oder Angst vor Bestrafung. Also willigen sie ein.

Szenenfoto "Mein ganzes Leben habe ich auf diesen Moment gewartet", sagt William und reitet los. Mit voller Wucht wird er vom Gegner am Kopf getroffen, er wankt, aber er bleibt auf dem Pferd sitzen. Der Sieg ist sein. Wieder erholt, hat er eine Eingebung, einen verrückten Plan: Er fleht seine Freunde an, ihn nicht zu verlassen, nicht wieder nach Hause zu gehen. William weiß, dass er es schaffen kann, dass er Champion sein kann, auch wenn er nicht von adeliger Abstammung ist. Er will sich unter falschem Namen einschleusen und sich im Ritterturnier-Zirkus hochkämpfen - wie er es seinem Vater als Kind immer versprochen hat. Widerwillig lassen sich Roland und Wat überzeugen und Sir Ulrich von Lichtenstein aus dem weit entfernten Gelderland ist geboren.

Szenenfoto Eine harte Zeit der Vorbereitung beginnt. Mühselig mußs sich William die Grundtechniken des Ritterkampfes aneignen, doch nach und nach zahlt sich sein unermüdlicher Einsatz aus. Bestens vorbereitet macht sich das Trio auf den Weg nach Rouen, wo das nächste große Turnier stattfindet. Unterwegs begegnen sie einem nackten jungen Mann, der sich als Geoff Chaucer (Paul Bettany) vorstellt, seines Zeichens begabter Dichter mit einem kleinen Spielproblem: Allzu oft kommt es vor, dass er selbst seine Kleidung am Leib verwettet.

Chaucer glaubt, William helfen zu können, seinen Traum wahr werden zu lassen. Gegen Verköstigung und etwas Kleidung ist er bereit, Ulrich von Lichtenstein die nötigen Legitimationspapiere zu fälschen und ihm damit die Teilnahme am Turnier zu sichern. William schlägt ein - und wird mit den gefälschten Urkunden tatsächlich zugelassen. Fasziniert reitet der frisch gebackene Ritter durch Rouen und erblickt dabei ein hinreißend schönes Edelfräulein - Jocelyn (Shannyn Sossamon) - der er gebannt folgt. Vor lauter Begeisterung merkt er nicht einmal, dass er ihr versehentlich bis in eine Kirche hinein nachreitet. Hinter ihrer Belustigung über dieses Missgeschick verbirgt Jocelyn, dass William durchaus einen eigenartigen Reiz auf sie ausübt.

Szenenfoto Als Chaucer kurz darauf wieder in Schwierigkeiten mit Geldeintreibern gerät, bleibt William gar nichts anderes übrig, als seine Zweikämpfe im Turnier zu gewinnen. Er meistert die Feuerprobe, nur seine Rüstung hält der Belastung während der Wettkämpfe nicht stand. Einzig die ehrgeizige Eisenschmiedin Kate (Laura Fraser), die die Schmiede ihres Ehemanns nach dessen Tod übernommen hat, erklärt sich bereit, dem jungen und noch mittellosen Außenseiter ohne Bezahlung zu helfen. Dafür schließt sie sich der bunt zusammen gewürfelten Gruppe an.

Szenenfoto Gespannt verfolgt Lady Jocelyn von der Ehrentribüne aus den Rest des Turniers. An ihrer Seite ist der ebenso charismatische wie verschlagene Count Adhemar (Rufus Sewell), ein vermeintlich unbezwingbarer Champion, ein echter Meister im Umgang mit der Lanze. Er leistet sich sogleich einen verbalen Schlagabtausch mit dem naiven William, ist aber wenig später sehr beeindruckt von dessen Technik und Siegeswillen, als William einen starken Gegner vom Pferd fegt.

Im Finale mußs William gegen Count Adhemar antreten. Jocelyn überreicht William als Glücksbringer und Zeichen ihrer Gunst einen Schal, den er unter seiner Rüstung trägt. Es ist ein haarscharfes Duell, bei dem Adhemar mit brutaler Niedertracht gewinnt. Williams einziger Trost ist, dass er abends beim Ehrenbankett an der Seite von Jocelyn tanzen darf. Während er sich vergnügt, fertigt Kate eine neue Rüstung aus ungewöhnlich leichtem Stahl für William an: Mit ihr hat er noch mehr Bewegungsfreiheit und kann noch schneller auf den Gegner reagieren.

Szenenfoto Beim nächsten Turnier wird William Zeuge, wie Adhemar noch vor dem ersten Zusammentreffen aufgibt: Sein Gegner ist der englische Thronfolger - und kein Ritter wagt es, gegen ihn anzutreten. William kennt diese Vorbehalte nicht und nimmt nicht nur die Herausforderung an, sondern gewinnt auch das Duell. Der Thronfolger weiß Williams Mut zu schätzen und zollt ihm für das ehrliche Kräftemessen seinen Respekt.

Weiter eilt William mit seinem Gefolge von Sieg zu Sieg und kommt dabei London immer näher - seiner Heimatstadt, der er als kleiner Junge den Rücken gekehrt hat, um sein Schicksal herauszufordern. Doch Adhemar ahnt längst, dass dieser Ulrich von Lichtenstein ein Betrüger ist. Als er die Beweise für seine Vermutung schließlich in den Händen hält, zögert er nicht, den Sturz seines Konkurrenten herbeizuführen. Doch so leicht gibt William nicht auf.

Schließlich geht es für ihn um alles, sein Leben, Jocelyn´s Liebe und den Sieg bei der "Weltmeisterschaft" im Lanzenkampf, dem edelsten aber auch extremsten Sport, der je existierte.

© Fotos: Columbia Tristar © 1994 - 2009 Dirk Jasper