Geh an einem Sommermorgen in Stockholm am Strandvag hinunter und schau nach, ob dort ein kleiner weißer Schärendampfer mit dem Namen "Saltkrokan 1" liegt. Wenn es so ist, dann ist es der richtige Dampfer, und man braucht nur an Bord zu gehen. Punkt zehn Uhr wird er zur Abfahrt läuten und rückwärts von der Pier ablegen; denn jetzt geht er hinaus auf seine gewohnte Fahrt, die bei den Inseln weit draußen endet, dort, wo das Meer beginnt.
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Die "Saltkrokan 1" ist ein zielbewusster und energischer kleiner Dampfer; seit mehr als dreißig Jahren macht er dreimal in der Woche diese Fahrt. Wahrscheinlich weiß er nicht, dass er Gewässer durchpflügt, denen nichts sonst auf dieser Erde gleicht: Über weite Fjorde und durch schmale Sunde, an Hunderten von grünen Inselchen und Tausenden von grauen Schären vorbei steuert er unverdrossen vorwärts. Schnell geht es nicht, und die Sonne steht schon tief, wenn er bei seiner letzten Anlegestelle ankommt, der auf Saltkrokan, jener Insel, die ihm den Namen gab.
Weiter hinaus braucht er nicht zu fahren. Hinter Saltkrokan fängt das offene Meer an mit kahlen Felsinseln und nackten Klippen, wo niemand wohnt als die Eidergans und die Möwe und andere Meeresvögel.
Aber auf Saltkrokan wohnen Menschen. Nicht viele. Höchstens zwanzig. dass heißt: im Winter.
Im Sommer kommen noch Sommergäste hinzu. Genau so eine Familie von Sommergästen fuhr eines Tages im Juni auf der "Saltkrokan I" hinaus. Es war ein Vater mit seinen vier Kindern. Melcherson hießen sie, Stockholmer waren sie, keiner von ihnen war jemals auf Saltkrokan gewesen.
(aus: Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan; erschienen im Verlag Friedrich Oettinger, Hamburg)