Hintergrund zu Maybe Baby

Die Darsteller über ihre Rollen

Hugh Laurie über Sam, den leidenden Schreiber, dessen Fantasie noch unfruchtbarer ist als seine Lenden

Es war ein großer Schritt für mich, die Hauptrolle in einer romantischen Komödie zu spielen. Ich hatte nie etwas dagegen, derjenige zu sein, der für ein paar Tage auf dem Set auftaucht, sich eine alberen Perücke aufzieht und ein bißchen herumbrüllt. Plötzlich der Schauspieler zu sein, um den sich alles dreht, hat mir anfangs Angst gemacht. Aber dann habe ich mir gedacht, dass es wahrscheinlich keinen besonders guten Eindruck machen würde, wenn ich irgendwann mal meinen Kindern erzähle: ich hatte eine Riesenchance, aber ich habe sie nicht wahrgenommen. Da klingt es doch viel besser, wenn man sagt: Ich hab's versucht. Leider ging es vollkommen schief und jetzt verkaufe ich Antiquitäten an japanische Touristen."



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"Sam ist ein leidender Schreiber, wie das bei Schreibern nun mal so ist. Er sucht verzweifelt nach der großen Idee, mit der er die Welt erobern will. Leider begeht er dabei den fatalen Fehler, über einen Teil seines Lebens zu schreiben, der die Frau, die er über alles liebt, direkt betrifft. Als er seinen Fehler erkennt, ist es zu spät und ihm bleibt nichts anderes übrig, als bis zum bitteren Ende durchzuhalten."

"Sam Bell ist ein richtig netter Durchschnittsname. Ich hätte nie gedacht, dass sich dahinter eine so faszinierende und komplexe Persönlichkeit verbrigt. Sam ist ungefähr genauso groß wie ich und hat meine Schuhgröße."

Joely Richardson über Lucy – eine warme, liebenswerte und schöne Frau, die sich sehnlichst ein Kind wünscht

"Auf emotionaler Ebene ist Lucy wahrscheinlich die Figur im Film, mit der ich mich am ehesten identifizieren kann. Sie versucht nie, ihre Gefühle zu verbergen. Deswegen ist es meiner Meinung nach auch unfair zu sagen, dass sie Sam unter Druck setzt. Beide durchleben während des Films eine emotionale Entwicklung."

"Ich mag Lucy sehr gerne. Sie ist sehr offen und warmherzig und liebt das Leben."

"Der Film handelt von einem Ehepaar, das sich sehr liebt und ein fantastisches Sexleben hat, aber aus irgendeinem Grund kein Kind bekommen kann. Im Grunde genommen ist es eine Geschichte über emotionalen Schmerz und wie man diesen mit Humor bewältigen kann."

Tom Hollander über Ewan Proclaimer, den lautstarken und fanatischen Regisseur aus Schottland

"Ewan bringt einige ziemlich witzige Sprüche, und es hat viel Spaß gemacht, ihn zu spielen."

"Die Figur von Ewan hat keine tiefere Bedeutung oder Message – außer der, dass, wer laut genug schreit, auch bekommt, was er will. Im Showgeschäft soll das angeblich der Fall sein."

"Ich habe in letzter Zeit viele Schwule gespielt. Von daher war es eine gute Abwechslung, so einen schottischen Macho zu verkörpern, der nur rumbrüllt."

"Ewan ist ein total durchgeknallter Regisseur, der sein Geld mit albernen Werbefilmen verdient. Sam haßt ihn, weil Ewan viel cooler ist als er und eine größere Klappe hat."

Joanna Lumley über Sheila, die Theateragentin

"Sheila ist eine richtig zähe Nuß. Normalerweise sagt man ja, dass hinter einer harten Schale ein weicher Kern steckt, aber Sheila macht da die Ausnahme. Sie ist durch und durch zäh."

"Es war richtig rührend, mit Vanessa Redgraves Tochter zusammenarbeiten zu können. Joely ist so begabt und hübsch - ich war sehr stolz auf sie!"

"Sheila betreibt eine Agentur für Schauspieler. Sie ist einfach nur cool, hart und abgebrüht - davon gibt es im Showgeschäft einige."

"Als Schauspieler verbringt man viel Zeit damit, Leute zu beobachten. Allerdings wäre es langweilig, sie nur zu imitieren. Deswegen habe ich Sheila auch nicht an eine bestimmte Person angelehnt - allerdings gibt es einige, denen sie erschreckend ähnlich ist."

© Fotos: Concorde © 1994 - 2010 Dirk Jasper