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Im Januar 1929 landen sie ihren ersten großen Coup. In wochenlanger Kleinarbeit haben sie sich von einem Nachbargrundstück aus über einen eigens gegrabenen Tunnel und mehrere Keller und Luftschächte bis in den Tresorraum der Diskonto-Gesellschaft am Wittenbergplatz vorgearbeitet. Sie knacken 179 der 182 Kundensafes und verschwinden mit einem Millionenvermögen. Nur ein paar wertvolle Briefmarkensammlungen und eine Original-Partitur von Richard Wagner ("Tristan und Isolde") lassen sie liegen.
Im Februar 1929 nimmt Kriminalsekretär Fabich die Brüder in Untersuchungshaft. Am 6. April mußs er sie mangels Beweisen jedoch wieder freilassen. Die Sympathie, die die zwei genialen Safeknacker in weiten Teilen der Berliner Bevölkerung genießen, ist nun kaum mehr zu übertreffen. Schon zu Lebzeiten werden die Brüder zu einer Legende.
1933 verschwinden Franz und Erich Sass nach Dänemark. Nach einem versuchten Einbruch in die Sparkasse der Stadt Kopenhagen werden sie im März 1934 festgenommen. Ihr Kopenhagener Hotelzimmer und die Berliner Wohnung der Eltern werden durchsucht. Offensichtlich waren die Brüder mit den Jahren unvorsichtiger geworden. Die Polizei findet in den Räumen Werkzeug und Diebesgut. Franz und Erich Sass werden zu vier Jahren Haft und anschließender Ausweisung verurteilt.
1938 werden die beiden Ganoven an die deutschen Behörden ausgeliefert. Nach zwei Jahren Untersuchungshaft verurteilt man den älteren der Brüder, Franz, zu 13 Jahren und Erich zu 11 Jahren Haft. Am 27. März 1940 werden sie der Gestapo übergeben.
Noch am selben Tag werden sie während des Transportes in das Gefängnis Sachsenhausen auf Befehl von Rudolf Höss, dem späteren Kommandanten von Ausschwitz, hingerichtet. Im vorliegenden Polizeibericht wurde im Nachhinein vermerkt: "Bei der Überführung in das Gefängnis Sachsenhausen wurden die Brüder Sass auf der Flucht erschossen".
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| © Fotos: Constantin © 1994 - 2009 Dirk Jasper |